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Heißt da unten einer Weyrich?

Pit's Fernsehgeschichte(n) und Kuriositäten aus 55 Jahren vor und hinter den Kameras

(Autor)

Buch | Softcover
432 Seiten
2023 | 1. Auflage: Hamburg 2023
Hypertension Music (Verlag)
978-3-9814740-7-7 (ISBN)
CHF 33,90 inkl. MwSt
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Und? Wer ist jetzt dieser Weyrich?

Pit Weyrich, geb. 1948, ist einer der renommiertesten Fernsehikonen seiner Zeit, Hamburger Jung, der eigentlich Fußball Profi beim HSV werden wollte, eine Lehrstunde von Uwe Seeler erhielt und dann aber doch lieber eine steile Karriere beim Fernsehen machte. Vom Kameramann zum Regie Assi, Regisseur, Moderator und Radiomoderation. Er ist verantwortlich für hunderte von TV-Shows mit Künstlern von ABBA, Gilbert Becaud bis Helene Fischer. Musikstars wie Chris de Burgh, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Münchener Freiheit uvm ließen sich von ihm Musikvideos produzieren. Für Peter Maffay, Udo Lindenberg, Roland Kaiser, Matthias Reim, Gitte Henning Anna Maria Kaufmann und über 10 Jahre lang André Rieu - und viele mehr - führte er Regie bei den Fernseh-und Video Aufzeichnungen der Live Konzerte. Er moderierte u.a. die Shows " Kaum zu glauben", die "Goldene Europa", und die Sylvestershow nach dem Fall der Berliner Mauer - und er fuhr mit einem Löwen auf dem Rücksitz durch Tennessee

Und? Warum schreibt dieser Weyrich jetzt ein Buch?
Weil er es möchte und weil er es kann!!

Darum schreibe ich:
Wie soll man denn bei so viel Erlebtem - beim Wühlen in den Erinnerungen - zurückhaltend sein. Da war so viel los – in dieser Fernsehwelt der Lichter und Lacher.
Schuld sind aber Freunde und gesellige Abende, bei denen man diese Branche mit rosaroten und dunkelgrauen Geschichten geschildert hat, und als Resonanz immer wieder die Bemerkung registrieren durfte: Mensch schreib ein Buch – Du hast so viel erlebt...
Weil ich mich auf den tausenden von Kilometern pro Jahr in den ICE´S ohnehin langweilte, habe ich mal angefangen zu schreiben – über:

vieles - was ich erlebt habe
manches - was ich gar nicht erzählen wollte
einiges - was ich selbst schon (fast) vergessen hatte
weniges - was man besser für sich behält
wichtiges - was mich bewegt hat
unwichtiges - was aber vielleicht für andere wichtig gewesen ist
lustiges – (und das war viel...) was mich ermutigt hat, mich auf MEHR zu freuen -
wenig - was andere verärgert – (hoffentlich)
harmonisches.- weil ich Waage bin und Harmonie meine bisher einzige (mir bekannte) Sucht ist

Pit Weyrich 2023

und das sind seine Geschichten.

Pit Weyrich, geb. 1948, ist einer der renommiertesten Fernsehikonen seiner Zeit, Hamburger Jung, der eigentlich Fußball Profi beim HSV werden wollte, eine Lehrstunde von Uwe Seeler erhielt und dann aber doch lieber eine steile Karriere beim Fernsehen machte. Vom Kameramann zum Regie-Assi, Regisseur, Moderator und Radiomoderation. Er ist verantwortlich für hunderte von TV-Shows mit Künstlern von ABBA, Gilbert Becaud bis Helene Fischer. Musikstars wie Chris de Burgh, Peter Maffay, Udo Lindenberg, Münchener Freiheit uvm. ließen sich von ihm Musikvideos produzieren. Für Peter Maffay, Udo Lindenberg, Roland Kaiser, Matthias Reim, Gitte Henning Anna Maria Kaufmann und über 10 Jahre lang André Rieu - und viele mehr - führte er Regie bei den Fernseh-und Video Aufzeichnungen der Live Konzerte. Er moderierte u.a. die Shows "Kaum zu glauben", die "Goldene Europa", und die Sylvestershow nach dem Fall der Berliner Mauer ... und er fuhr mit einem Löwen auf dem Rücksitz durch Tennessee.

