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Entwicklung und Bewertung von anwendungsorientierter Grundlagenforschung in der Psychologie

Rundgespräche und Kolloquien
Buch | Hardcover
VII, 62 Seiten
2006
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-004231-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Entwicklung und Bewertung von anwendungsorientierter Grundlagenforschung in der Psychologie -
CHF 76,90 inkl. MwSt
Anne Brüggemann, Rainer Bromme (Hrsg.)

Entwicklung und Bewertung von anwendungsorientierter Grundlagenforschung in der Psychologie

Rundgespräche und Kolloquien

2006. VII, 62 S., 2 Tabellen, schwarz-weiß

ISBN 978-3-05-004231-2

Die Psychologie ist exemplarisch für eine Disziplin, die einerseits wesentliche Beiträge zur Grundlagenforschung leistet, andererseits praktische Probleme aufgreift und versucht, Lösungen für diese zu entwickeln. Darüber hinaus ist die Psychologie eine in hohem Maße durch gemeinsame Standards und Methoden definierte Disziplin.

Das vorliegende Buch beruht auf einem Rundgespräch der DFG im März 2004 und dokumentiert den aktuellen Forschungsstand zu der Frage, was Grundlagenforschung und Anwendungsforschung unterscheidet, was sie gemeinsam haben und welche Kriterien zur Qualitätssicherung in unterschiedlichen Teilbereichen der Psychologie anzulegen sind.

Aus dem Inhalt:

Norbert Groeben: Die Überwindung der Grundlagen-Anwendungs-Implikation und Zielkriterien für praktische und epistemische Forschung - eine wissenschaftstheoretische Perspektive

Frank Fischer und Christof Wecker: Pasteurs Quadrant und die Diskussion in den USA

um die Verbesserung des praktischen Nutzens der Bildungsforschung

Franz Caspar: Forschungsdesigns in der Psychotherapieforschung: Die Diskussion um Randomisierte Klinische Studien

Dieter Zapf: Anwendungsorientierte Grundlagenforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie

Friedrich W. Hesse und Carmen Zahn: Verbindung von Erkenntnis- und Nutzeninteresse

am Beispiel eines Forschungsprojektes aus der angewandten Kognitionspsychologie

Die Psychologie ist exemplarisch für eine Disziplin, die einerseits wesentliche Beiträge zur Grundlagenforschung leistet, andererseits praktische Probleme aufgreift und versucht, Lösungen für diese zu entwickeln. Darüber hinaus ist die Psychologie eine in hohem Maße durch gemeinsame Standards und Methoden definierte Disziplin. Das vorliegende Buch beruht auf einem Rundgespräch der DFG im März 2004 und dokumentiert den aktuellen Forschungsstand zu der Frage, was Grundlagenforschung und Anwendungsforschung unterscheidet, was sie gemeinsam haben und welche Kriterien zur Qualitätssicherung in unterschiedlichen Teilbereichen der Psychologie anzulegen sind.

Norbert Groeben: Die Überwindung der Grundlagen-Anwendungs-Implikation und Zielkriterien für praktische und epistemische Forschung - eine wissenschaftstheoretische Perspektive Frank Fischer und Christof Wecker: Pasteurs Quadrant und die Diskussion in den USA um die Verbesserung des praktischen Nutzens der Bildungsforschung Franz Caspar: Forschungsdesigns in der Psychotherapieforschung: Die Diskussion um Randomisierte Klinische Studien Dieter Zapf: Anwendungsorientierte Grundlagenforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie Friedrich W. Hesse und Carmen Zahn: Verbindung von Erkenntnis- und Nutzeninteresse am Beispiel eines Forschungsprojektes aus der angewandten Kognitionspsychologie

Dieter Zapf Anwendungsorientierte Grundlagenforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie (S. 47-48)

