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Um der Kälte zu entfliehen

Gerda Maletas Bernhard-Fotografien
Buch | Hardcover
108 Seiten
2005 | 1. Aufl.
Bibliothek der Provinz (Verlag)
978-3-85252-658-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Um der Kälte zu entfliehen
CHF 33,55 inkl. MwSt
Für Gerda Maleta sind die Fotografien Erinnerungsaufnahmen aus einer siebzehnjährigen freundschaftlichen Beziehung. In ihrem Buch »Seteais« hat sie die stets gefährdete Balance in dieser Beziehung beschrieben, die strengen Grenzen, die verlangte Distanz, das Tabu der körperlichen Nähe, den immer drohenden Umschlag der Stimmung in Kälte und Verachtung, alle Regeln und Sanktionen dabei vom Autor als männlichem Part bestimmt. Kennen gelernt haben sie einander zu Ostern 1972 im Jagdhaus eines Freundes.

Die Häuser von Gerda Maleta und Thomas Bernhard lagen nicht weit voneinander entfernt, man traf sich in Gerda Maletas Villa Traunegg in Oberweis oder in Bernhards Bauernhof in Obernathal, Orte, die, durch die Traun getrennt, mit dem Auto in wenigen Minuten zu erreichen sind. »Die Nachbarin vom anderen Ufer« (Seteais, S. 79) und der Autor vom diesseitigen unternahmen Reisen miteinander, manchmal auch mit anderen Freunden und Verwandten, Sizilien, Portugal und Mallorca sind auf den Fotografien dokumentiert, sie machten gemeinsame Aus üge und Wanderungen, ins Ausseerland, auf den Dachstein, begegneten einander in den kleinen Orten und Städtchen der Umgebung ihrer Wohnorte, manchmal trafen sie einander in Gerda Maletas Haus oder in seinem. Manchmal vergingen auch Monate, in denen sie einander nicht sahen, manchmal vermisste er sie sogar - »ich vermisse die Gesellschaft meiner Nachbarin vom anderen Ufer« (Seteais, S. 79). Einmal, sehr spät in seinem Leben, im Dezember 1986, schrieb er ihr, dass er sich zu den Weihnachtsfeiertagen einen »mehr als nur üchtigen Kontakt« wünsche - »und beide sind wir ja froh über uns - weil wir doch auch sehr viel Glück haben - beide!«

Gerda Maleta: 1921–2007, Ehefrau des Politikers Alfred Maleta. War befreundet mit dem Schriftsteller Thomas Bernhard, den sie auch auf vielen seiner Reisen begleitet hat.

Hans Höller: bis 2012 Professor am FB Germanistik der Universität Salzburg; geb. in Vöcklabruck, Studium der Germanistik und Klassischen Philologie in Salzburg, danach sechs Jahre an verschiedenen europäischen Universitäten (Neapel, Wroclaw, Montpellier); Buchpublikationen zum »Amphitryon«-Drama von Molière und Kleist; zur »Ästhetik des Wider­stands« von Peter Weiss; zum Werk von Marie-Thérèse Kerschbaumer; Verfasser der Rowohlt-Monografien zu Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Peter Handke; (Mit)Herausgeber einzelner Bände der Thomas-Bernhard-Werkausgabe, der Jean-Améry-Ausgabe und der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann/Hans Werner Henze und Bachmann/Celan; 2013 erschien von Hans Höller ein Buch zum Werk Peter Handkes unter dem Titel »Eine ungewöhnliche Klassik nach 1945«.

Erscheint lt. Verlag 23.5.2005
Co-Autor Hans Höller
Illustrationen Gerda Maleta
Zusatzinfo zahlr. farb. Abb.
Verlagsort Weitra
Sprache deutsch
Maße 190 x 210 mm
Gewicht 540 g
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Fotokunst
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Bernhard, Thomas • Gerda Maleta, 1921-2007 • Gerda Maleta, 1921–2007 • Hardcover, Softcover / Kunst/Fotografie, Film, Video, TV • Künstler (Motiv) • Porträtfotografie • Thomas Bernhard, 1931-1989 • Thomas Bernhard, 1931–1989
ISBN-10 3-85252-658-2 / 3852526582
ISBN-13 978-3-85252-658-4 / 9783852526584
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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