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Wir sollten Helden sein

Jugend in Deutschland 1939-1945. Geschichten und Berichte von Zeitzeugen

Jürgen Kleindienst (Herausgeber)

Buch | Softcover
320 Seiten
2001
Zeitgut Verlag
978-3-933336-11-8 (ISBN)
CHF 17,95 inkl. MwSt
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ZUM BUCH
Noch einmal davongekommen
Jugend im Zweiten Weltkrieg
Jungsein in Kriegszeiten? Wie erlebten 14- bis 18jährige den jahrelangen Ausnahmezustand des Zweiten Weltkrieges? Wie fanden sie sich zwischen scheinbarer Normalität und dem Irrsinn des Krieges zurecht? Im vorliegenden Buch schildern damalige "Teenager" in 38 episodenhaften Erinnerungen, was sie erlebten und empfanden:
Auf Anraten ihrer Lehrerin begann Elisabeth Hassmüller kurz vor Kriegsbeginn, ein Tagebuch zu führen. Die anfängliche Begeisterung für den Krieg weicht darin immer mehr der Skepsis und der Erkenntnis, daß dieser Krieg sinnlos ist.
Johannes Weissler erlebt im Mai 1943, daß seine betagte Großmutter nach Theresienstadt deportiert wird. Er selbst darf wegen seiner jüdischen Herkunft nicht die höhere Schule besuchen, wird aber 1944 in ein Wehrertüchtigungslager geschickt und später zur Organisation Todt (OT) einberufen.
Überall werden Zwangsarbeiter eingesetzt, um die Versorgung der Bevölkerung und die Produktion kriegswichtiger Erzeugnisse zu sichern. So berichtet die dienstverpflichtete Irmgard Hansen, wie sie in einer Frankfurter Kupferfabrik neben Kriegsgefangenen arbeitet, getrennt durch ein strenges Kontakt- und Redeverbot.
Renate Sielaff lebt unter einem Dach mit französischen Kriegsgefangenen, die in der Bäckerei arbeiten und auf dem Mehlboden schlafen. Mit polnischen Zwangsarbeitern zusammen arbeitet sie auf dem Feld, darf aber nicht mit ihnen sprechen. Am bedrückensten empfindet sie es, wenn die russischen Gefangenen durch den Ort geführt werden. Auch hier sind Kontakte bei Strafe verboten. "Man soll sogar wegsehen," schreibt sie.
Von der nationalsozialistischen Propaganda beeinflußt, meldet sich Benno Götzke mit 17 Jahren 1943 freiwillig zur Wehrmacht. Er kommt nach Frankreich, wo die Alliierten gerade ihre Offensive beginnen. Nach Verletzung und Lazarett-Aufenthalt wird er erneut in Richtung Front geschickt. Seinem Überlebenswillen und dem Zufall verdankt er es, daß er heil wieder nach Hause kommt.
Im Januar 1945 muß Horst Schneider zum Reichsarbeitsdienst einrücken. Einem Monat später wird seine RAD-Abteilung von der Waffen-SS übernommen und an die Westfront geschickt. Doch in Belgien geraten die 16jährigen Jungen bald in Kriegsgefangenschaft.
Je länger der Krieg dauert, umso mehr bestimmen Fliegeralarme und Bombenangriffe den Alltag. Das Bombeninferno am 13. Februar 1945 in Dresden überlebt die 18jährige Hildegard de Parade letztlich nur durch ein grausiges Schutzschild, einen auf ihr liegenden Leichnam, der sie vor den Bombensplittern bewahrt.

ZUR REIHE ZEITGUT

Lebendige Erinnerungen bewahren
Die Buchreihe ZEITGUT beweist, daß Geschichte kein trockener Schulstoff sein muß. Mit Zeitzeugen-Erinnerungen öffnet sie den Blick auf den Alltag der Menschen. Jeder Band stellt in 35 bis 45 lebendigen Erinnerungen einen markanten Abschnitt deutscher Geschichte vor. Die Buchreihe ist einzig in ihrer Art.
Die Texte der Sammelbände stammen von Menschen aus allen Gegenden Deutschlands und repräsentieren zugleich die soziale Bandbreite der Gesellschaft. Die Bücher sind ein Stück "oral history" im besten Sinne und sprechen damit ein breites Publikum an: diejenigen, die die Zeiten miterlebt haben, und ihre Kinder und Enkel, die mehr erfahren wollen, als in den Schulbüchern steht.
Junge Menschen haben mit den Texten der Reihe ZEITGUT die Möglichkeit, das Leben der Eltern- und Großeltern-Generation in großer Bandbreite kennen und verstehen zu lernen. So werden geschichtliche Vergangenheit und eigene Herkunft gut begreifbar.
Mit Hilfe eines Ortsregisters und einer chronologischen Übersicht der wichtigen Ereignisse der jeweiligen Zeit kann sich der Leser orientieren. Fotos und Dokumente, meist aus dem Besitz der Zeitzeugen, ergänzen die Texte.
Immer mehr Pädagogen setzen die Reihe ZEITGUT ein, um ihren Schülern Geschichte lebendig zu vermitteln. Die Bände sind auch für die politische Bildungsarbeit gut geeignet. Daher empfehlen viele Buchhändler und Bibliothekare ZEITGUT auch als Geschenk für Kinder und Jugendliche.
Einsendungen von eigenen episodenhaften Erinnerungen aus Deutschland im 20. Jahrhundert sind jederzeit erwünscht an Zeitgut Verlag GmbH, Lektorat, Klausenpaß 14, 12107 Berlin.

Jürgen Kleindienst wurde 1964 in der niedersächsischen Metropole Hannover geboren, studierte Germanistik und Anglistik in Göttingen, arbeitete nebenbei als freier Journalist und geriet 1994 aus bis heute ungeklärter Ursache zur Leipziger Volkszeitung, für die er nach dem Volontariat zunächst fünf Jahre lang in Wurzen als Lokalredakteur tätig war. Seit 2000 ist er dort Kulturredakteur. Neben einem ausgedehnten Studium der hiesigen Gemengelage schreibt er hin und wieder für verschiedene Kleinkunstprojekte in vornehmlich satirischer Absicht.

Reihe/Serie Zeitgut ; 12
Sprache deutsch
Maße 140 x 200 mm
Gewicht 496 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte 1918 bis 1945
Schlagworte 2. Weltkrieg; Berichte/Erinnerungen • 2. Weltkrieg / Zweiter Weltkrieg; Berichte/Erinnerungen • Biografisch • Drittes Reich / 3. Reich; Berichte/Erinnerungen • Drittes Reich / 3. Reich; Geschichten • Drittes Reich; Berichte/Erinnerungen • Drittes Reich; Geschichten • Hardcover, Softcover / Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945) • HC/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945) • Jugenderinnerungen • Kriegsgeneration; Berichte/Erinnerungen • Kriegskind; Berichte/Erinnerungen • Weltkrieg II /Deutschland
ISBN-10 3-933336-11-2 / 3933336112
ISBN-13 978-3-933336-11-8 / 9783933336118
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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