„Pit, mach was – wir sind zu lang” Für einen legendären Schauspieler aus Holland gab es de nitiv nie den Gedanken: Jetzt höre ich bald auf. Im Gegenteil – nach seinem neunzigsten Lebensjahr hat er von sich aus schon ungefragt gesagt: „Ich mache weiter, bis ich Hundert bin.” Eins seiner Lieder nannte er sogar: „Ich werde hundert Jahre alt”. Er hat „untertrieben”, denn er sang es auch noch mit 102! Johannes „Jopi” Heesters wurde 1903 in Amersfoort – Niederlande geboren. Mein Gott, da fuhren noch Postkutschen und die ersten Dampfautomobile. Das allein ist schon verrückt, dass ich so einem Menschen mal begegne, der diese Zeit schon erlebt hat. Genau das ging mir durch den Kopf, als ich ihn in einer großen Abendshow als Regisseur begrüßen durfte. Er war damals mit seinen 103 Jahren nicht nur der weltweit älteste noch aktive Schauspieler, sondern auch noch sehr aktiv als leidenschaftlicher Sänger. Stimmlage – auch mit über 100 noch Tenor. Ich möchte jetzt, bevor ich diese kleine (peinliche) Geschichte erzähle, unbedingt erwähnen, dass ich großen Respekt für solche Lebensleistungen habe und dass ich es immer spannend nde, wenn mir solche Legenden plötzlich gegenüberstehen. 4. Februar 2006, Bördelandhalle in Magdeburg. MDR-Weihnachtsshow mit Florian Silbereisen. Johannes Heesters betritt an der Seite seiner ihn immer liebevoll begleitenden Frau Simone Rethel die Halle. Im Ablauf steht: Lied: J. Heesters – „Moie Mole”, Länge: Ca. 4 Minuten. Er besingt darin die Schönheit der alten Mühlen seiner niederländischen Heimat. Im Vorfeld werde ich gebeten, ihm einen festen Platz für diesen Auftritt zu geben – ganz in der Nähe des Pianos. Das versteht sich von selbst, denn es ist naheliegend, dass ein Mensch in diesem Alter nicht mehr über die große Showtreppe in den Saal „schweben” kann. Auch die Information, dass sein Sehvermögen stark eingeschränkt sei, habe ich in die Umsetzung eingebaut, damit er sich sicher fühlen konnte. Auf einer Drehbühne – Durchmesser ca. acht Meter – ganz am rechten Rand unserer Spiel äche haben wir alle Möglichkeiten, ihm seinen Auftritt zu erleichtern. Denn so kann er – durch eine Wand verdeckt und fürs Publikum noch nicht sichtbar – ganz in Ruhe auf der Rückseite der Bühne schon auf seine Position am Piano gebracht werden. Nach der großen Ansage vom Moderator soll er dann unter tosendem Applaus und mit Standing Ovations mit der Drehscheibe ins Bild gedreht werden. Allein der extrem starke Applaus dauert schon fast eine ganze Minute und ist natürlich sehr bewegend. Seinen Titel singt er auf eigenen Wunsch live in Begleitung seines Pianisten. Und der fängt erst an zu spielen, wenn es wieder ganz still geworden ist im Saal. Das hat Jopi, wie ihn alle liebevoll nannten, so verlangt. Aber das „verschlingt” die nächste von den geplanten insgesamt fünf Minuten. Es wird - natürlich - ein toller Auftritt, weil wir in der Regie, genau wie das das Publikum im Saal, diesen ganz besonderen Moment spüren, dass da 90 Jahre Bühnenerfahrung vor uns stehen. Das springt Zwischen Opening und Finale auch auf die Zuschauer zu Hause an den Geräten über. In den sehr nahen Kameraeinstellungen kann man sehen, dass dieser Mann nichts von seinem Charme und seiner Leidenschaft verloren hat. Alle staunen über seine immer noch kraftvolle Stimme und seinen überzeugenden Auftritt. Nicht nur ich denke: „Dieser Mann singt für sein Leben gerne!” Es