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Akzisestädte im preußischen Westfalen

Die Stadtrechtsverleihungen von 1719 und die Steuerpolitik König Friedrich Wilhelms I.
Buch | Hardcover
360 Seiten
2020
Verlag für Regionalgeschichte ein Imprint von Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG
978-3-7395-1222-8 (ISBN)
CHF 39,95 inkl. MwSt
Vor 300 Jahren verlieh der preußische König Friedrich Wilhelm I. gleich acht Orten seiner Grafschaft Ravensberg das Stadtrecht: Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle, (Preußisch) Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther. Anlass für diesen großzügig erscheinenden Verwaltungsakt von 1719 war allerdings nicht die Förderung der Orte, sondern die Steuerpolitik des preußischen Staates. Dieser führte in den neuen Städten(und in den alten Städten Bielefeld und Herford) die Erhbung der »Akzise« ein, eine Steuer vor allem auf Verbrauchsgüter.
2019 haben die acht Städte gemeinsam an die Stadtrechtsverleihung erinnert. Dazu gehörte auch eine wissenschaftliche Tagung, die vom Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg und der Historischen Kommission für Westfalen am 23. März 2019 im Bielefelder Stadtarchiv abgehalten wurde. Die Vorträge dieser Tagung bilden die Grundlage für den vorliegenden Band, der um weitere Beiträge ergänzt wurde.
Besonderes Augenmerk gilt den kurzfristigen und langfristigen Auswirkungen der Stadtrechtsverleihungen. Die Ergebnisse für die acht Orte fallen dabei durchaus unterschiedlich aus. Den Darstellungen der Orte vorangestellt sind eine Reihe grundlegender Beiträge − über die Geschichte Ravensbergs in brandenburgisch-preußischer Zeit, über die Grundzüge der Akzise-Politik, über die Folgen der Steuer für das ländliche Gewerbe und für die in Ravensberg lebenden Juden. Im Vergleich werden auch die Verhältnisse in der Grafschaft Tecklenburg und in Kleve-Mark betrachtet.

Dr. Johannes Altenberend, geboren 1952 in Nieheim/Westf. Studium der Geschichtswissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft und Theologie in Bielefeld. Bis 2017 Oberstudienrat am Ratsgymnasium Bielefeld. Bis 2020 Vorsitzender des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg. Veröffentlichungen zur regionalen und lokalen Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte. https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Altenberend

Dr. Burkhard Beyer, geboren 1968 in Bielefeld, wuchs in Lippstadt auf. Er studierte Deutsch und Geschichte in Bielefeld, war fünf Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Forschungsprojektes zur Geschichte der Firma Krupp, 2002 Dissertation zur Technik- und Sozialgeschichte der Essener Gußstahlfabrik. 2004 Lektor in Münster, seit 2012 Geschäftsführer der Historischen Kommission für Westfalen (LWL). Veröffentlichungen zur Regional-, Technik- und Eisenbahngeschichte. www.burkhard-beyer.net

Vorwort • 7
Ulrich Andermann: Grußwort • 9
Mechthild Black-Veldtrup: Anmerkungen zur Quellenlage • 11

Sektion 1: Grundsätze und Folgen der Reformen

Werner Freitag: Vergessene Zeiten? Das brandenburgisch-preußische Minden-Ravensberg im 17. und 18. Jahrhundert • 17
Sebastian Schröder: Die preußischen Akzise- und Städtereformen in der Grafschaft Ravensberg zu Beginn des 18. Jahrhunderts • 29
Sebastian Schröder: Das »Stadterhebungsedikt« vom 17. April 1719 und der Akzisetarif vom 9. Mai 1719. Kommentar und Edition • 49
Wilfried Reininghaus: Die Akzisestädte und ihr Umland im Spiegel der »Historischen Tabellen« des Jahres 1804 • 103
Bärbel Sunderbrink: Juden in den neuen Landstädten von Ravensberg • 117
Stefan Gorißen: Preußischer Fiskalismus oder Kampf gegen kleinstädtische Korruption? Die preußische Akzise- und Städtepolitik in Kleve-Mark unter Friedrich Wilhelm I. • 127
Christof Spannhoff: Schnaps oder Stadtrechte? Die Einführung der preußischen Akzise in der Grafschaft Tecklenburg in den 1720er-Jahren • 151

Sektion 2: Lokale Perspektiven

Jochen Rath: »… eine merkliche Veränderung …« − Bielefeld und die Akzise seit 1692 • 179
Katja Kosubek: »Es triumphierte der kalte Rechengeist«. Halle zahlte einen hohen Preis für die Stadtrechte • 209
Rolf Westheider: Ein Muster-Städtchen im Linnen-Ländchen? Versmolds Entwicklung nach der Stadtrechtsverleihung von 1719 • 219
Sebastian Schröder: »Zu des Landes Flohr«. Borgholzhausen als »Akzisestadt« in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts • 237
Sebastian Schröder: Schon zu Widukinds Zeiten eine »uhralte« Stadt. Enger und die preußische Akzise in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts • 257
Norbert Sahrhage: »… ohne fernern Verzug einführen zu laßen«. Die Erhebung Bündes zur Akzisestadt am 20. Oktober 1719 und die städtische Entwicklung im 18. und 19. Jahrhundert • 295
Sebastian Schröder / Inge Wienecke: Ein Ort an der Weser wird »Akzisestadt«. Vlothos städtische Entwicklung seit dem 18. Jahrhundert • 313

Die Autorinnen und Autoren • 343
Personenregister • 347
Ortsregister • 354
Abkürzungen • 360

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Sonderveröffentlichung des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg ; 22
Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen ; 57
Verlagsort Bielefeld
Sprache deutsch
Maße 170 x 250 mm
Gewicht 1010 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Schlagworte Kleinstadt • Mark • Preußen • Ravensberg • Stadtrecht • Steuern • Tecklenburg • Wigbold
ISBN-10 3-7395-1222-9 / 3739512229
ISBN-13 978-3-7395-1222-8 / 9783739512228
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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