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»Meine Identität ist die Zerrissenheit«

»Halbjüdinnen« und »Halbjuden« im Nationalsozialismus

(Autor)

Buch | Softcover
266 Seiten
2012
Psychosozial-Verlag
978-3-8379-2203-5 (ISBN)
CHF 41,85 inkl. MwSt
Die Verfolgerinnen und Verfolger der in der NS-Zeit als »halbjüdisch« klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur »deutschen Volksgemeinschaft« ab. Ihr Dasein »dazwischen« war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. Die vorliegende Studie untersucht diese Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins und ihre individuellen Ambivalenzen, die sie bis heute prägen.
Fremdzuschreibungen auf Menschen prägen das Selbstbild und die Identität der Betroffenen und sind nachhaltig wirkmächtig. Die Verfolgerinnen und Verfolger der in der NS-Zeit als »halbjüdisch« klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur »deutschen Volksgemeinschaft« ab. Sie wurden aufgrund der rassistischen Klassifizierung, die sehr reale Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatte, in einen Zustand zwischen gesellschaftlicher Exklusion und Inklusion gebracht. Ihr Dasein »dazwischen« war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. Die vorliegende Studie untersucht diese Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins ehemaliger »Halbjüdinnen« und »Halbjuden« und ihre individuellen Ambivalenzen, die sie bis heute prägen.

Sonja Grabowsky studierte Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal und promovierte im dortigen Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften als Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. Seit Mai 2010 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.

Inhalt

Vorwort

Einleitung und Forschungsstand

1 ›Mischlinge‹ im Deutschen Reich – Die demografische Struktur

2 Die christlich-jüdische Mischehe
Von der zivilrechtlichen Anerkennung bis zur Zwangsscheidung
2.1 Die quantitative Entwicklung der Mischehen
2.2 Mischehen und Mischehefrage aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft
2.3 Mischehen und Mischehefrage aus jüdischer Perspektive
2.4 Die Verfolgung der ›Mischehen‹ durch den NS-Staat
2.5 Der Rückgang der ›Mischehen‹ nach 1933

3 Wer gilt als ›jüdisch‹, wer als ›christlich‹?
3.1 Die jüdisch-halachische Definition
3.2 Die christliche Definition und die Haltung der Kirchen im Nationalsozialismus
3.3 ›Jüdischsein‹ als Stigma – die nationalsozialistische Macht der Definition

4 Forschungsprozess und methodisches Vorgehen
4.1 Thematische und methodische Vorüberlegungen
4.2 Datenerhebung
4.3 Datenaufbereitung
4.4 Datenauswertung und Ergebnisdarstellung

5 Ambivalenz – eine Annäherung
5.1 Relevante Aspekte der Begriffs- und Diskursgeschichte
5.2 Fazit und Definition
5.3 Das Ambivalenzphänomen als analytisches Konstrukt

6 Falldarstellungen
Ambivalenz als Folge der Zuschreibung ›halb‹
6.1 Gerhard Lilienthal
Historischer Exkurs 1: Studiums-Beschränkungen für ›Mischlinge‹
Historischer Exkurs 2: ›Mischlinge‹ und Zwangsarbeit bei der Organisation Todt
6.2 Hanna Becker
Historischer Exkurs 3: ›Mischlinge‹ im Konzentrationslager
Historischer Exkurs 4: ›Mischlinge‹ als Wehrmachtsangehörige
Historischer Exkurs 5: ›Mischlinge‹ und Partnerschaftswahl
6.3 Bernhard Oppermann
Historischer Exkurs 6: ›Mischlinge‹ und der Dienst in der Hitlerjugend
6.4 Bruno Erhardt
Historischer Exkurs 7: Die Internierung der Juden in ›Mischehen‹
Historischer Exkurs 8: Schul- und Ausbildungsbeschränkungen für ›Mischlinge‹
6.5 Erika Heinrich
6.6 Frank Stein

7 Systematisierung und Kontrastierung der Fälle
7.1 Vorbemerkung
7.2 Analyse der Sinnzusammenhänge und kontrastiver Fallvergleich

8 Schlussbemerkung

Quellen und Literatur
Verzeichnisse

»Mit ihrer Studie hat Sonja Grabowsky sich sehr differenziert mit einer bislang in der Forschung zum Nationalsozialismus wenig beachteten Opfergruppe auseinandergesetzt und die Forschung zur Verfolgungsgeschichte damit um einen weiteren wichtigen Aspekt ergänzt.«
Charlotte Kitzinger, www.holocaustliteratur.de

»Es ist das große Verdienst der Arbeit von Sonja Grabowsky, dass sie eine Gruppe von NS-Verfolgten, der bisher kaum Beachtung zuteil wurde, noch einmal ins Bild gesetzt und ihr damit eine Stimme gegeben hat.«
Ralf Seidel, psychosozial 133 (Heft 3/2013)

Reihe/Serie Forschung psychosozial
Verlagsort Gießen
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 314 g
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik Zeitgeschichte ab 1945
Geisteswissenschaften Geschichte
Schlagworte Drittes Reich • Drittes Reich / 3. Reich • 'Halbjude' • Holocaust • Identität • Juden, Geschichte • Judentum • Nationalsozialismus • Nationalsozialismus (Ideologie) • Verfolgung
ISBN-10 3-8379-2203-0 / 3837922030
ISBN-13 978-3-8379-2203-5 / 9783837922035
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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