Zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins (eBook)
433 Seiten
Meiner, F (Verlag)
978-3-7873-2443-9 (ISBN)
Edmund Husserl wird 1859 als Sohn einer jüdischen Tuchhändlerfamilie in Prossnitz geboren. Er nimmt nach dem Abitur das Studium der Mathematik, Astronomie, Physik und Philosophie in Leipzig auf, das er ab 1878 in Berlin fortsetzt. Es folgt die Promotion in Wien und - angeregt durch den Einfluß Franz Brentanos - die Habilitation mit einer psychologisch-mathematischen Arbeit bei Carl Stumpf in Halle. Nach verschiedenen Lehrtätigkeiten erhält Husserl 1906 eine Professur in Göttingen. Die berühmtesten Werke erscheinen in großen Abständen, davon zu Lebzeiten zwei unvollständig: die Ideen zu einer reinen Phänomemologie (1913) und die Krisis der europäischen Wissenschaften (1936). Diese programmatischen Einführungen in die Grundprobleme der Phänomenologie werden zeitlebens durch unveröffentlichte Analysen ergänzt, die Husserl auf etwa 45.000 Seiten in Gabelsberger Stenographie niederschreibt. 1916 folgt er dem Ruf an die Universität Freiburg, wo Martin Heidegger sein wohl berühmtester Schüler wird. Die Konversion zum Christentum schützt die Familie Husserl nicht vor den Schikanen der Nazis, die sie 1937 aus ihrer Wohnung vertreiben. Husserl stirbt 1938 in Freiburg.
Cover 1
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 17
Editorischer Bericht 73
Bibliographische Hinweise 77
E. Husserl: Zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins 81
A. Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtseins 83
I. Die Vorlesungen über das innere Zeitbewußtsein aus dem Jahre 1905 83
Einleitung 83
§ 1 Ausschaltung der objektiven Zeit 84
§ 2 Die Frage nach dem „Ursprung der Zeit“ 89
Erster Abschnitt: Brentanos Lehre vom Ursprung der Zeit 91
§ 3 Die ursprünglichen Assoziationen 91
§ 4 Die Gewinnung der Zukunft und die unendliche Zeit 94
§ 5 Die Abwandlung der Vorstellungen durch die Zeitcharaktere 95
§ 6 Kritik 96
Zweiter Abschnitt: Analyse des Zeitbewusstseins 101
§ 7 Deutung der Erfassung von Zeitobjekten als Momentanerfassung und als dauernder Akt 101
§ 8 Immanente Zeitobjekte und ihre Erscheinungsweisen 106
§ 9 Das Bewußtsein von den Erscheinungen immanenter Objekte 108
§ 10 Die Kontinua der Ablaufsphänomene. Das Diagramm der Zeit 110
§ 11 Urimpression und retentionale Modifikation 111
§ 12 Retention als eigentümliche Intentionalität 114
§ 13 Notwendigkeit des Vorangehens einer Impression vor jeder Retention. Evidenz der Retention 116
§ 14 Reproduktion von Zeitobjekten (sekundäre Erinnerung) 118
§ 15 Die Vollzugsmodi der Reproduktion 120
§ 16 Wahrnehmung als Gegenwärtigung im Unterschied von Retention und Wiedererinnerung 121
§ 17 Wahrnehmung als selbstgebender Akt im Gegensatz zur Reproduktion 124
§ 18 Die Bedeutung der Wiedererinnerung für die Konstitution des Bewußtseins von Dauer und Folge 126
§ 19 Der Unterschied von Retention und Reproduktion (primärer und sekundärer Erinnerung bzw. Phantasie) 129
§ 20 Die „Freiheit“ der Reproduktion 132
§ 21 Klarheitsstufen der Reproduktion 133
§ 22 Evidenz der Reproduktion 133
§ 23 Deckung des reproduzierten Jetzt mit einem Vergangen. Unterscheidung von Phantasie und Wiedererinnerung 135
§ 24 Protentionen in der Wiedererinnerung 137
§ 25 Die doppelte Intentionalität der Wiedererinnerung 138
§ 26 Unterschiede zwischen Erinnerung und Erwartung 140
§ 27 Erinnerung als Bewußtsein vom Wahrgenommen-gewesen-sein 142
§ 28 Erinnerung und Bildbewußtsein. Erinnerung als setzende Reproduktion 145
§ 29 Gegenwartserinnerung 146
§ 30 Erhaltung der gegenständlichen Intention in der retentionalen Abwandlung 147
§ 31 Urimpression und objektiver individueller Zeitpunkt 149
§ 32 Anteil der Reproduktion an der Konstitution der einen objektiven Zeit 156
§ 33 Einige apriorische Zeitgesetze 157
Dritter Abschnitt: Die Konstitutionsstufen der Zeit und der Zeitobjekte 159
§ 34 Scheidung der Konstitutionsstufen 159
§ 35 Unterschiede der konstituierten Einheiten und des konstituierenden Flusses 160
§ 36 Der zeitkonstituierende Fluß als absolute Subjektivität 161
§ 37 Erscheinungen transzendenter Objekte alskonstituierte Einheiten 162
§ 38 Einheit des Bewußtseinsflusses und Konstitutionvon Gleichzeitigkeit und Folge 163
§ 39 Die doppelte Intentionalität der Retention und die Konstitution des Bewußtseinsflusses 166
§ 40 Die konstituierten immanenten Inhalte 170
§ 41 Evidenz der immanenten Inhalte. Veränderung und Unveränderung 171
§ 42 Impression und Reproduktion 175
§ 43 Konstitution von Dingerscheinungen und Dingen. Konstituierte Auffassungen und Urauffassungen 177
§ 44 Innere und äußere Wahrnehmung 182
§ 45 Konstitution der nichtzeitlichen Transzendenzen 184
II. Nachträge und Ergänzungen zur Analyse des Zeitbewußtseins aus den Jahren 1905–1910 187
Beilage I: Urimpression und ihr Kontinuum der Modifikationen 187
Beilage II: Vergegenwärtigung und Phantasie – Impression und Imagination 190
Beilage III: Die Zusammenhangsintentionen von Wahrnehmung und Erinnerung – Die Modi des Zeitbewußtseins 193
Beilage IV: Wiedererinnerung und Konstitution von Zeitobjekten und objektiver Zeit 198
Beilage V: Gleichzeitigkeit von Wahrnehmung und Wahrgenommenem 201
Beilage VI: Erfassung des absoluten Flusses – Wahrnehmung in vierfachem Sinn 203
Beilage VII: Konstitution der Gleichzeitigkeit 209
Beilage VIII: Doppelte Intentionalität des Bewußtseinsstromes 210
Beilage IX: Urbewußtsein und Möglichkeit der Reflexion 213
Beilage X: Objektivation der Zeit und von Dinglichem in der Zeit 216
Beilage XI: Adäquate und inadäquate Wahrnehmung 221
Beilage XII: Das innere Bewußtsein und die Erfassung von Erlebnissen 225
Beilage XIII: Konstitution spontaner Einheiten als immanenter Zeitobjekte – Urteil als Zeitgestalt und absolutes zeitkonstituierendes Bewußtsein 230
B. Ergänzende Texte zur Darstellung der Problementwicklung 237
[I. Zur Einführung der wesentlichen Unterscheidung zwischen „frischer“ und „Wieder“-Erinnerung und über Inhaltsänderung und Auffassungsunterschiede im Zeitbewußtsein] 237
[Nr. 1] Wie kommt es zur Vorstellung der Einheit eines länger fortgesetzten Änderungsverlaufs? [Anschauung und Repräsentation] 237
[Nr. 2] Evidenz der Zeitwahrnehmung, Erinnerung etc. 252
[Nr. 3 Adäquate Erwartung] 255
[Nr. 4] Meditation [Wahrnehmung, Erinnerung und Erwartung] 256
[Nr. 5 Andauernde Wahrnehmung als einfacher Akt] 257
[Nr. 6 Brentano und die Frage nach der Evidenz des Gedächtnisses] 259
[Nr. 7] Anschauung, Evidenz vom Vergangensein – bloße Vorstellung vom Vergangensein [Scheinbare Notwendigkeit der Annahme einer Inhaltsveränderung in der primären Erinnerung] 259
[Nr. 8] Adäquation durch Ähnlichkeit – Vorstellung eines Gegenstandes und Vorstellung von der Wahrnehmung des Gegenstandes [Das „abgeblaßt“ noch Bewußte als bildlicher Ähnlichkeitsrepräsentant des zuvor Wahrgenommenen] 262
[Nr. 9] Disputatio [Gegenwärtigkeit der Erinnerung, Vergangensein des Erinnerten] 264
[Nr. 10] Alte und erste Beobachtung darüber, daß ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen ursprünglichem Vergangenheitsbewußtsein und Wiedererinnerung 266
[Nr. 11] Haben die Momentanphasen der Wahrnehmung hinsichtlich der abgelaufenen Teile des Zeitobjekts den Charakter von Imaginationen? 268
[Nr. 12 Die Evidenz des Zeitbewußtseins] 269
[Nr. 13] Wahrnehmung eines Zeitlichen und Wahrnehmung der Zeitlichkeit 272
[Nr. 14] Ob die intuitive Modifikation, vermöge deren aus der Wahrnehmung unmittelbare Erinnerung wird, verstanden werden kann als eine bloße Änderung des präsentierenden Inhalts (Brentano mag hier nur als Exempel dienen) 273
[Nr. 15] Zeit und Erinnerung [Jetztwahrnehmung, Erinnerungswahrnehmung und phantastische Erinnerung. Versetzung der Unterschiede in die Apperzeptionsweise] 276
[Nr. 16 Was in einer Wahrnehmung als gegenwärtig gegeben sein kann] 279
[Nr. 17 Das Problem des Bewußtseins der Modifikation] 280
[Nr. 18] Der Charakter der Erinnerung – Repräsentation durch Identität: was soll das meinen? 282
[II. Die Ausschaltung der objektiven Zeit, das Zeitobjekt, die Phänomenologie der Objektivierung und ihre Aporien] 291
[Nr. 19 Der völlige Ausschluß aller Suppositionen in betreff einer objektiven Zeit] 291
[Nr. 20 Die Wahrnehmung der Sukzession setzt Sukzession der Wahrnehmung voraus] 293
[Nr. 21 Das Erkennen aufgrund der wiederholten Vergegenwärtigung einer selben Sukzession] 296
[Nr. 22] Ist (oder wie ist) adäquate Erinnerung möglich? 300
[Nr. 23] Einheit der Zeit und ihre Unendlichkeit 302
[Nr. 24] Wahrnehmung eines individuellen (zeitlichen) Objekts [Finden wir in einer Phase der Wahrnehmung des Zeitlichen die Wahrnehmungserscheinungen der früheren Phasen?] 303
[Nr. 25] Adäquate Erinnerung. Frühere Wahrnehmung – Wahrnehmung der Vergangenheit. Versuch (Aporie) [Warum ist die frische Erinnerung nicht einfach die fortdauernde ursprüngliche Wahrnehmung?] 306
[Nr. 26] Zur Hypothese: daß die Wahrnehmungen „Zeitbestimmtheit“ als jeweiliges Jetzt, das sich aber beständig verändert, einschließen und daß die primäre Erinnerung die Bedeutung des Verbleibens dieser Wahrnehmungen hat 309
[Nr. 27 Versuch einer Übersicht: Die fundamentalen zeitlichen Unterschiede. Selbst-da und Objektivierung] 315
[Nr. 28] Die Identität des Tones, des Zeitobjekts und jeder Phase des Zeitobjekts im Flusse des Zeitbewußtseins 319
[Nr. 29] Meinongs Unterscheidung in distribuierte und indistribuierte Gegenstände 323
[Nr. 30 Dreierlei Phasen] 336
[Nr. 31] Zeichnung [Jetztauffassung und extensive Wahrnehmung] 338
[Nr. 32] Kontinua 339
[Nr. 33] Ergebnisse der Diskussion Stern-Meinong 340
[Nr. 34 Zum Problem des Bewußtseins von einer Aufeinanderfolge] 343
[III.] Seefelder Manuskripte über Individuation 346
[Nr. 35] Einheit des Zeitdinges als Identischen der Veränderung oder Unveränderung 346
[Nr. 36 Zur] Seefelder Reflexion [Typisches, Mathematisches und die Einheit des Zeitgegenstandes] 363
[Nr. 37] Das Zeitobjekt 370
[Nr. 38] Einwand gegen diese ganze Seefelder Betrachtungsweise 376
[IV. Zur Auflösung des Schemas Auffassungsinhalt – Auffassung] 380
[Nr. 39] Zeit in der Wahrnehmung 380
[Nr. 40] Stufen der Objektivität 399
[Nr. 41] Erscheinung und Zeit – Erleben und Erlebnis. Das Bewußtsein als das Erleben, in dem die Bewußtseinserlebnisse im Plural erlebt sind 401
[Nr. 42] Evidenz 406
[Nr. 43] Problem 407
[Nr. 44] Die Zeitform des Bewußtseins 408
[Nr. 45 Die doppelte Intentionalität der Bewußtseinsflüsse] 410
[Nr. 46 Fraglichkeit der Rückführung aller Unterschiede auf die Auffassungsweise] 424
[Nr. 47 „Inhalts-“ und „Auffassungsmomente“ und die Evidenz der frischen Erinnerung] 425
[Nr. 48] Ursprüngliche zeitliche Zurückschiebung 432
[Nr. 49 Haben wir im Jetztpunkt ein Kontinuum von primären Inhalten gleichzeitig und dazu gleichzeitig ein „Auffassungs“-Kontinuum?] 433
[Nr. 50] Die primäre Erinnerungsmodifikation 439
[Nr. 51 Das Zeitproblem in der phänomenologischen Fundamentalbetrachtung] 450
[Nr. 52] Bloße Vorstellungen von Vorgängen oder von individuellen (dauernden) Gegenständen. Evidenz der Gedächtniswahrnehmung, Evidenz der Wahrnehmung von Gegenwärtigem 468
[Nr. 53] Die Intentionalität des inneren Bewußtseins 474
[Nr. 54 Bewußtsein (Fluß), Erscheinung (immanentes Objekt) und Gegenstand] 484
Sachregister zu Teil A 499
Sachregister zu Teil B 510
| Erscheint lt. Verlag | 1.9.2013 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Philosophische Bibliothek | Philosophische Bibliothek |
| Verlagsort | Hamburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Geschichte der Philosophie |
| Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Philosophie der Neuzeit | |
| Schlagworte | Phänomenologie • Zeit • Zeitbewußtsein |
| ISBN-10 | 3-7873-2443-7 / 3787324437 |
| ISBN-13 | 978-3-7873-2443-9 / 9783787324439 |
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