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Eros und Bekehrung (eBook)

Anthropologische und religionsgeschichtliche Untersuchungen zu »Joseph und Aseneth«
eBook Download: PDF
2010 | 1. Auflage
256 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-54007-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Eros und Bekehrung -  Christian Wetz
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Die »Wandlung Aseneths« genannte zentrale Episode in der frühjüdischen Schrift »Joseph und Aseneth« (JosAs) funktioniert nach dem Schema der rites de passage, wie es Arnold van Gennep beschrieben hat, und weist darüber hinaus im Anschluss an Victor Turner Kennzeichen des Liminalen auf. Gleichzeitig bricht sie mit dem Schema der Mädchentragödie (Walter Burkert), nach der die Protagonistin unterworfen werden müsste. Ausgehend von diesen Beobachtungen zeigt Wetz, dass Aseneth durch ihre Wandlung, die sowohl eine Konversion zum Judentum als auch einen biographischen Übergang vom Mädchen zur Frau darstellt, Freiheit zur Selbstbestimmung erfährt. Die Darstellung dieses doppelten Übergangs als rite de passage trägt das Motiv der Auferstehung, des Durchgangs des Lebens durch den Tod hin zu neuem Leben, in die Erzählung ein.Die anschließende religionsgeschichtliche Analyse zeigt, dass zentrale Motive der Wandlungsepisode auf die Auferstehungs- und Freiheitsthematik verweisen. Da die rites de passage als kulturübergreifend zu fassendes Phänomen integraler Bestandteil der conditio humana sind, gelingt es der Erzählung, ihren historischen wie ihren modernen Rezipienten mitzunehmen auf Aseneths Weg zu einem biographischen Neuanfang.Die Lektüre von JosAs erhält die Funktion therapeutischer Katharsis. Wetz legt Wert auf die Feststellung, dass das, was zur conditio humana gehört, sich in einem biologisch-kulturellen Adaptionsprozess im Laufe der Humanevolution entwickelt hat. Dies fungiert als theoretische Grundlage dafür, dass die Rezipienten von JosAs kultur- und zeitenübergreifend angerührt werden.

Dr. theol. Christian Wetz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theologie und Religionspädagogik der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Dr. theol. Christian Wetz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theologie und Religionspädagogik der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg.

