Liebe oder der Mut, mich hinzugeben, statt mich herzugeben (eBook)
232 Seiten
Scorpio Verlag
978-3-95803-157-9 (ISBN)
Janice Jakait, Jahrgang 1977, lebt in Heidelberg. In ihren beiden Bestellern 'Tosende Stille' und 'Freut euch nicht zu spät' und in über 100 Interviews und Vorträgen berichtete sie von ihren Reisen zurück zu sich selbst - in einem Ruderboot allein, monatelang über einen Ozean, und dann, wieder an Land, durch die Tiefen ihrer Seele. In ihrem dritten Buch nun erzählt sie von ihrem größten Abenteuer im Leben: die Liebe zu finden - denn alles Glück ist eben nur echt, wenn es geteilt wird.
Janice Jakait, Jahrgang 1977, lebt in Heidelberg. In ihren beiden Bestellern "Tosende Stille" und "Freut euch nicht zu spät" und in über 100 Interviews und Vorträgen berichtete sie von ihren Reisen zurück zu sich selbst – in einem Ruderboot allein, monatelang über einen Ozean, und dann, wieder an Land, durch die Tiefen ihrer Seele. In ihrem dritten Buch nun erzählt sie von ihrem größten Abenteuer im Leben: die Liebe zu finden - denn alles Glück ist eben nur echt, wenn es geteilt wird.
Warum ich über die Liebe schreibe
»Niemand sah den ganzen Schmerz in mir.
Wer hätte ihn auch stillen können?
Dann kommst du und öffnest mir das Herz und
die Augen, und ich kann fühlen und sehen,
wie viel mehr Schmerz da sogar noch ist … in mir,
in dir und in all den anderen Menschen.
Und dann öffnest du auch noch deine Arme!«
Wer in diesem Buch auf ein unkompliziertes Märchen über die Liebe hofft oder gar auf eine Anleitung, wie sich Krisen und Enttäuschungen sicher umschiffen lassen, der wird gewiss enttäuscht werden. Das Gegenteil ist der Fall: Ich möchte Mut machen, sich gerade auch den Krisen und der Verzweiflung in Beziehungen und Partnerschaften mehr zu öffnen und hinzugeben, um darin die eigene Wahrheit zu finden. So können wir auch selbst zu einem Menschen wachsen, dem wir gern begegnen und in den wir uns verlieben würden.
Der Titel möge darüber hinaus bitte nicht zu der Annahme verleiten, ich wäre eine berüchtigte Liebhaberin vom Kaliber einer Donna Juana. Ich bin einfach nur ich. Fast vierzig Jahre lang stolperte ich auf der Suche nach der großen Liebe durch die Wirklichkeit und wurde dabei erst einmal so verbittert, dass ich ernsthaft erwog, als Schriftstellerin in ein abgelegenes buddhistisches Nonnenkloster zu ziehen.
Auch wird es in diesem Buch keine himmlische Hochzeit mit Prinz Charming geben – kein Happy End, mit dem dann alles ganz unkompliziert und für immer nur gut ist. Aber es wird endlich wieder ein HAPPY NOW geben. Wir werden alle sterben, this is the end!
Die Liebe jedoch ist der mit Abstand schönste Grund, wofür es sich zu leben lohnt – und sie ist auch der einzige Weg in die Zuversicht, dass wir den Tod und das Loslassen nicht fürchten müssen.
Der letzte Mensch, dem wir in diesem Leben begegnen und vor dem wir unser Leben verantworten müssen, das werden wir selbst sein. Da ist leider nichts zu machen. Aber von wem möchten wir uns vorher noch verabschieden? Wessen feuchte Lippen ein letztes Mal auf unserer Stirn spüren, wessen warme Hand loslassen? Bei wem möchten wir uns bedanken und vor allem, wofür? Bei unseren Ängsten etwa oder bei unseren Selbstzweifeln, für ihre lebenslangen treuen Dienste in unserem Harem der Sicherheiten und Garantien? Oder bei der Pflegeschwester im weißen Kittel neben unserem Krankenbett, dafür, dass sie uns mit einem Tupfer die Lippen befeuchtet und den Sauerstoff aufdreht?
