Die Legende vom Hermunduren (eBook)
400 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-69254-1 (ISBN)
Geboren im Jahr 1949. Schulzeit, Lehre zum Elektromonteur, Studium zum Ingenieur für Nachrichtentechnik, Diplomstudium und ein nachfolgendes Berufsleben als Diplom-Ingenieur im Technischen Bereich. Nach der Wende eine Zeit der Selbständigkeit im Bereich der Kommunikationstechnik (über zehn Jahre). Anschließend Teamleiter im technischen Bereich Mobilfunk und Breitbandausbau. Mit zunehmendem Alter prägten sich andere, neue Interessen aus. Nach umfangreichen persönlichen Studien zu historischen Ereignissen begann der Autor 2011 mit dem Schreiben historischer Romane. Das vorrangige Interesse gilt der Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt. Die im freien Germanien lebenden Stämme stoßen mit den über den Rhein vordringenden Legionen des Römischen Imperiums zusammen. Welche Widersprüche entwickeln sich und welchen Einfluss hat die Zivilisation der Römer auf das Leben der Stämme? Das sind den Autor interessierende Fragen und er versucht das Leben und die Kämpfe betroffener Germanen in historischen Romanen zu beschreiben.
Geboren im Jahr 1949. Schulzeit, Lehre zum Elektromonteur, Studium zum Ingenieur für Nachrichtentechnik, Diplomstudium und ein nachfolgendes Berufsleben als Diplom-Ingenieur im Technischen Bereich. Nach der Wende eine Zeit der Selbständigkeit im Bereich der Kommunikationstechnik (über zehn Jahre). Anschließend Teamleiter im technischen Bereich Mobilfunk und Breitbandausbau. Mit zunehmendem Alter prägten sich andere, neue Interessen aus. Nach umfangreichen persönlichen Studien zu historischen Ereignissen begann der Autor 2011 mit dem Schreiben historischer Romane. Das vorrangige Interesse gilt der Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt. Die im freien Germanien lebenden Stämme stoßen mit den über den Rhein vordringenden Legionen des Römischen Imperiums zusammen. Welche Widersprüche entwickeln sich und welchen Einfluss hat die Zivilisation der Römer auf das Leben der Stämme? Das sind den Autor interessierende Fragen und er versucht das Leben und die Kämpfe betroffener Germanen in historischen Romanen zu beschreiben.
1. Der Auftrag des Feldherrn
67 nach Christus - Frühling (10. Maius)
Imperium Romanum – Provinz Judäa
Waren der Feldherr Vespasian und der Evocati Antonius Honoratus erst zum Beginn des letzten Monats in Antiochia aufeinander gestoßen und eine Vereinbarung eingegangen, zeigte sich bald, dass diese für beide Seiten von Vorteil war. Die Tage seither, zahlreichen Ereignissen vorbehalten, begünstigten aber vor allem den Feldherrn, der den Tribun Honoratus und dessen Gefährten Centurio Manius Furius hinnahm, obwohl ihm bestehende Bedenken zuerst als hinderlich erschienen.
Vespasian, anfangs nur einen Test des Tribuns beabsichtigend, sah sich dann von Honoratus Verhalten beeindruckt und fasste deshalb Vertrauen.
Weil der schon zu Beginn der Auseinandersetzungen mit dem Statthalter in Syria gerufene Begleiter, als es um die Überantwortung von Vespasians zukünftigen Legionen ging, eine kluge und ausgewogene Verhaltensweise an den Tag legte, fasste der Feldherr zutrauen.
Immerhin war der Evocati dabei, als er diesen Legatus Augusti pro Praetore der Provinz Syria massiv bedrohte, ihn dann in die Ecke drängte und immer wieder an seinen Schwachstellen packte, um letztlich die befohlenen Legionen übernehmen zu können.
Dieser Statthalter mit dem Namen Licinius Mucianus erwies sich als ein widerborstiger, störrischer Esel, der noch dazu glaubte, im Kaiser einen Gönner zu besitzen.
Vespasian aber wusste, wer der wirklich Begünstigte war und ließ sich nicht am Nasenring durch die Arena schleifen.
Honoratus sah was sich abspielte, stützte des Feldherrn Argumente und enthielt sich jeder weiteren Äußerung, wenn er nicht gefragt war. Das gefiel Vespasian ebenso wie des Mannes nachfolgendes Schweigen.
