Islam und Demokratie
Seiten
2003
|
1., Aufl.
Sutton (Verlag)
978-3-89702-562-2 (ISBN)
Sutton (Verlag)
978-3-89702-562-2 (ISBN)
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"Der Islam und die Demokratie" hieß das Thema der nunmehr vierten Christoph-Martin-Wieland-Vorlesung der Universität Erfurt. Und schon beim Titel zeigt sich, dass es schwierig ist, in diesem Zusammenhang einen falschen Zungenschlag zu vermeiden. Es gibt natürlich nicht "den" Islam gleichsam als Block, sondern regional, historisch und kontextgebunden verschiedene Ausprägungen des Islam. Genauer wäre also vielleicht gewesen: "Muslime und Demokratie". Doch die in der Wortwahl des gestellten Themas mitgelieferte Brisanz war in der Lage, die Diskussion konstruktiv zu befördern und die vielfältigen, ganz unterschiedlichen Konzeptionen dieser großen Weltreligion - aus der westlichen Sicht - zu beleuchten.
Der Islam als eine der Buchreligionen ist - und wird - von Theologen ausgelegt, scharfsinnig - und widersprüchlich. Die Universität Erfurt hatte das Glück, einen der wichtigsten Geistlichen im Iran für diesen Vortrag zu gewinnen, Professor Mohammad M. Shabestari von der Universität Teheran. Er gehört zu den islamischen Revolutionären der ersten Stunde, und er plädiert, auf seine zurückhaltende, aber dezidierte Art, für eine Trennung von Politik und Religion. In seinem Vortrag zeigt er, dass diese Trennung auch unter theologischen Gesichtspunkten denkbar ist.
Die Veranstaltung - am Vorabend des Krieges gegen den Irak und vor dem Hintergrund nicht enden wollender, sogar anwachsender Auseinandersetzungen zwischen den "Civilizations" (Huntington) machte Mut. Die westliche Vorstellung des fanatischen, explizit durch seine Religion gestützten Gotteskriegers wurde als Vorurteil gekennzeichnet; es wurde deutlich, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen.
An Christoph Martin Wieland und seine Jahre als Professor in Erfurt erinnern die Wieland-Vorlesungen der wiederbegründeten Universität Erfurt. Ihr in Deutschland einzigartiges Reformkonzept ist der Internationalität ebenso verpflichtet wie der Interdisziplinarität. Mit den Wieland-Vorlesungen will die Universität Erfurt die Grenzen der Disziplinen überwinden und der interessierten Öffentlichkeit Themen präsentieren, die über den Kreis der Wissenschaft hinaus Anspruch auf Aufmerksamkeit stellen können. Die Wieland-Vorlesungen bringen international ausgewiesene Wissenschaftler, Publizisten und Künstler in ein produktives Streitgespräch mit Kulturwissenschaftlern. Erster Wieland-Redner war der Lyriker, Essayist, Herausgeber und streitbare Intellektuelle Hans Magnus Enzensberger, der "das digitale Evangelium" entzauberte. (vgl.: Peter Glotz (Hrsg.), Christoph Martin Wieland-Vorlesungen, Hans Magnus Enzensberger, Das digitale Evangelium, Propheten, Nutznießer, Verächter, Sutton Verlag, Erfurt 2000).
Die zweite Wieland-Vorlesung war dem für uns Deutsche und Europäer so wichtigen Thema Russland gewidmet. Dafür konnte der international anerkannte Russland-Forscher und Publizist Wolfgang Leonhard gewonnen werden. (vgl.: Wolfgang Bergsdorf (Hrsg.), Wolfgang Leonhard, Was haben wir von Putin zu erwarten? Innen- und außenpolitische Perspektiven Russlands, Sutton Verlag, Erfurt 2001).
Die dritte Wieland-Vorlesung, 2002, beschäftigte sich mit den Herausforderungen des europäischen Integrationsprozesses. Der luxemburgische Premierminister Jean Claude Juncker diskutierte die Perspektiven der Europäischen Union mit Daniel Vernet, Leiter der außenpolitischen Redaktion der Pariser Tageszeitung Le Monde, mit Eckart Cuntz, stellvertretender Leiter der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin, mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dietmar Herz, Vizepräsident der Universität Erfurt, und mit Prof. Gerhard Wegner, Lehrstuhl für Institutionenökonomie und Wirtschaftspolitik an der Universität Erfurt.
