Profiteur der Krise (eBook)
483 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-31061-9 (ISBN)
Dr. Mark Schiefer war Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Stasi-Unterlagen-Archivs in Berlin.
Dr. Mark Schiefer war Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung des Stasi-Unterlagen-Archivs in Berlin.
Cover 1
Title Page 4
Copyright 5
Table of Contents 6
Body 12
1. Einleitung 12
1.1 Thema der Arbeit: Die Überwachung der DDR-Chemieindustrie 12
1.2 Fragestellungen 15
1.3 Aufbau der Arbeit 20
1.4 Quellengrundlage 23
1.5 Literatur und Forschungsstand 34
1.6 Die Chemiekombinate Bitterfeld, Leuna und Buna – Entstehungsgeschichte und gemeinsame Merkmale 47
2. Die Einbindung der Staatssicherheit in die Planwirtschaft 60
2.1 Generalkontrollbeauftragter der SED: Über die Zuständigkeiten und Funktionen des MfS in der Planwirtschaft 61
2.2 Der Gegenstand der Überwachung: Schauplätze und Akteure der Planwirtschaft 66
2.2.1 Das Anliegen der sozialistischen Wirtschaftsordnung 66
2.2.2 Grundsatzplanung und Interventionsrecht: Die politische Führungsrolle der SED 68
2.2.3 Begrenzte Mitbestimmung: Die Rolle der Betriebe im Pro-zess der Planung und Planumsetzung 70
2.2.4 Betriebe unter Aufsicht: Die Vielfalt der Plankontrollen 74
2.2.5 Trennung von Produktion und Handel: Das Außenhandelsmonopol 79
2.3 Die Einbettung des MfS in die Planwirtschaft: Die Linie XVIII 83
2.3.1 Die Hauptabteilung XVIII 84
2.3.2 Die Abteilung XVIII der Bezirksverwaltung Halle 86
2.3.3 Die Präsenz des MfS im Betrieb: Die Objektdienststellen in den Kombinaten Buna, Leuna und Bitterfeld 88
2.4 Arbeitsmethode I: Die inoffiziellen Mitarbeiter 97
2.4.1 Die Eigenschaften des IM-Bestands der Linie XVIII 100
2.4.2 Im Zentrum der IM-Werbung: Reisekader und Führungskräfte 103
2.4.3 Anleitung und Zusatzbelastung: Die Arbeitsaufträge des MfS 107
2.4.4 Weltanschauliches Engagement, Rückversicherung oder normale Berufspflicht? Über die Motivlage der inoffiziellen Mitarbeiter in den Chemiekombinaten 111
2.4.5 Kombinatsspitze unter Kontrolle: Die Überwachung des Generaldirektors 120
2.4.6 Vertrauensmann des MfS: Der Sicherheitsbeauftragte als inoffizieller Mitarbeiter der besonderen Art 123
2.4.7 Löcher im Netzwerk: Die schwierige IM-Rekrutierung unter Arbeitern, Jugendlichen und ausländischen Fachkräften 142
2.5 Arbeitsmethode II: Die offizielle Zusammenarbeit im Betrieb 147
2.5.1 Kollegialität auf Leitungsebene: Die Zusammenarbeit zwi-schen dem Generaldirektor und dem Leiter der Objektdienststelle 149
2.5.2 Plankontrolle, Plandruck und Planlogik – oder: Das MfS als integraler Bestandteil der Planwirtschaft 153
2.6 Arbeitsmethode III: Die Überwachungsvorgänge des MfS 161
2.6.1 Der Operative Vorgang 162
2.6.2 Die Operative Personenkontrolle 166
3. Verflechtung als Risiko – Die Überwachung der Chemiekombinate unter den Bedingungen der ökonomischen Öffnung der DDR 1971–1976 174
3.1 Wachstum durch Wohlfahrt: Die neue Wirtschaftspolitik seit dem VIII. Parteitag der SED im Jahr 1971 175
3.2 Öffnung als Sachzwang: Der Aufschwung des Westhandels als Grundlage einer neuen Konsum- und Sozialpolitik 186
3.3 »Tarnfirmen« und »Kontrahenten«: Westliche Unternehmen in der Vorstellungswelt des MfS 192
3.4 »Ansatzpunkte für Feindangriffe« – Der misstrauische Blick des MfS auf die Führungskräfte im Kombinat 196
3.4.1 Zeitaufwendig, politisch und restriktiv: Die »Sicherheitsüberprüfung « des MfS als entscheidende Etappe des Kaderbestätigungsverfahrens 201
