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Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen

Buch | Softcover
172 Seiten
2005 | 1. Band 6 Schriftenreihe zur Entwicklung sozialer Kompetenz
Rhombos-Verlag
978-3-937231-80-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Störungen des Sozialverhaltens bei Kindern und Jugendlichen - Hartmut Knopf, Steffen Dauer
CHF 48,95 inkl. MwSt
Bei der Beschäftigung mit psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter stellen die Autoren die psychologische Intradisziplinarität in den Vordergrund. Neben allgemein- und entwicklungspsychologischen Fragen zur Symptomatik und Ätiologie diskutieren die Autoren vor allem anwendungsbezogene und praktische Fragestellungen der Prävention und Intervention aus pädagogisch- und klinisch-psychologischer sowie forensischer Sicht.
Wenngleich sich die Autoren dabei auf Störungen der sozialen Interaktionen (mit Schwerpunkt auf aggressives und dissoziales Verhalten) konzentrieren, berücksichtigen sie, dass sich auch andere psychische Störungsbilder mehr oder weniger stark im Sozialverhalten äußern.
Bei der Beschäftigung mit psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter stellen die Autoren die psychologische Intradisziplinarität in den Vordergrund. Neben allgemein- und entwicklungspsychologischen Fragen zur Symptomatik und Ätiologie diskutieren die Autoren vor allem anwendungsbezogene und praktische Fragestellungen der Prävention und Intervention aus pädagogisch- und klinisch-psychologischer sowie forensischer Sicht.
Wenngleich sich die Autoren dabei auf Störungen der sozialen Interaktionen (mit Schwerpunkt auf aggressives und dissoziales Verhalten) konzentrieren, berücksichtigen sie, dass sich auch andere psychische Störungsbilder mehr oder weniger stark im Sozialverhalten äußern.

Prof. Dr. habil. Hartmut Knopf studierte Psychologie und Pädagogik, promovierte und habilitierte über Lern- und Bildungsprozesse und war von 1987 bis 2013 Professor für Pädagogische Psychologie am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten: Diagnostik und Förderung von Begabungen, Prävention und Intervention bei Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen, Lebensqualität von Jugendlichen im interkulturellen Vergleich sowie Psychologische Aspekte des Familienrechts. Professor Dr. Hartmut Knopf hat als engagierter Hochschullehrer auf dem Gebiet der Pädagogischen Psychologie die Lehrerausbildung an der Philosophischen Fakultät III – Erziehungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wesentlich geprägt.

Prof. Dr. habil. Hartmut Knopf studierte Psychologie und Pädagogik, promovierte und habilitierte über Lern- und Bildungsprozesse und war von 1987 bis 2013 Professor für Pädagogische Psychologie am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten: Diagnostik und Förderung von Begabungen, Prävention und Intervention bei Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen, Lebensqualität von Jugendlichen im interkulturellen Vergleich sowie Psychologische Aspekte des Familienrechts. Professor Dr. Hartmut Knopf hat als engagierter Hochschullehrer auf dem Gebiet der Pädagogischen Psychologie die Lehrerausbildung an der Philosophischen Fakultät III – Erziehungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wesentlich geprägt.

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung11
1.1Problemstellung11
1.2.Anliegen und Aufbau des vorliegenden Buches13
2.Störungen, Störungsmuster und ihre Ausprägungen15
2.1.Zur Begrifflichkeit psychischer Störungen15
2.2.Entstehung psychischer Störungen18
2.3.Muster von Störungen im Sozialverhalten23
2.3.1.Offensives Muster28
2.3.2.Defensives Muster32
2.3.3.Regressives Muster35
2.3.4.Demonstratives Muster36
2.4.Ausprägungsgrade psychischer Störungen36
3.Entwicklungspsychologische Aspekte39
3.1.Entwicklungsbesonderheiten im Sozialverhalten von Kindern
39
3.1.1.Allgemeine Entwicklungsaspekte39
3.1.2.Störungen im emotionalen und sozialen Bereich44
3.2.Entwicklungsbesonderheiten im Sozialverhalten von Jugendlichen
52
3.2.1.Allgemeine Entwicklungsaspekte52
3.2.2.Störungen im emotionalen und sozialen Bereich55
4.Sozialstörungen im pädagogisch-psychologischen Kontext
61
4.1.Aggressives Verhalten an Schulen – Ergebnisse empirischer Studien
62
4.1.1.Ausprägungsgrade aggressiven Verhaltens von Schülern62
4.1.2.Bedingungen und Ursachen aggressiven Verhaltens66
4.1.3.Entwicklungstendenzen71
4.2.Wider die schulische Gewalt74
4.2.1.Von schulischen Konflikten bis zu Gewalthandlungen in der Schule
74
4.2.2.Aggression als Kommunikationsform80

