Die Geschichte des Staates Israel
Gütersloher Verlagshaus
978-3-579-06401-7 (ISBN)
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- Hintergründe und Informationen zu aktuellen Fragen
- 45 Jahre miterlebte Geschichte
- Eine kritische Innensicht
Israel, vor 2000 Jahren von der Landkarte der Geschichte verschwunden, ist auf seinem historischen Gebiet wiederentstanden. Die Staatsgründung im Mai 1948, Masseneinwanderung, Krisen und Kriege, Friedensbemühungen und –abschlüsse: Michael Krupp beschreibt die innere Entwicklung des Staates Israel und seiner Kultur, die er seit 1959 selbst miterlebt hat. Dieser persönliche Blickwinkel verleiht diesem historischen Sachbuch einen ganz besonderen Reiz und eine hohe Authentizität.
Michael Krupp, geboren 1938, Dozent für Rabbinische Literatur und Frühes Christentum an der Hebräischen Universität Jerusalem. Herausgeber der Zeitschriften "Religionen in Israel" und "Interfaith Encounter in the Land of the Bible".
Der Unabhängigkeitskrieg Der Staat Israel hätte 1948 nicht ins Leben gerufen werden können, wenn nicht längst zuvor eine solide Grundlage vom jüdischen Volk in Palästina geschaffen worden wäre. Siebzig Jahre harte Aufbauarbeit, politische Bemühungen und der eiserne Wille, nicht mehr Spielball geschichtlicher Willkür zu sein, sind der Staatsgründung vorausgegangen. 1882 kamen die ersten zionistischen Siedler mit der festen Absicht nach Palästina, hier, im Land der Väter und Mütter, ein eigenes Nationalheim aufzurichten. Hunderttausende folgten, im verstärkten Tempo, nachdem Adolf Hitler in Deutschland die Macht ergriffen hatte. Dies führte zu schweren Konflikten mit der arabischen Bevölkerung im Land, aber auch mit der Mandatsmacht Großbritannien. 1937 kam es zu einem Aufstand der arabischen Bevölkerung und schließlich zu einem Einwanderungsstopp. Dies war die Situation auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Die im Holocaust Übriggebliebenen hatten keinen Platz, wo sie eine neue Heimat hätten finden können. Ihre alte Heimat war zerstört, die neue wollte ihre Tore nicht öffnen. Nach dem Ende des Krieges kam es zu einem offenen Dreifrontenkonflikt in Palästina. Juden kämpften gegen die Engländer, um die freie Einwanderung zu erzwingen. Die Araber bekämpften eine Ausbreitung der jüdischen Siedlungen. Und die Engländer versuchten, Herren im Land zu bleiben. Der Kampf wurde von jüdischer Seite vor Ort und auf politischer Ebene geführt. Mit Dutzenden von Einwanderungsschiffen versuchte die Zionistische Organisation die englische Blockade zu durchbrechen. Die Engländer inhaftierten die illegalen Einwanderer, wenn sie ihrer habhaft werden konnten, und kasernierten die Gefangenen in Lagern zuerst in Palästina, später auf Zypern und zum Schluss sogar in einem ehemaligen Konzentrationslager in der englischen Zone in Deutschland. Auf der politischen Ebene hatte die Zionistische Bewegung in ihrem Kampf um die Errichtung eines eigenen Staates besonders die Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika, später auch der Sowjetunion. Mit fortschreitendem Chaos in Palästina verlor die englische Mandatsmacht die Kontrolle über das Gebiet und in den Vereinten Nationen setzte sich der Wunsch durch, das Mandatsgebiet der englischen Oberherrschaft zu entziehen und in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufzuteilen. Mit Zweidrittelmehrheit beschloss die Vollversammlung der UNO am 29. November 1947 die Teilung des Landes. Für die Teilung stimmten gemeinsam die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion, sowie mit Ausnahme Englands die meisten Staaten Europas, ebenso Südamerika und die Ostblockstaaten. Alle arabischen Staaten stimmten dagegen. Sie lehnten jeden Kompromiss und eine Koexistenz mit dem jüdischen Staat in ihrer Mitte ab. Kurz nach dem Teilungsbeschluss der UNO kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen in Palästina, an denen auch irreguläre und reguläre Armee-Einheiten der arabischen Staaten beteiligt waren. Jerusalem, wo 100.000 Juden, ein Sechstel des jüdischen Siedlungswerkes im Palästina dieser Zeit, wohnten, wurde vom jüdischen Hauptgebiet in der Küstengegend abgeschnitten. Andere isolierte jüdische Siedlungen wurden von arabischen Kampfverbänden erobert, die jüdischen Bewohner umgebracht oder vertrieben. Für den 15. Mai 