Oder möchten wir uns bei den Menschen bedanken, die wir lieben und die uns lieben und die uns im Leben oft den Atem geraubt haben? Mit welchen Seelen hat sich deine Seele verwoben und verflochten auf deinem Lebensweg? In wessen Herz lebst du weiter? Wer ist bei dir auf dieser unbestimmten Reise, wenn du ein letztes Mal die Augen schließt und dein Herz und deine Gedanken für immer stehenbleiben? Welche Erinnerungen begleiten dich hinüber? Etwa die, dass du wahnsinnig viele Träume, aber viel zu viele Ängste im Leben hattest und noch so viel vor, eigentlich?
Und wem meinst du am Ende deines Lebens noch gefallen und etwas beweisen zu müssen? All denen, die als Nächste dran sind?
Ich wurde in den vergangenen Jahren immer wieder von Organisationen und Unternehmen eingeladen, um über Mut, Ehrlichkeit und die Chancen von Krisen zu sprechen, weil ich einmal monatelang allein in einem kleinen Boot über den Atlantischen Ozean gerudert bin und danach ein paar Jahre über das Leben philosophiert und geschrieben habe. Am liebsten sprach ich dabei über Mut und Impulse zur Veränderung und zum Wachstum, die gerade erst aus totalen Enttäuschungen und aus der völligen Verzweiflung heraus entspringen können. Und auch beim Thema Liebe verhält es sich leider nicht anders – besonders an Krisen und Enttäuschungen können wir wachsen und falsche Vorstellungen und Hoffnungen loslassen, die uns daran hindern anzukommen. Und erst dann haben wir den Kopf und die Hände frei, um etwas wahrhaftig zu berühren und berührt zu werden.
Es soll also ein ehrliches Buch sein – mein Scheitern in vielen Beziehungen und meine Verbitterung sollen hier ebenso Platz finden wie viele kleine, letztlich für mich ganz große Erfolge auf dem Weg zurück zu mir selbst und in eine tiefere, engere Beziehung zu anderen Menschen. Ich möchte dabei den Bogen vom Umherirren in meiner Vergangenheit und von meinen Lebenskrisen bis zum Ankommen in neuen Erfahrungen von Liebe, Beziehung und Nähe in der Gegenwart spannen.
Zurück zu wahrhaftigen Gefühlen und zum Mitgefühl, zu etwas Echtem und Berührendem wie der Liebe führt nur ein Weg durch die Entzauberung von vermeintlichen Wahrheiten darüber, was Liebe angeblich sei und was uns da oft schon von Kindesbeinen an als Liebe vorgestellt und vorgelebt wurde. Und der wahren Liebe will ich dieses Buch widmen, das überhaupt nur durch eine Verkettung wundersamer Zufälle und Begegnungen während des Schreibens in dieser Form entstehen konnte. Ich wünsche mir, mit diesem Buch auch andere Menschen zu inspirieren, die fürchten, sich hoffnungslos verlaufen und verstolpert zu haben, möchte sie auf die wundersame Spur der Liebe zurückführen, ihnen Mut machen, damit Heilung geschehen und endlich Frieden sein kann.
»Es gibt nur wenige,
die mit ihren eigenen Augen sehen und
mit ihren eigenen Herzen fühlen.«
Das sagte Albert Einstein. Es ist leider ein steiniger und oft sehr langer Weg aus dem Kopf zurück ins Herz, den man auch ein großes Stück allein gehen muss, um sich von seinen Ängsten und von dem lösen zu können, was man bisweilen als falsche Vorstellung über die Liebe zutiefst verinnerlicht hat. Über meinen eigenen Weg möchte ich in diesem Buch offen berichten. Auf ihm habe ich viele naive Wunschvorstellungen darüber, wer ich bin, was Zufriedenheit, was Liebe und Freiheit bedeuten, grundlegend korrigieren müssen. Und dieser Weg hat meine Seele erst nackt gemacht und wund, damit ich überhaupt wieder fühlen und lieben konnte. Er hat aber auch meinen steinharten Gedankenpanzer viel flexibler und biegsamer werden lassen, damit ich mich wieder spontaner, neugieriger und tiefer auf das Leben und andere Menschen einlassen kann und damit ich in der Lage bin, mich bewusster und besser von dem abzugrenzen, was mir nicht guttut.
