Zufriedensein leicht gemacht (eBook)
192 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7562-9171-7 (ISBN)
Theresa Sophia Piendl beschäftigt sich seit dem Schreiben ihrer Bachelorarbeit wissenschaftlich mit den Themen Glück, Wohlbefinden und Zufriedenheit. Sie sieht es als ihre Mission, Menschen bei deren Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten.
Zufriedenheit und Smartphones
»Was wir tun(,) betrifft unmittelbar unsere Nächsten, aber auch Menschen in fernen Ländern und in nachkommenden Generationen werden die Folgen unserer Handlungen spüren. Schon beim Einkaufen zeigt sich, wie komplex scheinbar einfache Zusammenhänge sind. Was also sollen wir tun?«1
Das Smartphone ist ein Zerstörer der verbalen Kommunikation; als Beispiel folgende Situation:
Als ich vor Jahren mit meinem damaligen Freund einmal essen war, saß ein Paar um die Mitte fünfzig am Tisch nebenan. Die Frau, die quasi neben mir saß, und der Mann, der neben meinem Begleiter saß, schienen sich nicht großartig etwas zu sagen zu haben, also holte der grauhaarige Brillenträger sein Handy heraus und beschäftigte sich lieber damit als mit seiner Frau. Seine Frau schien das nicht großartig zu stören, denn sie machte ja nichts anderes. Ich hatte den Eindruck, dass Gespräche in dieser bereits seit Jahren andauernden Ehe keine Rolle mehr spielten beziehungsweise eine nur mehr untergeordnete. Es wirkte nahezu so, als würde die Frau ihren Mann ignorieren, da dieser einen schwer verzeihlichen Fehler begangen hatte. Aus Trotz schien sie sich daher mit diesem technischen Gerät zu beschäftigen, um jegliche verbale Kommunikation mit ihrem Mann zu vermeiden. Der Mann hingegen saß ihr mit gerötetem Kopf und leicht beschämt gegenüber, auch er schien schwer beschäftigt zu sein, jedenfalls tat er so, als wäre er es. Ihm schien die Situation sehr unangenehm zu sein. Keiner der beiden machte sich also die Mühe, um mit seinem Gegenüber ein Gespräch zu starten.
Mein Begleiter und ich warfen uns nur Blicke zu und hoben uns das Gespräch über das Paar für später auf. Wir wollten lieber das gute Essen genießen.
Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick sagte: »Man kann nicht nicht kommunizieren.« Auch wenn die Frau und der Mann in oben genanntem Beispiel nicht miteinander redeten, kommunizierten sie dennoch miteinander. Die Frau machte ihrem Mann nonverbal mit ihrem abweisenden Verhalten deutlich, dass ein Gespräch ihrerseits nicht erwünscht ist. Und diese nonverbale Reaktion ist ebenso Kommunikation, denn Kommunikation findet nicht nur verbal, sondern auch nonverbal und unbewusst statt. Kommunikation bedeutet nicht nur Sprache, sondern auch Körpersprache, Mimik und Gestik.
Heutzutage besitzen sehr viele Menschen ein Smartphone, ein modernes tragbares Telefon mit vielen Funktionen. Die Zahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland sowie auf der ganzen Welt steigt seit Jahren kontinuierlich an, wie Statista, ein deutsches Online-Portal für Statistik (Stand: Oktober 2021) zeigt.2 Es ist beinahe selbstverständlich, dass man im Besitz eines solchen ist. Viele Menschen können mit so einem modernen Gerät umgehen, doch wie viele Menschen denken eigentlich darüber nach, aus welchen Ländern die Materialien kommen, die für die Herstellung eines solchen Mobiltelefons benötigt werden?
Leider werden diese Materialien auch in Ländern abgebaut, in denen Krieg herrscht. Die Rohstoffe, die Bestandteil von Mobiltelefonen sind, sind »mitverantwortlich« für den Krieg in ihren Herkunftsländern.3
»Viele Rohstoffe wie Zinn und Coltan stammen aus Krisengebieten wie der Demokratischen Republik Kongo, wo der Handel mit Edelmetallen einen Bürgerkrieg finanziert. In den meisten Fabriken, in denen Mobiltelefone zusammengebaut werden, werden zudem Arbeiter*innen unter schlechtesten Bedingungen ausgebeutet. (…) Sicher ist: Handys [zum Beispiel Coltan als Bestandteil; Anm. d. Verf.] sind mitverantwortlich für bewaffnete Konflikte und Kriege und treiben Menschen in die Flucht. Ein achtsamer Umgang mit dem Handy ist angebracht: zum Schutz der Brieftasche und des Lebens der anderen.« Beim Kauf eines solchen Gerätes unterstützt man Krieg, was viele Menschen leider nicht wissen oder hinterfragen.
»Bevor ein Handy das erste Mal klingelt, reist es fast vier Mal um die Erde.« Ehe diese Rohstoffe nach Europa gelangen, müssen sie einige tausend Kilometer zurücklegen und durch mehrere Länder reisen. Man unterstützt also beim Kauf eines Handys nicht nur Krieg, sondern fördert auch die Umweltverschmutzung. Man sollte sinnvollerweise den Dingen auf den Grund gehen, diese anzweifeln und nicht für selbstverständlich halten; nur so erfährt man die Wahrheit dahinter, die teilweise sehr schmerzvoll ist.
Solche Mobiltelefone schaden nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit: »Die Geräte enthalten (…) gefährliche Stoffe wie Quecksilber, Blei, Arsen und Cadmium. Recyceln ist kostenintensiver als den Müll ins Ausland zu schicken. Die Non-Profit-Organisation Greenpeace schätzt, dass zwei Drittel des in Europa verschickten Elektroschrotts nie in legalen Recyclinganlangen ankommen – trotz internationaler Richtlinien und Verbote. Mit den unsachgemäß entsorgten Handys wird ein gefährlicher Handel betrieben: In Ghana oder Indien werden kaputte Handys vielfach auf Kosten von Gesundheit und Umwelt auseinandergenommen.« Beim Abbau von solchen Rohstoffen werden nicht nur »große Flächen in Anspruch genommen, die daraufhin lange Zeit nicht mehr nutzbar sind«, sondern die Umwelt wird auch anderweitig zerstört: Durch hohen Wasserverbrauch trocknen ganze Regionen aus, was das Leben der dortigen Bevölkerungen erschwert, Müll wird in den Weltmeeren entsorgt und Gefahrstoffe können ins Grundwasser gelangen. Des Weiteren kommen sehr giftige Rohstoffe wie beispielsweise Blei zum Einsatz, das »die Organe [schädigt], insbesondere das Gehirn und (…) sich in den Knochen ab[lagert].«
Wer denkt beim Kauf eines tragbaren Telefons schon an Dinge wie Gesundheitsgefährdung, Krieg oder Umweltverschmutzung? Hauptsache ist doch, dass das Handy gut handhabbar ist. Ist es wirklich nötig, sich alle zwei Jahre ein neues Smartphone zu kaufen? Ist es denn nicht schade, mit seinem Handy zu spielen, während man sich mit anderen unterhält? Ich weiß, welche Dinge mir persönlich wichtig sind und dazu gehören Treffen mit meinen Freunden, ganz ohne Handy. Ich möchte ethisch korrekt handeln und weder die Gesundheit anderer Menschen noch die Umwelt zu sehr belasten. Die Natur ist so gut zu uns. Wenn wir wollen, dass sie auch weiterhin gut zu uns ist, sollten wir unser Handeln überdenken: Wir könnten alle einen ersten Schritt gehen und unser Handy so lange behalten, bis es nicht mehr funktioniert. Muss es immer das neueste Gerät sein? Ich bin davon überzeugt, dass das ein erster Schritt hin zu einer positiven Veränderung der Welt sein würde. Es empfiehlt sich, daran zu denken, wie viele Kosten man sparen und wie viele Menschenleben man retten könnte. Es ist wichtig, die Dinge zu hinterfragen und moralisch korrekt zu handeln.
Das Smartphone ist durchaus ein Mittel zur Zerstörung der Gesundheit. Es hat schädliche Wirkungen auf Körper und Psyche. In der deutschen Übersetzung der am 22. Juli 1946 in New York unterzeichneten Verfassung der Weltgesundheitsorganisation heißt es: »Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.« Gesundheit meint also unter anderem das Freisein von körperlichen und geistigen Schmerzen.
Wenn jemand jedoch länger mit einem technischen Gerät wie dem Smartphone beschäftigt ist, stellt man nach einiger Zeit eventuell ein Stechen im Nacken fest, die Halswirbelsäule schmerzt. Dr. med. Wolfgang Panter ist Präsident des Verbandes Deutscher Betriebsund Werksärzte e. V. (Stand: Oktober 2021) und sagt, dass Arbeitnehmende immer häufiger über starke Kopf- und Nackenschmerzen klagen. »In vielen Fällen sind moderne Telefone der Auslöser dafür.« »Durch den deutlich nach unten geneigten Blickwinkel wird die Muskulatur im Nackenbereich verstärkt belastet.« Mehr ist auf der Internetseite des VDBW und vielen anderen Seiten nachzulesen.
Das Benutzen von tragbaren Telefonen zieht also gesundheitliche Schäden nach sich, hier in Form von körperlichen Schmerzen. Und wer ist schon zufrieden, wenn der Körper schmerzt?
Jeder Smartphone-Besitzer kann mit Sicherheit Bücher darüber schreiben, wie ablenkend die Nutzung dessen eigentlich ist. Jede Nachricht, die wir erhalten, löst bei uns Freude aus. Das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet. Alexander Markowetz schreibt in seinem Buch Digitaler Burnout. Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist über das Smartphone und darüber, wie es uns, unseren Mitmenschen und unserer Gesundheit schadet. »Dopamin sorgt für Anreize, es motiviert und lässt uns bei der Stange bleiben.« Wenn man also eine Nachricht von einem Freund erhält, verspüren wir einen Augenblick des Glücks und wir reagieren auf die Nachricht. Sofort, wenn unser kleines technisches Etwas aufblinkt oder vibriert, wissen wir, dass ein anderer Mensch etwas von uns will.
Markowetz vergleicht unser Smartphone-Verhalten mit dem Glücksspiel: Bei beidem wird...
| Erscheint lt. Verlag | 25.7.2022 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Psychologie ► Persönlichkeitsstörungen |
| Schlagworte | Entspannung • Glück • Persönlichkeitsentwicklung • Wohlbefinden • Zufriedenheit |
| ISBN-10 | 3-7562-9171-5 / 3756291715 |
| ISBN-13 | 978-3-7562-9171-7 / 9783756291717 |
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