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Baubefunde und Siedlungsentwicklung der Südumgehung im Oppidum von Manching

(Autor)

Buch | Hardcover
304 Seiten
2016
Reichert, L (Verlag)
978-3-95490-165-4 (ISBN)
CHF 104,95 inkl. MwSt
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Between 1965 and 1971 the area called „Südumgehung“(southern by-pass) was excavated in the oppidum of Manching. Besides numerous ditches and about 500 pits, circa 3300 postholes representing the traces of the former wooden architecture have been uncovered. More than 50 years after the beginning of the investigations it was possible to assemble the postholes to buildings and to make sense of the settlement development. Thus, not only the expansion of the settlement but also the changes in different functional areas can be traced within the eight building phases of the “Südumgehung”. 1965-1971 wurde im Oppidum von Manching die als Südumgehung bezeichnete Fläche ausgegraben. Dabei wurden neben zahlreichen Gräben und etwa 500 Gruben über 3300 Pfostengruben aufgedeckt, die Spuren der vergangenen Holzarchitektur darstellen. Über 50 Jahre nach Anfang der Grabung gelang es nun, die Pfostengruben zu Gebäuden zusammenzufügen und die einzelnen Besiedlungsphasen zu entschlüsseln. Somit kann nun nicht nur das Ausgreifen der Siedlung, sondern auch die Entwicklung verschieden genutzter Areale im Laufe der acht Bauphasen anhand der Südumgehung beobachtet werden.
Die zwischen 1965 und 1971 ergrabene Südumgehung bietet mit ihrer Länge von etwa einem Kilometer beste Voraussetzungen, um die Entwicklung der 380 ha großen Siedlung zu erforschen. Während der nördliche Teil der Grabungsfläche im zentrumsnahen Teil des Oppidums liegt, reicht sie im Süden bis an den Verlauf des Walles. Bereits die Analysen zur Fundverteilung – besonders die Arbeit von Herbert Lorenz – ließen erahnen, dass sich das Ausgreifen der besiedelten Fläche der Südumgehung von Nord nach Süd besonders gut abzeichnet. Mit diesem Band der Reihe „Die Ausgrabungen in Manching“ werden nun erstmals die vollständigen Befunde der Südumgehung vorgelegt, mit denen die Besiedlungsgeschichte dieses Bereiches des Oppidums nachgezeichnet wird. Die 140 Gebäude verteilen sich dabei auf acht Bauphasen, in denen sich ganz unterschiedlich genutzte Bereiche - u.a. ein Kultbezirk mit einem Rundbau und Gehöfte mit Langbauten – über längere Zeit verfolgen lassen. Neben einem Kapitel zu den Sonderbauten im Kultbezirk widmet sich die Arbeit auch anderen Gebäudetypen und stellt anhand von Vergleichen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Oppidums Überlegungen zur funktionalen Deutung an. Bereits während der Ausgrabungen fielen Gebäude mit gleichen Abmessungen bzw. Zusammensetzungen aus gleichen Bauteilen auf. Den vom Ausgräber Franz Schubert daraufhin vorgelegten Überlegungen zum keltischen Fußmaß ist ein eigenes Kapitel gewidmet, welches sich kritisch mit der Übertragbarkeit antiker Baumaße auseinandersetzt. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Deponierungen der Südumgehung, deren bekannteste Vertreter die beiden Vogelkopf-Achsnägel darstellen. Die Bedeutung für die Siedlungsentwicklung des gesamten Oppidums wird am Ende des Bandes besprochen. Nach den Erkenntnissen von der Südumgehung und der Zusammenschau mit anderen bereits ausgewerteten Grabungsflächen kann von einem sprunghaften Ausgreifen der besiedelten Bereiche am Ende von LT C1 ausgegangen werden. Eine Parallelisierung der Siedlungsphasen mit den drei Bauphasen der Stadtmauer legt nahe, dass der Innenraum des Oppidums auch nach der endgültigen Zerstörung des Osttors weiterhin zumindest in Teilen besiedelt wurde.

Dr. Katja Winger, Jahrgang 1982, studierte Klassische Archäologie und Alte Geschichte an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ihre Dissertation zu Baubefunden und Siedlungsentwicklung der Südumgehung von Manching reichte sie 2011 am Institut für Vor- und Frühgeschichte der Goethe-Universität Frankfurt/M. ein. Nach mehrjähriger Anstellung an der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt/M. arbeitet sie derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen vor allem in der Siedlungsarchäologie der mitteleuropäischen Eisenzeit.

Erscheint lt. Verlag 18.2.2016
Reihe/Serie Die Ausgrabungen in Manching
Zusatzinfo 90 Tafeln
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Maße 225 x 315 mm
Gewicht 1790 g
Themenwelt Geisteswissenschaften Archäologie
Geschichte Allgemeine Geschichte Vor- und Frühgeschichte
Geschichte Allgemeine Geschichte Altertum / Antike
Schlagworte Alte Geschichte • Altertumswissenschaften • Archäologie • Baugeschichte • Eisenzeit • Geschichte • Häuser • Kelten • Oppidum • Siedlungsgeschichte • Vor- und Frühgeschichte
ISBN-10 3-95490-165-X / 395490165X
ISBN-13 978-3-95490-165-4 / 9783954901654
Zustand Neuware
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