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Pfingstbewegung zwischen Fragilität und Empowerment (eBook)

Beobachtungen zur Pfingstkirche »Nzambe Malamu« mit ihren transnationalen Verflechtungen
eBook Download: PDF
2011 | 1. Auflage
349 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-86234-843-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Pfingstbewegung zwischen Fragilität und Empowerment -  Moritz Fischer
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Dieser Studie geht es um die neuere Geschichte und Theologie der Pfingstbewegung in interkultureller und kulturwissenschaftlicher Sicht. Referenzpunkt ist die internationale, aus dem Kongo stammende Pfingstkirche »Nzambe-Malamu«. Multiperspektivität ist der Schlüssel, um einen Zugang zu ihr zu finden. Die Analyse erfolgt von interkulturell-theologischer, historisch-kirchengeschichtlicher sowie ekklesiologischer bzw. konfessionskundlich-ökumenischer Warte. Diese vier Perspektiven konvergieren in der Performanz dieser Kirche. Es gilt, Nzambe-Malamu in historisch-synchroner wie -diachroner Hinsicht wahrzunehmen: in ihrer weltweiten Verbreitung und als »Migrationskirche« in Europa. Mit ihrem darstellenden religiösen Handeln erfindet sie sich immer wieder neu zwischen Fragilität und Empowerment. Damit wird das diskursive Beziehungsgeschehen einer Pfingstkirche unter Konzentration auf ihre Selbstaussagen erkennbar. Träger des Henning-Schröer-Förderpreises für verständliche Theologie.

PD Dr. theol. habil. Moritz Fischer ist nach einer siebenjährigen Dozentur in Afrika (Tansania) und einem Pfarramt in Bayern (2000-2005) derzeit Assistent am Lehrstuhl für Interkulturelle Theologie an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau.

PD Dr. theol. habil. Moritz Fischer ist nach einer siebenjährigen Dozentur in Afrika (Tansania) und einem Pfarramt in Bayern (2000–2005) derzeit Assistent am Lehrstuhl für Interkulturelle Theologie an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau.

