Personen und Persönlichkeiten
Aus dem Gedächtnis der jüngeren Generation längst verschwunden ist die Kenntnis, dass der heutige Pollingpark zwischen 1876 und 1889 ein Gottesacker, der sogenannte Friedhof II, war. So widmen sich die beiden Autoren zunächst der Entstehung und Umgestaltung dieser Friedhofsanlage sowie der Beschreibung dort bestatteter Personen. Im zweiten Teil der Publikation beleuchten Mellies und Behrmann weitere auf dem Dessauer Friedhof III bestattete Persönlichkeiten.
Das vorliegende Buch ist der Folgeband der im Jahr 2014 erschienenen Publikation Personen und Persönlichkeiten – Erkundungen auf dem Dessauer Friedhof III. Beide Bände (Nr. 70 und 75) sind Teil der seit 1969 publizierten Reihe Zwischen Wörlitz und Mosigkau – Schriftenreihe zur Geschichte der Stadt Dessau und Umgebung
VORWORT — Nach dem Abschluss von Heft 70 in der Schriftenreihe »Zwischen Wörlitz und Mosigkau«, das sich mit Personen und Persönlichkeiten auf dem 1889 eröffneten historischen Friedhof III beschäftigt, erreichten uns zahlreiche Hinweise zu weiteren erwähnenswerten Personen. Auch eigene Recherchen brachten viele neue und interessante Informationen zu diesem Friedhof als auch zu seinem Vorläufer, dem nur wenige Jahre bestehenden Friedhof II (heutiger Pollingpark), zu Tage. Die Ergebnisse zu veröffentlichen und für die Nachwelt festzuhalten, ist das Anliegen dieses Fortsetzungsbandes. Wer sich über allgemeine Angaben zur Entstehung der Dessauer Friedhöfe und insbesondere zum Friedhof III informieren möchte, der möge das 2014 erschienene Heft Personen und Persönlichkeiten. Erkundungen auf dem Dessauer Friedhof III zu Hilfe nehmen. Die hier vorliegende Publikation widmet sich zunächst einem Gang über den Friedhof II. Als der 1787 am Askanischen Platz angelegte Friedhof I in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an die Grenzen seines Fassungsvermögens stieß und für weitere Bestattungen geschlossen wurde, benötigte Dessau einen neuen Begräbnisplatz. Mit der Anlage des Friedhofs II im Jahr 1876 hoffte man, das Bestattungsproblem gelöst zu haben, doch die Enge des allseits von bewohnten Straßen eingeschlossenen Areals machte die Kurzlebigkeit (soweit man bei einem Friedhof davon sprechen kann) dieser Lösung vorhersehbar. Schon 1889 mit Eröffnung des Friedhofs III. wurde der Friedhof II geschlossen. Man hatte ihn wohl von Anfang an nur als Interimslösung betrachtet, und doch, trotz der kurzen Lebensdauer, fanden hier rund 9.000 Bürger ihre letzte Ruhestätte, unter ihnen eine ganze Reihe bedeutender Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Was wenige Alte noch aus eigener Erinnerung wissen, ist aus dem Gedächtnis der jüngeren Generationen längst verschwunden. Wer denkt heute, wenn er auf einer Bank im Pollingpark eine Ruhepause einlegt und den spielenden Kindern zusieht daran, dass zu seinen Füßen Tausende Tote begraben liegen? Noch vor wenigen Jahren stieß man bei Tiefbauarbeiten im Pollingpark auf einen metallenen Sarg. Leider wurde bei der Auflassung dieses Friedhofs nichts dokumentiert, und es gab auch keinen Chronisten Ludwig Würdig mehr, der zu seiner Zeit (1877) die auf dem Historischen Friedhof und auf dem Friedhof I Bestatteten akribisch erfasst hatte. Würdig selbst wurde auf dem Friedhof II begraben und damit, ungeachtet all seiner Verdienste, wie alle dort Ruhenden dem Vergessen anheimgegeben. Um bei dieser Gelegenheit mit einem verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Würdig bezeichnete einst die Erweiterung des historischen Erdmannsdorff-Friedhofs als Zweiten Friedhof, was bei späteren Generationen zur Verwechslung mit dem hier beschriebenen Friedhof II führte. Die südlich angefügte Erweiterung des Historischen Friedhofs aber führt offiziell den Namen Friedhof I. Die Quellenlage zum Friedhof II ist mager, aber das Wenige, das noch zu finden ist, möchten wir den Lesern, auch für kommende Generationen, überliefern. Natürlich ist uns bewusst, dass auch die ewige Ruhe