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Die Kunst des Essens (eBook)

Eine Ästhetik des kulinarischen Geschmacks

(Autor)

eBook Download: PDF
2007 | 1. Auflage
220 Seiten
Transcript Verlag
978-3-8394-0686-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Kunst des Essens -  Harald Lemke
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Schon vor dem spanischen Starkoch Ferran Adrià ruft die avantgardistische Künstlergruppe der italienischen Futuristen eine Revolution der Kochkunst aus und setzt damit eine neue Kunstrichtung in Gang: die Eat Art. Seitdem nimmt die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Essen und dem ganzen Spektrum der Nahrungskette auf vielfältige Weise zu. Dieses Buch behandelt einschlägige Positionen dieser Kunst des Essens und eröffnet damit der philosophischen Theorie der Gegenwartskunst ein ebenso aktuelles wie facettenreiches Forschungsfeld. Darüber hinaus dient der Entwurf einer gastrosophischen Ästhetik der programmatischen Absicht, zentrale Grundannahmen der traditionellen Ästhetik zu revidieren, indem erstmals das kulinarische Geschmacksurteil als ein philosophisches Erkenntnisvermögen gedacht wird. Alles in allem wird eine »Essthetik« kreiert, die wesentliche Zutaten der Ethik und Politik eines besseren Welt-Essens auftischt.

Harald Lemke (Dr. phil. habil.) lehrt Philosophie an der Universität Lüneburg sowie am Interdisziplinären Zentrum für Gastrosophie, Universität Salzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kritische Theorie, Philosophie der Praxis, Ethik des guten Lebens, Politische Philosophie, Ästhetik und Interkulturalität.

Harald Lemke (apl. Prof. Dr. habil.), freischaffender Philosoph, ist Direktor des Internationalen Forums Gastrosophie und Autor zahlreicher Bücher zu Politik, Ethik, Ästhetik und Anthropologie. Er lehrt an der Paris Lodron Universität Salzburg und der Slow Food Universität in Pollenzo und hatte Gastprofessuren an der Kyoto Universität sowie der East China Normal University Shanghai inne. Außerdem ist er Fellow der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Alexander von Humboldt-Stiftung. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ethik, Politik, Ästhetik, Alltagskultur, Gastrosophie, Utopologie sowie eine kritische Theorie des guten Lebens.

Inhalt 5
Statt einer Vorrede: Mise en place 9
1. Essen in der zeitgenössischen Kunst 17
1.1 Futuristische Revolution der Kochkunst 17
›Santopalato‹ – Taverne zum Heiligen Gaumen 21
›Schöne‹ Erfindungen der futuristischen Koch-Kunst 26
Exkurs zum ›El Bulli‹ von Ferran Adrià 28
Bankettaktionen und Tafelvergnügen 32
Attacke gegen Spaghetti 34
Futurismus der Nahrungsproduktion 37
Nationalküche und antidemokratischer Stahlkörper 39
1.2 Zum dialektischen Schein des ästhetischen Geschmacks 43
Tafel-Fallenbilder 44
Restaurant Spoerri: Pythonschnitzel, Ameisenomelettes, Elefantenrüssel-Steaks 48
Eat Art Aktionen und Eventgastronomie 53
Hommage à Karl Marx 54
Provokante Tischgesellschaften: Gefängnismenü, Das Arm und Reich Essen 57
Eckart Witzigmanns Dinnershow für alle Sinne 60
1.3 Jeder Mensch ist ein Kochkünstler 62
Erste Erweiterung: Lebensmittel als Kunstmaterial 64
Zweite Erweiterung: Land-Wirtschaft und die Kunst der bäuerlichen Arbeit 65
Der Bauer Beuys 66
»Difesa della natura« – Verteidigung der Natur 67
Dritte Erweiterung: Kochkünstler-werden 68
Statt Künstlerküche – Alltagsküche 70
Foucault und Marcuse als Paten von Beuys’ Idee einer revolutionären Lebenskunst 74
1.4 Aktive Künstlerküchen 81
Kubelkas Kochvorlesungen 84
Froelichs Restauration 90
Tiravanijas Currygerichte und Sozialpudding 94
Yomango – Befreiendes Einkaufen 100
Rote Gourmet Fraktion (RGF) 102
›Kochen gegen Rechts‹ 104
Volxküche und Food not Bombs: eine politisch korrekte Revolution der Kochkunst? 107
2. Die Lebenskunst, gut zu essen 115
2.1 Von der Öko-Diät zur Food Justice Bewegung 115
Grünkernbratlinge und Körnerfresser 116
Knastfraß und Gartenkunst 122
Strategien der gastrosophischen Selbstbefreiung 126
2.2 Essenmachen zwischen Hausfrauenpflicht und individueller Lebenskunst 128
›Liebe geht durch den Magen‹ 129
Konservativer Feminismus und die Bezahlung der Küchenarbeit . . 130
Substitution des täglichen Selbstkochens durch bequeme Fertigkost 133
Die Vorherrschaft und Vormundschaft der industriellen Grande Cuisine 135
Der Hobbykoch und Häuptling des eigenen Herdes 137
»Ich werde Ihr schmutziges Geschirr waschen« 140
Gastrosophenfutter 142
Vom schönen Schein trendiger Kultküchen zu – Just Food! 144
Ein Allerweltskunstgriff: der vernünftige Einkauf 147
3. Ästhetik des kulinarischen Geschmacksurteils 151
3.1 Kritik jeder ungastrosophischen Geschmacksästhetik 151
Aisthetik der geschmackssinnlichen Wahrnehmung 152
Geschmack als ›niedriger Sinn‹ 154
Provisorische Widerlegung der traditionellen Irrtümer der Sinnesphilosophie 156
Sinnliches als sinnloser Rohstoff? 159
3.2 Von der Philosophie zur Physiologie des Geschmacks 161
Naturwissenschaftlicher Geschmacksbegriff 162
Aisthetik des Geschmacks 168
3.3 Geschmack als Lebensstil 173
Essthetischer und nicht-essthetischer Geschmack 176
Zur gastrosophischen Ethik eines guten Geschmacks 179
Essthetik der sinnlichen Erkenntnis 181
Vollmundige Synästhetik und aktivierte Sinnlichkeit 182
Phänomenologie der sinnlichen Erkenntnis 184
Zur essthetischen Erziehung des Menschen 188
Extrabeilage: Gebt uns unser täglich’ Symbolbrot! 193
Brot als Bildschirmsymbol 193
Schaubäckereien – Triumph der lieblosen Maschinen 196
Totale Verblendung durch die Nichtzutat – Abfall im Brot 201
Selbstgemachtes Brot als eine Essthetik des Widerstands 204
Literaturverzeichnis 207

Erscheint lt. Verlag 16.6.2007
Reihe/Serie Edition Moderne Postmoderne
Edition Moderne Postmoderne
Zusatzinfo Klebebindung
Verlagsort Bielefeld
Sprache deutsch
Maße 150 x 150 mm
Gewicht 333000 g
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Malerei / Plastik
Geisteswissenschaften Philosophie Allgemeines / Lexika
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Aesthetics • Arts • Ästhetik • Eat Art • Essen • Esskultur • Fine Arts • Food Studies • Geschmack • Kunst • Kunsttheorie • Kunstwissenschaft • Philosophie • Philosophy • Theory Of Art
ISBN-10 3-8394-0686-2 / 3839406862
ISBN-13 978-3-8394-0686-1 / 9783839406861
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