spielt in solch einem seltenen Moment überhaupt keine Rolle mehr, ob man diese Musik mag oder nicht. Das sind besondere Situationen. Dementsprechend lang und enthusiastisch ist der Applaus nach dem Lied. Die kalkulierte Zeit ist längst überschritten, aber dafür ist es auch ein einmaliges Erlebnis für uns alle – auch für ihn! Er genießt den großen Applaus und bedankt sich mehrfach. Für fast jeden kleinen Satz bekommt er erneut großen Applaus. Sorgenvoll sehe ich auf die Uhr, denn es ist auch unsere Aufgabe im Übertragungswagen, das Gesamt-Timing der Sendung im Auge zu behalten. Jopi ist in seinem Element. Als er seine ersten Auftritte hatte – das war ja mal locker schon ein halbes Jahrhundert her – gab es diesen Zeitdruck garantiert noch nicht. Irgendwann wird er schon aufhören, denke ich, denn solche Situationen kann man nicht beein ussen. Jetzt entschließt er sich allerdings – überraschend – zu einer „kleinen Zugabe” seines Liedes „Moie Mole”. Oh weh, die Zeit! Aber was soll ich machen? Er singt den Refrain des Liedes nochmal – a cappella. Sogar sein Pianist scheint überrascht und spielt gar nicht mehr richtig mit. Ich würde das hier eigentlich nicht erwähnen, denn ich nde das alles wunderbar und sehr „live”! Spontanität wird uns leider schon seit längerer Zeit immer mehr entrissen. Timing geht vor Kunst. Aber dann passieren - in realistischen weiteren zwei Minuten - unglaubliche Dinge in Magdeburg. Auslöser ist unser verantwortlicher Redakteur und Unterhaltungschef des MDR. Der sitzt in seinem Redaktionszimmer und ist natürlich mit mir im Ü-Wagen über Funk verbunden. „Pit, mach was! Wir sind schon vier Minuten drüber!” Na, der hat Humor... „Pit – mach was”. Ja – was macht man denn in solch einer Situation? Die ist auch für mich neu. Der bisher älteste Künstler, den ich als Regisseur erleben durfte, war Heinz Rühmann. Und der war damals 1993 gerade mal 91 Jahre alt, als er bei „Gottschalk Late Night” zu Gast war. Auch er wurde vom Publikum mit Standing Ovations begrüßt, die nun mal eine würdevolle Länge haben. Aber diese Schauspier- Legende war leise und bescheiden. Link: https://youtu.be/lSNWpJa4cL8 Heinz Rühmann bei Gottschalk Late Night 1993: Zurück zu Johannes Heesters: Unten im Saal und für Millionen TV-Zuschauer singt Jopi immer noch herzzerreißend seine Zugaben. Das Publikum tobt! Der Unterhaltungschef auch: „Pit, geh dazwischen... Mach doch was! Seine Zeit ist längst vorbei. Wir müssen pünktlich fertig sein. Nach uns kommt ein Boxkampf – und der ist auch live”. Nein, also das geht doch nicht. Ich kann doch einem solchen Künstler nicht über Lautsprecher in seinen Gesang „reinquatschen”. Und was hätte ich denn sagen sollen? Etwa: „Herr Heesters, hören Sie jetzt bitte auf zu singen. Es kommt gleich ein Boxkampf” ? Oder noch schlimmer: ” Jopi – Ihre Zeit ist vorbei …” Das ist ’ne Live-Show. Und es wäre vermutlich meine letzte Regie gewesen, hätte ich gehorcht. Aber ich wittere meine Chance: Die Drehscheibe wird das Problem lösen. Am Ende der „ersten Zugabe” gibt es wieder tosenden Applaus und Jopi will unbedingt nochmal weitersingen. Auf meinen „Chef” hatte ich ja schon nicht mehr gehört. Aber jetzt gebe ich über Kopfhörer zwei entscheidende Regieanweisungen an meine Regieassistentin und die Studiocrew. „Applaus anreißen – das Publikum darf nicht aufhören.” Jopi singt weiter. Na, darauf kann man sich wenigstens