Stalins großer Bluff (eBook)
251 Seiten
De Gruyter Oldenbourg (Verlag)
978-3-486-70280-4 (ISBN)
Am Vorabend der Stalin-Note (S. 39) Zwei Tage, nachdem das Politbüro die Einberufung einer Konferenz der Besatzungsmächte zur Erörterung gesamtdeutscher Wahlen abgelehnt hatte, empfahl Gromyko am 25. Januar 1952 Stalin, dass nunmehr die DDR-Regierung mit einem Appell an die vier Mächte herantrete und um „die Beschleunigung des Abschlusses eines Friedensvertrages" sowie die westdeutsche Regierung um Unterstützung des Vorschlags bitte. Als Antwort darauf, so Gromyko, könnte die UdSSR den Regierungen der Westmächte eine Note überreichen, in der sie vorschlage, zur Ausarbeitung eines Entwurfs eines Friedensvertrages für Deutschland überzugehen. Der Note sollte ein Entwurf über die Grundlagen eines Friedensvertrages beigelegt werden. Gromyko unterstrich, dass eine solche Vorgehensweise „große politische Bedeutung im Kampf für den Frieden und gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands" hätte und „den Befürwortern der Einheit Deutschlands und des Friedens bei der Entlarvung der aggressiven Absichten der drei Westmächte im Zusammenhang mit dem ‚Generalvertrag‘ helfen würde". Gromyko legte gegenüber Stalin dar, dass die Note auch „bedeuten würde, dass wir indirekt die Einberufung eines Rates der Außenminister der vier Mächte vorschlagen, wenn auch ohne diesbezüglichen formellen Vorschlag". Je nach Reaktion der drei Westmächte könnte man daher die Frage der Einberufung einer Konferenz des Rates der Außenminister formell erst später entscheiden. Den neuen Vorschlag der DDR-Füh- rung lehnte Gromyko ab. Die UdSSR würde folglich in den Augen der Weltöffentlichkeit als Verfechterin der Einheit Deutschlands dastehen. Wenige Tage später wurde die weitere Vorgehensweise in der deutschen Frage am 30. Januar 1952 im Politbüro debattiert. Stalin bemängelte den „Fahrplan". Das Politbüro setzte dem Außenministerium eine Frist von drei Tagen, die vorgelegten Entwürfe zu überarbeiten. , Am 2. Februar 1952 präsentierte schließlich der sowjetische Außenminister Vyšinskij Stalin die überdachte weitere Vorgehensweise in der deutschen Frage. Nunmehr sollte der DDR-Führung „empfohlen" werden, sich an die Regierungen der vier Großmächte „mit der Bitte um Beschleunigung des Abschlusses des Friedensvertrages mit Deutschland" zu wenden, zuvor freilich den Entwurf eines solchen Appells der Sowjetregierung zu schicken. Nach Veröffentlichung des Appells sollte die UdSSR diesen zunächst begrüßen, um sich anschließend mit dem Entwurf von Grundlagen eines Friedensvertrages mit Deutschland an die Westmächte zu wenden und zuvor die tschechoslowakische und polnische Regierung darüber zu informieren. Am 8. Februar 1952 wies nunmehr das Politbüro C¡ujkov und Semenov an, der Regierung der DDR zu empfehlen, sich in den nächsten Tagen mit einer Note an die Großmächte zu wenden. Die sowjetische Regierung würde diese unterstützen. , In seiner Anweisung an C¡ujkov und Semenov hielt das Politbüro fest, dass „die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Appell der Regierung der DDR an die Bonner Regierung über die Beschleunigung des Abschlusses des Friedensvertrages mit Deutschland und der Schaffung eines einheitlichen, friedliebenden, demokratischen deutschen Staates, die im Laufe des letzten halben Jahres in Deutschland durchgeführt wurden, und auch über die Durchführung gesamtdeutscher Wahlen zu diesem Ziel zweifelsohne positive Ergebnisse gebracht haben. Sie halfen, die Politik der USA, Großbritanniens und Frankreichs, die auf die Remilitarisierung Westdeutschlands, auf die Vertiefung der herrschenden Teilung Deutschlands und auf seine Einbeziehung in die Kriegspläne des Atlantischen Blocks mit dem Ziel der Beschleunigung der Vorbereitung eines neuen Krieges in den Augen breiter Schichten des deutschen Volkes zu entlarven."
| Erscheint lt. Verlag | 1.10.2007 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Zeitgeschichte |
| ISBN-10 | 3-486-70280-7 / 3486702807 |
| ISBN-13 | 978-3-486-70280-4 / 9783486702804 |
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Größe: 28,7 MB
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