Die Legende vom Hermunduren (eBook)
376 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-69258-9 (ISBN)
Geboren im Jahr 1949. Schulzeit, Lehre zum Elektromonteur, Studium zum Ingenieur für Nachrichtentechnik, Diplomstudium und ein nachfolgendes Berufsleben als Diplom-Ingenieur im Technischen Bereich. Nach der Wende eine Zeit der Selbständigkeit im Bereich der Kommunikationstechnik (über zehn Jahre). Anschließend Teamleiter im technischen Bereich Mobilfunk und Breitbandausbau. Mit zunehmendem Alter prägten sich andere, neue Interessen aus. Nach umfangreichen persönlichen Studien zu historischen Ereignissen begann der Autor 2011 mit dem Schreiben historischer Romane. Das vorrangige Interesse gilt der Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt. Die im freien Germanien lebenden Stämme stoßen mit den über den Rhein vordringenden Legionen des Römischen Imperiums zusammen. Welche Widersprüche entwickeln sich und welchen Einfluss hat die Zivilisation der Römer auf das Leben der Stämme? Das sind den Autor interessierende Fragen und er versucht das Leben und die Kämpfe betroffener Germanen in historischen Romanen zu beschreiben.
Geboren im Jahr 1949. Schulzeit, Lehre zum Elektromonteur, Studium zum Ingenieur für Nachrichtentechnik, Diplomstudium und ein nachfolgendes Berufsleben als Diplom-Ingenieur im Technischen Bereich. Nach der Wende eine Zeit der Selbständigkeit im Bereich der Kommunikationstechnik (über zehn Jahre). Anschließend Teamleiter im technischen Bereich Mobilfunk und Breitbandausbau. Mit zunehmendem Alter prägten sich andere, neue Interessen aus. Nach umfangreichen persönlichen Studien zu historischen Ereignissen begann der Autor 2011 mit dem Schreiben historischer Romane. Das vorrangige Interesse gilt der Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christi Geburt. Die im freien Germanien lebenden Stämme stoßen mit den über den Rhein vordringenden Legionen des Römischen Imperiums zusammen. Welche Widersprüche entwickeln sich und welchen Einfluss hat die Zivilisation der Römer auf das Leben der Stämme? Das sind den Autor interessierende Fragen und er versucht das Leben und die Kämpfe betroffener Germanen in historischen Romanen zu beschreiben.
2. Die zweite Urkunde
67 nach Christus - Sommer (30. Iunius.
Imperium Romanum – Exercitus Germania Superio.
Brucetus. der große Korse. befand sich auf einem langen Weg zurück in seine Heimat. Er ritt diesen Weg nicht allein und war noch längst nicht mit den Ereignissen fertig, die ihn in diese neue und Glück verheißende Lage gebracht hatten.
Viele Tage waren seit den Ereignissen in Mogontiacu. vergangen. Er war inzwischen dort angekommen, wo vor Jahren sein Unglück begann. Puteoli. die Stadt, in der einst ihr kleines Schiff anlegte, um Handel zu treiben.
Unglückliche Umstände trieben ihn damals in die Hände des Scribonius Rufus und seiner Großspurigkeit, dem Römer gegenüber, verdankte er die Last seiner besten Jahre.
Auf das Schiff seines Bruders wartend, stand er nun am Bootsste. des Hafens. An seiner Schulter lehnte die Frau, die er in der Coloni. lange mit seiner Liebe verfolgte, ohne dass sie es jemals hätte erfahren können, wäre nicht der einzige Freund seines Lebens plötzlich aufgetaucht.
Die Erkenntnis, dass das Eingreifen dieses Freundes der Ausgangspunkt jeglicher Veränderung bedeutete, hatte sich in ihm verfestigt und die Dankbarkeit die er empfand, würde wohl ewiglich in eine Schuld gegenüber diesem Mann münden. Das Mamercus Agatopu. ihn in einen Strudel von Ereignissen riss, begriff Brucetu. längst.
Es war die Ruhe der gemeinsamen Reise, sowie die wirklich gefundene Liebe, die inzwischen auch Pola Quarta. die Frau vom Stamm der Bataver. erwiderte, die ihn zur Ausgeglichenheit seines Wesens zurückführte und ihm ein Glück versprach, dass er längst für Verloren glaubte.
