Königsvolk und Gotteskinder (eBook)
592 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-8470-0584-1 (ISBN)
Dr. Hildegard Scherer hat sich 2015 an der Universität Bonn habilitiert und ist Dozentin für Neutestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur.
Dr. Hildegard Scherer hat sich 2015 an der Universität Bonn habilitiert und ist Dozentin für Neutestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur.
Title Page 4
Copyright 5
Table of Contents 6
Body 14
Vorwort 14
I. Einführung – Fragestellung – Methode 16
1. Einleitung 16
2. Fragestellung und methodisches Vorgehen 18
II. Hintergründe: Zwei-Quellen-Theorie – Kollektive und soziale Welt – Aktuelle Forschung 20
1. Die Zwei-Quellen-Theorie – Anfragen an die Existenz der „Quelle” 20
1.1 Die Situation nach dem Jahr 2000: die „Critical Edition of Q” 20
1.2 Die schärfste Konkurrenz: „Farrer-Goulder-Hypothese”/„Mark without Q” 28
1.2.1 Beschreibung 31
1.2.2 Kritik 37
1.3 Markion und die Synoptische Frage 51
1.3.1 Voraussetzungen und Textrekonstruktion: Die Zuverlässigkeit der häresiologischen Zitate 53
1.3.2 Die These vom „ältesten” Evangelium 56
1.3.3 Priorität vor Mk? 60
1.3.4 Befund im Material der Traditio duplex 65
1.3.5 Fazit 69
1.4 Eine Mehrzahl an Quellen? 70
1.4.1 Die Vorlage der Traditio duplex: griechisch und schriftlich 70
1.4.2 Die Einheitlichkeit des Dokuments 71
2. Anfragen an die Rekonstruierbarkeit einer Vorlage der Traditio duplex 84
2.1 Der Umfang der Vorlage: das Fragment als „Critical minimum” 85
2.2 Die Rekonstruktion des Wortlauts – und die „Arbeitsrekonstruktion” 87
2.3 Probleme der Textüberlieferung 89
2.4 Die Feuerprobe: Ließe sich das Mk aus Mt und Lk rekonstruieren? 92
2.5 Problemanzeige: Erzähl- und Redetradition 93
2.6 Die Überlieferungstreue von Mt und Lk – überprüft an den sozialen Kategorien 94
2.6.1 Zur Methode der Überprüfung 94
2.6.2 Befund 95
2.6.3 Auswertung und Fazit 102
2.7 Das Knotenpunktmodell 103
2.8 Flankierende Beobachtungen zum Charakter der Jesusrede von Mk und der Traditio duplex 104
3. Kollektive – Überlegungen auf sozialwissenschaftlichem Hintergrund 105
3.1 Kollektive und die Struktur der sozialen Welt 106
3.2 Soziale Kategorisierung 107
3.3 Soziale Identität und Identifikation 110
3.4 Das Innenleben von Kollektiven: Normen, Rolle, Status, Transformation 114
3.5 Ein Text mit Identifikationsangeboten: sozialer Weltentwurf und Positionsbestimmungen in der Vorlage der Traditio duplex 118
4. Strukturen der sozialen Welt in Q: forschungsgeschichtliches Panorama 119
4.1 „Wandercharismatiker” – Quellensprache 120
4.2 Die Realien hinter Q: ein Text von Schreibkundigen in den Dörfern 124
4.3 Forschungen zu Kollektivstrukturen im Material der Traditio duplex 128
5. Weitere Vorklärungen 135
III. Der Horizont: Israel 138
1. Vorüberlegungen: Konstruktion von Kohäsion in einem Ethnos 139
2. Der soziokulturelle Horizont im Material der Traditio duplex: „Israel” 141
IV. Genealogische Zuschreibungen – und ihre Problematisierung 144
1. „Wir haben Abraham zum Vater” – eine gewagte Behauptung (Q 3,8) 144
1.1 Die Täuferpredigt 144
1.2 Informationen über die impliziten Adressaten 147
1.2.1 Die Situation der Adressaten (V. 7) 147
