Deutschlands tiefer Fall (eBook)
584 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-92298-3 (ISBN)
Jahrgang 1949, Studium zum Wirtschaftsingenieur, Studium der Volkswirtschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Ethik. Arbeitete jahrelang bei einer internationalen und einer europäischen Organisation sowie in mehreren internationalen Beratungsunternehmen - dabei 5 Jahre als Projektcontroller einer internationalen Institution für Wasserprojekte (davon ca. 300 in Afrika). Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Reorganisation und Umstrukturierung von großen Konzernen, Ministerien, Verwaltungen sowie seinen Erfahrungen im Controlling der Politik, weltweit, in Europa und in Deutschland, hat er miterlebt, wie viele Fehler durch Leichtsinn und mangelnde Professionalität der wirtschaftlichen und politischen Elite tagtäglich vorkommen, deren Preis wir alle bezahlen. Er hat außerdem erlebt, wie viel Frustration bei seinen beruflichen Mitstreitern und einem zunehmenden Teil der Bevölkerung vorhanden ist. Zudem beobachtet er mit Sorge, dass durch das verordnete Mainstream-Denken ein immer größerer Teil der Bevölkerung sich von der Demokratie abwendet. Nach dem Eintritt in den Ruhestand hat er sich zum Ziel gesetzt, diese Erfahrungen und Kenntnisse zu Papier zu bringen, um das kritische Denken seiner Mitbürger zu fördern. Sein Motto ist: 'Die Gedanken sind frei' Er ist Autor von mehreren Werken, u.a. 'Ich denke oft.... an die Rue du Docteur Gustave Rioblanc - Versunkene Insel der Toleranz' 'Ansätze zu einer Antifragilitäts-Ökonomie' '2005-2018 Deutschlands verlorene 13 Jahre, Teile 1 bis 13' 'Eine Chance für die Demokratie' 'Deutsche Identität - Quo vadis?' 'Sprüche und Weisheiten' 'Nichtwähler sind auch Wähler' 'AKK - Nein Danke!' 'Afrika zwischen Fluch und Segen Teil 1: Wasser' 'Deutschlands Titanic - Die Berliner Republik' 'Ein kleiner Fürst und eine kleine blaue Sirene' '21 Tage in einer Klinik voller Narren' 'Im Würgegriff von Bevölkerungsbombe, Armut, Ernährung Teil 1' 'Im Würgegriff von Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Rechtsradikalismus, Faschismus, Teil 1' 'Im Würgegriff der politischen Parteien, Teil 1' 'Die Macht des Wortes' 'Im Würgegriff des Finanzsektors, Teil 1' 'Im Würgegriff von Migration und Integration' 'Weltmacht Wasser, Teil 1: Die Bilanz 2019' 'Herr, vergib ihnen nicht! Denn sie wissen, was sie tun'
Jahrgang 1949, Studium zum Wirtschaftsingenieur, Studium der Volkswirtschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Ethik. Arbeitete jahrelang bei einer internationalen und einer europäischen Organisation sowie in mehreren internationalen Beratungsunternehmen – dabei 5 Jahre als Projektcontroller einer internationalen Institution für Wasserprojekte (davon ca. 300 in Afrika). Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit in der Reorganisation und Umstrukturierung von großen Konzernen, Ministerien, Verwaltungen sowie seinen Erfahrungen im Controlling der Politik, weltweit, in Europa und in Deutschland, hat er miterlebt, wie viele Fehler durch Leichtsinn und mangelnde Professionalität der wirtschaftlichen und politischen Elite tagtäglich vorkommen, deren Preis wir alle bezahlen. Er hat außerdem erlebt, wie viel Frustration bei seinen beruflichen Mitstreitern und einem zunehmenden Teil der Bevölkerung vorhanden ist. Zudem beobachtet er mit Sorge, dass durch das verordnete Mainstream-Denken ein immer größerer