„Weißt du, Pola…“ so nannte er sie zärtlich. „… an eben dieser Stelle, auf der wir jetzt gemeinsam stehen, begann mein Unglück, das mich in die Colonia Claudia Ara Agrippinensiu. führte. Hier erschlug ich den ersten Mann mit meiner bloßen Faust, um meinen vom Tod bedrohten Bruder zu retten…“
„Du hast getötet?“ rief sie erschrocken.
„Aber ja, du weißt es doch inzwischen“ erwiderte er.
„Ja, schon, nur kann ich mich nicht so leicht damit abfinden…“ entgegnete Pola leise.
„Der Römer, dem ich dann versprach, jeden der Aufständischen, die er neben meinem Bruder gefangen genommen hatte, mit bloßer Faust zu erschlagen, hieß Publius Sulpicius Scribonius Rufus und wurde, für seinen Erfolg gegen diese Aufständischen, von Kaiser Ner. zum Legatus Augusti pro Praetor. in Germanien ernannt. Beim zweiten Mann brach mir die Hand. Ich hatte versagt!“ Brucetus schwieg.
„Wollte ich das Leben meines Bruders retten, musste ich mit dem Dolch nachbessern, weil die andere Hand nicht die gleiche Kraft besaß, wie die, deren Knochen gebrochen war…“
„Du Armer…“ Sie drückte sich fester an ihn. „Doch wäre das nicht geschehen, würden wir jetzt hier nicht nebeneinander stehen… Was glaubst du, wäre aus mir geworden? Der Götter Ratschluss ist nicht immer verständlich… Doch ich sehe in ihrem Handeln das Erkennen einer Schuld und will ihnen für unsere gemeinsame Zukunft, die Schandtat an dir vergeben…“
„Das ist wahrlich klug gesprochen! Ich möchte dir gern folgen und doch schüttelt mich Zorn, ob meiner damaligen Dummheit…“
„Nein Flavius, verzeih deiner unreifen Jugend, deiner Unbedachtsamkeit, denn du hast diese teuer, Münze für Münze, zurück erkauft! Lasse all diesen Unbill weit hinter dir, mache mir Söhne, sieh diese wachsen und erstarken. Dann empfinde den Stolz eines Vaters…“
„Du hast recht, Pola! Dennoch sollst du, noch bevor das Schiff meines Bruders eintrifft, wissen, welches Schicksal mir vorbehalten blieb…“
Brucetus folgte einem inneren Drang, seine Rechnung mit den Göttern zu begleichen. Die Frau seiner Liebe sollte, wenn sie auf seine Familie traf, jede seiner Taten und auch die Fehler kennen, die er begangen hatte. Also begann er seinen Bericht.
„Es war die Reise nach Mogontiacum, zu der mich mein Statthalte. zwang, die mein Schicksal zum Guten lenkte…“
Mit diesen Worten beginnend, tauchte er in der Vergangenheit unter.
Seine Worte begannen mit den Ereignissen in Puteoli und folgten den Tagen, bis Mamercus am Tisch in der Caupon. auftauchte, in der sich Pola Quarta als Hure Männern anbot.
Die Sonne stieg auf, hielt sich am Firmamen. und begann sich zu senken. Der Tag war warm, die Sonne brannte und trotzdem empfand Pola neben wohliger Wärme auch fast gleichzeitig eisige Kälte, die ihr Blut zum Stocken brachte, den Schmerz in ihre Glieder zwang und ihren Geist marterte.
Sie hörte erstaunt und betroffen zu und dann begann sie es zu begreifen. Sie selbst war das Tor zur Flucht aus einem Leben, dass boshafte Götter ihrem Flavius vorbehalten hatten…
Seine Worte bannten sie, hatte sie bisher doch, auf ihrer langen und gemeinsamen Reise, weder Klagen gehört, noch von Leid erfahren… Er kam zum letzten Teil seiner Erlebnisse, die mit Mamercus, den sie gleichfalls als Freund zu schätzen gelernt hatte, begannen…
… Eigentlich war sein Tod geplant, wie er inzwischen wusste. Doch was Scribonius Rufus mit ihm bezweckte, ging so nicht auf. Vom Statthalter als Waffe gegen den Legat Verginius Rufus und dessen Germanen vorgesehen, scheiterten die Absichten der Brüder Scribonius am Ruf des Kaisers, der sie in die beabsichtigten Vorgänge hinein, erreichte.