Title Page 3
Copyright 4
Body 11
Geleitwort 11
Hinführung des Autors 13
Danksagung 15
Abkürzungen und Erläuterungen 17
Abkürzungen und häufige Kirchennamen 17
Erläuterungen 18
1. Fragestellungen, Forschungsüberblick und Aufbau 19
1.1 Pfingstlich-charismatisches Christentum zwischen Konstruktion und Dekonstruktion 19
1.1.1 »Nzambe-Malamu« als Pfingstkirche 19
1.1.2 Zur Dynamik der weltweiten pfingstlich-charismatischen Bewegung 24
1.1.3 Historische Kirchen und die pfingstlich-charismatische Bewegung 27
1.1.4 Typologie der pfingstlich-charismatischen Bewegung und Nzambe-Malamu 30
1.1.5 Diskursivität und Performanz der pfingstlich-charismatischen Bewegung 34
1.2 Forschungsüberblick und methodische Fragen 38
1.2.1 Forschungsüberblick 38
1.2.1.1 Missionsgeschichtliche Studien 38
1.2.1.2 Sozialwissenschaftliche Arbeiten 41
1.2.1.3 Kulturwissenschaftliche Analysen 43
1.2.1.4 Theorie und Methodik der Pfingstkirchenforschung 45
1.3 Fragestellungen, Methoden und Aufbau der Arbeit 49
1.3.1 Erstkontakt mit Nzambe-Malamu 50
1.3.2 Systematik der Fragestellungen und Suche nach Kriterien zu ihrer Bearbeitung 55
1.3.2.1 Missionsgeschichtlich ausgerichtete Fragestellungen 56
1.3.2.2 Ekklesiologisch ausgerichtete Fragestellungen 56
1.3.2.3 Kulturwissenschaftlich ausgerichtete Fragestellungen 57
1.3.2.4 Missionstheologisch ausgerichtete Fragestellungen 57
1.3.3 Transdisziplinärer Ansatz, Feldforschung, schriftliche Quellen und Material 58
1.3.4 Analyse der Konstruktion »kollektiver kirchlicher Verflechtungen« 61
I. Missionsgeschichtliche Fragestellungen 65
2. Oral History und Geschichtsschreibung 67
2.1 Oral History im Rahmen pfingstkirchengeschichtlicher Forschung 67
2.2 Aidini Abalas Vita und die Möglichkeiten der Biographieforschung 68
2.3 Interaktionsgeschichte innerhalb weltumspannender Systeme 70
3. Apôtre Alexandre Aidini Abala als Kirchengründer 73
3.1 Herkunftsprovinz Aidini Abalas in der DR Kongo 73
3.2 Biographische Quellen zu Aidini Abala 74
3.3 Belastbarkeit der Selbstzeugnisse Aidini Abalas 77
3.4 Name und Person Aidini Abalas 78
3.5 Apôtre Alexandre Aidini Abala (1927–1997) 80
3.5.1 Geburt und Herkunft (1927–1939) 81
3.5.2 Beginnende Schulzeit (1939–1941) 82
3.5.3 Erste Identitätskrise und Lebenswende in der Missionsschule (1945) 83
3.5.4 Zweite Identitätskrise und ihre Überwindung (1957) 87
3.5.5 Aidini Abalas Taufe und Ordination 89
3.5.6 Dritte Identitätskrise im Grenzgebiet Kenia – Uganda – Kongo (1958) 91
3.5.7 Heilung einer chronisch Kranken und Errettung vor der Todesstrafe 92
3.5.8 Ausbildung und Tätigkeit als Gemeindeevangelist 94
3.5.9 Aidini Abala als Thaumaturg und seine Theologie des Wunders 98
3.5.10 Mk 16:15–18 und Hebr 13:8 als theologische Basistexte für Aidini Abala 99
3.5.11 Zusammenfassende Auswertung biographischer Zeugnisse zu Aidini Abala 101
3.6 Abala und Nzambe-Malamu im Kontext pfingstkirchlicher Missionen 104
3.7 Aidini Abala und Elim-Missionary-Assemblies 113
3.8 Aidini Abala als Wounded Healer 118
3.9 Abalas Wirksamkeit zwischen Konstruktion und Dekonstruktion 122
3.10 Aidini Abala als Leiter einer unabhängigen Pfingstkirche 123
3.11 Aidini Abala als Redner auf der Fire-Conference (1986) 125
3.12 Aidini Abala als sein eigener Biograph 131
3.13 Zusammenfassung: Abala als Charismatiker, Apostel und Prophet 133
4. Nachfolger Aidini Abalas im kirchlichen Leitungsamt 141
4.1 Apôtre Révérend Pefa Aidini Abala Claude 141
4.2 Révérende Amviko Ewada Héléne 144
5. Tochterkirchen und Migrationskirchen von Nzambe-Malamu 149
5.1 Simao Lutumba als Gründer von IFEPAA-Bom-Deus 150
5.2 Entwicklung und Verbreitung von Bom-Deus 154
5.3 Migrationskirche in Deutschland: Gemeinde-Barmherziger-Gott 156
5.3.1 Transnationalität der Gemeinde-Barmherziger-Gott 156
