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Ramana Maharshi und seine Schüler (eBook)

Band 3
eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
268 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7583-4999-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ramana Maharshi und seine Schüler -  Gabriele Ebert
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Dieser dritte Band von Ramana Maharshi und seinen Schülern widmet sich 28 weiteren westlichen Schülern und Besuchern: W.Y. Evans-Wentz, Maud A. Piggott, Ethel Merston, Ella Maillart, Suzanne Sen (Sunjata), Thelma Rappold, Eleanor Noye, Mouni Sadhu, Louis Hartz, Henri Hartung, Pascaline Mallett, Lewis Thompson, Blanca Schlamm (Atmananda), Krishnaprem, Alfred Emmanuel Sorensen (Sunyata), Peer Wertin (Ramanagiri), Mercedes de Acosta, William Somerset Maugham, Wanda Dynowska (Uma Devi), Prynce Hopkins, Frank Clune, Hans-Hasso von Veltheim-Ostrau, Margret Sanger, Eliot Candee Clarke, Duncan Greenlees, Oliver Lacombe, Eliot Elisofon und Henri Cartier Bresson. Die Charaktere sind sehr vielschichtig. Es sind Autoren, Künstler, Wissenschaftler, Männer von Welt, Weltreisende, selbstbewusste Frauen, bekannte und weniger bekannte spirituelle Persönlichkeiten und auch ganz "alltägliche" Leute, die auf der spirituellen Suche waren, die sie nach Indien führte. Viele hörten durch Paul Bruntons Buch "A Search in Secret India", das bereits 1934 erschienen ist, zum ersten Mal von Ramana Maharshi. Viele von ihnen kannten sich und waren miteinander befreundet. So verschieden die Charaktere auch sind, so ähneln sich ihre Erfahrungen mit dem Weisen vom Berg Arunachala doch sehr. Manche wurden mehr von ihm beeinflusst, manche weniger. Immer wieder wird auch die Rolle, die andere indische Gurus und spirituelle Strömungen in dieser Zeit spielten, deutlich, vor allem die der Theosophen mit ihrer Hauptniederlassung in Adyar (Chennai, damals Madras) mit ihrem proklamierten Weltenlehrer Jiddu Krishnamurti, der sich aber später von ihnen trennte. Da waren zudem Aurobindo in Pondicherry, Krishnaprem und Yashoda Ma im Mirtola-Ashram in der Nähe von Almora, Ramdas im Anandashram, Atmananda Krishna Menon, Anandamayi Ma und die Ramakrishna-Bewegung.

Theologin und Dipl.-Bibliothekarin, verfasste und übersetzte Bücher über Ramana Maharshi, Ramakrishna, Vivekananda, Sarada Devi und Sunyata.

Maud A. Piggott


Maud A. Piggott (1887-1974) wurde in England geboren und reiste mehrmals nach Indien, wobei sie 1935 auch den Ramanashram besuchte. 1937 ließ sie sich in Hollywood, Kalifornien, nieder. Die US-Volkszählung von 1940 gibt ihren Familienstand mit „geschieden“ an. 1943 wurde sie Bürgerin der Vereinigten Staaten. Sie schloss sich Douglas Ainslie (Grant Duff), Alfred Emmanuel Sorensen (Sunyata), Anagarika Govinda, Pauline Noye und W. Y. Evans-Wentz an, die ebenfalls mit Ramana in Verbindung standen und aus dem einen oder anderen Grund nach Kalifornien ausgewandert waren oder dort lebten. Zu dieser Zeit war Kalifornien ein Brutkasten für spirituelle Entdeckungen und intellektuelle Offenheit und lockte zahlreiche Menschen an, die nach neuen Wegen zur inneren und äußeren Erfüllung suchten. Zudem stand Maud mit dem Vedanta Center der Ramakrishna-Bewegung von Hollywood in Verbindung, das ganz in ihrer Nähe war und dank des angesehenen und dynamischen Gründers und Leiters, Swami Prabhavananda, florierte.4

Aus ihren Aufzeichnungen geht hervor, dass sie Anfang Januar 1935 den Ashram zunächst für ein paar Tage besuchte und dann vor Ende des Monats aus Madras zurückkehrte, um sich auf einen längeren Aufenthalt vorzubereiten. In dieser Zeit freundete sie sich mit Y.W. Evans-Wentz an. Sie diskutierten über spirituelle Angelegenheiten, und er ermutigte sie, Ramana Fragen zu stellen. Die Fragen und Antworten sowie ein Großteil von Maud Piggotts Dialogen sind in die Talks with Sri Ramana Maharshi (Gespräche mit Ramana Maharshi) eingegangen.5

Maud Piggott war die zweite westliche Frau, die den Ramanashram Anfang 1935 besuchten. Vermutlich war bereits eine Amerikanerin 1929/30 im Ashram gewesen.

