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68 - Karin Wetterau

68

Täterkinder und Rebellen. Familienroman einer Revolte

(Autor)

Buch
325 Seiten
2017 | 1. Erstauflage
Aisthesis (Verlag)
978-3-8498-1168-6 (ISBN)
CHF 39,20 inkl. MwSt
68, immer schon Gegenstand heftiger Kritik von "rechts", ist in den letzten Jahren zur Zielscheibe "linker" Kritik geworden. Die 68erInnen, so wird von einigen Historikern - darunter ehemalige Aktivisten der Bewegung - behauptet, seien allen Legenden zum Trotz in Wahrheit ihren Nazi-Eltern "schrecklich ähnlich" gewesen: in ihrem Denken, in ihrem Handeln und in ihrer verhängnisvollen Neigung zu politisch motivierter Gewalt.Im Spannungsfeld solcher Anwürfe und Kontroversen führte die Autorin Gespräche mit beteiligten ZeitzeugInnen und InitiatorInnen der 68er-Bewegung. Sichtbar werden Kontinuitäten und Brüche im Selbstfindungsprozess einer politischen Generation, zu deren einschneidenden frühen Erlebnissen eine Kindheit im Krieg, die Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit und die Konfrontation mit den Verbrechen des Nationalsozialismus gehören. Das herrschende Erinnerungstabu in der politischen Kultur der 50er und 60er Jahre und das Schweigen in den Familien über die eigene Beteiligung verdichten sich für die Nachgeborenen zu einem Szenario, in dem der Faschismus nicht als Vergangenheit, sondern in den politischen Auseinandersetzungen und in der Konfrontation mit einer feindseligen Bevölkerung als aktuelle Bedrohung erlebt wird. Dies wird zur explosiven Triebkraft einer Revolte, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte einzigartig ist.

Karin Wetterau, Jahrgang 1945, studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Kiel und Berlin und erlebte den studentischen Aufbruch als beteiligte Zeitzeugin an der Freien Universität. Nach dem Ersten und Zweiten Staatsexamen arbeitete sie zunächst als Lehrerin in der ErzieherInnen-Ausbildung in Berlin, danach viele Jahre als Lehrerin im Zweiten Bildungsweg und am Gymnasium in Bielefeld. Seit Anfang der 1990er Jahre war sie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld als Lehrbeauftragte und als Lehrerin im Hochschuldienst in den Lehramtsstudiengängen Sozialwissenschaften tätig mit den Schwerpunkten Politische Bildung und Geschlechterverhältnisse. Sie lebt in Bielefeld und Italien.



Einleitung

Ein Mythos wird besichtigt – 68 im Spiegel der Erinnerungen

Das 40. Dienstjubiläum

Rechtskurven – ein Exkurs

Aktion und Erinnerung – die ZeitzeugInnen


Kriegskinder – Eine vergessene Generation?

Eine ganz eigene Art der Entfremdung

Der Ausgangspunkt aller Fragen

Give me chocolate – Feinde, Freunde und Folklore

Kindheit im Zeitalter der Extreme


Täterkinder – Stille Post und Stolpersteine. Nationalsozialismus als unbewältigte Familiengeschichte

Hannah Arendt trifft Heidegger. Ambivalenzen im Schatten der Schuld

Wir besitzen keine Vergangenheit, die lebendig zu uns gehörte. Leerstellen im Familienalbum

Er ist nicht abtransportiert worden, das steht schon mal fest. Plädoyer für einen verlorenen Vater

Retter in der Nacht. Eine widersprüchliche Familiengeschichte

Es war ja viel einfacher über die Guerilla in Lateinamerika zu reden. Die vertagte Aufarbeitung

Fanatische Söhne, fanatische Väter. Die doppelte Aufkündigung des Generationenvertrags

Erinnerungssplitter. Der unvollendete Familienroman

Wir haben mit Nazitum nichts zu tun, der Zigarettenmilliardär war’s. Die Entsorgung der Vergangenheit von links


Suchbewegung und Konfrontation – Die doppelte Vergegenwärtigung des Vergangenen

Man tastete sich an das Ungeheure heran. Erkundungen auf vermintem Gelände

Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen. Eine theoretische Annäherung

Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Erinnerungen an einen Polizeistaatsbesuch


Neue Väter, neue Menschen – Der kurze Sommer der Euphorie

Ein Großereignis der Theorie oder die Geburt des revolutionären Subjekts aus dem Geist der Utopie

Die Pflicht jedes Revolutionärs ist es, die Revolution zu machen. Eine Mission im Dickicht der Städte


Ideologische Chiffren oder die falschen Fährten der Theorie

Linke Identität und nationale Frage – Anmerkungen zur Renaissance eines Auslaufmodells

Linker Antisemitismus und die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus. Sackgassen der Eindeutigkeit


Kollektive Verzweiflung und neue Horizonte – Die Revolte entlässt ihre Kinder

Was tun? Proletarisches Kostümfest oder die Wiederholung der Tragödie als Farce

Wir waren die klügsten Studenten und hatten die schönsten Frauen. Ein Männerprojekt gerät unter Beschuss oder der Beginn der Neuen Frauenbewegung


Und alle Fragen offen? – Eine Schlussbetrachtung


Interview-TeilnehmerInnen

Bildnachweis

Literaturverzeichnis

„Man nimmt teil an einer geistigen Reise in die Vergangenheit und wieder zurück. Ein gedankenreiches Buch, vielschichtig und spannend dazu.“ (Rüdiger Safranski)

Erscheinungsdatum
Verlagsort Bielefeld
Sprache deutsch
Maße 135 x 210 mm
Gewicht 443 g
Einbandart geklebt
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik
Geisteswissenschaften Geschichte
Schlagworte 1968 • 68er-Generation • Achtundsechziger Generation • APO • Berlin • Geschichte: Ereignisse und Themen • Kriegskinder • Rudi Dutscke • Rüdiger Safranski • SDS • Tätergeneration
ISBN-10 3-8498-1168-9 / 3849811689
ISBN-13 978-3-8498-1168-6 / 9783849811686
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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