Die Universität verdankt die Wieland-Vorlesungen der VolkswagenStiftung. Ihr gebührt der Dank für die großzügige Förderung dieser Vorlesung und Disputation, die einen wichtigen Beitrag für den in Deutschland so seltenen Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Politik leisten.
Im Mai 2003
Wolfgang Bergsdorf
Der Islam als eine der Buchreligionen ist - und wird - von Theologen ausgelegt, scharfsinnig - und widersprüchlich. Die Universität Erfurt hatte das Glück, einen der wichtigsten Geistlichen im Iran für diesen Vortrag zu gewinnen, Professor Mohammad M. Shabestari von der Universität Teheran. Er gehört zu den islamischen Revolutionären der ersten Stunde, und er plädiert, auf seine zurückhaltende, aber dezidierte Art, für eine Trennung von Politik und Religion. In seinem Vortrag zeigt er, dass diese Trennung auch unter theologischen Gesichtspunkten denkbar ist.
Die Veranstaltung - am Vorabend des Krieges gegen den Irak und vor dem Hintergrund nicht enden wollender, sogar anwachsender Auseinandersetzungen zwischen den "Civilizations" (Huntington) machte Mut. Die westliche Vorstellung des fanatischen, explizit durch seine Religion gestützten Gotteskriegers wurde als Vorurteil gekennzeichnet; es wurde deutlich, wie wichtig es ist, genau hinzuschauen.
An Christoph Martin Wieland und seine Jahre als Professor in Erfurt erinnern die Wieland-Vorlesungen der wiederbegründeten Universität Erfurt. Ihr in Deutschland einzigartiges Reformkonzept ist der Internationalität ebenso verpflichtet wie der Interdisziplinarität. Mit den Wieland-Vorlesungen will die Universität Erfurt die Grenzen der Disziplinen überwinden und der interessierten Öffentlichkeit Themen präsentieren, die über den Kreis der Wissenschaft hinaus Anspruch auf Aufmerksamkeit stellen können. Die Wieland-Vorlesungen bringen international ausgewiesene Wissenschaftler, Publizisten und Künstler in ein produktives Streitgespräch mit Kulturwissenschaftlern. Erster Wieland-Redner war der Lyriker, Essayist, Herausgeber und streitbare Intellektuelle Hans Magnus Enzensberger, der "das digitale Evangelium" entzauberte. (vgl.: Peter Glotz (Hrsg.), Christoph Martin Wieland-Vorlesungen, Hans Magnus Enzensberger, Das digitale Evangelium, Propheten, Nutznießer, Verächter, Sutton Verlag, Erfurt 2000).
Die zweite Wieland-Vorlesung war dem für uns Deutsche und Europäer so wichtigen Thema Russland gewidmet. Dafür konnte der international anerkannte Russland-Forscher und Publizist Wolfgang Leonhard gewonnen werden. (vgl.: Wolfgang Bergsdorf (Hrsg.), Wolfgang Leonhard, Was haben wir von Putin zu erwarten? Innen- und außenpolitische Perspektiven Russlands, Sutton Verlag, Erfurt 2001).
Die dritte Wieland-Vorlesung, 2002, beschäftigte sich mit den Herausforderungen des europäischen Integrationsprozesses. Der luxemburgische Premierminister Jean Claude Juncker diskutierte die Perspektiven der Europäischen Union mit Daniel Vernet, Leiter der außenpolitischen Redaktion der Pariser Tageszeitung Le Monde, mit Eckart Cuntz, stellvertretender Leiter der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin, mit dem Politikwissenschaftler Prof. Dietmar Herz, Vizepräsident der Universität Erfurt, und mit Prof. Gerhard Wegner, Lehrstuhl für Institutionenökonomie und Wirtschaftspolitik an der Universität Erfurt.
Die Universität verdankt die Wieland-Vorlesungen der VolkswagenStiftung. Ihr gebührt der Dank für die großzügige Förderung dieser Vorlesung und Disputation, die einen wichtigen Beitrag für den in Deutschland so seltenen Dialog zwischen Wissenschaft, Kunst und Politik leisten.
Im Mai 2003
Wolfgang Bergsdorf
| Reihe/Serie | Christoph Martin Wieland Vorlesungen |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 235 mm |
| Gewicht | 150 g |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Islam |
| Schlagworte | Demokratie • Demokratietheorie • HC/Religion/Theologie/Weitere Religionen • Islam • Islamismus |
| ISBN-10 | 3-89702-562-0 / 3897025620 |
| ISBN-13 | 978-3-89702-562-2 / 9783897025622 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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