Kriseninstrument WEU (eBook)
257 Seiten
Franz Steiner Verlag
978-3-515-11007-5 (ISBN)
Das Veto des französischen Staatspräsidenten de Gaulle gegen den britischen EWG-Beitritt stürzte die Europäischen Gemeinschaften (EG) im Januar 1963 in ihre erste echte Krise, die EG-Erweiterungskrise. Zur Lösung dieser Krise griffen die sechs EG-Staaten und Großbritannien 1963 auf die WEU zurück, um den gegenseitigen politischen und wirtschaftlichen Kontakt in einem gemeinsamen Forum auf WEU-Außenministertreffen aufrecht zu erhalten. Arnd Herrmann untersucht erstmals anhand eines multinationalen Ansatzes auf Basis deutscher, britischer und französischer Akten die jeweiligen Ziele, welche die EG-Staaten und Großbritannien mit dem Einsatz der WEU in der EG-Erweiterungskrise verbanden. Er entschlüsselt auf diese Weise die Rolle der WEU, die als Kriseninstrument an Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses in den 1960er Jahren gewann. Diese wirtschaftliche und politische Sonderfunktion der WEU endete erst mit dem Haager Gipfel im Dezember 1969, der das Ende der EG-Erweiterungskrise und den Bedeutungsverlust der WEU einläutete.
Arnd Herrmann studierte Geschichte und Politische Wissenschaft an der Universität Hamburg und am Trinity College in Dublin. Promotionsstipendium von der Graduiertenförderung der Universität Hamburg und der FAZIT-Stiftung. Abschluss der Promotion im April 2014 an der Universität Hamburg.
Forschungsschwerpunkte: Europäische Integrationsgeschichte.
Mittlerweile hauptberuflich als Redakteur in den Printmedien tätig.
VORWORT 10
I. EINLEITUNG 12
1. THEMA UND FRAGESTELLUNG 12
2. VORGEHENSWEISE UND QUELLENKORPUS 19
3. GLIEDERUNG 22
II. ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DER WEU (1954–1962) 24
1. ENTSTEHUNG, KOMPETENZEN UND AUFBAU 24
2. DIE ANFANGSJAHRE DER WEU IM EUROPÄISCHEN INTEGRATIONSPROZESS 27
III. DIE SUCHE NACH WEGEN AUS DEREG-ERWEITERUNGSKRISE (JANUAR–OKTOBER 1963) 32
1. DIE KRISE BEGINNT 32
1.1. Das Scheitern der ersten britischen EWG-Beitrittsverhandlungen 32
1.2. Auf der Suche nach einer Lösung (Ende Januar–Juli 1963) 34
1.2.1. Erfolglose erste WEU-Ideen (Januar–März 1963) 35
1.2.2. Auf dem Weg zum WEU-Kompromiss (April–Juli 1963) 39
2. DER RÜCKGRIFF AUF DIE WEU 43
2.1. Der Kompromiss vom 11. Juli 1963 43
2.2. Die Ausgangsposition: Nationale Zielsetzungen in der WEU 45
2.3. Die formale Ausgestaltung der WEU-Kontakte 48
IV. DER EINSATZ DER WEU ZUR BEWÄLTIGUNG DER KRISE (OKTOBER 1963–OKTOBER 1964) 54
1. DIE WEU-POLITIKDISKUSSIONEN 55
1.1. Der Verlauf der Politikdiskussionen 55
1.2. Der erste Versuch einer engeren außenpolitischen Kooperation: Lateinamerika 57
1.3. WEU versus EPU: Der Luns-Plan 62
2. DIE WEU-WIRTSCHAFTSDISKUSSIONEN 71
2.1. Der Verlauf der Wirtschaftsdiskussionen 71
2.2. Die Teilnahme von Fachministern 76
2.3. Deutsche Versuche für substantiellere Wirtschaftsdiskussionen 79
3. ZWISCHENFAZIT 83
V. DIE ARBEIT DER WEU NACH DEM ABFLAUEN DER ERWEITERUNGSKRISE (OKTOBER 1964–OKTOBER 1967) 87
1. DIE ARBEIT DER WEU GEHT WEITER(OKTOBER 1964–FEBRUAR 1966) 87