Teil der Bevölkerung sich von der Demokratie abwendet. Nach dem Eintritt in den Ruhestand hat er sich zum Ziel gesetzt, diese Erfahrungen und Kenntnisse zu Papier zu bringen, um das kritische Denken seiner Mitbürger zu fördern. Sein Motto ist: "Die Gedanken sind frei" Er ist Autor von mehreren Werken, u.a. "Ich denke oft…. an die Rue du Docteur Gustave Rioblanc – Versunkene Insel der Toleranz" "Ansätze zu einer Antifragilitäts-Ökonomie" "2005-2018 Deutschlands verlorene 13 Jahre, Teile 1 bis 13" "Eine Chance für die Demokratie" "Deutsche Identität – Quo vadis?" "Sprüche und Weisheiten" "Nichtwähler sind auch Wähler" "AKK – Nein Danke!" "Afrika zwischen Fluch und Segen Teil 1: Wasser" "Deutschlands Titanic – Die Berliner Republik" "Ein kleiner Fürst und eine kleine blaue Sirene" "21 Tage in einer Klinik voller Narren" "Im Würgegriff von Bevölkerungsbombe, Armut, Ernährung Teil 1" "Im Würgegriff von Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Rechtsradikalismus, Faschismus, Teil 1" "Im Würgegriff der politischen Parteien, Teil 1" "Die Macht des Wortes" "Im Würgegriff des Finanzsektors, Teil 1" "Im Würgegriff von Migration und Integration" "Weltmacht Wasser, Teil 1: Die Bilanz 2019" "Herr, vergib ihnen nicht! Denn sie wissen, was sie tun"
2 Das deutsche Gesundheitswesen
2.1 Wer sind die Mitspieler und was sind ihre Interessen?
Weltweit ist der deutsche Gesundheitssektor der undurchschaubarste. Undurchschaubar, da es für den Patienten keine reale Vertretung gibt. Hinzukommt, dass sich ein Kartell gebildet hat, das großen Anreiz zur Selbstbedienung bietet. Widersprüchlich ist auch der Versuch eines Controlling Systems von Krankenkassen und kassenärztlichen Vereinigungen, das unverhältnismäßig und nicht angemessen ist. Deswegen ist es vor allem wichtig zu erfahren, welche Rolle die einzelnen Beteiligten spielen und welche Interessen und Strategien sie verfolgen, aber auch welche Rolle die Politik einnimmt. Somit sind die Beteiligten: Patienten, Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, die Pharmaindustrie und die Politik.
2.1.1 Krankenkassen
Gesetzliche und private Krankenkassen sind in ihrer heutigen Struktur bereits über 100 Jahre alt. Es bedarf daher einer erheblichen Umstrukturierung, die das gesamte deutsche Gesundheitssystem verändert. Die Krankenkassen vertreten die gesamten Einnahmen und Ausgaben aller Versicherten. Sie vertreten allerdings nicht den Einzelfall und stellen oft unverständliche Regeln auf, um die Kosten für die Allgemeinheit so klein wie möglich zu halten. Zudem haben sie sich in den letzten Jahren eine Macht angeeignet, die durch die politisch bestimmte Selbstverwaltung gefördert wird, aber gleichzeitig den Patienten entmündigt. In keinem anderen Land der Welt sind 101 verschiedene gesetzliche Krankenkassen vorhanden.
Also Kassen, die ihre Beiträge selbst festsetzen und sich trotzdem dabei nur minimal unterscheiden. Die Darstellung ihrer Produktpaletten, das heißt für welche Krankheiten sie im Einzelnen aufkommen oder nicht, für welche Medikamente, für welche Art von Krankheiten sie zuständig sind, stellt eine reale Entmündigung des Bürgers dar. Zudem gehen die Rechnungen der Dienstleistenden (Ärzte, Reha-Maßnahmen und sonstige Beteiligte) automatisch zu den Krankenkassen, ohne dass der Patient informiert wird. Das ist nicht nur unbefriedigend, es verstößt auch gegen das im Bundesgesetz verankerte Selbstbestimmungsrecht jedes Einzelnen.