3.4.2 Unter Rechtfertigungsdruck: Die Anleitung der Außenhändler durch Direktiven und Berichtspflichten 207
3.4.3 Im Dienste des MfS: Die Reisestelle des Kombinats 211
3.5 »Stützpunkt« der BASF? Die Westabhängigkeit der Wolfener Farbenfabrik als Ermittlungsgegenstand des MfS 217
3.5.1 Abschluss mit Hindernissen: Die »operative« Arbeit zwischen schrankenloser Überwachungspraxis und begrenzter Sanktionsfähigkeit 225
4. Absicherung einer Krisenbewältigung – Die Rolle des MfS in der Phase der Verschuldung und Konsolidierung 1977–1983 236
4.1 Handel im Defizit – über die inneren und äußeren Ursachen einer neuen ökonomischen Herausforderung 237
4.1.1 Blockierte Führung: Der Aufschub von Reformen und die Eskalation der Schuldenkrise 241
4.2 Aufruf zur Abschottung: Die drohende Zahlungsunfähigkeit der DDR und der Lösungsansatz des MfS 246
4.3 Konsolidierungsschritt I: Die Lockerung des Außenhandelsmonopols und die schrittweise Einbindung der Kombinate in den internationalen Warenaustausch 249
4.3.1 Reformen ohne Wirkung: Die Organisation des Außenhandels als ökonomisches Hemmnis 255
4.3.2 Nutznießer im Kompetenzgerangel: Die Ermittlungen des MfS im Spannungsfeld der Außenhandelsakteure 260
4.4 Konsolidierungsschritt II: Aufbau einer gesonderten Außenhandelsorganisation 264
4.4.1 Das Verhältnis von MfS und KoKo 268
4.4.2 Vermittler unter Verdacht: Das Vertretergeschäft im Blick des MfS 272
4.4.3 »Ein zu großes Risiko« – Die Überwachung der Essener Handelsfirma Plast-Elast-Chemie (Plel) 275
4.5 Konsolidierungsschritt III: Braunkohle fördern, Erdöl veredeln und Material einsparen – Über die »letzte Langfriststrategie« der SED 289
4.5.1 Carbochemie und Höherveredelung: Die Umsetzung der Entschuldungspolitik in den Chemiekombinaten am Beispiel der Leuna-Werke 292
4.6 Mehr als nur Entschuldung: Die Methode der Kompensation als Versuch einer umfassenden industriellen Erneuerung 299
4.6.1 In der Einkaufsfalle: Die ökonomischen Folgen der Kom-pensationsmethode 302
4.6.2 Gesetzgebung, Pläne, Inspektionen: Das Vertrauen des Staates auf Anleitung und Kontrolle 306
4.7 Das MfS als eine weitere Komponente der staatlichen Krisenreaktion 309
4.7.1 Überwachung einer Führungskraft: Die passive Beobachterrolle des MfS gegenüber dem Betriebsdirektor für Erdöl/ Olefine in den Leuna-Werken 311
4.7.2 Die Überwachung eines größeren Investitionsprojekts: Die Stabilisierung der neu erworbenen Methanolanlage mit geheimpolizeilichen Mitteln 313
4.7.3 Überwachung eines zentralen Betriebsbereiches: Die Disziplinierung der Hauptabteilung Absatz in Buna 316
4.8 Fehlerquelle »Mensch« – Über die Personalisierung von Strukturproblemen und die Vorstellung von der »objektiv richtigen« Entscheidung 323
4.9 Ehrlichkeit als Verhängnis – Paul Just und die Suche des MfS nach den »subjektiven« Problemursachen 325
4.10 Druck statt Hilfestellung – Die ausbleibende Steuerungsleistung des MfS 333
4.11 Kollektive Bestrafung – Die Reaktion des MfS auf die Flucht des Abteilungsleiters für Lizenzen im Kombinat Buna 338
5. Staatssicherheit in der Gefahrenzone: Die ökonomische Überforderung der Chemiekombinate und die Suche des MfS nach politischer und technischer Stabilität 1984–1989 354
5.1 Erfolgreiche Entschuldung: Der Ausgleich der Außenhandelsbilanz und die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit 356
5.2 Die Kosten der Konsolidierung 358
5.2.1 Kosten für die Verbraucher: Die Reduzierung der Versorgung für Privathaushalte und Betriebe 359