5.3.2 Nsimbo Domingos und Gemeinde-Barmherziger-Gott 158
5.4 Tuomas Harri und Bom-Deus (Finnland) 160
5.5 Gottesdienst in der Gemeinde-Barmherziger-Gott (Würzburg) 163
5.5.2 Gottesdienstgebäude und Gemeindestruktur 165
5.5.3 Performanz des Gottesdienstes: Predigt, Liturgie und Konvivenz 168
5.5.4 Primärkontakt zu Nzambe-Malamu in Würzburg 169
6. Identitätskonstruktionen von Nzambe-Malamu 173
6.1 Nzambe-Malamu als kollektives Beziehungsgeflecht 173
6.2 Nzambe-Malamus Identitätskonstruktion im permanenten Wandel 179
6.3 Spaltungen und Ablösungen einzelner Kirchen von Nzambe-Malamu 182
Abbildungen 187
II. Ekklesiologische Fragestellungen 201
7. Transnationalität, Netzwerk und Bewegung 203
7.1 Transnationalität als Konstruktionsprinzip von Nzambe-Malamu 203
7.2 Der historische Raum, in dem sich Nzambe-Malamu vernetzt 206
7.3 Netzwerke als Verknüpfungen in transnationalen Räumen 207
7.4 Transnationale Verflechtungen im Sinne von »Beziehungsgeflechten« 211
7.5 Beziehungsgeflechte im Sinne von »Bewegungen« 215
8. New-Order-of-the-Latter-Rain-Movement 219
8.1 New-Order-of-the-Latter-Rain und Healing Revival 219
8.2 Begriff und Selbstverständnis von New-Order-of-the-Latter-Rain 221
8.3 Healing Revival und Evangelical Awakening 223
8.4 Kennzeichen, Theologie und Praxis des NOLR 226
8.5 Weltweites Beziehungsgeflecht aus NOLR und Healing Revival 227
8.6 Spannungen zwischen NOLR und klassischen Pfingstlern 230
8.7 Reziprozität von Netzwerkbildung und Wachstumsdynamik bei NOLR 232
8.8 NOLR als transkultureller Katalysator der Pfingstbewegung 236
8.8.1 NOLR und Healing Revival in religionswissenschaftlicher Perspektive 236
8.8.2 Wechselseitige Beziehungen zwischen Pfingstlern beiderseits des Äquators 237
8.8.3 Bedeutung von NOLR für Pfingst- und Gemeindewachstumsbewegung 240
9. Tommy Lee Osborn und Nzambe-Malamu 243
9.1 Tommy Lee Osborn und Daisy Washburn-Osborn 243
9.2 Spezialist für Weltevangelisierung und Thaumaturgie 245
9.3 Theologie der Heilung 247
9.4 Kooperation mit Elim-Missionary-Assemblies 249
9.5 Zusammenhang mit dem Beziehungsgeflecht Nzambe-Malamu 250
9.6 Tommy L. Osborns missionarische Strategie 252
III. Performanz, Ritual und Heilung 255
10. Überlegungen zur Performanz des Heilungsrituals 257
10.1 Zur Theorie der Performanz 257
10.2 Mk 16 als biblisch-theologischer Knotenpunkt im Beziehungsgeflecht 265
11. Beobachtungen zum pfingstlichen Heilungsritual 271
11.1 Performativität des Heilungsrituals und Nzambe-Malamu 271
11.2 Ritualtransfer im interkulturellen Kontext 272
11.3 Heilungs-Ritualtransfer in diachroner und in synchroner Perspektive 274
11.3.1 Wunderheilungsritual in drei Sequenzen 274
11.3.2 Rituelle Loslösung – Trennung 276
11.3.3 Liminaler Höhepunkt – Umwandlung 277
11.3.4 Rituelle Wiedereingliederung – Angliederung 282
11.3.5 Performanzen im Beziehungsgeflecht im Vergleich 283
11.4 Erzeugung von Ritualdynamik 285
11.5 Transfer von Heilungsritualen 285
11.5.1 Externe Kontextaspekte des Heilungsrituals 286
11.5.2 Immanente Aspekte und Dimensionen des Heilungsrituals 287
11.5.3 Performative religiöse Handlungen als Stabilisatoren und Transformatoren 289
11.6 Ritualtransfer und Transfer-Ritual 290
11.6.1 Ritualtransfer von der Außenperspektive der Rituale her 290
11.6.2 Transferrituale aus der Innenperspektive der Rituale heraus 291
12. Ambiguität der Pfingstbewegung am Beispiel Nzambe-Malamus: Abschließende Beobachtungen und kritischer Ausblick 293
12.1 Die Ambiguität der Pfingstbewegung am Beispiel Nzambe-Malamus 293
12.2 Embodiment bei Nzambe-Malamu 296
12.3 Globalisierung »von unten« bei Nzambe-Malamu 300
12.4 »Empowerment« durch den heiligen Geist? 301
Abbildungsnachweise 309
Literaturverzeichnis 311