Maud Piggott schreibt in ihrem Artikel im Mountain Path:

„Ich hatte Indien schon einmal besucht, aber es war meine erste Reise abseits der ausgetretenen Pfade. Ein Aufenthalt bei Freunden oder in den luxuriösen Hotels von Bombay und Kalkutta, die mit allen modernen Annehmlichkeiten ausgestattet sind, lassen sich nicht mit den Bedingungen, die man beim Verlassen der Hauptstraßen vorfindet, vergleichen. Aber dies war ein Abenteuer für eine gute Sache, und nichts anderes war wichtig.

Seit einigen Jahren wollte ich einen der wirklich heiligen Männer Indiens treffen, aber bis jetzt war es nicht möglich gewesen. Ich hatte zwar mit einigen Heiligen und medialen Fakiren gesprochen, die sich zweifelsohne ernsthaft bemühten, aber sie waren nicht das, was ich suchte. Dann erzählte man mir von Sri Ramana Maharshi, und von dem wenigen, das ich von ihm hörte, wusste ich, dass ich überallhin reisen und jede Unannehmlichkeit auf mich nehmen würde, um ihn zu besuchen.

Der Freund, der mir von ihm erzählt hatte, bot an, mich zu ihm zu bringen, und so kamen wir an einem späten Nachmittag in Tiruvannamalai an. Wir fanden im Dak-Bungalow oder Rasthaus für Reisende Unterkunft, was alles ist, was den Reisenden abseits der Städte angeboten wird. Es wird keine Bettwäsche angeboten, und es gibt kaum Möbel. Aber wir überließen es meinem Diener, sich um solche Dinge zu kümmern, und gingen zum Bazar und dann in einem Pony-Wagen hinauf zum Ashram. Am Ende unserer Reise waren wir zwar angeschlagen, aber voller Hoffnung.

Mehrere Leute, die im Ashram lebten, meist Devotees, kamen heraus und begrüßten uns. Unter ihnen war der jüngere Bruder des Maharshi. Er trug das ockerfarbene Gewand eines Sannyasin (eines Mannes, der der Welt entsagt hat). Die anderen waren nicht wirklich Mönche im westlichen Sinn, noch ist ein Ashram ein Kloster. Es ist ein Ort, an dem Leute leben können, die ein spirituelles Leben erlernen und leben wollen. Oft gibt es keine bindenden Regeln, und jeder kann kommen und gehen, wie es ihm gefällt. Selbst Frauen sind willkommen, obwohl sie nicht im Ashram übernachten dürfen.

Die meisten sprachen Englisch und begrüßten mich sehr freundlich. Das war ermutigend, denn ich war nervös, da mir gesagt worden war, dass ich bislang die erste Europäerin sei, die den Maharshi, wie er gewöhnlich genannt wird, besuchte.6 Wir wurden sofort zu ihm gebracht, um den heiligen Mann zu sehen, und nachdem wir ihn auf indische Art begrüßt hatten, indem wir die gefalteten Hände vor die Stirn hielten, legten wir unsere Opfergaben vor ihn auf den Boden. Er saß auf einem Sofa, über das ein großes Leopardenfell gelegt war. Vor dem Sofa brannten Räucherstäbchen aus Sandelholz und eine kleine Kohlenpfanne, in die ständig besonderes Räucherwerk hineingeworfen wurde.

In der Halle waren etwa ein Dutzend Leute. Sie flüsterten miteinander. Ein Kind brabbelte mit seiner Mutter. Aber bald hörten diese Geräusche auf, und es herrschte Stille. Ich saß wie die anderen mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, obwohl man fürsorglich einen Stuhl für mich bereitgestellt hatte.

Eine Zeitlang geschah nichts. Ich versuchte, mich zu konzentrieren. Plötzlich wurde mir bewusst, dass die Augen des Maharshi auf mich gerichtet waren. Sie schienen wie glühende Kohlen durch einen hindurchzudringen. Sie leuchteten in der Dämmerung. Ich habe nie zuvor etwas so Umwerfendes gesehen. Es machte mir schon fast Angst. Was ich in dieser schrecklichen halben Stunde an Selbstverachtung und Hohn für die Armseligkeit meines Lebens durchlitt, ist schwer beschreibbar. Nicht dass er mich kritisiert hätte, wozu er nicht einmal im Schweigen fähig war, aber im vollkommenen Licht werden alle Unvollkommenheiten offenbar. Um zu zeigen, wie wenig er für meine Gefühle verantwortlich war, sagte er mir später, dass Zweifel, Misstrauen gegen sich selbst und ein schlechtes Selbstwertgefühl einige der größten Hindernisse für die Verwirklichung seien.