Innerhalb der Arbeits- und Organisationspsychologie lassen sich Umsetzungsforschung (exemplarische Umsetzung von Erkenntnissen und Verfahren in Betrieben), anwendungsorientierte Forschung (Anwendung von Erkenntnissen und Verfahren auf spezifische Bereiche, die vorher noch nicht oder wenig untersucht wurden, z. B. psychische Belastungen bei Kranfahrern, psychische Belastungen im Bäckereigewerbe, psychische Belastungen in Call Centern) sowie anwendungsorientierte Grundlagenforschung unterscheiden (Entwicklung von Theorien, Konzepten und Methoden, z. B. transformationale Führung, Diversität in Gruppen oder Emotionsarbeit). Im folgenden soll auf einige Eigenheiten und Probleme der anwendungsorientierten Grundlagenforschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie eingegangen werden. Forschung in der Arbeits- und Organisationspsychologie weist wie auch die anderer psychologischer Anwendungsfächer gegenüber den Grundlagenfächern einige Besonderheiten auf. Diese bestehen darin, dass man sich bei betrieblichen Untersuchungen mit gewissen Restriktionen von betrieblicher Seite auseinander setzen muss. Auf der anderen Seite unterstützen Betriebe die Projekte mit zum Teil nicht unerheblichen Mitteln.

1 Probleme der internen und externen Validität durch Restriktionen bei betrieblichen Untersuchungen

Einschlägige Lehrbücher zu Methoden in der Arbeits- und Organisationspsychologie (z. B. Bungard, 2004, Bungard, Holling & Schultz-Gambard, 1996, Bungard & Schultz- Gambard, 1999, Moser, 2004) setzen sich damit auseinander, dass man bei betrieblichen Untersuchungen nicht selten Kompromisse machen muss, was methodische Standards angeht. Ein Blick in Top-Journale zeigt beispielweise, dass nur bei einem Teil der Studien tatsächlich eine repräsentative Stichprobe gezogen werden konnte. In der Literatur zur Evaluationsforschung (z. B. Wottawa & Thierau, 1998) wird ebenfalls ausführlich die Schwierigkeit diskutiert, experimentelle Designs in Organisationen zu realisieren und beispielsweise zu randomisieren. Mit folgenden Schwierigkeiten ist zu rechnen:

1.1 Gewährleistung von Anonymität

In der Regel bestehen Betriebe auf die Gewährleistung von Anonymität (meist die Arbeitnehmervertreter, oft aber auch die Unternehmensleitung). Dies führt manchmal dazu, dass bestimmte Personen, deren Anonymität aufgrund einer hervorgehobenen Position nicht gewährleistet werden kann, an der Untersuchung nicht teilnehmen (können) (Repräsentativitätsproblem). Damit verbunden ist oft, dass man zu bestimmten betrieblichen Datenbanken keinen Zugang hat und damit Daten, die zur Validierung benutzt werden könnten, nicht erhoben werden können.

1.2 Restriktionen durch die Arbeitsorganisation

Es gibt eine Reihe von betrieblichen Restriktionen, mit denen man sich als Untersucher abfinden muss und die den Forschungsprozess beeinträchtigen. So sind manchmal bestimmte Personen nicht abkömmlich, ständig unterwegs oder vollkommen überlastet. Personen in sicherheitsgefährdeten Bereichen sind überhaupt nur schwer zu kontaktieren. Untersucht werden können oft nur Personen, die verfügbar sind (Repräsentativitätsproblem). Die Untersuchungen (z. B. Arbeitsbeobachtungen) dürfen den betrieblichen Ablauf nicht stören und sind deshalb nicht überall möglich.

1.3 Die Inanspruchnahme betrieblicher Ressourcen ist begrenzt

Auch wenn Betriebe bereit sind, sich an Untersuchungen zu beteiligen, sind die zur Verfügung gestel

Erscheint lt. Verlag 5.4.2006
Zusatzinfo 2 b/w tbl.
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 175 g
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie
Geisteswissenschaften Psychologie
Sozialwissenschaften Pädagogik Allgemeines / Lexika
Wirtschaft Betriebswirtschaft / Management
Schlagworte Bildungsforschung • Grundlagenforschung • Kognitionspsychologie • Pasteurs Quadrant • Psychologie • Psychotherapie • Sozialwissenschaften • Sozialwissenschaften allgemein
ISBN-10 3-05-004231-1 / 3050042311
ISBN-13 978-3-05-004231-2 / 9783050042312
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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