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Gesichter des Ersten Weltkrieges (eBook)

Alltag, Biografien und Selbstdarstellungen von gesichtsverletzten Soldaten

(Autor)

eBook Download: PDF
2015
281 Seiten
Franz Steiner Verlag
978-3-515-11059-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Gesichter des Ersten Weltkrieges - Melanie Ruff
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Im Zuge der Kampfhandlungen an den Fronten des Ersten Weltkrieges kam es durch den Einsatz neuer Geschosse und das Kämpfen in Schützengräben zu unerwartet vielen Kopfschussverletzungen, auf welche die militärische Führung und das Sanitätswesen nicht vorbereitet waren. Es stellte sich heraus, dass neben den Schmerzen, den Beschwerden beim Kauen und dem Unvermögen zu Sprechen, die Entstellungen im Gesicht besonders demoralisierend und auch oftmals traumatisierend auf die Soldaten wirkten.

Im ersten Teil der Arbeit stehen die Handlungsräume der betroffenen Personen im Vordergrund. Anhand eines heterogenen Quellenkorpus (Patienten-, Renten- und Verwaltungsakten, Selbstzeugnisse, Nachlässe von Ärzten, medizinische Fachliteratur und Fotografien) können diese aus sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten rekonstruiert werden. Die Handlungsräume dieser Kriegsverletzten setzen sich zusammen aus dem medizinischem Wissen der Zeit, den Intentionen der Akteure, dem Diskurs über die entstellten Gesichter, dem Alltag in den Lazaretten, den Selbstbildern der Patienten während der Behandlung sowie den neu zu erlenenden Körperpraktiken (Sprechen, Mimik, Essen und Körperpflege) aufgrund der Verletzung im Gesicht.

Von den konkreten Umgangsweisen Betroffener und den daraus folgenden Lebensentwürfen handelt der zweite Abschnitt. Es zeigte sich, dass die Gesichtsverletzten auf sehr individuelle Weise lernten mit den ihnen zugefügten Verletzungen am Körper und der daraus resultierenden neuen Lebenssituation umzugehen. Aus diesem Umstand ergab sich die leitende Fragestellung: Kann das Bild des unter der Entstellung leidenden Gesichtsverletzten aufrechterhalten werden oder zeigen Selbstzeugnisse eine andere Perspektive auf?



Melanie Ruff, Historikerin, Promotion 2014 am Institutes für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart zum Thema 'Gesichtsrekonstruktionen während des Ersten?Weltkrieges in Zentraleuropa. Handlungsspielräume und Lebensentwürfe von Kieferschussverletzten'.

Zuvor Studium der Geschichte in Wien und Berlin. Abschluss 2007 zu dem Thema Tilla Durieux. Selbstbilder und Images der Schauspielerin.

Zuletzt kuratierte sie die Ausstellung 'If she can to it, so can I' Frauen im Skatesport, Wien 2014, sowie 'Gesichter des Krieges' im Zahnmuseum Wien.

Inhaltsverzeichnis 6
Tabellen- und Abbildungsverzeichnis 9
Zusammenfassung 12
Abstract 13
Vorwort 14
1. Einleitung 16
1.1 Fragestellung 17
1.2 Forschungsstand 18
1.3 Methode 24
1.4 Quellen 25
1.5 Aufbau 27
2. Rahmenbedingungen: Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie während des Ersten Weltkrieges 28
2.1 Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie vor dem Ersten Weltkrieg 28
2.2 Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 1914–1918 36
2.3 Der Einfluss des Ersten Weltkrieges auf die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie 51
3. Der gesichtsverletzte Soldat: Darstellungen von Gesichtsverletzten in der Medizin und Öffentlichkeit 53
3.1 Fachzeitschriften 56
3.2 Der Gesichtsverletzte als Patient und Soldat in medizinischen Schriften 64
3.3 Die Verletzung als Bedrohung für das weitere Leben 68
3.4 Wiederherstellungsangebote der Medizin 73
3.5 Der erfolgreiche Abschluss der Behandlung 77
3.6 Die Medizin informiert: Darstellungen von Gesichtsverletzten in populären Medien 79
3.7 Kriegsgegner und die Rolle des gesichtsverletzten Soldaten in bildender Kunst, Literatur und Ausstellung 85
3.8 Resümee: Der gesichtsverletzte Soldat 105
4. Die Behandlungszeit: Alltag und Behandlung in den Lazaretten 108
4.1 Verwundung – Verbandsplatz – Feldlazarett 110
4.2 Behandlung im Hinterland 118
4.3 Körperpraktiken 137
4.4 Beschäftigungskonzepte 149
4.5 Die Bemessung des Behandlungserfolges 166
4.6 Resümee: Das Lazarett als Ort der ‚Wieder-Vermännlichung‘ 173
5. Selbstbilder und Selbstdarstellungen von gesichtsverletzten Männern 175
5.1 Briefe und Bildpostkarten 175
5.2 Fotoalben und Fotografien 177
5.3 Erlebnisberichte 181
5.4 Die Verletzung 182
5.5 Die Behandlung 186
5.6 Die Nahrungsaufnahme 188
5.7 Die Erholung 190
5.8 Die Unterhaltung 191
5.9 Maskulinität und Soldatentum 194
5.10 Gesichtsverletzte berichten über ihre Kriegserlebnisse 199
5.11 Resümee: Gesichtsverletzte Soldaten und ihre Interpretation des Geschehenen 206
6. Biografien: Lebensläufe nach der Verletzung 209
6.1 Kurt P.: Die Behandlungszeit als Richtungsweiser 211
6.2 Karl H.: Das Familien-Gedächtnis 218
6.3 Josef N.: Familiäre Gewalt 232
6.4 August H.: Die Reaktion des privaten Umfeldes 244
6.5 Karl K.: Ernährer der Familie 251
6.6 Josef K.: Das soziale Umfeld als Ersatzfamilie 254
6.7 Resümee: Lebensläufe 256
7. Zusammenfassung und Perspektiven: Patienten mit Entstellungen zu Beginn des 20. Jahrhundert und jetzt 258
8. Quellen und Literatur 267
8.1 Archivalien 267
8.2 Gedruckte Quellen 270
8.3 Literatur 276
8.4 Internetseiten 282

Erscheint lt. Verlag 15.5.2015
Reihe/Serie Medizin, Gesellschaft und Geschichte – Beihefte
Zusatzinfo 4 schw.-w. Abb., 3 schw.-w. Tab., 40 schw.-w. Fotos
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Geschichte
Schlagworte 19.-21. Jahrhundert • Biographien • Kriegsverletzungen • Medizingeschichte • Wissenschaftsgeschichte
ISBN-10 3-515-11059-3 / 3515110593
ISBN-13 978-3-515-11059-4 / 9783515110594
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