Der philosophische Reiseführer
marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
978-3-7374-1103-5 (ISBN)
Dr. Hartmut Sommer, geb. 1952, war nach einem Studium der Erziehungswissenschaften und Philosophie als Berater für Bundesministerien und -behörden sowie in der Digitalen Bildung und philosophischen Erwachsenenbildung tätig. Daneben umfangreiche Publikationstätigkeit mit Veröffentlichungen zur Philosophie, Theologie und Didaktik. Er lebt als freier Autor und Übersetzer in Bad Honnef.
VorwortKapitel 1 Vernunft und Beschauung Mit Albertus Magnus und Thomas von Aquin unterwegs nach Köln Kapitel 2 Das Wesen des ersten Prinzips Die Minoritenkirche zu Köln:Wirkungsstätte und Grablege von Duns ScotusKapitel 3 Durchbruch zum weiselosen UrgrundMeister Eckharts Kloster in ErfurtKapitel 4 Unendlichkeit und Können-SelbstDas Herz und die Bibliothek des Nikolaus von KuesKapitel 5 Weisheit und Torheit der Welt Mit Jan van Ruysbroek im Wald der Mystiker und zum Haus des Erasmus von Rotterdam in AnderlechtKapitel 6 Exkurs: Die Theosophie als Seitenlinie der Renaissancephilosophie Jakob Böhmes GörlitzKapitel 7 Die pansophische Einheit des Wissens Das Comenius-Mausoleum in der Festungsstadt Naarden, die Hohe Schule in Herborn und das Comenius-Haus in Amsterdam Kapitel 8 Das notwendige Eine Mit Spinoza in Rijnsburg, Den Haag und AmsterdamKapitel 9 Die beste aller Welten Das Leibnizhaus in Hannover und die Herzog August Bibliothek in WolfenbüttelKapitel 10 Das Ding an sich Mit Immanuel Kant in Königsberg/KaliningradKapitel 11 Die letzte Reise des Magus Mit Johann Georg Hamann im MünsterlandKapitel 12 Ursprung der Sprache und die Humanität Die Wirkungsstätten von Johann Gottfried Herder in Bückeburg und WeimarKapitel 13 Der Geist und die Sehnsucht Das Stift und der Turm in Tübingen Hegel, Schelling, Hölderlin Kapitel 14 Exkurs: Die Erben der dialektischen Methode und die Nachwirkung Hegels Das Marx-Haus in Trier und das Engels-Haus in Wuppertal Kapitel 15 Der blinde Weltgrund Mit Arthur Schopenhauer in FrankfurtKapitel 16 Die Rückkehr des Dionysos Nietzsches Sils Maria im OberengadinKapitel 17 Der Weg durch Ungewissheit und Wagnis Zu den Wurzeln von Peter Wust:Das Geburtshaus in Rissenthal, Konvikt und Gymnasium in Trier Kapitel 18 Das Sein und die Eigentlichkeit Heideggers Heimatort Meßkirch und seine Hütte in TodtnaubergKapitel 19 Belebender ZustromDas Beuron Edith SteinsKapitel 20 Dialog und DialektikMit Martin Buber und Theodor W. Adorno an der Bergstraße und im OdenwaldKapitel 21 Der utopische SternErnst Bloch und die Künstlerkolonie in Berlin-Wilmersdorf Kapitel 22 Sagen, was ich sehe Zwei Wirkungsstätten von Romano Guardini: St. Ludwig in München und Burg Rothenfels am MainKapitel 23 Die Selbstentmächtigung Gottes und die Verantwortung des Menschen Das Elternhaus von Hans Jonas und die Spuren jüdischen Lebens in MönchengladbachPhilosophische Reiseziele Übersicht nach Städten/Orten Philosophische Reiseziele Übersicht nach Philosophen/Personen Bildnachweis
Bis heute ist das Stift Ausbildungsstätte für protestantische Theologen und wie zu Zeiten Hegels, Schellings und Hölderlins wird es von einem Ephorus geleitet. Eine Gedenktafel am Brunnen im Vorhof erinnert an den Orientalisten Professor Schnurrer, der während der Studienzeit der drei dem Stift vorgestanden hat. Im Innenhof, dem ehemaligen Kreuzgang, hört man fröhliche junge Stimmen. An seine Nordseite grenzt eine große überdachte Terrasse, die sogenannte Altane. Ein Stiftler läutet dort ausgelassen die kleine Glocke auf dem Dach eines baldachinartigen Überbaus. Sie ruft in den Speisesaal, der sich noch immer im Südflügel befindet, mit freiem Blick über die Stiftsgärten zum Neckar hin. Der lange Saal mit den rissigen alten Holzsäulen in der Mitte hat etwas von einem mönchischen Refektorium, nur dass nicht Äbte auf den Gemälden an der Wand abgebildet sind, sondern württembergische Herzöge. Insgesamt ist es jetzt wohl bequemer im Stift. Die Stubenöfen wurden durch eine Zentralheizung ersetzt und der Altbau mit einem Lift ausgestattet. Wir gehen durch das kahle Gemäuer des Treppenhauses neben dem Lift auf die Altane und schauen hinunter in den Innenhof, der mit Rosen schön berankt ist. Vielleicht haben sich die drei genau hier nebeneinander auf die Brüstung gelehnt und ihre Ideen ausgetauscht. Sie hätten sich nicht träumen lassen, dass hinter ihnen an der Wand einmal ihr Bronzerelief hängen würde, zusammen mit dem Keplers. Von David Friedrich Strauß (1808-1874) konnten sie noch nichts wissen. Er sollte vier Jahrzehnte später als Repetent am Stift lehren und anknüpfend an Hegels Philosophie in seinem umstrittenen Buch Das Leben Jesu die biblischen Geschichten als bloße Mythen deuten. Er musste das Stift nach Erscheinen des Buches verlassen. In einem Eck der Altane hat er trotzdem eine Gedenkplatte erhalten, allerdings ohne Porträt. Mit noch immer nachklingender Bitternis wird darauf vermeldet: »Repetent von 1832-35. Verfasser des 'Leben Jesu'. Ärgernis und Anstoß für Theologie und Kirche.« Vom Stift geht man in wenigen Minuten zum Markt, den wie zu Zeiten der drei Freunde das Rathaus von 1435 mit seiner bemalten Fassade dominiert. Dort, wo jetzt das Geschäftshaus mit der Nummer 7 steht, war das Wirtshaus zum Alten Lamm, in dem die drei kräftig dem Wein zugesprochen und ihre Köpfe über philosophischen Ideen zusammengesteckt haben. Zurück sind sie vielleicht auf Schleichwegen gegangen, über die schmalen Treppen von der Münzgasse hinunter zum Stift, ein wenig unsicher, Hölderlin dabei seine neuen Verse rezitierend.
| Erscheinungsdatum | 04.12.2018 |
|---|---|
| Zusatzinfo | zahlreiche Abbildungen |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 140 x 210 mm |
| Gewicht | 514 g |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Allgemeines / Lexika |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Geschichte der Philosophie | |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Philosophie der Neuzeit | |
| Schlagworte | Anderlecht • Biographie • Denker • Geschichte • Hannover • Hegel • Hölderlin • Humanismus • Idealismus • leibniz • Moderne • Neuzeit • Nietzsche • Philosophie • Reiseführer • Schelling • Scholastik • Sils Maria • Tübingen • Wirkungsstätten |
| ISBN-10 | 3-7374-1103-4 / 3737411034 |
| ISBN-13 | 978-3-7374-1103-5 / 9783737411035 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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