Der neue Tribun sah auch keine Veranlassung später Fragen zu stellen oder unerwünschte Bemerkungen zu machen. Es gab nichts zum Bereden und was geschehen war, war längst abgeschlossen.
Dieses im Verhalten zum Ausdruck kommende Einverständnis bestärkte den Feldherrn, den Evocati und auch dessen Gefährten, in seine Gunst aufzunehmen und diese Männer in den voreilig zugesprochenen Stellungen zu belassen.
Feldherr Vespasian hielt sich auch an das, was er den Legaten seiner ersten beiden, in Syrien übernommenen Legionen, bei deren erstem wirklichen Zusammentreffen befohlen hatte.
Nur sieben Tage später marschierten die Legionen und Auxiliaren.
Des Feldherrn Ziel war Ptolemais, die Hafenstadt, die er nach etwa vierzehn Tagen erreichte.
Der tägliche Marsch von bis zu dreißig Meilen strengte die Mannschaften an. Vespasian ließ während der Marschtage keine Pausen zu, so dass eine Ruhe erst nach dem Eintreffen am Ziel eingenommen werden konnte. Erfreut war er weil sein Sohn, mit der aus Alexandria herbeigebrachten Legio XV Apollinaris, bereits kurz nach ihm eintraf. Somit war die von ihm erwünschte Heermacht am Ausgangsort des Feldzuges versammelt und Vespasian bereitete sowohl die Legatus Legionis, als auch die Tribune und Präfekte seiner Heermacht, ebenso wie die gesamte Mannschaft, auf den bevorstehenden Feldzug vor.
Viel Zeit stand ihm dafür nicht zur Verfügung. Deshalb nutzte er den ersten Tag der Vollzähligkeit seiner Streitmacht. Sein Vorhaben, die Juden systematisch, beginnend von Ptolemais aus, zu bekämpfen und zu vernichten, erklärte er den Kommandeuren in einer eilig einberufenen Besprechung.
Weil Vespasian nicht Dünkel oder gar Überheblichkeit antrieb, machte er keine großen Unterschiede zwischen den Legaten und übrigen Kommandeuren selbständiger Einheiten. Er wusste, wenn der Kampf einmal begonnen hatte, würde ihm keine Zeit bleiben, sein Verständnis von diesem Feldzug in die Köpfe der Nachgeordneten zu zwingen. Deshalb wählte er diese Gelegenheit zu einer Ansprache, die mit der Aufforderung zu mutigem Kampf, auch auf die Eigenarten der Auseinandersetzung einging und die Ziele seines Vorgehens erklärte.
Die Männer vor ihm musternd, erkannte er vorn stehend, seine drei Legaten, mit seinem Sohn Titus für die Legio XV Apollinaris, Sextus Vettulenus Cerialis für die Legio V Macedonica und Marcus Ulpius Traianus für die Legio X Fretensis.
Die Streitkräfte örtlicher Könige brachten ihm weitere, fast fünfzehntausend Mann ein. Immerhin waren fast viertausend dieser zusätzlichen Kämpfer beritten.
Diese Kräfte wurden von Männern befehlig, die dem jeweiligen Herrscher unterstanden, aber sich auch unter den von ihm zur Beratung Gerufenen einfanden.
Zweifellos war jeder dieser Kommandeure angehalten, seinen Befehlen zu gehorchen. Er aber wusste im Vorhinein, dass sich mitunter auch zögerliches Verhalten, wegen abwegigen Interessen der jeweiligen Herrscher, auswirken könnte. Auch deshalb gerade diesen Anführern Aufmerksamkeit zu widmen, hielt er für dringlich. Deren Einbindung in die Handlungen seiner Legionen und Auxiliaren war unabdingbar und musste dabei auch die ureigensten Interessen der jeweiligen Herrscher berücksichtigen, sollte deren Einsatz zum Erfolg beitragen.
Vespasian war sich klar, dass die ihm zugeordneten sechs Alae und dreiundzwanzig Kohorten ein gewichtiges Wort in den Schlachten beibringen würden. Ein Teil dieser Auxiliarverbände waren den Legionen zugeordnet und unterstanden dem jeweiligen Legat. Allerdings verfügte aber auch er über Alae und Kohorten, die einen selbständigen Charakter trugen.
Der Feldherr hatte sich entschlossen, alle diese Präfekte und Tribune, zur Teilnahme aufzufordern und sich dem Rufe willig beugend, kamen sie alle.
