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Décadence und Visualität in drei Romanen Paul Leppins: Daniel Jesus, Severins Gang in die Finsternis und Blaugast

Buch | Softcover
312 Seiten
2017
epubli (Verlag)
978-3-7450-6191-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Décadence und Visualität in drei Romanen Paul Leppins: Daniel Jesus, Severins Gang in die Finsternis und Blaugast - Constanze Derham
CHF 31,90 inkl. MwSt
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Der Prager Schriftsteller Paul Leppin (1878-1945) galt als Klassiker der deutschsprachigen Literatur aus Prag. Die Arbeit analysiert seine Romane aus dem Blickwinkel der literarischen Décadence.
Der Prager Schriftsteller Paul Leppin (1878-1945), Autor von Romanen, Lyrik, Dramen und Feuilletons, gehört zu den weniger bekannten Autoren der deutschsprachigen Prager Literatur des späten 19., frühen 20. Jahrhunderts. Galt er zunächst aufgrund seines bohèmehaften Lebensstils und der tabubrechenden Thematisierung von Sexualität in seinen Texten als enfant terrible des Prager Literaturbetriebs, wurde er in der Zwischenkriegszeit in den Rang eines Klassikers der deutschsprachigen Literatur aus Prag erhoben. Die bisher vor allem auf die Biographie fokussierte Rezeption Leppins ist eng mit der Auffassung einer Sonderstellung der Prager deutschen Literatur verbunden, die aus heutiger Sicht hinterfragt werden muss.
Die Arbeit analysiert drei seiner Romane - Daniel Jesus (1906/10), Severins Gang in die Finsternis (1914) und Blaugast (1930er Jahre, posthum erschienen) - im Hinblick auf ihre Zugehörigkeit zur literarischen Décadence um 1900. Das Motiv des Sehens und der Unschärfe, einhergehend mit einer fluiden Identität der Protagonisten, verknüpft diese Romane mit Diskursen der Jahrhundertwende um die Grenzen der Sprache und der Auflösung des Ichs. In der stereotypen Gestaltung der Frauenfiguren als unschuldige und selbstlose Kindfrauen oder gefährliche Verführerinnen bleiben die Romane in konventionellen Mustern verhaftet, während in der Referenz auf die Stadt Prag in Severins Gang in die Finsternis und Blaugast der Mythos der Stadt zum Teil bereits selbst thematisiert und ironisch gebrochen wird.
Die Verschiebung in der Rezeption Leppins - vom Skandalautor zum Klassiker - deutet zugleich die Wandlungsprozesse in der Struktur des Literarischen Feldes (in Anlehnung an Bourdieu) in Prag in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts an.

Constanze Derham studierte Germanistik, Bohemistik und Soziologie in Regensburg. Brno und Leipzig und arbeitet jetzt als freie Autorin in Berlin. Das Buch entstand als Dissertation an der Universität Leipzig und wurde für den Otokar-Fischer-Preis 2018 nominiert.

Erscheinungsdatum
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 623 g
Themenwelt Literatur Essays / Feuilleton
Geisteswissenschaften Sprach- / Literaturwissenschaft Literaturwissenschaft
Schlagworte Bohemistik • Böhmen • Décadence • Deutschsprachige Prager Literatur • Germanistik • literarisches Feld • Literaturwissenschaft • Prag • Tschechien • Westslavistik
ISBN-10 3-7450-6191-8 / 3745061918
ISBN-13 978-3-7450-6191-8 / 9783745061918
Zustand Neuware
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