Cover 1
Title Page 
4 
Copyright 
5 
Table of Contents 
6 
Body 
10 
Vorwort 10
Vorbemerkungen 12
1. Zur Einleitung 14
2. Forschungsgeschichtliche Schlaglichter seit Sänger 22
2.1 Dieter Sänger Antikes Judentum und die Mysterien 23
2.2 Angela Standhartinger Das Frauenbild im Judentum der hellenistischen Zeit 25
2.3 Randall D. Chesnutt From Death to Life 27
2.4 Gideon Bohak Joseph and Aseneth and the Jewish Temple in Heliopolis 29
2.5 Ross Shepard Kraemer When Aseneth met Joseph 32
2.6 Edith McEwan Humphrey The Ladies and the Cities 34
2.7 Conrad Rees Douglas Liminality and Conversion in Joseph and Aseneth 36
2.8 George J. Brooke Joseph, Aseneth, and Lévi-Strauss 40
2.9 Ertrag 41
3. Zur Textgestalt von JosAs 44
3.1 Vorbemerkungen 44
3.2 Zur Einteilung in Handschriftenfamilien bis zum Jahre 2003 46
3.3 Zu Burchards neuer Einteilung der Handschriftenfamilien 48
3.4 Zur Geschichte der Ausgaben 49
3.5 Ertrag. Zur Begründung der Langtextpriorität 51
4. Methodische Grundlegungen 55
4.1 Begriffsklärungen 55
4.1.1 Ritus und Ritual 55
4.1.1.1 Die Begriffe bei verschiedenen Autoren 55
4.1.1.2 Kumulative Definition nach Ronald Grimes 56
4.1.2 Initiation als Bruch im biographischen Kontinuum 59
4.2 Arnold van Genneps »rites de passage« 61
4.3 »Betwixt and Between«. Victor Turners Konzepte der Liminalität und der Communitas 63
4.4 Ritual und Biologie. Von proximaten und ultimaten Lösungsansätzen 69
4.5 Bruce Lincoln. Die weibliche Form der Übergangsriten: enclosure, magnification, emergence 74
(1) Zur Typologie weiblicher Initiationsrituale 76
(a) körperliche Verwandlung. 76
(b) Identifikation mit einer Göttin oder mythischen Heldin 76
(c) kosmische Reise 77
(d) Spiel von Gegensätzen 77
(2) Morphologie weiblicher Initiationsriten 77
(3) Teleologie weiblicher Initiationsrituale 80
4.5.1 Zur Ambivalenz weiblicher Initiationsrituale 80
4.5.2 Kritik und Ertrag 81
4.6 Walter Burkerts Konzept der Mädchentragödie 83
4.6.1 Ein Beispiel: Amor und Psyche 84
4.6.2 Die Mädchentragödie als Abbild der drei drama-tischen Stationen der Wandlung einer Frau 86
4.6.3 Weibliche Pubertätsriten als Abbild der drei dramatischen Stationen der Frauwerdung 86
4.7 Überlegungen zur Verbindung von anthropologischem und religionsgeschichtlichem Zugang 90
4.8 Semantisch-symbolische Anreicherung von Wörtern und Motiven 91
4.9 Ritualität und Textualität 92
Exkurs I. Biologie, Ritus und Hermeneutik. Die existentiale Dimension von Ritualität 101
4.10 Konsequenzen für die Untersuchung von JosAs 103
5. Untersuchung der Wandlung Aseneths 105
5.1 Analyse von JosAs 1,1–21,9 Literarische Repräsentanz von van Genneps Drei-Stufen-Schema 105
5.1.1 Die vier Kleiderwechsel 106
5.1.1.1 Der Kontext des ersten Kleiderwechsels (JosAs 3,5f) 109
5.1.1.2 Der Kontext des zweiten Kleiderwechsels (JosAs 10,10–14) 121
5.1.1.3 Der Kontext des dritten Kleiderwechsels (JosAs 14,14f) 123
5.1.1.4 Der Kontext des vierten Kleiderwechsels (JosAs 18,5f) 125
5.2 Literarische Repräsentanz der Kennzeichen des Liminalen in der Wandlung Aseneths 127
5.3 Zwischenergebnis 132
Exkurs II. Einige Anmerkungen zu Sängers Falsifikation eines mysterientheologischen Hintergrundes und seiner Rekonstruktion eines Proselytenaufnahmeformulars 133
5.4 Literarische Repräsentanz von Aspekten weiblicher Initiationsrituale nach Bruce Lincoln 137
Zur Lincolnschen Typologie weiblicher Initiationsrituale 137
Zur Lincolnschen Morphologie weiblicher Initiationsrituale 138
Zur Lincolnschen Teleologie weiblicher Initiationsrituale 142
Exkurs III. Burchards Vergleich des Märchens von Amor und Psyche mit JosAs 144
5.5 Die Wandlung Aseneths als Mädchentragödie gelesen 149
5.5.1 Kritik an Burkerts Konzept der Mädchentragödie und Konsequenzen für das Verständnis der Wandlung Aseneths 153
Exkurs IV. Eine kurze Apologie 156
5.5.2 Theologische und anthropologische/ gynaikologische Implikationen 159
6. Religionsgeschichtliche Orientierung 169
6.1 Religionsgeschichtliche Rückverfolgung der Biene als kultisches, rituelles und religiöses Motiv 169
6.1.2 Die Bienen der antiken Göttinnen und die Große Göttin 171
6.1.3 Wabenbau auf den Mündern späterhin prominenter Persönlichkeiten 181
6.1.4 Ertrag 185
6.2 Religionsgeschichtliche Rückverfolgung des doppelten Gürtels der Jungfrauschaft 188
6.2.1 Etymologisches 189
6.2.2 Wörter für »Gürtel« im Griechischen 190
6.2.3 Ethnographisches und Mythologisches 193
6.2.4 Aseneths .......... .................. .................. 195
6.2.4.1 Darstellungen doppelter Gürtel im frühen Mittelmeerraum 201
6.2.4.2 Die religionsgeschichtliche Herkunft des Sautoir der Aphrodite 205
6.2.5 Ertrag 216
7. Schluss? 221
Forschungsdesiderata 226
8. Literaturverzeichnis 230
8.1 Quellen 230
8.1.1 Bibelausgaben 230
8.1.2 JosAs-Ausgaben 230
8.1.3 Jüdische Texte 231
8.1.4 Christliche Texte außerhalb des Neuen Testament einschließlich Kirchenväter 231
8.1.5 Pagane griechische und lateinische Texte 232
8.1.6 Weitere Quellen 233
8.2 Hilfsmittel 234
8.2.1 Wörterbücher und Grammatiken 234
8.2.2 Elektronische Hilsmittel 234
8.3 Sekundärliteratur 234
Abbildungsnachweise 250
Register 251

Erscheint lt. Verlag 19.5.2010
Reihe/Serie Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments
Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments
Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments.
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Religion / Theologie Christentum
Schlagworte Aseneth • Frühjudentum • Religionsgeschichte
ISBN-10 3-647-54007-2 / 3647540072
ISBN-13 978-3-647-54007-8 / 9783647540078
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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