Zeiten des Teufels
Teufelsvorstellungen und Geschichtszeit in frühreformatorischen Flugschriften (1520-1526)
Seiten
Was hat die reformatorische Vorstellung vom Teufel mit den Vorstellungen von der Zeit zu tun? Jan Löhdefink untersucht dies im Hinblick auf die Zeitdeutung, die Zeiterfahrung und die Zeitkonzeption und stellt fest, dass ausgerechnet die so "unmodern" erscheinende Reflexionsgestalt des Teufels der reformatorischen Zeitwahrnehmung eine in die Moderne weisende Prägung verleiht.
Jan Löhdefink beschäftigt sich mit der Veränderung der Teufelsvorstellungen in der frühen Reformationszeit und deren Auswirkungen auf das Zeitbewusstsein. Er beschreibt die reformatorische Neumodulation der Trias von Vergangenheitsdeutung, Gegenwartsverständnis und Zukunftsperspektive, welche gerade in ihrer scharfen polemischen Kontrastierung mit konkurrierenden Entwürfen die eigenen Konstitutionsbedingungen der Zeitwahrnehmung zu erkennen gibt und auf einen grundlegenden Wandel des Zeitverständnisses verweist. Gemeinhin werden die Teufelsvorstellungen den rückwärtsgewandten Gehalten der Reformation zugeschrieben - kaum ein anderer Traditionsbestand gilt als derart "unmodern" wie der Teufel. Mit Blick auf die den spezifisch reformatorischen Teufelsvorstellungen inhärente Neukonfiguration der zeitgenössischen Temporalstrukturen jedoch verkehrt sich der Befund, wenn gerade die Reflexionsgestalt des Teufels zum Konstituens einer neuen, in die Moderne weisenden Zeitwahrnehmung avanciert: So "unmodern" der Teufel der Neuzeit auch erscheinen mag - für ihre Genese kommt ihm eine Schlüsselstellung zu.
Jan Löhdefink beschäftigt sich mit der Veränderung der Teufelsvorstellungen in der frühen Reformationszeit und deren Auswirkungen auf das Zeitbewusstsein. Er beschreibt die reformatorische Neumodulation der Trias von Vergangenheitsdeutung, Gegenwartsverständnis und Zukunftsperspektive, welche gerade in ihrer scharfen polemischen Kontrastierung mit konkurrierenden Entwürfen die eigenen Konstitutionsbedingungen der Zeitwahrnehmung zu erkennen gibt und auf einen grundlegenden Wandel des Zeitverständnisses verweist. Gemeinhin werden die Teufelsvorstellungen den rückwärtsgewandten Gehalten der Reformation zugeschrieben - kaum ein anderer Traditionsbestand gilt als derart "unmodern" wie der Teufel. Mit Blick auf die den spezifisch reformatorischen Teufelsvorstellungen inhärente Neukonfiguration der zeitgenössischen Temporalstrukturen jedoch verkehrt sich der Befund, wenn gerade die Reflexionsgestalt des Teufels zum Konstituens einer neuen, in die Moderne weisenden Zeitwahrnehmung avanciert: So "unmodern" der Teufel der Neuzeit auch erscheinen mag - für ihre Genese kommt ihm eine Schlüsselstellung zu.
Geboren 1974; 1994-2002 Studium der Ev. Theologie und Geschichtswissenschaft; 2010-15 Studienrat in Hamburg, seit 2015 in Emden.
| Erscheinungsdatum | 03.05.2016 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Beiträge zur historischen Theologie |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 162 x 238 mm |
| Gewicht | 765 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Neuzeit (bis 1918) |
| Religion / Theologie ► Christentum ► Kirchengeschichte | |
| Schlagworte | Antichrist • Apokalyptik • Diabolos • Moderne • Reformationszeit • Satan • Teufel / Luzifer • zeitvorstellungen |
| ISBN-10 | 3-16-154449-8 / 3161544498 |
| ISBN-13 | 978-3-16-154449-1 / 9783161544491 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
Mehr entdecken
aus dem Bereich
aus dem Bereich
Geschichte einer wilden Handlung
Buch | Hardcover (2024)
C.H.Beck (Verlag)
CHF 47,60