5.2.2 Kosten für die natürliche Umwelt: Die ökologischen Folgen der Wirtschaftspolitik 361
5.2.3 Kosten für die industrielle Substanz: Die Umschichtung und Absenkung von Investitionen und der Verfall der Industrieanlagen 364
5.3 Dynamik des Niedergangs: Der betriebliche Arbeitsalltag zwischen Verschleiß, Abwanderung, Überlastung, Produktionsstörung – und noch mehr Verschleiß 366
5.4 Den Teufelskreis durchbrechen: Fünf Notmaßnahmen für eine Stabilisierung der Produktionsbetriebe 372
5.4.1 Krisenreaktion I: Anreize gegen Abwanderung – die Bindung, Mobilisierung und Belehrung der Industriebeschäftigten 372
5.4.2 Krisenreaktion II: Der Einsatz von Arbeitskräften unter Zwang 374
5.4.3 Krisenreaktion III: Instandhaltung von Altanlagen – Das Bitterfelder »RSM«-Programm als Fallbeispiel 376
5.4.4 Krisenreaktionen IV und V: Analyse und Kontrolle – Die Produktionssicherheit der Chemiekombinate als Ange-legenheit des MfS 381
5.5 Gutachter des Verfalls: Die analytische Seite des MfS 382
5.5.1 Detailfülle, Dramatik – aber nur wenig Erkenntnis: Die begrenzte Aussagekraft der MfS-Analysen 385
5.5.2 Mahner ohne Einfluss – die ausbleibende Wirkung der MfS-Berichterstattung am Beispiel der Salpetersäureanlage in Bitterfeld 388
5.5.3 Kommunikationsstrecke und ersehntes Korrektiv – Das MfS als Ansprechpartner frustrierter Funktionäre 393
5.6 Hauptursache: »Schlamperei« – Die staatlichen Leiter im Fokus des MfS 395
5.7 Disziplinarische Herangehensweise I: Der offizielle Kontrollgang oder: Das Vertrauen des Staates auf Regularien und Institutionen 401
5.7.1 Aufwand ohne Nutzen: Der kontraproduktive Effekt des ausgebauten Kontrollregimes 405
5.8 Disziplinarische Herangehensweise II: Abhilfe bei chronischen Schwierigkeiten – Der OV »Reko« und die Klage über eine »Produktionsideologie« 409
5.9 Disziplinarische Herangehensweise III: Ermittlungen im Ausnahmezustand 414
5.9.1 Fallbeispiel I: Der Großbrand im VEB Orbitaplast Weißandt-Gölzau 414
5.9.2 Fallbeispiel II: Der Tod zweier Häftlinge in den Bitterfelder Chlorfabriken 424
5.9.3 Fallbeispiel III: Der drohende Kollaps der Bitterfelder Alt-anlage für Chlorate 433
5.10 Primat der Produktion und Vorrang des Westens: Die Ursachen für die Passivität des MfS in den Risikofabriken 440
6. Zusammenfassung 448
Danksagung 462
Anhang 464
Abkürzungen 465
Literatur- und Quellenverzeichnis 469
Zeitungsartikel 479
Internetressourcen 479
Nichtveröffentlichte Quellenbestände 480
Abbildungen 481
Personenregister 482
Angaben zum Autor 484
| Erscheint lt. Verlag | 16.4.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Analysen und Dokumente | Analysen und Dokumente des BStU. |
| Zusatzinfo | mit 8 Abb. |
| Verlagsort | Göttingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Zeitgeschichte |
| Schlagworte | Generalkontrollorgan • Industrie • Konsumpolitik • Ministerium für Staatssicherheit (DDR) • SED • Überwachung |
| ISBN-10 | 3-647-31061-1 / 3647310611 |
| ISBN-13 | 978-3-647-31061-9 / 9783647310619 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopierschutz. Eine Weitergabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persönlichen Nutzung erwerben.
Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seitenlayout eignet sich die PDF besonders für Fachbücher mit Spalten, Tabellen und Abbildungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten angezeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smartphone, eReader) nur eingeschränkt geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich