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Geschichte als Argument in der Nachkriegsmedizin (eBook)

Formen der Vergegenwärtigung der nationalsozialistischen Euthanasie zwischen Politisierung und Historiographie
eBook Download: PDF
2013 | 1. Auflage
370 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-8470-0127-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Geschichte als Argument in der Nachkriegsmedizin -  Sascha Topp
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Etwa 300.000 psychisch erkrankte sowie geistig und körperlich beeinträchtigte Patienten wurden während des Zweiten Weltkriegs von Ärzten ermordet. Neben den massenhaften Zwangssterilisationen und medizinischen Menschenversuchen in Konzentrationslagern gehört diese Tatsache zu den prekärsten Vergangenheitsinhalten, mit denen es die deutsche Medizin seit 1945 zu tun hatte. In welchen historischen Konstellationen kam es dazu, dass NS-Euthanasie-Verbrechen in der Nachkriegsmedizin thematisiert wurden? Und welche Bedeutung wurde der Vergangenheit zugewiesen? Sascha Topp dokumentiert und analysiert anhand ausgewählter Beispiele von Medizinergruppen die Entwicklung von der teils systematischen Abwehr zur zumindest partiellen Verinnerlichung der prekären Vergangenheit in das ?kollektiv? geteilte ärztliche Selbstbild. Sein Buch steht damit im breiteren Kontext erinnerungskultureller Studien zum gesellschaftlichen Umgang mit Nationalsozialismus und Holocaust in Deutschland. Approximately 300 000 mentally retarded or psychologically disordered children, men and women were killed by German doctors as 'life unworthy of living' during the time of National Socialism, mainly in WW II. In post-war German medicine, besides the practice of forced mass sterilization and medical experimentation in context of the holocaust the euthanasia crimes are one of the most precarious aspects of the past. In case of dealing with Nazi euthanasia: which historical settings for representation can be identified and what meanings were given to these events in the course of remembrance? This study documents and analyses the variety of representations of national socialist euthanasia, using examples of several groups of German physicians after WW II until the first decade of 21st century. What can be found is a process of coming to terms with the past shifting from complete rejection up to at least partial internalization of the destabilizing contents of the past into the self-image and the 'collective memory' of the focused group of physicians. This book intends to contribute to the current research on memory cultures especially to cultural studies about German society dealing with the National Socialism and Holocaust.

Dr. Sascha Topp untersucht in einem Forschungsprojekt die historische Entwicklung der Verhaltens-, Neuro- und Kognitionswissenschaften im Rahmen der Max-Planck-Gesellschaft.

Dr. Sascha Topp untersucht in einem Forschungsprojekt die historische Entwicklung der Verhaltens-, Neuro- und Kognitionswissenschaften im Rahmen der Max-Planck-Gesellschaft.

Title Page 3
Copyright 4
Table of Contents 7
Body 11
Danksagung 13
Vorbemerkung 15
1. Einleitender Überblick 19
1.1. Zur Aktualität der NS-Vergangenheit in den Wissenschaften 19
1.2. Objekte und Aufbau der Untersuchung 30
1.3. Historische Hintergründe: Zur Beteiligung der Medizin an NS-Euthanasie-Verbrechen 31
1.4. Quellen 36
1.5. Geschichte als Argument in der deutschen Medizinethik nach 1945 38
2. Forschungstand 41
2.1. Stand der zeitgeschichtlichen Forschung zum Umgang mit der NS-Geschichte nach 1945 und der Einfluss der Generationenabfolge in der Nachkriegszeit 41
2.2. Stand der zeitgeschichtlichen Forschung zur Vergegenwärtigung der NS-Euthanasie in der Nachkriegszeit 48
3. Zur Theorie von Erinnerung und Vergessen 57
3.1. Erinnerung und Vergessen: „kollektives Gedächtnis”? 60
3.1.1. Grenzen des Konzepts der mémoire collective (Maurice Halbwachs) 62
3.1.2. Kulturelles Gedächtnis und Erinnerungsräume (Jan und Aleida Assmann) 64
3.1.3. Erinnerungskulturen – Der Gießener Sonderforschungsbereich 67
3.2. Methodische Kritik an memory studies und mögliche Erkenntnisse (Alon Confino und Wulf Kansteiner) 68
4. Erinnerungsgeschehen in der Bundesrepublik Deutschland 75
4.1. Thematisierung der NS-Medizin in der Landesärztekammer Hessen (LÄK) 75
4.1.1. Ärzteopposition in der Bundesrepublik 75
4.1.2. Ärzteopposition in der LÄK Hessen 78
4.1.3. „Unmenschliche Medizin” in Vergangenheit und Gegenwart? Bad Nauheimer Seminar 1981 79
4.1.4. Entstehung und Entwicklung der Euthanasie-Gedenkstätte Hadamar 86
4.1.5. Die LÄK Hessen und Hadamar 93
4.1.6. Zwischenbilanz 97
4.2. Thematisierung der NS-Vergangenheit in der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde (DGfK) 101
4.2.1. Auseinandersetzung in der DGfK um Werner Catel und die „begrenzte Euthanasie” 1960 bis 1967 101
4.2.1.1. Vorgeschichte des Catel-Streits 101
4.2.1.2. Der öffentliche Skandal um Werner Catel 1960: Ausschluss von Rudolf Degkwitz? Erste unmittelbare Reaktion in der DGfK 108
4.2.1.3. Öffentliche Erklärung der DGfK 1961: Zweite unmittelbare Reaktion 114
4.2.1.4. Catels Rechtfertigungsschrift „Grenzsituationen des Lebens” von 1962 119
4.2.1.5. DGfK-Ausschlussverfahren gegen Catel 1962 135
4.2.1.6. Werner Catels Austritt aus der DGfK 1967 158
4.2.2. DGfK-Tagung zur Medizinethik in der Pädiatrie 1981: Einbruch der Vergangenheit durch die Hintertür? 163
4.2.3. Historische Kommission und 100 Jahre DGfK: München 1983 177
4.2.4. „Aufbruch” zur „Rückbesinnung auf die Vergangenheit”: Hannover 1994 bis Potsdam 2010 182
4.2.5. Zwischenbilanz 191
4.3. Die Reformpsychiatrie und der neue Blick auf die Betroffenen von Zwangssterilisation und NS-Euthanasie 200
4.3.1. Erste Opferorganisationen: die Zentralverbände in Gießen und München (1950–1954) 202
4.3.2. Arbeitskreis zur Erforschung der NS-„Euthanasie” und Zwangssterilisation 213
4.3.2.1. Die Vorgeschichte des Arbeitskreises 213
4.3.2.2. Zur Gründungs- und Wirkungsgeschichte des Arbeitskreises 218
4.3.3. Bund der „Euthanasie”-Geschädigten und Zwangssterilisierten (1987–2009) 224
4.3.4. Zwischenbilanz 228
4.4. Das Max-Planck-Institut für Hirnforschung und die Max-Planck-Gesellschaft im Umgang mit der Vergangenheit 234
4.4.1. Die Hypothek der NS-Euthanasie 236
4.4.2. Der Anstoß in Nürnberg 1946/47 237
4.4.3. Die Hallervorden-Affäre („dutch affair”) von Lissabon 1953 247
4.4.4. Rückendeckung: die Fachgesellschaften GDNP / DGN und das hessische Institutsumfeld 255
4.4.5. Die Positionierung der Max-Planck-Gesellschaft 260
4.4.6. Zwischenbilanz 269
5. Erinnerungsgeschehen in der DDR 271
5.1. Staatlicher Umgang mit der Vergangenheit 271
5.1.1. Entschädigungspolitik in der DDR 271
5.1.2. Die geheime Vergangenheitspolitik des MfS: Umgang mit ehemaligen Mitarbeitern Werner Catels und Einblicke in die „Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina” 273
5.1.3 Authentische Orte der NS-Euthanasie am Rande der staatlichen Erinnerungskultur: Pirna / Sonnenstein, Brandenburg a.d. Havel, Bernburg 280
5.2. Zur Vergegenwärtigung der Vergangenheit in der DDR-Medizin 288
5.2.1. Psychiatrie-Streit um das Buch „Nazimordaktion T4” 288
5.2.2. Gesellschaft für Pädiatrie der DDR: Geschichte als Argument in der Medizinethik? (1978) 301
5.3. Die wissenschaftliche Vergegenwärtigung der NS-Euthanasie in der DDR-Medizinhistoriographie 305
5.4. Zwischenbilanz 312
6. Zusammenfassende Thesen 317
7. Liste der einbezogenen öffentlichen und privaten Archive 327
8. Verzeichnis der gedruckten Quellen und Literatur 329
9. Abkürzungsverzeichnis 363
Personenregister 365

Erscheint lt. Verlag 18.9.2013
Reihe/Serie Formen der Erinnerung
Formen der Erinnerung.
Formen der Erinnerung.
Mitarbeit Herausgeber (Serie): Jürgen Reulecke, Birgit Neumann
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Schlagworte Aufarbeitung der Vergangenheit • Erinnerungskultur • Erinnerungspolitik • Euthanasie • Geschichte als Argument • Hirnforschung • historische Verantwortung • Kinderheilkunde • Kollektives Gedächtnis • Landesärztekammer • medizinische Fachgesellschaften • Opferverbände • Pädiatrie • Psychiatrie • Umgang mit Nationalsozialismus • Vergangenheitsbewältigung • Vergangenheitspoliltik • Zeitgeschichte der Medizin • Zwangssterilisation
ISBN-10 3-8470-0127-2 / 3847001272
ISBN-13 978-3-8470-0127-0 / 9783847001270
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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