5

4.3.Ergebnisse eigener Untersuchungen82
4.3.1.Befunde einer Metaanalyse82
4.3.2.Ergebnisse von Veränderungsstudien85
4.3.2.1.Aggressionsminderung mittels schulbezogener Maßnahmen (Typ 1)85
4.3.2.2.Aggressionsminderung über Prosozialitätsförderung
(Typ 2)87
4.3.2.3.Erprobung einer kooperativen Prävention
(Typ 5)92
4.3.3.Untersuchungen zum Schulabsentismus95
5.Klinische Relevanz101
5.1.Symptome von Verhaltensstörungen mit Krankheitswert101
5.2.Ätiologie und Pathogenese104
5.3Differenzialdiagnostik - Störungsbilder nach ICD-10109
5.3.1.Hyperkinetische Störungen (F 90)110
5.3.2.Störungen des Sozialverhaltens (F 91)111
5.3.3.Kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen (F 92)113
5.3.4.Emotionale Störungen des Kindesalters (F 93)113
5.3.5.Störungen sozialer Funktionen mit Beginn der Kindheit
und Jugend (F 94)116
5.3.6.Ticstörungen (F 95)119
5.3.7.Andere Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn
in der Kindheit und Jugend (F 98)120
5.4Betreuungsmöglichkeiten (Beratung & Therapie)124
5.4.1.Beratung und Therapie bei hyperkinetischen Störungen
(F 90)124
5.4.2.Beratung und Therapie bei Störungen des Sozialverhaltens
(F 91, F92)126
5.4.3.Beratung und Therapie bei emotionale Störungen des Kindesalters (F 93)128
5.4.4.Beratung und Therapie bei elektivem Mutismus (F 94.0)130
5.4.5.Beratung und Therapie bei Bindungsstörungen (F 94.1,
F 94.2)131
5.4.6.Beratung und Therapie bei Ticstörungen (F 95)131
5.4.7.Beratung und Therapie bei Inkontinenzen (F 98.0, F 98.1)132
5.4.8.Beratung und Therapie beim Stottern (Stammeln) und
Poltern (F 98.5, F 98.6)132
6.Juristische Konsequenzen135
6.1.Familienrechtliche Aspekte135
6.2.Strafrechtliche Aspekt138
6.2.1.Täterbezug139
6.2.1.1.Strafrechtliche Verantwortlichkeit (§ 3 JGG)139
6.2.1.2.Schuldfähigkeit (§§ 20 und 21 StGB)143
6.2.1.3.Strafreife (§ 105 JGG)145
6.2.2.Opferbezug148
6.2.2.1.Misshandlungsformen148
6.2.2.2.Folgen von Misshandlungen für die Ausprägung von Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen152
7.Abschlussbetrachtungen und Ausblick157
Literaturverzeichnis159