Brucetus, keinesfalls gewillt, den Plänen der Statthalter zu dienen, verfolgte jedoch schon von vorn herein ganz andere Zielstellungen. Einen großen Anteil daran besaß sein Freund Mamercus und wie er jetzt zugestehen musste, auch neue Freunde, die er zu Beginn der Ereignisse noch nicht einmal kannte.
Das Eintreffen der Statthalter mit den gerufenen Legaten, am Ort der Zusammenkunft, in einer Tavern. nahe Mogontiacum, war nicht von Überraschungen begleitet, wohl aber der darauffolgende Morgen…
Mit dem Legat Verginius Rufus, sowie dessen inzwischen fast berühmten Germanen, tauchte ein Decuri. der Prätoriane. auf, der eine Botschaft vom Kaiser überbrachte.
Die Statthalter, von dieser Ankunft überrascht, kündigten das Treffen mit ihren Legaten auf und zogen sich ins Legionslage. Mogontiacum zurück. Das Vorhaben des Scribonius Rufus wurde, von diesem selbst, vorzeitig abgeblasen.
Brucetus, Scribonius Rufus begleitend und im Vorzimmer des Statthalters des Exercitus Germania Superior, beim Cornicularius Consulari. auf Anweisungen wartend, überdachte seine Lage.
Nach der Ankunft in dem Raum, in dem mehrere Schreiber, Beschäftigung vortäuschend, wirkten, schien er vergessen worden zu sein. Niemand beachtete ihn, gab ihm Speisen oder zumindest einen Schluck Wein und so missmutig gestimmt, verfiel er in ein stumpfsinniges Beobachten vor seinen Augen ablaufender Vorgänge.
Er sah Männer kommen und gehen, sah Scribonius Proculus, den Bruder seines Statthalters, dessen Arbeitszimmer verlassen und auch dorthin zurückkehren, hörte zuweilen laute Stimmen, die in Zorn geratenen Männern zu gehören schienen und die er den nur im Dienstraum des Statthalters weilenden Brüdern zuordnen musste. Manches Wort verstand er, die meisten Worte wurden aber vom Lärm im Dienstraum übertönt.
Sein Platz war von ihm, für die Verfolgung von zu belauschenden Worten der Statthalter, nicht so günstig gewählt. Er saß auf einer Bank, die unter den schmalen Fenstern entlang verlief und, im entfernteren Eck des Raumes, mit einer anderen Bank zusammenstieß. Die Größe der Sitzfläche, genau im Eck, bot seinem gewaltigen Körper am Ehesten Bequemlichkeit. Dort, im äußersten Eck dieses größeren Raumes, schien er untergetaucht zu sein und wurde von kaum einem Mann, mehr als notwendig, beachtet.
Die Zeit verrann und Brucetus Aufmerksamkeit glitt in einen Zustand, in dem er zwar jede Bewegung im Raum in sich aufnahm, die Worte und den gleichbleibenden Lärm, von scharrenden Hockern, kratzenden Federn oder Stilus, streitbaren Gesprächen und auch Verwünschungen sowie Streitigkeiten, aus seiner Wahrnehmung ausblendete.
Noch ein zweiter Mann, der nicht weit von ihm entfernt, aber näher zur Tür saß, verhielt sich ebenso teilnahmslos, wie er selbst. Der Decurio der Prätorianer, seine Männer vor der Principi. zurücklassend, war gleich ihm, den Statthaltern gefolgt und von diesen ebenso vergessen worden.
Brucetus musterte den Mann, von diesem unbemerkt, eindringlicher. Er machte sich ein Bild von dessen Dienstalter, Erfahrung und weil er dessen Geduld spürte, und auch über...
| Erscheint lt. Verlag | 4.10.2022 |
|---|---|
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Krimi / Thriller / Horror | |
| Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Altertum / Antike | |
| Geisteswissenschaften ► Geschichte ► Regional- / Ländergeschichte | |
| Schlagworte | Achaea • Ädil • Atrium • Aureus • Bibracte • Britannia • Cabillonum • cingulum militare • classis Germanica • Decurio • Flavier • Hispania Tarraconensis • Jerusalem • Kippa • Korinth • Legat • Lingonen • lugdunensis • Mare Nostrum • Medicus • Mogontiacum • Patres Conscripti • Portus Romae • praetor • primus pilus • Purpursaum • rhenus • scutum • Senator • Sequaner • trireme • Valetudinarium • Vasall • Zisterne |
| ISBN-10 | 3-347-69258-6 / 3347692586 |
| ISBN-13 | 978-3-347-69258-9 / 9783347692589 |
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