Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Auguren des Geldes (eBook)

Eine Kulturgeschichte des Finanzjournalismus in Deutschland 1850-1914

(Autor)

eBook Download: PDF
2017 | 1. Auflage
382 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-35206-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Auguren des Geldes -  Robert Radu
Systemvoraussetzungen
79,00 inkl. MwSt
(CHF 77,15)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Zwischen den 1850er Jahren und dem Ersten Weltkrieg entstand an der Schnittstelle von Presse und Finanzsektor ein journalistisches Feld, das die gesellschaftliche Kommunikation über finanzielle Themen auf eine gänzlich neue Weise organisierte und so zu einer wichtigen Einflussgröße in der öffentlichen Wahrnehmung und Deutung finanziellen Geschehens avancierte: der »moderne« Finanzjournalismus betrat die Bühne der Geschichte. Die Studie zeichnet seine Entstehungsgeschichte in Deutschland nach und berücksichtigt dabei konsequent seine transnationale Ausrichtung. So rücken neben den deutschen Finanzzentren Berlin und Frankfurt auch international tonangebende Metropolen wie New York und Schuldnerstaaten deutschen Kapitals wie Italien, Russland und Griechenland in den Fokus. Die Studie versteht sich dabei nicht allein als Medien- und Journalismusgeschichte, sondern zugleich als politische Kulturgeschichte und kulturhistorisch erweiterte Wirtschaftsgeschichte. Ihr Erkenntnisinteresse ruht auf zwei Bereichen: erstens auf der Genese, Entwicklung und Professionalisierung eines finanzjournalistischen Feldes, seiner medialen Institutionen und Angebote, seiner Akteurskonstellationen sowie seinen sich wandelnden Normen und alltäglichen Praktiken; zweitens interessiert sich die Arbeit für die politische und handlungsleitende Relevanz, die finanzjournalistische Kommunikation für Staat und Gesellschaft des Kaiserreiches zeitigte. Wie politisch wirkmächtig waren finanzjournalistische Deutungsangebote? Und wie suchte die Politik ihrerseits Einfluss auf Akteure und Inhalte des Finanzjournalismus zu gewinnen?

Dr. Robert Radu ist Doctoral Education Advisor in der Stabsabteilung für Forschung und Innovation der Universität Stavanger, Norwegen.

Dr. Robert Radu ist Doctoral Education Advisor in der Stabsabteilung für Forschung und Innovation der Universität Stavanger, Norwegen.