1.2.2 Die Korrektur des Johannes (V. 8) 148
1.3 Abraham als „Vater” 149
1.3.1 Abrahamskindschaft als Schutzbehauptung im Endgericht? 149
1.3.2 Die Sitze im Leben der Abrahamsgenealogie 154
1.4 Fazit: Q 3,8 auf dem Hintergrund des Stammvaterideals 159
2. Der Hundertschaftsführer von Kafarnaum: Glaube in Israel (Q 7,9) 160
2.1 Text 160
2.2 Der Hundertschaftsführer als Angehöriger einer Outgroup Israels 162
2.3 Glaube in Israel – der Hundertschaftsführer als Abrahamskind 163
3. Das Mahl mit Abraham, Isaak und Jakob – in bester Gesellschaft (Q 13,28f.) 166
3.1 Text 166
3.2 Ehrengäste, Mahlgemeinschaft und ihre Statusimplikationen 166
4. Exkurs: „Diese Generation” – eine Problemanzeige 169
4.1 Sprachlicher Befund 170
4.2 Die Stellen der Traditio duplex: generalisierende Zeitdiagnose 171
5. Die Stämme Israels (Q 22,28.30) 172
5.1 Eine Utopie 172
5.2 Friedliche Herrschaft oder schneidendes Gericht? Israels Zukunft 175
6. Im Zentrum: Jerusalem und sein Widerstand (Q 13,34f.) 177
6.1 Die Strahlkraft Jerusalems 177
6.2 Text 178
6.3 Traditionskritische Klärungen 179
6.4 Kommunikationssituation und implizite Adressaten 181
7. Die Alternative: Kinder Gottes 183
8. Fazit 188
V. „Geschrieben ist”: Diskurs um „Schrift” und normative Grundoptionen 190
1. Jedes „Häkchen”: Gesetz in Q 16,17 und Rekurse auf das Geschriebene 190
2. „Identity marker”? – Auflösungstendenzen in Sachen Reinheitsfrage 192
2.1 Ausblick: Essensregeln und Leichenunreinheit (Q 11,39.44) 194
2.2 Provokativ: „Raben” (Q 12,24) und „Geier” (Q 17,37) 194
2.3 Praktisch: Reinheit und Barfuß-Mission 196
2.4 Unbefangen: Essen am fremden Tisch im Missionhaus 197
2.5 Die Praxis Jesu: „ein Freund von Zöllnern und Sündern” 197
2.6 Fazit 198
VI. Auftrag für Gottes Volk: Propheten und Gesandte 202
1. Die pragmatische Funktion der Prophetenbezeichnung: Legitimation 202
1.1 Das prophetische Kommunikationsmodell 203
1.2 „Prophet” als Anspruch 204
2. Der Prophetenanspruch im Material der Traditio duplex 210
2.1 Das kommunikative Grundmodell der Traditio duplex: Jesus spricht 210
2.2 Das Problem: der Widerspruch gegen Jesus 212
2.3 Lösung I: Jesus in Analogie und Überbietung zu Johannes als akzeptiertem Propheten 219
2.4 Lösung II: Die Anwendung der Prophetenmord-Tradition 228
2.4.1 Die Texte: Mord und Repression gegen Propheten – und ihre legitimierende Funktion 228
2.4.2 Die Traditionen 235
2.5 Fazit: die Prophetenzuschreibungen im Material der Traditio duplex 242
3. Der Auftrag der Missionare: Gesandte in Q 9/10 als Propheten zweiter Ordnung 243
3.1 Die Konstituierung des Schülerkreises (Q 9,57–60) 243
3.2 Im Umbruch: Sendung durch Jesus oder durch Gott? 245
3.3 „Gegeben-Sein” von Rede im Prozess und Sünde gegen „den Heiligen Geist” (Q 12,10–12) 249
3.4 Fazit: unterwegs zum Prophetenstatus 250
VII. Städte und Ortschaften 252
1. Die Begegnung der Gesandten mit „den Städten” 252
1.1 Eine allgemeine Norm: die „Stadtmission” (Q 10,8–12) 252
1.2 Sozialgeschichtlicher Hintergrund 255
1.2.1 Städte als Siedlungsstrukturen: verschiedene Typen zwischen klassischer Polis und galiläischer Realität 255
1.2.2 Kontaktflächen: Orte der Stadt im Bild der Traditio duplex 261
1.2.3 Die Synagoge als entscheidendes Forum 263
