Iwan der Dumme. Über den russischen Volksglauben
S. Fischer (Verlag)
978-3-10-074412-8 (ISBN)
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Wie in seinem vorangegangenen Buch zur Sowjetzivilisation hat sich Sinjawskij auch hier mit einer Fülle von literarischen und historischen Quellen befaßt, zugleich aber auch auf seine eigenen Erfahrungen in der Sowjetunion zurückgegriffen. So berichtet er dem Leser in seiner Nachbemerkung, daß er im Lager auf Mithäftlinge stieß, die kuriosen Sekten und Glaubensgemeinschaften angehörten und wegen ihres Glaubens oft zu zehn oder zwanzig Jahren Haft verurteilt wurden. Dort, im Lager, im Gespräch mit diesen Männern, erwachte Sinjawskijs Interesse für den russischen Volksglauben. Er begann zu forschen und zu sammeln. Nun, nach über zwanzig Jahren, legt er die Früchte seiner Arbeit vor. Sinjawskij untersucht Sekten und Heilige; heidnische und magische Rituale; Fabeln und Volksmärchen mit ihren immer wiederkehrenden allegorischen Gestalten - dem Dieb, dem Possenreißer und, nicht zuletzt, Iwan, dem Dummen. Er grenzt die Sphäre des Volksglaubens sorgsam gegenüber dem Bereich der orthodoxen Kirche mit ihren Dogmen und Konventionen ab. Entstanden ist eine spannende historische Analyse und ein facettenreiches Tableau des russischen Volksglaubens im zaristischen Rußland.
'Iwan der Dumme. Über den russischen Volksglauben' ist das erste Buch zu diesem Thema und wird sicher über lange Zeit ein Standardwerk bleiben.
Andrej Sinjawskij, die »Stimme Ost-Europas« (Heinrich Böll) wurde 1925 in Moskau geboren, war Dozent am Gorki Institut für Weltliteratur. Seine ersten Bücher stellte Andrej Sinjawskij unter dem Pseudonym Abram Terz vor. Nach Veröffentlichungen im Westen wurde er verurteilt und von 1965 bis 1971 in Lagern interniert, 1973 emigrierte er nach Frankreich, wo er bis zu seinem Tod 1997 als Professor für russische Literatur an der Sorbonne lehrte.
Swetlana Geier (1923–2010) hat u. a. Sinjawskij, Tolstoi, Solschenizyn, Belyi und Bulgakow ins Deutsche übertragen. Für ihr Werk, das sie mit der Dostojewskij-Neuübersetzung krönte, wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. – In der Reihe Fischer Klassik liegen sämtliche ihrer im Ammann Verlag erschienenen Dostojewskij-Übersetzungen vor: ›Verbrechen und Strafe‹ (Bd. 90010), ›Der Spieler‹ (Bd. 90446), ›Der Idiot‹ (Bd. 90186), ›Böse Geister‹ (Bd. 90245), ›Ein grüner Junge‹ (Bd. 90333), ›Die Brüder Karamasow‹ (Bd. 90114) sowie ›Aufzeichnungen aus dem Kellerloch‹ (Bd. 90102). Über ihr Leben und ihre Arbeit gibt Swetlana Geier Auskunft in dem von Taja Gut aufgezeichneten Buch ›Swetlana Geier. Ein Leben zwischen den Sprachen‹ (Bd. 19221).
| Erscheint lt. Verlag | 1.9.1990 |
|---|---|
| Übersetzer | Swetlana Geier |
| Sprache | deutsch |
| Original-Titel | Iwan Durak. Russkaja narodnaja wera |
| Maße | 154 x 221 mm |
| Gewicht | 704 g |
| Themenwelt | Geschichte ► Teilgebiete der Geschichte ► Kulturgeschichte |
| Sozialwissenschaften ► Ethnologie ► Volkskunde | |
| Schlagworte | Abram Terz • Analyse • Dummheit • Kulturgeschichte • Literaturgeschichte • Märchen • Mythologie • Religion • Russland • Russland, Geschichte; Geistes-/Kultur-Geschichte • S.Fischer Verlag • Sowjetunion • Sowjetunion /Volkskunde • Sowjetunion /Volkskunde, Völkerkunde • Stalinismus • Unterdrückung • Volk • Völkerkunde • Volksglaube • Volksglauben |
| ISBN-10 | 3-10-074412-8 / 3100744128 |
| ISBN-13 | 978-3-10-074412-8 / 9783100744128 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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