7. Transnationalität, Netzwerk und Bewegung (S. 203-204)

7.1 Transnationalität als Konstruktionsprinzip von Nzambe-Malamu


Die Begrifflichkeit »transnational« wird auf unterschiedliche Weise begründet und von mehrerenwissenschaftlichen Disziplinen dementsprechend verwendet. Ich greife auf mehrere dieser unterschiedlichen Konzepte zurück. Sie sind alle, transdisziplinär gesehen, plausibel. Mein ursprünglicher Zugang zu dieser Fragestellung verlief nicht nur über Konzeptionen, welche auf empirischeWeise nach Identitäten fragen, die sich als »Einheiten« abgrenzen lassen unter geographischen, ethnologischen oder nationalstaatlichen Gesichtspunkten.

Für mich war zunächst die Frage nach dem »Raum« wichtig, in welchem sich die Diskurse um Nzambe-Malamu verorten lassen und den sie, umgekehrt betrachtet, dabei selbst konstituieren. Das Bewusstsein für die Konstruktionsbedingungen von Nzambe-Malamu und seinen historischen Verflechtungen »zwischen« den drei Kontinenten Afrika, Amerika und Europa ließ mich auf einen im englischsprachigen Wissenschaftsjargon verwendeten Begriff aufmerksam werden: »Black Atlantic« oder »Circum-atlantic«.

Er wurde im Globalisierungs- und Postkolonialismusdiskurs durch Paul Gilroy eingeführt, der sich inhaltlich auf Stuart Hall bezieht.335 Im Text gebrauche ich aber das in der Wissenschaftsgemeinde besser etablierte Adjektiv »transnational«, das sich gerade für die Untersuchung von Netzwerkbildungen in der Pfingstbewegung auch inhaltlich als nützlich erwiesen hat.Wenn wir das im Deutschen gängigere Adjektiv »transnational« gebrauchen, dann um zu zeigen, dass es hier nicht einfach um Identitätsbildung im »internationalen« Sinne geht, sondern um subversiv verlaufende Prozesse einer ekklesiogenen, pfingstlich-charismatischen Gegenkultur.

Diese überspannt dabei »Räume«, etwa den symbolisch zu verstehenden »Atlantik«.336 Er ist der Bereich, den jahrhundertelang der menschenverachtende Sklavenhandel nutzte. Es ist derselbe Raum, den heute eine nach wie vor ungerechte, diesmal dem neoliberalen Kapitalismus verpflichtete Weltwirtschaftsordnung für sich reklamiert und über den jedes Jahr tausende Boatpeople zu überwinden versuchen auf ihrer Passage von Afrika nach Europa.

So wurde und so wird Unrechtsgeschichte geschrieben. Mit der Vokabel »transnational« verbindet sich ferner die Vorstellung, dass es sich bei nationalstaatlichen Grenzen nicht um essentialistische Markierungen handelt, mit deren Hilfe eine Nation einen geographischen Raum definiert, in dem sich hegemoniale Identität etabliert. Vielmehr fragt sich, wo, warum und durch wen diese Grenzen nicht vielmehr relativiert oder sogar aufgehoben werden, um sie, so weit wie möglich oder gezwungenermaßen nötig, zu überschreiten. Im Blick auf die Pfingstbewegung macht Anna Quaas die mit dieser Sichtweise verbundenen Erkenntnisse fruchtbar. Sie tut das am Beispiel zweier »Kirchen«, die sie einem Vergleich unterzieht.

Erscheint lt. Verlag 14.9.2011
Reihe/Serie Kirche – Konfession – Religion
Kirche – Konfession – Religion
Kirche – Konfession – Religion.
Kirche – Konfession – Religion.
Mitarbeit Herausgeber (Serie): Walter Fleischmann-Bisten, Hans-Martin Barth, Reinhard Hempelmann, Andreas Feldtkeller, Gury Schneider-Ludorff
Zusatzinfo mit farbigen Abbildungen
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Teilgebiete der Geschichte Kulturgeschichte
Geisteswissenschaften Religion / Theologie
Schlagworte Globalisierung • Interkulturalität • Interkulturelle Theologie • Migrationskirche • Performanz • Pfingstbewegung • Religiöse Netzwerke
ISBN-10 3-86234-843-1 / 3862348431
ISBN-13 978-3-86234-843-5 / 9783862348435
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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