verlassen. Mein Wunsch wird energischer: „Drehscheibe ab.” Nichts tut sich. Logisch, die Mitarbeiter dachten sich bestimmt: „Pit spinnt! Das kann man doch nicht unterbrechen. Man kann den Mann doch nicht einfach rausdrehen – der singt doch noch!” „Drehscheibe losfahren – dreht ihn jetzt raus.” Mein Tonfall entspricht nun keiner Bitte mehr, sondern einem Befehl. Sie fährt los und der Sänger, der ja fest an seinem Flügel steht, dreht sich langsam – immer weiter singend – aus dem Bild, bis er nicht mehr zu sehen ist. Diese Szene war unglaublich und hatte gleichzeitig leider auch etwas unfreiwillig Komisches. Noch nie – in über 30 Jahren Regiearbeit – hatte ich einen Sänger einfach aus dem Bild gedreht, also quasi „abgeschoben”. Das Verrückte ist, dass er es nicht einmal registriert hat. Ich hatte ja erwähnt, dass er extrem schlecht sehen konnte, und da er ja weiter sang, war für ihn die Welt in Ordnung. Die internen Gespräche nach der Sendung, dauerten etwas länger als üblich, ich erspare uns das hier. Frau Rethel war „not amused” – und das ist noch harmlos ausgedrückt. Mein Chef übrigens auch nicht. Und die Kollegen erzählen sich heute noch, dass Pit Weyrich den Heesters einfach „weggedreht” hat. Ich bin nicht stolz auf diese Rettungsaktion – wegen eines relativ unbedeutenden Boxkampfes. Natürlich braucht so eine zeitlich limitierte Show eine Ordnung. Wir arbeiten zusammen mit größtenteils höchst sensiblen Künstlern. Wir verehren sie für ihre Kunst und Individualität. Also müssten wir doch auch mit solch verdammt menschlichen Situationen rechnen. Jetzt mal im Ernst. Bei einer solchen Sendung mit einem so außergewöhnlichen Auftritt einer Legende müsste man doch einfach nur einen noch exibleren Zeitpuffer einbauen. Und wenn man das nicht macht, dann ist man eben etwas später fertig mit der Show. Und die Boxfans hätten auch noch fünf Minuten gewartet. Punkt. Wie viel länger so einige Sendungen wurden, weil zum Beispiel ein Thomas Gottschalk – oder auch andere – sich möglichst keinem Zeitkorsett unterwerfen wollten, darüber erzähle ich an anderer Stelle. Ich erinnere mich aber auch an einen Gedanken, den ich nach diesem Erlebnis hatte. Ich hoffe nicht, dass man mich am Ende meiner Fernsehlaufbahn „einfach so aus dem Bild dreht”! So möchte ich nicht „entsorgt” werden. Und ich möchte auch nicht hören müssen: „Pit, Deine Zeit ist um...” Jetzt wird es aber mal Zeit, ein paar Jahre zurückzuspringen. Meine erste und etwas andere Begegnung mit Kameras hatte ich nämlich schon als Elfjähriger. Sie wurde eine frühe Erkenntnis, dass es ganz gut ist, wenn man sich nicht alles gefallen lässt, auch wenn man in der schwächeren Position zu sein scheint. Das war im Jahr 1959.

Erscheinungsdatum
Zusatzinfo Pit Weyrich, geb. 1948, ist einer der renommiertesten Fernsehikonen seiner Zeit, Hamburger Jung, der eigentlich Fußball Profi beim HSV werden wollte, eine Lehrstunde von Uwe Seeler erhielt und dann aber doch lieber eine steile Karriere beim Fernsehen machte.
Verlagsort Hamburg
Sprache deutsch
Maße 190 x 120 mm
Gewicht 500 g
Themenwelt Literatur Briefe / Tagebücher
Literatur Romane / Erzählungen
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Abba • Biografie • Fernsehen • Gottschalk • Humor • TV Pannen • weyrich
ISBN-10 3-9814740-7-4 / 3981474074
ISBN-13 978-3-9814740-7-7 / 9783981474077
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