Die Liebe ist keine Vorstellung oder Versprechung, die sich wie ein todsicherer Plan erfüllen ließe – die Liebe ist der Mut, sich dem Unplanbaren, dem Überraschenden und dem Wahrhaftigen außerhalb des Kopfes hinzugeben, anstatt sich nun für Ideale, Pläne und fixe Ideen herzugeben … Liebe, das ist der Mut zum Wunder in der Wirklichkeit und zu ganz neuen Erfahrungen. Aber da muss der gemeine Kopfmensch erst einmal wieder hin – raus aus dem Kopf, raus aus alten Denkmustern, Gedankenschleifen, Sorgen, Ängsten und Urteilen und rein ins Erleben und Fühlen.
Wir haben immer eine Wahl: Wir können weiter Verfechter kollektiver Meinungen, Vorstellungen, Wahrheiten, Paradigmen, Dogmen, Ideale, Normen, Gebote, Verbote, Stereotype und Schubladen bleiben, können weiter mit dem Strom mittreiben und versuchen, nach diesen Maßstäben oben zu bleiben – erfolgreich, liebenswert und normal –, oben im Strom, oben im Kopf! Wir können uns anpassen, mitmachen, uns selbst in Schubladen stecken und stecken lassen und darauf hoffen, dass wir darin auch den anderen gefallen und genügen und dass wir passende Lebensgefährten finden. All das steht uns frei! Aber wir können stattdessen auch abtauchen und uns den Gedankenströmen entziehen, zurück in die Wirklichkeit, die immer auf uns wartet, um ohne kollektive Filter neu entdeckt und erfahren zu werden. Nur hier finden wir die eigene Wahrheit, nur hier wartet auch das Wunder der Liebe auf uns.
Kein Mensch passt in eine Schublade! Niemand sollte einem Ideal entsprechen müssen, um liebenswert zu sein. Und obwohl wir das alle wissen, gelingt es uns oft nur schwer, diese alten, äußerst beschränkten Überzeugungen und Urteile darüber, wer wir und wer die anderen sind, loszulassen. Wenn wir aber frei sein und frei lieben wollen, müssen wir aus allen Schubladen herausspringen, in die man uns einst gesteckt hat. Und wir selbst müssen damit aufhören, Menschen abzuurteilen und einzusortieren. Wir müssen raus aus diesem ganzen Karteikastensystem. Erst dann entdecken wir unsere innere Größe, unsere grenzenlose Schönheit wieder und erst dann ist richtige Begegnung – Austausch und Berührung – mit anderen Menschen möglich.
Da war so viel Lärm in meinem Kopf früher, dass dieser Mensch, der ich gern sein wollte, das Wunder, das ich längst schon war, gar nicht mehr wirklich hören, sehen oder spüren konnte. Noch vor sechs Jahren ahnte ich nicht einmal, dass es einen Weg zurück zu mir selbst gab – und dass ich erst mich selbst wiederfinden musste, um anderen Menschen wirklich begegnen zu können.
Ich hätte nach diesem Weg zu meinem wahren Selbst auch nicht im Navigationssystem meines Autos gesucht. Ich kam damals überall an, nur eben nicht bei mir und im Frieden mit mir – und erst recht nicht in einer erfüllten Beziehung. Ich kannte die kürzeste Strecke zu McDonald’s und wusste die Adresse jeder Apotheke im Umkreis von fünfundzwanzig Kilometern. Und auch auf der Datenautobahn im Internet und im Dschungel der Dating-Apps war ich zielsicher unterwegs – irgendwohin, zu irgendjemandem, immer beschäftigt, so sehr, dass mir meine Orientierungslosigkeit gar nicht bewusst war. Ich kannte mich aus, aber ich fühlte mich immer mehr enttäuscht und wusste auch bald gar nicht mehr, wo ich...
| Erscheint lt. Verlag | 22.9.2017 |
|---|---|
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Psychologie |
| Schlagworte | Janice Jakait • Liebe • Liebeskummer • Partnerschaft • Trennung |
| ISBN-10 | 3-95803-157-9 / 3958031579 |
| ISBN-13 | 978-3-95803-157-9 / 9783958031579 |
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