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Kontrolle und Repression (eBook)

Individuelle Erfahrungen in der DDR 1971-1989. Historische Studie und methodologischer Beitrag zur Oral History

(Autor)

eBook Download: PDF
2006 | 1. Auflage
492 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-36907-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kontrolle und Repression -  Babett Bauer
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Babett Bauer analysiert in einer doppelten Perspektive den Zusammenhang von Diktaturerfahrung und individueller Identitätsstiftung in der DDR. Zeitzeugeninterviews werden mit Akten des Staatssicherheitsdienstes in direkte Beziehung gesetzt und subjektive Lebenswirklichkeiten aus dem »realsozialistischen« Alltag der Diktatur vor dem Hintergrund staatlicher Kontrolle und Repression nachgezeichnet. So entfaltet sich ein Spektrum unterschiedlichster Typen der Erfahrung und des Umgangs mit staatlichen Unterdrückungsmechanismen, das vom Arrangement über erzwungene Anpassung und Kompromissbildung bis hin zu kollektiver Systemopposition und konsequenter Systemablehnung reicht. Anhand ausgewählter Einzelfälle zeigt die Autorin, mit welchen Mitteln und Methoden der Staatssicherheitsdienst arbeitete und wie sich dies auf die Lebensgeschichten der Betroffenen bis heute auswirkt.

Dr. Babett Bauer ist Historikerin und lebt in Berlin.

Dr. Babett Bauer ist Historikerin und lebt in Berlin.