Vespasians Ruf war der Tatsache geschuldet, dass sich unter diesen Verbänden auch zehn Milliaria befanden, die über je etwa eintausend Mann verfügten. Die restlichen Einheiten, wohl Cohors Quingenaria Equitata, mit einem Mannschaftsbestand von jeweils um 500 Mann, hoben auch den Kampfverband der Auxiliaren auf etwa die gleiche Stärke, wie die ihm zur Verfügung stehenden drei Legionen. Insgesamt zählte seine Streitmacht wohl so um die fünfzigtausend Kämpfer.
Obwohl sich Vespasian der Stärke einer solchen Heermacht bewusst war, wäre Rom, von der Anzahl her, den Juden unterlegen. Jeder ein Messer tragender Jude konnte zum Feind werden und dies machte, neben den zumeist gut ausgebauten Siedlungen, den bevorstehenden Kampf nicht leichter.
„Ich habe euch gerufen, weil die bevorstehende Niederwerfung meinem Willen gehorchen und nach klaren Regeln ablaufen soll. Es ist nicht ein Staat, ein Herrscher oder eine einzelne, straff organisierte Streitmacht, die uns gegenüber stehen wird, sondern es sind waffenfähige, kampfbereite und zornige Krieger, deren einzelnes Leben wenig bedeutet, deren Zahl in Einigkeit uns aber hinweg fegen könnte… Wohl ist unser Feind nicht gut organisiert, besitzt kaum Disziplin und dennoch sind deren Streiter willig, mutig, entschlossen und sehr gefährlich… Wer glaubt, an einem leichten Gang römischer Legionen gegen Horden ungeordneter Krieger beteiligt zu sein, wird sich wundern, mit welchem Mut die Juden kämpfen, welche Opferbereitschaft sie uns anbieten werden, aber auch wie schnell sie laufen können…“
Vespasian holte Luft und hörte, neben einem alles bedeuten könnenden Raunen, auch leises Lachen. Dies könnte einer Überheblichkeit Ausdruck verleihen, wie es auch ebenso Verlegenheit zu bezeugen vermochte.
„Die jetzt noch Lachen, werden den Schmerz der Juden erst verstehen, wenn der eigene Atem versiegt!“ fühlte sich der Feldherr zu einem heftigen Tadel hingerissen.
„Der Jude ist wie ein in die enge getriebener Wolf. Flüchtet die Meute vor der Überlegenheit des Feindes, kann sie im nächsten Moment umschwenken und selbst zum Angriff übergehen. Der siegreich scheinende Jude kennt allerdings auch keinerlei Erbarmen! Unser Feind ist erst besiegt, wenn er tot ist! Selbst ein verletzter Jude kämpft bis zum letzten Atemzug. Diese gleiche Entschlossenheit, dieser Mangel an Erbarmen, die gleiche Brutalität bringt euren Streitern bei, denn sonst werdet ihr unterliegen!“ Vespasian sah, wie seine Worte wirkten.
„Wer glaubt, dass nur Männer sich zum Kampf stellen, darf deren Weiber und Jünglinge nicht übersehen und selbst Alte, ob Mann oder Weib, können mit Messern umgehen und werden, bei Unaufmerksamkeit oder Zögern, zustoßen.“ Vespasians Blick umfasste die Kommandeure und für einen winzigen Augenblick glitt ein Lächeln über seine Züge.
„Wir sind eine Heermacht von über fünfzigtausend Mann, kampffähig, erfahren, ausdauernd und zäh. Deshalb und weil wir gut organisiert sind, sowie diszipliniert kämpfen,...
| Erscheint lt. Verlag | 4.10.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Krimi / Thriller / Horror | |
| Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Altertum / Antike | |
| Geisteswissenschaften ► Geschichte ► Regional- / Ländergeschichte | |
| Schlagworte | Adler der Legion • Ala I Praetoria • Bataver • Beneficiarier • Carnifex • Charons Reich • Dei Consentes • Dignitas • Drususstein • Eldermann • Eques Romanus • Genius • Grieche • Haeduer • homo novus • Imperator • Jotapata • Judäa • Legatus Augusti pro praetore • Legio XXII Primigenia • Miles Legionarius • MIME • Moenus • Mosella • optio • pilum • praefectus castrorum • praetorium • principia • Probatus • pugio • Römische Meile • Senat • Sikarier • Vitis |
| ISBN-10 | 3-347-69254-3 / 3347692543 |
| ISBN-13 | 978-3-347-69254-1 / 9783347692541 |
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