2. Das Gericht über die Städte – und seine biblischen Modelle 269
2.1 Die galiläischen Städte (Q 10,12–15) 269
2.2 Das Vorbild Ninive (Q 11,32) 274
2.3 Fazit: die Gerichtsankündigung erreicht die Provinzstädte 275
VIII. Binnengruppen in Israel im Fokus der Kritik: die Weherufe (Q 11,39–52) und ihre sozialen Implikationen 276
1. Der Text 276
Exkurs: Zur Rekonstruktion von Wortlaut und Reihenfolge der ersten sechs Weherufe 276
2. Zusammenschau: die Reihe der Weherufe in Q 11 283
2.1 Die Weherufe Q 11,42.39.41.44: Reinheitsstatus und Güterverteilung 283
2.1.1 Die Weherufe Q 11,43.46.52: Prestige und halachische Autorität 290
2.1.2 Cluster in Spannung: strenge Praxis vs. strenge Halacha 292
2.1.3 Der summarische Abschluss (Q 11,47–51) 293
2.2 Reinheits- und Zehnthalacha – Gruppenmerkmale der Pharisäer? 298
2.3 Das analoge Problem: Gruppenzugehörigkeit halachischer Lehrer? 305
2.4 Fazit: soziale Konfiguration als Problempunkt? 307
3. Reflex: die Weherufe als Spiegelbild der Werte der Jesusbewegung 309
IX. Die Programmatische Rede: Vision für Israel (Q 6,20–49) 312
1. Problemstellung: gattungskritischer Befund und „Tora”-Optik 313
2. Der Redetext (Q 6,20–49) 317
2.1 Aufriss 317
Exkurs: Zur Reihenfolge der Stoffe 317
2.2. Die Makarismen als Verortung im Horizont Israels 325
2.3 Plausibilitätsmuster, implizite Adressaten und rhetorische Ziele der einzelnen Abschnitte 336
2.3.1 Sozioökonomische Spannungen (Q 6,29f.) 336
2.3.2 Die „Goldene Regel” (Q 6,31) 342
2.3.3 Die Weisungen zur Feindesliebe – und das göttliche Exempel (Q 6,27.35.32f.36) 344
2.3.4 Die Sprüche vom Richten und vom Maß (Q 6,37f.) 350
2.3.5 Lehrer-Paränese (Q 6,39–42) 352
2.3.6 Von der Menschenkenntnis (Q 6,43f.) 354
2.4 Die abschließende Synkrisis im Horizont von Tora und Israel 356
3. Fazit 360
3.1 Verschiedene Situationen 360
3.2 Der Subtext: Israel – und seine sozialen Identitätsmerkmale 361
3.3 Identitätstransformation: Entgrenzung „Israels” 362
4. Die Einbindung der Rede in den Kontext 362
5. Bilanz: der übergreifende Horizont „Israel” 363
X. Haus und Familie 366
1. „Haus” und familia im 1. Jh.: der kulturelle Horizont 366
1.1 Der Diskurs um den patriarchalen Haushalt 366
1.2. Soziale Kohäsion in der Familie – und ihre materielle Basis 375
2. Bestehende Familienverhältnisse im Spiegel der Traditio duplex 377
2.1 Der Riss durch das Haus: Generationenkonflikte 378
2.1.1 Haus, Familie und Nachfolge (Q 9,57–60) 378
2.1.2 Der offene Bruch – und die Suche nach seiner Legitimation (Q 12,51.53) 382
2.1.3 Q 14,26f. oder: wer setzt die Normen? 384
2.2 Mann, Frau, Ehe 386
2.3 Fazit 391
3. Die Alternative: das „Haus” des „Vaters” und seine soziale Regeln 392
3.1 Der Auftakt: Erwartungen an den Gott-Vater und ihre Grenzen in Q 4,3.9 393
3.2 Der Schöpfer-Vater (Q 6,35f.) 396
3.3 Gott als der Versorger (Q 11,2–13) 397
3.4 Ein zweites Mal Versorgung und Königreich (Q 12,22–31) 407
3.5 Das Material der Traditio duplex auf dem Hintergrund der Tradition von Gott als Vater 409
3.5.1 Überblick 409
3.5.2 Gott als Vater und Versorger: Entfernung vom „Haus”, Konversion und Familienkonflikt 411
3.5.3 Zwischenfazit 414
3.6 Die Frage nach der Rolle Jesu im „Haus des Vaters” (Q 10,21f.) 414