Title Page 4
Copyright 5
Table of Contents 6
Body 12
Vorwort 12
Einleitung 14
I. Medien, Anleger und Finanzmarktgeschehen vor 1850 38
1. Finanzielle Marktvergesellschaftung 38
Staatsanleihen 39
Eisenbahnaktien 42
2. Finanzkommunikation 44
Interpersonale Kommunikation und Preisöffentlichkeit 45
Kursberichte 48
Kommunikationsverdichtung und Aufstieg der Zeitung als Finanzmedium 54
II. Von den ersten Börsenzeitungen bis zur »Großen Depression«: Die Formierung des Finanzjournalismus (1850–1879) 62
1. Programm und Praxis des Finanzjournalismus 62
1.1 Medien des Vertrauens? Finanzzeitungen und die Unsicherheit der Märkte 63
Aktualität, Objektivität und Vollständigkeit 64
Konsolidierung und Verdichtung finanzjournalistischer Kommunikation 67
Wirtschaftsboom und zweite Gründungswelle um 1870 69
1.2 Pioniere: Der subjektive Faktor im Pressegeschäft 72
Zeitungsgründer der ersten Stunde: Killisch, Scherer, Sonnemann 72
Redaktionspersonal als Wissens- und Vertrauensressource 77
2. Finanzmetropolen und journalistische Informationsakquise 83
2.1 Bankenviertel und Zeitungsredaktionen 84
Urbane Topografien 85
Private Räume: Zu Gast bei Bleichröder 87
Formelle Räume: Journalisten im Großbankenbetrieb 90
2.2 Telegrafische Kommunikationsräume 92
Börsentelegramme 92
Nachrichtenagenturen und globaler Nachrichtenverkehr 94
2.3 Die Börse als Kontaktzone 98
Journalisten als Besuchergruppe 99
Status und Kontrolle 101
Praxis der Börsenberichterstattung 105
Konflikte und Rivalitäten 109
3. Der »Gründungsschwindel« und die Hypothek der Finanzpresse 115
3.1 Interessenverschränkungen und Inseratengeschäfte 117
Besitzverhältnisse im Pressesektor 117
Handelsjournalisten als Gründer und Spekulanten 119
Emissionsprospekte 123
3.2 »Allein die Börsen-Zeitung […] trägt die Schuld!«: Medienkritik und Normenwandel nach dem Börsenkrach 128
Antiliberale und antisemitische Machinationen 129
Mehring gegen Schweitzer und Sonnemann 136
Normvorstellungen und Handlungsspielräume 143
Persistenz statt Reform 149
III. Skandale, Schulden, Staatsbankrotte: Die Politisierung des Finanzjournalismus (1880–1896) 156
1. Die »ökonomische Meinung« als Politikum 156
1.1 Presseausschnitte und Finanzmarktwirklichkeit 158
Zeitungslektüre als Modus der Welterschließung 158
Bankarchive 161
Behörden 163
Spekulationsgefahr als Medieninszenierung? 168
1.2 Pressepolitik: Bismarck und die Entdeckung der »ökonomischen Meinung« 175
Institutionelle Orte von »Pressearbeit« 176
Der Staat als Zeitungsmacher 178
Behördlich-journalistische Seilschaften 181
2. Presse, Kapitalexport und Außenpolitik 188
2.1 Finanzjournalismus als Waffe: Bismarck, die Kölnische Zeitung und der »amtliche Pressekrieg« gegen russische Wertpapiere (1887–1889) 189
Finanzinteressen und Hohe Politik 190
Franz Fischer: Redakteur und Russlandgegner 192
Die »amtliche Pressekampagne« 198
2.2 Die Verschiebung nationaler Zuständigkeit: Griechenlands Staatsbankrott von 1893 und die Eigendynamik der Presse 205
Deutsches Kapital in »Hellas« 206
Staatskredit und Öffentlichkeit 208
»Pressure groups«, Pressefuror und die Intervention der Reichsleitung 212
2.3 Bündnispolitik auf Anlegerkosten? Medien und politisches Kalkül in der italienischen Finanzkrise, 1889–1894 221
Hilferuf aus Rom 222
Berliner Pressemanöver 223
Auslandskorrespondenten und nationale Kommunikationskontrolle 228
Die Unbeherrschbarkeit der Medien 233
3. Journalistiches Fehlverhalten im Fokus von Staat und Öffentlichkeit 238
3.1 »Zeitungsbankiers« und »Trinkgelder-Unwesen«: Skandale im Nahbereich von Journalismus und Hochfinanz 239
Pluralisierung des Presseangebots 239
»Mischlingsmenschen«: der Zeitungsbankier als Skandalfigur 241
Korruption, Bestechlichkeit, Erpressung 246
3.2 »Der bewußten Irreleitung des Publikums […] entgegentreten«: Das Börsengesetz von 1896 als Rechtsordnung finanzieller Kommunikation 251
Börsen-Enquete-Kommission I: Die Hochfinanz über die Presse 252
Börsen-Enquete-Kommission II: Die Presse über die Hochfinanz 255
Gesetzliche Bestimmungen oder »Selbstentwicklung der Presse« 260
IV. Vom »Kuli der Börse« zum Anwalt der Öffentlichkeit? Die Professionalisierung des Finanzjournalismus (1897–1914) 266
1. Beschleunigung und Internationalisierung 266
1.1 Mobilität und Korrespondentennetze 267
Berlin als Fluchtpunkt 267
Journalisten auf Reisen 271
Am Puls der Weltbörsen: Auslandskorrespondenten 273
1.2 Journalistische Zeitstrukturen und die »moderne Nervosität« 277
»Die schnellste Zeitung der Welt« 277
Arbeitsalltag und Arbeitsüberlastung 283
2. Emanzipationsversuche und informelle Professionalisierung 288
2.1 »Geschlossene Gesellschaft« oder »offener Markt«? Der Kampf der Presse um die Börse 289
Geduldete Besucher: Die Rechtsstellung des Journalisten an der Börse 289
Gegen Gebühren! Der Zugang zum Börsenraum 293
Expansion der Öffentlichkeit 297
Das »berechtigte Interesse« und der Presseausschuss der Börse 303
2.2 »Es gilt jetzt als unehrenhaft, von Banken […] Vergütungen anzunehmen«: Standesbewusstsein, Sozialprestige und Distinktionsbestreben. 310
Die »Ehre der Finanzpresse« und ihre Promotoren 310
Wer nicht dazu gehört: Moralische Exklusion 319
Soziale Lage und soziales Prestige 325
2.3 »Gar viel und gar mannigfaches Handwerkszeug«: Vorbildung, Erfahrung und Begabung als Qualifikationsmerkmale 328
Was muss ein Handels- und Börsenjournalist können? 328
Spezialisierung und Theoretisierung 332
Schluss: Die Medialisierung des Ökonomischen 340
Abkürzungen 352
Quellen- und Literaturverzeichnis 354
Register 378
Personen 378
Medien 381

Erscheint lt. Verlag 12.6.2017
Reihe/Serie Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft
Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft.
Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft.
Zusatzinfo mit 10 Abb. und 3 Tab.
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Neuzeit (bis 1918)
Schlagworte Deutschland • Deutschland/19.und 20. Jahrhundert • Deutschland /20.Jahrhundert • Finanzwirtschaft • Geschichte des Journalismus • Journalismus • Mediengeschichte • Sozialgeschichte • Weimarer Republik • Weimarer Republik /Gesellschaft • Weimarer Republik /Gesellschaft, Wirtschaft • Wirtschaft
ISBN-10 3-647-35206-3 / 3647352063
ISBN-13 978-3-647-35206-0 / 9783647352060
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
PDFPDF (Ohne DRM)

Digital Rights Management: ohne DRM
Dieses eBook enthält kein DRM oder Kopier­schutz. Eine Weiter­gabe an Dritte ist jedoch rechtlich nicht zulässig, weil Sie beim Kauf nur die Rechte an der persön­lichen Nutzung erwerben.

Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seiten­layout eignet sich die PDF besonders für Fach­bücher mit Spalten, Tabellen und Abbild­ungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten ange­zeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smart­phone, eReader) nur einge­schränkt geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Eine kurze Einführung in das Gesamtwerk

von Gottfried Gabriel

eBook Download (2024)
UTB GmbH (Verlag)
CHF 17,55