1.1. Die neue Ausgangsposition durch den britischen Regierungswechsel 88
1.2. Die WEU-Politikdiskussionen 89
1.3. Die WEU-Wirtschaftsdiskussionen 94
1.3.1. Der Verlauf der WEU-Wirtschaftsdiskussionen 94
1.3.2. Unstimmigkeiten über die Arbeitsweise der WEU 97
1.4. Bewertung der WEU-Rolle 102
2. DIE BEDEUTUNG DER WEU NIMMT WIEDER ZU: DAS ZWEITE BRITISCHE EG-BEITRITTSGESUCH (MÄRZ 1966–OKTOBER 1967) 105
2.1. Der Wandel bei Labour zum EG-Beitritt 106
2.2. Die WEU-Politikdiskussionen 108
2.3. Die WEU-Wirtschaftsdiskussionen 111
2.3.1. Der Verlauf der WEU-Wirtschaftsdiskussionen 111
2.3.2. Der Einsatz der WEU für das britische EG-Beitrittsgesuch 115
2.4. Bewertung der WEU-Rolle 126
3. ZWISCHENFAZIT 129
VI. DAS ZWEITE FRANZÖSISCHE VETO:ERNEUTER RÜCKGRIFF AUF DIE WEU(NOVEMBER 1967–FEBRUAR 1969) 131
1. DIE BLOCKADE DES ZWEITEN BRITISCHEN EG-BEITRITTSGESUCHES (NOVEMBER–DEZEMBER 1967) 131
2. DIE ROLLE DER WEU NACH DEM AUSBRUCH DER KRISE(JANUAR–JULI 1968) 134
2.1. Neue Ausgangspositionen und Lösungsvorstellungen nach dem Veto 134
2.2. Die WEU-Politikdiskussionen 138
2.3. Die WEU-Wirtschaftsdiskussionen 141
2.4. Bewertung der WEU-Rolle 147
3. DIE WEU IM RAMPENLICHT (AUGUST 1968–FEBRUAR 1969) 149
3.1. Der Harmel-Plan 149
3.1.1. Entwicklung und Inhalt des Harmel-Plans 149
3.1.2. Die Folgen des Harmel-Plans 157
3.2. Die weiteren WEU-Politikdiskussionen 167
3.3. Die WEU-Wirtschaftsdiskussionen 170
3.4. Bewertung der WEU-Rolle 174
4. ZWISCHENFAZIT 176
VII. DIE WEU IN DER KRISE (FEBRUAR 1969–JUNI 1970) 179
1. DER FRANZÖSISCHE WEU-BOYKOTT (FEBRUAR 1969) 179
1.1. Das Nahostsondertreffen und die Soames-Affäre 179
1.2. Der französische Entschluss und erste Reaktionen 183
2. DIE ARBEIT OHNE FRANKREICH IN DER WEU(MÄRZ 1969–JUNI 1970) 190
2.1. Ungelöste Rechtsstreitigkeiten 190
2.2. Die WEU-Politikdiskussionen 194
2.2.1. Die Diskussionen in der WEU 194
2.2.2. Das Verhältnis zur Europäischen Politischen Zusammenarbeit (EPZ) 201
2.3. Die WEU-Wirtschaftsdiskussionen 208
3. DIE FRANZÖSISCHE RÜCKKEHR AN DEN WEU-RATSTISCH(JUNI 1969–JUNI 1970) 212
3.1. Erste erfolglose Rückholversuche 212
3.2. Die erfolgreiche belgische Kompromissformel 217
3.3. Zu siebt zum letzten zweitägigen Ministertreffen 221
4. ZWISCHENFAZIT 223
VIII. DAS ENDE DER SONDERFUNKTION DER WEU(JUNI 1970–1972) 227
IX. SCHLUSSBETRACHTUNG 234
X. QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS 242
I. ARCHIVQUELLEN 242
1. Bundesarchiv (Koblenz) 242
2. Ministère des Affaires Étrangères (Paris) 242
3. National Archives (Kew) 242
4. Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (Berlin) 243
II. EDIERTE QUELLEN 244
1. Editionen 244
2. Einzelne Quellenverweise 244
III. MEMOIREN 249
IV. SEKUNDÄRLITERATUR 249
| Erscheint lt. Verlag | 19.1.2015 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Studien zur modernen Geschichte |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Geschichte |
| Schlagworte | Erweiterungskrise • Geschichte • Kriseninstrument |
| ISBN-10 | 3-515-11007-0 / 3515110070 |
| ISBN-13 | 978-3-515-11007-5 / 9783515110075 |
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