1948 hatten die Engländer ihren Abzug und das Ende ihrer Herrschaft über Palästina angekündigt. Dies war ein Samstag. Am Vorabend dieses Tages, am 14. Mai 1948, nach jüdischem Kalender der 6. Ijar 5708, rief David Ben Gurion, die Hauptführungsgestalt des jüdischen Siedlungswerkes und später der erste Ministerpräsident des Landes, den jüdischen Staat aus. Wie zu erwarten gewesen war, marschierten die Truppen aller arabischen Nachbarländer in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai in das ehemalige Mandatsgebiet ein und besetzten zuerst all die Gebiete, die nach dem UNO-Teilungsplan zum arabischen Staat gehören sollten und die nicht unter jüdischer Kontrolle waren. Die arabischen Staaten taten das nicht mit einer Kriegserklärung, sondern bezeichneten den Einmarsch als "Polizeiaktion", die die Aufgabe habe, die rechtmäßigen Besitzer, die arabische Bevölkerung Palästinas, zu unterstützen. Die verbalen Äußerungen gehörten zum Kriegsgerassel. So erklärte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Azzam Pascha, am 15. Mai auf einer Pressekonferenz in Kairo: "Es wird ein Ausrottungskrieg und ein gewaltiges Blutbad sein, von dem man einst sprechen wird wie von den Blutbädern der Mongolen und der Kreuzzüge." Die Aussichten am 15. Mai 1948, ein Tag nach Ausrufung des jüdischen Staates, waren alles andere als rosig. Es gab noch keine israelische Armee, sondern mehrere, sich zum Teil befehdende ehemalige Untergrundverbände. Diese Truppen waren fast nur mit leichten Waffen ausgerüstet. Eine Luftwaffe existierte noch nicht, und die "Kriegsflotte" bestand aus umgerüsteten Schiffen der illegalen Einwanderung, denen die Kanonen fehlten. Erst nach dem ersten Kriegsmonat kamen schwere Waffen ins Land, darunter einige Messerschmitt-Flugzeuge. Dass sich die jüdischen Verteidiger im ersten Kriegsmonat überhaupt halten konnten, lag vor allem an der fehlenden Motivation der einzelnen arabischen Truppen, ihrer schlechten Ausbildung und ihrer niedrigen Kampfmoral. Hinzu kam die Rivalität unter den einzelnen arabischen Staaten. Es gab kein funktionierendes Oberkommando der arabischen Truppen, sondern jede Armee kämpfte unter ihrem eigenen Kommando ohne wesentliche Absprache mit den Armeen der anderen Länder. Zwar mangelte es auch den Israelis, wie man jetzt nach dem 14. Mai die jüdischen Bewohner Palästinas bezeichnen muss, anfänglich an einer geeinten Kriegsführung im Miteinander der verschiedenen Verbände. Diese Einheitlichkeit konnte aber im Lauf des Krieges zum Teil mit Waffengewalt durchgesetzt werden. Vor allem war die Motivation der jüdischen Kämpfer eine ganz andere als die ihrer arabischen Gegner, wusste man doch, dass eine Niederlage auch den physischen Untergang bedeutet hätte, zumindest aber das Ende vom Traum eines jüdischen Staates. Dessen Rahmenbedingungen waren zwar von der internationalen Völkergemeinschaft geschaffen worden, mussten aber im Krieg erst durchgesetzt werden. In der ersten Kriegsphase befanden sich die israelischen Truppen in der Defensive. Syrische Truppen besetzten einige jüdische Siedlungen im Norden, ein weiterer Vorstoß konnte aber auf dem Gelände des ältesten Kibbuz der zionistischen Geschichte, in Deganja am See Genezareth, aufgehalten werden. Die libanesische Armee eroberte arabisch besiedelte Gebiete in Obergaliläa und schnitt dadurch im westlichen Galiläa gelegene jüdische Siedlungen ab, wie die von deutschen Juden in den dreißiger Jahren gegründete Stadt Naharia. (Der Bürgermeister der Stadt soll Ben Gurion in Tel Aviv telegraphisch beruhigt haben: "Keine Angst, Naharia bleibt deutsch.") Der Irak, der wie Saudi-Arabien zu den Staaten gehörte, die in Palästina einfielen, ohne eine direkte Grenze zu haben, besetzte die arabischen Gebiete Samariens. Besonders gefährlich für Israel waren Vorstöße der Armee des größten arabischen Landes, Ägyptens.
| Reihe/Serie | Ein Nes Ammim Buch | Gütersloher Taschenbücher (GTB) |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 125 x 190 mm |
| Gewicht | 225 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Judentum |
| Schlagworte | Geschichte, Israel • Israel; Politik/Zeitgesch. |
| ISBN-10 | 3-579-06401-0 / 3579064010 |
| ISBN-13 | 978-3-579-06401-7 / 9783579064017 |
| Zustand | Neuware |
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