3.7 Fazit: Verortung, Struktur und soziale Option der Trägergruppe ad extram 417
4. Der Herr und seine Sklaven 418
4.1 Zum kulturellen Hintergrund 418
4.2 Die Texte 421
4.2.1 Zwei Herren dienen (Q 16,13) 421
4.2.2 Der Haushüter (Q 12,42–46) 422
4.2.3 Der Einlader (Q 14,16–23) 427
4.2.4 Die Finanzverwalter (Q 19,12–26) 430
Exkurs zur Rekonstruktion 430
4.3 Fazit 438
5. Haus und Familie: Bilanz 439
XI. Basileia 442
1. „Basileia” und ihr Rollenmodell: sozialgeschichtliche Rekonstruktionen 443
1.1 Das monarchische Herrschaftsmodell 443
1.2 Die Kompetenzen des Basileus: eine Übersicht 445
1.3 Basileia im Palästina des 1. Jh.: Modifikationen im jüdischen Kontext 452
1.3.1 Hasmonäische Weichenstellungen 452
1.3.2 Das herodianische Königtum: der rex socius et amicus populi Romani 456
1.4 Zwischenfazit 471
2. Spiegelungen irdischer Basileia im Material der Traditio duplex 472
2.1 Herrschaftsübergabe (Q 4,5–8) 473
2.2 In den Palästen der Könige (Q 7,24–28) 477
2.2.1 Schilfrohr und Königtum 477
2.2.2 „Weiche” Kleidung, Transgender-Symbolik und die Dekadenz der Höfe 479
2.2.3 Die „Häuser der Könige” 480
2.2.4 Bewertungen: König – Johannes – „Kleinster im Himmelreich” 480
2.2.5 Fazit: Kritik der Statusrepräsentation 482
2.3 Q 7,1–9 als Genrebild: Begegnungsmöglichkeit mit Basileia in der Kleinstadt 482
2.4 Königliche Finanzen: „Banker” und „Zöllner” 486
2.5 Fazit: Basileia Gottes und Koordinaten irdischer Herrschaft 486
3. Die alternative Basileia Gottes 487
4. Die Basileia Gottes im Material der Traditio duplex 493
4.1 Politik I: Kampf gegen die „Feinde” der Basileia – präsentische Epiphanie 494
4.2 Politik II: Q 13,18–29 als Prozess der Grenzziehung und Eschatologisierung 499
4.2.1 Gewaltlose Bilder der Gegenwart: ein wachsender „Baum” (Q 13,18f.) 499
4.2.2 Ein analoges Bild: ein Trog Sauerteig (Q 13,21) 504
4.2.3 Das Gottesreich als geschlossener Palast – für die Zukunft 507
Exkurs zur Rekonstruktion 508
4.3 Jetziges Recht und zukünftiges Gericht 515
4.4 Ökonomie: die Profiteure der Gottesherrschaft 522
4.5 Der machtlose Mandatar: Jesu Rolle in der Basileia und sein Verzicht auf Statusrepräsentation 523
4.5.1 Rückschau: die Basileia-Rolle Jesu als Erbe (Q 10,21f.) und Menschensohn 523
4.5.2 Die „Boteninstruktion” (Q 9,57–10,16) im Fokus des Statusverzichts 524
5. Bilanz: Basileia 531
XII. Schluss 534
1. Rückblick und Zusammenschau 534
2. Kohärenz und Eigenprofil: ein Votum zugunsten der Q-Hypothese 540
2.1 Eigenprofil gegenüber mk Jesusrede 540
2.2 Eigenprofil gegenüber mt und lk Sondergut 544
3. Ausblick 547
XIII. Literatur 550
Stichwortregister 588
Stellenregister 592
| Erscheint lt. Verlag | 7.11.2016 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Bonner Biblische Beiträge | Bonner Biblische Beiträge |
| Mitarbeit |
Berater: Uwe Baumann |
| Verlagsort | Göttingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Christentum |
| Schlagworte | Identifikation • Logienquelle • Lukasevangelium • Markusevangelium • Matthäusevangelium • Neues Testament • Sozialgeschichte • Synoptiker • Synoptische Frage • Traditio duplex |
| ISBN-10 | 3-8470-0584-7 / 3847005847 |
| ISBN-13 | 978-3-8470-0584-1 / 9783847005841 |
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