Ebenso ist es rechtlich ein unhaltbarer Zustand, dass die realen Vertragspartner, also Patient und Arzt oder Krankenhaus, sich nicht über Leistungen und Preise unterhalten und gegebenenfalls auch verhandeln können. Und vor allem, dass der Patient vom Arzt nur als bedingter Vertragspartner gesehen wird. Denn nicht der Patient bezahlt die Rechnung, sondern die gesetzliche Krankenkasse. Die privaten Krankenkassen sind hier Ausnahmen, da sie ihre Rechnungen grundsätzlich an den Patient senden und der Patient die Möglichkeit erhält zu verhandeln, oder sich an der Rechnung zu beteiligen.
Für die Gesundheitssysteme weltweit, inklusive vergleichbarer Länder wie Frankreich, Belgien, Niederlande, England und Italien gilt: Es gibt eine einzige gesetzliche Krankenkasse, die zuständig für eine bestimmte Anzahl an Krankheiten ist und den Grundbedarf deckt, unabhängig von den verschriebenen Medikamenten. Die Patienten erhalten die Rechnung direkt. Patienten, die sich in der Mittelschicht befinden, müssen in Vorkasse gehen und erhalten durchschnittlich zwischen 60 und 75 Prozent der Summe zurückerstattet. Dafür betragen die Zahlungsziele fast 90 Tage. Für die Zusatzwünsche der Patienten werden weitere Verträge benötigt, die von parallelen Versicherungen angeboten werden. Das reduziert den Verwaltungsaufwand bei den Krankenkassen, der im Gegensatz zu Deutschland lediglich 1 bis 1,5 Prozent beträgt. Das vermindert auch den Verwaltungsaufwand zwischen Arzt und Krankenkassen. So spart man auch in der Dokumentation Zeit.
Der daraus resultierende Zeitgewinn ist zugunsten des Patienten, denn in diesen Ländern dreht sich alles um den Patienten und nicht um die Krankenkassen. In Deutschland jedoch betragen die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen zwischen 4 und 5 Prozent der Aufwendungen. Dies stellt bei den gesetzlichen und privaten Krankenkassen jährlich einen Gesamtaufwand in Höhe von 20 bis 25 Milliarden Euro dar.
Eine zusätzliche Problematik ergibt sich durch die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen. Jede gesetzliche Krankenkasse hat ihre eigene Organisation, ihre eigene Verwaltung, ihre eigene Geschäftspolitik und ihre eigene IT-Infrastruktur. Diese Fragmentierung der Landschaft bereitet zusätzliche Aufwendung für die Koordinierung der Aufgaben zwischen den verschiedenen Beteiligten. Deswegen ist die Sanierung und Veränderung der Strukturen der gesetzlichen Krankenkasse notwendig, um sie auf Dauer zu erhalten.
Die Krankenkassen sind nicht berechtigt, über das Wohl und Wehe des Patienten zu entscheiden. Denn sie sind nicht einmal in der Lage, die Preise für Medikamente auf einem Europadurchschnittswert zu halten. Die Preise für Generika oder für forschungsgebundene Medikamente sind trotz Rabatten die höchsten in Europa. Und das geht sehr oft zu Lasten der Dienstleistenden. Die Krankenkassen, die Gesundheitspolitik und die kassenärztlichen Vereinigungen haben mit ihrem Budgetansatz den größten möglichen Fehler begangen, den ein Gesundheitssystem erleiden kann. Denn mit der Budgetierung fixieren sie die Kosten für die Dienstleistungen, die ein Mensch benötigt, um gesundheitliche Leistungen zu erhalten. Dieser Ansatz richtet das System zu Grunde.
Ein anderer Kritikpunkt ist das Gesamtsystem der getrennten Krankenkassen. Durch das fehlende Durchlässigkeitsprinzip wird die Freiheit der einzelnen Kassenmitglieder beschnitten. Vor allem, dass die älteren Privatpatienten nicht zu den gesetzlichen wechseln dürfen, stellt einen Konflikt dar, aufgrund dessen man das Gesamtsystem in Frage stellen muss. Wütende und frustrierte Wähler könnten das gesamte politische System anzweifeln. Die traditionellen Parteien scheinen vergessen zu haben, dass solch ein Fehlverhalten Antisystem-Parteien Nährboden liefert.
Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen sorgen sich nicht um das Wohl der einzelnen Patienten, sondern allein um eine ausgeglichene Bilanz oder die Erwirtschaftung von Gewinnen. Es scheint als hätten viele Gesundheitsökonomen und Vorstände der Krankenkassen vergessen, dass eine alternde Bevölkerung auch zunehmende Gesundheitskosten verursacht. Zudem haben wir es nicht mit einer anonymen Versicherungsnummer zu tun, sondern mit Menschen. Deswegen ist es unabdingbar, die gesamte politische Selbstverwaltung in Frage zu stellen und in einem gesetzlichen Rahmen neu zu ordnen. So kann endlich eine zukunftsorientiere und an dem Wohl des Patienten ausgerichtete Gesundheit ermöglicht werden.
Die Zwangsmitgliedschaft in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse stellt eine beträchtliche Einschränkung der Persönlichkeitsrechte dar. Das ist die Meinung von sehr vielen neoliberalen Wirtschaftswissenschaftlern. Der Autor aber vertritt die Meinung, dass in Bereichen, die gesamtgesellschaftlich notwendig sind, Zwangsmitgliedschaften durchaus gerechtfertigt werden können.
Die Verwaltungskosten und die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen stellen allerdings keinen marktwirtschaftlichen Effekt dar. Deswegen sollte die Politik endlich dafür Sorge tragen, dass ein Kostenoptimierungsprogramm startet, um eine einzige gesetzliche Kasse zu bilden.
Ein weiterer Gesichtspunkt wäre die paritätische Aufteilung der Beiträge. Die ist nur halbherzig, denn die Beiträge sind bis 3045 Euro Einkommen im Monat gedeckelt. Das ist aus Sicht von Ökonomen eine schwachsinnige Regelung, die letztendlich verhindert, dass die Krankenkassen höhere Einnahmen erzielen. So sollte das auf jeden Fall bei einer Umstrukturierung der Kosten berücksichtigt werden.
Wesentliche Probleme verursacht auch die Selbstverwaltung. Sie verstößt grundsätzlich gegen einen wesentlichen Grundpfeiler des Rechtsstaates - nämlich die Vertragsfreiheit. Vertragspartner sind Patient und Arzt, Patient und Krankenkasse oder Patient und Rehabilitationszentrum, daher kann weder die Kassenärztliche Vereinigung noch die Krankenkassen sich einmischen und schon gar nicht die gesetzliche Krankenkassen. Der weitere Schwachpunkt des Systems ist die Spaltung der Kranken zwischen gesetzlichen und Privatversicherten. Dies gibt Populisten und Pseudogesundheitspolitikern ihre Argumente, dass Gesundheit erster und zweiter Klasse vorhanden ist. Es gibt grundsätzlich verschiedene Klassenbehandlungen im Gesundheitswesen, denn der gesetzliche Kranke wird stets benachteiligt gegenüber dem Milliardär, allein wegen den finanziellen Mitteln – der Milliardär kann sich selbst einen Arzt auf Dauer einstellen, das kann der Bürger nicht.
Es kann nicht angehen, dass der Privatversicherte den gesetzlich Versicherten subventioniert, denn für die gleiche Tätigkeit, die der gesetzliche oder private Patient erhält, muss der Privatversicherte das 3,5-fache bezahlen als der gesetzlich Versicherte. Zudem bezahlt der Privatpatient jeden ärztlichen Besuch, was der gesetzliche Patient nicht macht. Durch die Budgetierung erhält der Kassenarzt lediglich eine Pauschale bei normalen...
| Erscheint lt. Verlag | 18.6.2023 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Deutschlands tiefer Fall | Deutschlands tiefer Fall |
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Ethik |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Sozialpädagogik | |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung ► Staat / Verwaltung | |
| Schlagworte | erkennbare Schwachpunkte und Risiken vor dem Hintergrund neuer Krisen • Gesundheitswesen im tiefen Fall • kritische Analyse des Gesundheitswesens • Schwachpunkte und Risiken angesichts einer alternden Gesellschaft • Verlust von Versorgungsqualität • Wohlstand und Zukunftssicherheit gefährdet |
| ISBN-10 | 3-347-92298-0 / 3347922980 |
| ISBN-13 | 978-3-347-92298-3 / 9783347922983 |
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