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Scham - zur sozialen Bedeutung eines Gefühls im spätmittelalterlichen England (eBook)

eBook Download: PDF
2014 | 1. Auflage
359 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-36722-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Scham - zur sozialen Bedeutung eines Gefühls im spätmittelalterlichen England -  Katharina Behrens
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Das Mittelalter kannte keine Scham: Rülpsende, furzende und promiske Zeitgenossen bevölkern populäre Filme und Bücher und prägen das moderne Mittelalterbild. Im Hintergrund dieser Vorstellungen stehen historisch-soziologische Theorien, die davon ausgehen, dass der Zivilisationsprozess seit der frühen Neuzeit zu einem signifikanten Ansteigen der Schamschwellen geführt hat. Katharina Behrens' emotions- und mentalitätsgeschichtliche Studie setzt an diesem Punkt an und untersucht die soziale Bedeutung der Scham am Beispiel des ricardischen England. Sie beobachtet sowohl aus sprachlich-diskursiver als auch aus performativ-institutioneller Perspektive: Die sozialen Semantiken der Scham werden zum einen begriffsgeschichtlich auf der Ebene der Texte, zum anderen sozialgeschichtlich auf der Ebene gesellschaftlich-kultureller Praktiken und Institutionen in den Blick genommen. Dabei zeigt sich, dass das Mittelalter keineswegs schamlos war, sondern dass Scham in der englischen Kultur und Gesellschaft des späten 14. Jahrhunderts im Bereich der Schaffung und Aufrechterhaltung sozialer Ordnung eine zentrale Rolle spielte.

Dr. phil. Katharina Behrens (*1978) studierte Anglistik und Geschichte. Sie war Stipendiatin der International Max Planck Research School 'Werte und Wertewandel in Mittelalter und Neuzeit' am Max-Planck-Institut für Geschichte, hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Georg-August-Universität Göttingen gearbeitet und ist nun im niedersächsischen Schuldienst tätig. Sie ist Mitglied im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und im Geschichtslehrerverband.

Dr. phil. Katharina Behrens (*1978) studierte Anglistik und Geschichte. Sie war Stipendiatin der International Max Planck Research School "Werte und Wertewandel in Mittelalter und Neuzeit" am Max-Planck-Institut für Geschichte, hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Georg-August-Universität Göttingen gearbeitet und ist nun im niedersächsischen Schuldienst tätig. Sie ist Mitglied im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands und im Geschichtslehrerverband.

Cover 1
Title Page 
4 
Copyright 
5 
Table of Contents 
6 
Body 
10 
Vorwort 10
Einleitung 14
1. Ausgangspunkte: Scham im spätmittelalterlichen England 14
2. Zur Forschungslage: Die historische Betrachtung der Scham 18
3. Theoretische und methodische Überlegungen 24
4. Scham, Schande, Schamhaftigkeit – Emotions-, Ehr- und Werteforschung 27
5. Quellen, Fragestellung, Untersuchungsgang 29
Von Scham reden – die sprachlich-diskursive Ebene 32
Zum sprachgeschichtlichen Hintergrund 34
I. Pudet recordacionis. Scham in der ricardischen Chronistik 37
1. Die Historiographie des späten 14. Jahrhunderts 37
2. Instrument der Bewertung: Scham in den Chroniken 42
3. Thomas Walsingham, der Chronist des Skandalösen 54
4. Individuelle Differenzen – Individualscham? 61
5. Die Scham der Historiographen 65
II. Zwischen Himmel und Hölle. Scham in religiös-didaktischen Texten 68
1. Die Frau, die sich zu beichten schämte 68
2. Wie im Himmel: Die Scham in ihren eschatologischen Koordinaten 75
3. So auf Erden: Mensch, Scham und soziale Ordnung 98
4. Wertkonflikte – Schamkonflikte 116
5. Die Relativität der Scham 124
III. Formeln der Schande. Scham in Rechts- und Verwaltungsschriften 126
1. London, Flower of Cities all 126
2. Lug, Betrug und Diffamierung: Scham- und Schandformeln in den Letter Books 129
3. Die Plea and Memoranda Rolls und die Londoner Guild Returns 140
4. Scham, Schande und das Recht des 13. Jahrhunderts 144
5. Formeln des Rechts, Formeln der Moral 149
IV. Konkurrierende Moralitäten. Scham in fiktionaler Literatur 152
1. Ricardian Poetry 152
2. Ehre, Liebe, Laster: Scham in höfischer und religiös-moralischer Literatur 158
3. Inszenierte Schamlosigkeit: Scham in komischer Literatur 171
4. Scham und konkurrierende Moralitäten 179
5. Konflikte zwischen Wertesystemen 185
Zwischenfazit 186
Mit Scham handeln – die performativ-institutionelle Ebene 190
Zur Erforschung des Performativen 192
V. Schande als Sanktion. Praktiken des schändlichen Strafens und der Beschämung 198
1. Konflikt, Scham, Ordnung. Strafen durch Beschämung 198
2. Schändliches Strafen I: Der Pranger 204
3. Schändliches Strafen II: Die Hinrichtung 216
4. Praktiken der Beschämung 221
5. Logiken des Sanktionierens mit Scham 234
VI. Schamhaftigkeit als Wert. Formen der institutionalisierten Armenfürsorge 242
1. ›Zu betteln schämst du dich‹ 242
2. Wo die ehrbaren Armen wohnen: Armenhäuser des 15. Jahrhunderts 246
3. Selektive Armenfürsorge im 14. Jahrhundert 255
4. Gib den Schamhaften mit Freude: spätmittelalterliche Denkformen 261
5. Institutionalisierte Armenfürsorge und Scham 268
VII. Scham als Wiedergutmachung. Beichte und Buße 272
1. Zwischen ›öffentlicher‹ Buße und ›privater‹ Beichte 272
2. Sich schämen oder sich nicht schämen. Die Institution der Beichte 278
3. Beschämt und versöhnt werden: Praktiken der Buße 291
4. Exkurs: ›Ich schämte mich‹. Schamerfahrungen der Mystikerinnen 301
5. Restitutive Scham – reintegratives Beschämen? 309
Zusammenfassung 314
Anhang 324
1. Abkürzungen 324
2. Quellen- und Literaturverzeichnis 324
Sach- und Personenregister 356
Back Cover 
361 

Erscheint lt. Verlag 2.4.2014
Reihe/Serie Historische Semantik.
Historische Semantik.
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Mittelalter
Schlagworte England • Gesellschaft • Scham
ISBN-10 3-647-36722-2 / 3647367222
ISBN-13 978-3-647-36722-4 / 9783647367224
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