Einleitung Die Frage danach, ob es zwischen der Anatomie der normalen Entwicklung und der Pathologie der Entwicklung kategoriale Unterschiede gibt oder ob ein generelles Kontinuum zwischen Normalität und Devianz besteht, scheint in der psychologischen Forschung seit geraumer Zeit eindeutig zugunsten der Annahme eines Kontinuums beantwortet zu sein. Während frühere Modelle zur Erklärung psychischer Störungen und Erkrankungen in der Regel einzelne der Entwicklungskräfte Natur, Gesellschaft und Person in ihren Wirkungen verabsolutierten beziehungsweise zumindest stark favorisierten, trug dies eher dazu bei, dass einerseits getrennte Wege in der Forschung (vordergründiges Herausarbeiten von kategorialen Unterschieden in der Symptomatik und Ätiologie) gegangen wurden und dass andererseits auch sehr differente Umgänge mit Betroffenen (sowohl in der Gesellschaft insgesamt als auch in praktischen Institutionen) realisiert wurden. Aus heutiger Sicht kann davon ausgegangen werden, dass es bei allen Menschen und dabei bei allen Merkmalsausprägungen, bei physischen ebenso wie bei psychischen, zu Kontinuität und auch zu Diskontinuität in der Entwicklung kommen kann. Anders ausgedrückt heißt dies, dass Störbarkeit in der Entwicklung zur Normalität gehört. Im Zusammenhang mit eintretenden Sozialisationseinflüssen, unabhängig davon, ob dies gezielte Interventionen oder nicht vorhersehbare Lebensereignisse wie beispielsweise Erkrankungen oder soziale Verluste und Trennungen sind, können sich, und dies wieder abhängig von den spezifischen Person-Umwelt-Konstellationen, sehr unterschiedliche Auswirkungen einstellen. Zum einen ist es denkbar, dass extrem ungünstig erscheinende Einflüsse (so genannte Risikofaktoren) aufgrund bestehender personaler und sozialer Ressourcen (so genannte Resilienzfaktoren) unbeschadet bewältigt werden können. Zum anderen können bei unzureichenden Ressourcen (zum Beispiel im personalen Bereich: Fehlen der physischen und/oder psychischen Gesundheit, unzureichende kognitive und soziale Kompetenzen, fehlende Selbstkontrolle; zum Beispiel im sozialen Bereich: ungünstiger sozioökonomischer Status der Familie, gestörte Familienbeziehungen, schlechte schulische Qualitätsparameter u .a. m.) auch weniger belastende Faktoren in die Devianz führen. Alle Menschen sind in ihrer Entwicklung entsprechenden Anforderungen ausgesetzt. Inwiefern sich in der Auseinandersetzung mit diesen Belastungen ergeben, die entweder konstruktiv bewältigt werden können und somit die Funktionsfähigkeit aufrecht erhalten oder aber, wenn die Anforderungen die Ressourcen wiederholt übersteigen, zu psychosomatischen oder psychischen Störungen führen, hängt ganz von dem Passungsverhältnis zwischen Anforderungen und Ressourcen ab. Bei inadäquatem Passungsverhältnis, wie es naturgemäß insbesondere bei Kindern und Jugendlichen häufiger der Fall ist als bei den meisten stabilisierten Erwachsenen, stellt sich die Frage nach Möglichkeiten der Herstellung eines positiven Verhältnisses zwischen Anforderungen und Bewältigungsmöglichkeiten. Mit den angesprochenen Themen soll der in diesem Buch behandelte Untersuchungsgegenstand, nämlich das potenzielle Auftreten psychischer Störungen insbesondere im Kindesalter (höhere Vulnerabilität aufgrund der noch relativ hohen Labilität in allen psychischen Funktionen und der fehlenden Erfahrungen im Umgang mit Belastungssituationen) sowie im Jugendalter (Phase, in der Krisen wie Identitätskrisen, Rollenkonfusionen, narzisstische Krisen, Ablösungskrisen, Beziehungskrisen, Rivalitätskrisen, Autoritätskrisen entstehen können und zu bewältigen sind) umrissen sein. Der wichtigste Aspekt bei der Beschäftigung mit den psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter im Rahmen des vorliegenden Buches soll der der Intradisziplinarität sein. So gesehen sollen neben allgemein- und entwicklungspsychologischen Fragen zur Symptomatik und Ätiologie vor allem anwendungsbezogene und praktische Fragestellungen hinsichtlich der Prävention und Intervention aus pädagogisch-psychologischer, klinisch-psychologischer und forensischer Sicht in ihrer Verknüpfung diskutiert werden. Um eine Eingrenzung bezüglich der verschiedensten Störungsbilder vornehmen zu können, soll eine Konzentration vor allem auf Störungen im Bereich der sozialen Interaktionen erfolgen. Es kann natürlich davon ausgegangen werden, dass sich alle psychischen Störungen mehr oder weniger stark im Sozialverhalten äußern, insofern wird der inhaltliche Schwerpunkt auf Störungen des Sozialverhaltens im engeren Sinne, also auf aggressives und dissoziales Verhalten gelegt.

Erscheint lt. Verlag 26.5.2005
Mitarbeit Herausgeber (Serie): Gerhard Igl, Hartmut Knopf, Werner Merkle
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 149 x 210 mm
Gewicht 230 g
Einbandart kartoniert
Themenwelt Geisteswissenschaften Psychologie Biopsychologie / Neurowissenschaften
Medizin / Pharmazie Medizinische Fachgebiete Psychiatrie / Psychotherapie
Schlagworte HC/Psychologie/Angewandte Psychologie • Jugendliche • Kindesalter • Krise • Psychische Störungen • Resilienz • Sozialverhalten
ISBN-10 3-937231-80-3 / 3937231803
ISBN-13 978-3-937231-80-8 / 9783937231808
Zustand Neuware
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