The late work of the great Hungarian historian Domokos Kosáry, Ungarn und die internationale Politik 1848–1849 [Hungary and International Politics in 1848–1849], deals with a much written-about subject. Yet no other historian has ever presented it in the way Kosáry does. The conflict between Austria and Hungary, leading to a war in the early autumn of 1848, is described by Kosáry in a general survey of European opinions and interests of that time, as they existed in London and Paris, St. Petersburg and Istanbul, Turin, Belgrade and Bucharest. He also describes the activities of exiled Eastern-Central-European personalities in great detail, especially those undertaken by the Polish prince Czartoryski. As a result, he shows that England, the leading European power at that time, did indeed feel a certain sympathy with the Hungarian war of independence but British foreign policy, shaped by Palmerston, consistently and sharply opposed Hungary’s secession. In London’s view, a strong Austrian Empire in the middle of the continent remained a strict necessity due to its function as a counterweight to Russia. The Hungarian government, born in the revolution of 1848, had overestimated its international elbow room. In addition, it complicated Hungary’s situation by a long-lasting, firm policy against the autonomy-ambitions of national minorities. True, the possibilities for the Hungarians were greatly restricted as the Austrian side never showed any readiness to negotiate with “rebels”. Kosáry’s conclusion, with regard to the past as well as the present and addressing Hungary (and all small countries), reads as follows: since the early 16th century, autonomous policies in Europe have only worked within borders created by changes in the European system. Only within the respective margin can damage be minimised or advantages perceived. Das Spätwerk des großen ungarischen Historikers Domokos Kosáry „Ungarn und die internationale Politik 1848–1849“ behandelt ein Thema, mit dem sich schon zahlreiche Historiker auseinandergesetzt haben, das aber in der von Kosáry gewählten Perspektive noch von niemandem dargestellt worden ist. Den im Frühherbst 1848 in einen Krieg mündenden Konflikt zwischen Österreich und Ungarn zeigt Kosáry im gesamteuropäischen Zusammenhang, im Lichte der Meinungen und Interessen, die in London und Paris, Sankt Petersburg und Istanbul, Turin, Belgrad und Bukarest bestanden. Viel Raum widmet er auch der Tätigkeit von exilierten ostmitteleuropäischen Persönlichkeiten, zuvorderst den Bestrebungen des polnischen Fürsten Czartoryski. Dabei erweist sich, dass namentlich England, die führende europäische Macht, für den Freiheitskrieg der Ungarn zwar Sympathien hegte, die von Palmerston geführte britische Außenpolitik aber sehr entschieden gegen Ungarns Sezession eintrat, da man in London im Fortbestand eines starken Österreichischen Kaiserreichs in der Mitte des Kontinents ein notwendiges Gegengewicht zu Russland erblickte. Die aus der 1848er Revolution hervorgegangene ungarische Regierung, die sich ihre Lage durch eine lange Zeit unnachgiebige Politik gegenüber den Nationalitäten im eigenen Land zusätzlich erschwerte, überschätzte ihren internationalen Spielraum. Ihre Möglichkeiten waren tatsächlich stark eingeschränkt, da die österreichische Seite zu keinem Zeitpunkt Bereitschaft zeigte, sich mit „Rebellen“ auf Gespräche einzulassen. Kosárys für die Vergangenheit, doch auch für die Gegenwart geltendes Fazit mit Blick auf Ungarn und auf alle Kleinstaaten: Eigenständige Politik in Europa lässt sich seit dem frühen 16. Jahrhundert stets nur innerhalb der Grenzen führen, die durch die Wandlungen des internationalen Systems entstehen; einzig innerhalb der jeweiligen Marge ist es gegeben, Schäden zu mildern oder Vorteile wahrzunehmen.
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