Jetzt stand der Maharshi auf und machte seinen Abendspaziergang. Das war das Zeichen für den allgemeinen Aufbruch. Wir alle versammelten uns draußen. Einer der Devotees bot uns an, uns den Ashram zu zeigen, eine Ansammlung von kleinen, weißgetünchten Gebäuden und Hütten, alles makellos rein und manchmal mit einem Durchgang verbunden. Der Ashram lag malerisch am Fuß des berühmten Berges Arunachala. Auf dieser Bergseite wohnt der Maharshi seit mehr als 30 Jahren, und seitdem ist es sein Zuhause. Er war zur Zeit meines Besuchs etwa fünfzig, sah aber durch die Entbehrungen und Einschränkungen in seinem frühen Leben älter aus.

Es war dunkel, als wir zur Abendmeditation zurückkamen, und die meisten Leute, die nicht im Ashram wohnten, waren gegangen. In der Halle war es völlig still. Die Augen des Heiligen funkelten nicht mehr. Sie blickten gleichmütig und nach innen gerichtet. All meine Sorgen schienen wie weggeblasen, und die Schwierigkeiten schmolzen dahin. Nichts, was wir in der Welt als wichtig bezeichnen, war von Bedeutung. Die Zeit war vergessen. Das Leben in seinen vielen Aspekten war eins.

Am späten Nachmittag des nächsten Tages musste mein Freund nach Hause zurückkehren und ließ mich in der Obhut meines älteren Dieners, eines väterlichen und vertrauenswürdigen Mannes, zurück, der dafür sorgte, dass das Wasser und die Milch ordnungsgemäß abgekocht wurden und dass bei meiner abendlichen Rückkehr aus dem Ashram eine angemessene Mahlzeit im Rasthaus für Reisende auf mich wartete.

Von diesem Zeitpunkt an begann eine Routine, die viele Wochen lang gleichbleiben sollte. Der klapprige Wagen tauchte um sechs Uhr morgens auf. Er brachte mich zum Ashram und kam abends um halb acht für die Rückfahrt wieder zurück. Ich erlernte bald eine Technik, das Gleichgewicht auf ihm zu halten, die Sicherheit, wenn auch nicht Komfort, versprach, und die Fahrt verlor den größten Teil ihrer ursprünglichen Unsicherheit. Dennoch war sie nie friedlich, denn das Stroh, auf dem ich hocken musste, war von kleinen Insekten bevölkert!

Im Ashram erhielt ich eine kleine Hütte, sieben mal sieben Fuß, die ich tagsüber benutzen konnte. Darin befanden sich ein Holzbrett, ein Stuhl und ein Tisch, auf dem eine Waschschüssel, ein Handtuch und Seife lagen. Nicht gerade luxuriös, aber der Gedanke und die Sorgfalt, mit der sie eingerichtet worden war, berührten mich mehr als ich sagen kann. Als Europäerin waren meine Knochen jedoch nicht an Holz ohne Matratze gewöhnt, und die Mittagsruhe, die ich nach dem Mittagessen einlegte, war kaum eine, soweit es mich betraf.

Es gab zwei Hauptmahlzeiten: eine um elf Uhr dreißig am Morgen und die andere gegen acht Uhr am Abend. Ich aß mit den anderen zu Mittag. Das Essen war beides Mal mehr oder weniger dasselbe – Reis mit verschiedenen Gemüsesorten und Milchquark. Jeder saß auf dem Boden vor einem einzelnen Bananenblattstreifen.

Alle versammelten sich in der Halle. Die meisten Menschen waren still und in ihre eigenen Gedanken vertieft. Aber manchmal gab es Besucher, reisende Mönche oder Anhänger, die kamen, um den Segen des Maharshi zu erhalten, und sie sangen heilige Lieder und erzählten allegorische Geschichten.

Unter denjenigen, die für einen kurzen Aufenthalt in den Ashram kamen, war ein amerikanischer Autor, dessen...

Erscheint lt. Verlag 22.4.2024
Reihe/Serie Ramana Maharshi und seine Schüler
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie Östliche Philosophie
Schlagworte Atma Vichara • Bhakti • Indien • Schüler • Selbstergründung
ISBN-10 3-7583-4999-0 / 3758349990
ISBN-13 978-3-7583-4999-7 / 9783758349997
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