begrenzt ist und Friedhöfe, wie alles auf Erden, vergänglich sind. Sie sind aber steingewordene Geschichtsbücher, und ihre archivalische Konservierung sollte eigentlich verpflichtend sein. Lagepläne und Fotografien schaffen dafür die Voraussetzung, aber am Beispiel des Friedhofs II – eingeebnet vor 1955 – erleben wir, wie schwierig bereits nach nur 60 Jahren die Dokumentenlage sein kann. Für jegliche über unseren Kenntnisstand hinausgehende Information sind wir deshalb von Herzen dankbar. Immerhin – dem ehemaligen Stadtchronisten Bernhard Heese verdanken wir eine Sammlung von Zeitungsartikeln, die dank der Aufmerksamkeit von Dipl.-Hist. Günter Ziegler der Nachwelt erhalten blieb. Vorzugsweise auf sie stützen wir uns bei unserem imaginären Gang über den verschwundenen Friedhof II. Im zweiten Teil widmen wir uns Nachträgen zu auf dem Friedhof III bestatteten Personen und Persönlichkeiten. Es ist uns klar, dass wir bei einstigen 70.000 Belegungen wiederum nur eine enge Auswahl bieten können. Jeder, der bekannte Vorfahren oder sonstige Persönlichkeiten in der Aufzählung vermisst, möge uns verzeihen. Die Zusammenstellung fand ihre Grenzen in der Quellenlage. Auch war die Registratur in der Nachkriegszeit nicht immer lückenlos. Trotzdem möchten wir Frau Heidrun Willfeld vom Stadtpflegebetrieb, dem Stadtarchiv Dessau-Roßlau, dem Landeskirchenarchiv Anhalt (den Herren Günther Preckel und Dr. Jan Brademann), sowie allen privaten Hinweisgebern herzlich für ihre Hilfe danken. Unermüdlich hat Frau Willfeld Anfragen nach Koordinaten der Liegestellen beantwortet. Dennoch konnten wir nicht alle gewünschten Grablegen ausfindig machen, da manche inzwischen zwei- oder dreifach belegt sind. Auch durch Einebnung sind Gräber verschwunden. Grabsteine wurden auf Grund mangelnder Standsicherheit umgelegt, ihre Inschriften waren damit in vielen Fällen nicht mehr lesbar. Durch das hohe Eigengewicht versinken die Steine im Lauf der Jahrzehnte im Erdreich. Efeu deckt wie ein Teppich alles zu. Nicht immer gibt ein Grabstein sein Geheimnis auf Anhieb preis. Ausgebleichte und verwitterte Inschriften forderten bisweilen detektivischen Spürsinn. Spezielle Lichtverhältnisse mussten abgewartet oder künstlich erzeugt werden, um Schriftzüge zu entziffern. Immerhin konnten auf diese Weise mancherlei Irrtümer in den vorhandenen Unterlagen korrigiert werden, da in unseren Augen die Inschrift auf dem Stein Urkundenwert besitzt. Dies betrifft überwiegend Lebens- und Sterbedaten, aber auch die Schreibweise der Namen. Insbesondere danke ich meinem Mitstreiter, Herrn Klaus Behrmann, der mich bei den Recherchen vor Ort und in den Archiven tatkräftig unterstützt hat. Obwohl bereits drei Abteilungen eingeebnet sind, hat der Friedhof III noch immer den speziellen Charme einer Anlage des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Man muss sich nur die Zeit nehmen, ihn zu entdecken, wozu wir Sie hiermit herzlich einladen. Dessau, im Herbst 2017 Hans-Joachim Mellies und Klaus Behrmann
| Erscheinungsdatum | 02.02.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Personen und Persönlichkeiten ; 2 | Zwischen Wörlitz und Mosigkau ; 75 |
| Zusatzinfo | farbig und sw |
| Verlagsort | Dessau |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 1900 x 2500 mm |
| Gewicht | 320 g |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Geschichte / Politik ► Regional- / Landesgeschichte |
| Geisteswissenschaften ► Geschichte ► Regional- / Ländergeschichte | |
| Geschichte ► Teilgebiete der Geschichte ► Kulturgeschichte | |
| Schlagworte | Anhalt • Anhalt-Dessau • Biografien • Dessau • Friedhof • Friedhöfe • Friedhofskultren • Friedhofsordnungen • Genealogien • Heraldik • namens • Namensregister • Regionalgeschichte • Register • Sachsen-Anhalt • Sepukralarchitekturen • Sepukralkulturen |
| ISBN-10 | 3-945927-06-4 / 3945927064 |
| ISBN-13 | 978-3-945927-06-9 / 9783945927069 |
| Zustand | Neuware |
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