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Der Weg zum Heldenplatz

Eine Geschichte der österreichischen Diktatur 1933-1938

(Autor)

Buch | Hardcover
256 Seiten
2005 | 1., Aufl.
Kremayr & Scheriau (Verlag)
978-3-218-00734-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der Weg zum Heldenplatz - Manfred Scheuch
CHF 16,80 inkl. MwSt
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War Österreichs Weg in das Hitlerreich unabwendbar? Manfred Scheuch beleuchtet die Vorgeschichte des "Anschlusses" von 1938 in der Ersten Republik und im austrofaschistischen Ständestaat. Seine Schlussfolgerung: Die unnachgiebige Politik der Christlichsozialen, die keine Annäherung an die Sozialdemokratie zuließ und sich durch deren Zerschlagung der stärksten Bundesgenossen gegen die nationalsozialistische Vereinnahmung beraubte, hat den Weg zum Heldenplatz geebnet.

Die aus der Zertrümmerung der Habsburgermonarchie hervorgegangene demokratische Republik Österreich, der "Staat, den keiner wollte", vom unüberbrückbaren Gegensatz zwischen der klerikal-bürgerlichen Christlichsozialen Partei und den proletarischen Sozialdemokraten geprägt, endete nicht erst im Jahre 1938. Bereits 1933 wurde ihr durch den Verfassungsbruch der christlichsozial geführten Regierung Dollfuß’ das Ende bereitet.

Im Bündnis mit der von Mussolini protegierten faschistischen Heimwehr auf autoritärem Kurs, drängte sie die Arbeiterschaft mit der Niederschlagung des verzweifelten Aufstands vom Februar 1934 ins totale Abseits.

Im Juliputsch 1934 wurde Kanzler Dollfuß Opfer der Nazis, ohne dass sein Nachfolger Schuschnigg willens und imstande war, eine Versöhnung mit der in die Illegalität gedrängten Sozialdemokratie zu finden. Vielmehr versuchte er Befriedung durch Einbindung des "nationalen Lagers", ein Erfolg der Nazis.

Hilflosigkeit gegenüber der Wirtschaftskrise mit ihrer verheerenden Arbeitslosigkeit vertiefte die Entfremdung breiter Bevölkerungskreise und insbesondere der Jugend gegenüber dem Regime. Verfolgung politischer Gegner, Errichtung von Anhaltelagern, kleinliche Schikanen, Zensur und klerikales Muckertum blieben vergebliche Mittel, die Distanz der Mehrheit der Österreicher zum ungeliebten Staat zu verringern. Außenpolitisch isoliert und im Inneren zerrissen, wankte das Regime in seinen Untergang. Nicht nur fanatische Nationalsozialisten strömten am 13. März 1938 auf den Heldenplatz. Viele glaubten, schlimmer könne es nicht werden. Sie unterlagen damit einer für Hunderttausende tödlichen Täuschung.

MANFRED SCHEUCH Wiener des Jahrgangs 1929, Studium der Geschichte, 1970-1989 Chefredakteur der "Arbeiter-Zeitung", Autor vieler Sachbücher: "Historischer Atlas Österreich", "Historischer Atlas Deutschland", "Europa im 20. Jahrhundert", "Das größere Europa. Ost-Erweiterung", "Nackt - Kulturgeschichte eines Tabus". Renner-Preis, Preis der Stadt Wien für Volksbildung, Bruno Kreisky-Anerkennungspreis.

Aus dem Inhalt
Ein Staat, den keiner wollte?
Abenddämmerung der Demokratie
Durchbruch der Nazipartei
Dollfuß oder der Fingerzeig Gottes
Mussolini: Protektor mit Ablauf
Der versäumte Generalstreik
Die Galgen des Februar
Verfassung mit Gott und ohne Volk
Juli 1934: Ein Toter - von 222
Links und Rechts in Wöllersdorf
Schuschnigg - der neue "Frontführer"
Treueste Stütze: die Kirche
Kultur zwischen Muckertum und Volkstümelei
Die Wirtschaftskatastrophe
In Untergrund und Exil
Der Sozialistenprozess 1936
Das Ende der Heimwehr
"Befriedung" der Wölfe
Von Berchtesgaden zum Heldenplatz

Erscheint lt. Verlag 15.3.2005
Zusatzinfo zahlr. Abb.
Sprache deutsch
Maße 135 x 215 mm
Gewicht 550 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik 20. Jahrhundert bis 1945
Geisteswissenschaften Geschichte
Schlagworte Austrofaschismus • Austrofaschismus (1933-1938) • Erste Republik • Hardcover, Softcover / Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945) • HC/Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945) • Österreich • Österreich, Geschichte
ISBN-10 3-218-00734-8 / 3218007348
ISBN-13 978-3-218-00734-4 / 9783218007344
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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