Inhalt 8
1. Einleitung 12
2. Quellenkritik 24
3. Methodologische Grundlegung und methodische Konzeption – Erhebung der Erinnerungsinterviews 34
3.1 Wissenschaftstheoretischer Bezugsrahmen und handlungstheoretischer Ansatz 34
3.2 Methodologische Folgerungen – Qualitatives Paradigma 39
3.3 Empirische Quellenerhebung im Methodenspektrum der qualitativen Sozialforschung 40
3.3.1 Narratives Erinnerungsinterview 40
3.3.2 Auswahl der ZeitzeugInnen 42
3.3.3 Erhebung der Interviews 43
3.3.4 Transkription der Interviews 45
3.3.5 Auswertung und Analyse – Typenbildung 50
4. Gesellschaftlich-normative Aspekte und Wirklichkeiten des Realsozialismus 54
4.1 Systemtheoretische Grundpfeiler der DDR-Gesellschaft 54
4.2 Identität und subjektive Befindlichkeit der DDR-BürgerInnen im Kontext einer Organisationsgesellschaft 59
5. Herrschaftssicherung und Durchsetzung gesellschaftlich-normativer Ansprüche – Entwicklungslinien des Instrumentariums Staatssicherheit 66
5.1 Einblicke – Machtfaktoren und Funktionswandel von 1950 bis 1989 66
5.2 Innenansichten zur veränderten Arbeitsweise der 70er und 80er Jahre – „Methodenwechsel“ und „Operative Psychologie“ 84
6. Interpretation individualbiographischer Konfrontationserfahrungen und ihrer Bewältigung – Innenansichten der Wahrnehmung und Handlungsstrategien 94
6.1 Typus I – Konsequente Systemablehnung im Familienmodell „Flucht“ und Aussetzung der biographischen Selbstbestimmung durch Inhaftierung 98
6.1.1 Grundlegende Prägungen, Einstellungen und Wertigkeiten in Kindheit und Jugend 98
6.1.1.1 Erziehung in der Familie – Kindheit und frühe Jugend 99
6.1.1.2 Schulische Erziehung und berufliche Ausbildung im Jugendalter 113
6.1.2 Wahrnehmung des Alltags im DDR-Staatssozialismus 122
6.1.2.1 Identitätsstiftende Momente und Konfliktfelder 123
6.1.2.2 Wahrnehmung überwachungsstaatlicher Strukturen 140
6.1.2.3 Ausschlaggebende Motive für das Verlassen der DDR 146
6.1.3 „Republikflucht“ 156
6.1.3.1 Fluchtüberlegungen und ihre konkrete Planung 157
6.1.3.2 Fluchtversuch – „Zuführung“ und Verhaftung 168
6.1.4 Untersuchungshaftvollzug des MfS 187
6.1.4.1 Haftbedingungen in den MfS-Untersuchungshaftanstalten und repressive Auswirkungen 187
6.1.4.2 Verhöre – Situationsbeschreibungen, Wirkungsmechanismen und Strategien der Bewältigung 193
6.1.5 Einflussnahme des MfS auf den politischen Strafprozess, Strafvollzug und Entlassung 208
6.1.5.1 Ende der Ungewissheit – Strafprozess 209
6.1.5.2 Einflussnahme des MfS auf den politischen Strafvollzug 217
6.1.5.3 „Auf Transport“? – Haftentlassung durch das MfS 231
6.1.6 Auswirkungen der Erfahrung staatssicherheitsdienstlicher Inhaftierung 240
6.1.6.1 Gesundheitliche Folgeschäden und psychosoziale Belastungsmomente 240
6.1.6.2 Existenzaufbau und konstruktive Verarbeitung – Lebensgestaltung inder Bundesrepublik bis 1989 243
6.2 Typus II – Individuelle Resistenz zur Erlangung persönlicher Selbstbehauptung und kollektive Systemopposition im Hinblick auf gesellschaftliche Reform 252
6.2.1 Grundlegende Prägungen, Einstellungen und Wertigkeiten in Kindheit und Jugend 252
6.2.1.1 Erziehung in der Familie – Kindheit 253
6.2.1.2 Schule, Ausbildung und „Offene Arbeit“ – Entfaltung systemkritischen Bewusstseins im Jugendalter 258
6.2.2 Loslösung aus verordneter Öffentlichkeit und Ausbildung einer Protesthaltung 267
6.2.2.1 Individuelle Konfliktfelder und grundlegende Handlungsmotive 271
6.2.2.2 Kollektive Orientierungen: Emanzipative Frauenfriedensgruppen und christlich motivierte Umweltarbeit 274
6.2.2.3 Ausbildung alternativer Lebensweisen und Streben nach politischer Handlungsfähigkeit 284
6.2.3 Disziplinierung innergesellschaftlichen Protests und politisch alternativer Reformbestrebungen – Formierung individueller Resistenz und kollektiver Opposition 289
6.2.3.1 Bearbeitung systemkritischer, aus dem kirchlichen Umfeld kommender Einzelpersonen – Individuelle Ausbildung von Resistenz und Gegenwehr 291
6.2.3.2 Verfolgung oppositioneller Gruppen – Handlungsformen der kollektiven Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsarbeit und die Rolle der evangelischen Kirche 303
6.3 Typus III – Typus IV – Typus V 348
6.3.1 Typus III – Unpolitisches Dasein und erzwungene Kompromissbildung 349
6.3.1.1 Grundlegende politische Prägungen 349
6.3.1.2 Konfrontationsauslösende Momente: Politische Naivität und Sippenhaftung 354
6.3.1.3 Berufliche Degradierung und Erzeugung kontinuierlichen Misserfolgs – Zerstörung beruflicher Perspektiven sowie sozialer Beziehungsgeflechte 360
6.3.2 Typus IV – Kritisch-engagierte Identifikation und realsozialistischer Pragmatismus 373
6.3.2.1 Grundlegende politische Prägungen – Aufbaugeneration und Kinder des Realsozialismus 373
6.3.2.2 Momente staatssicherheitsdienstlicher Bearbeitung 382
6.3.3 Typus V – Kritische Distanz und politische Doppelexistenz 395
6.3.3.1 Prägungen – Wahrnehmung staatlich-autoritärer Mechanismen in Kindheit und Jugend 395
6.3.3.2 Konfliktverstärkende Alltagsmomente – Abkehr vom „Sozialismus zum Anstehen“ und imaginäre Flucht in medial-inszenierte Lebenswirklichkeiten des Westens 403
6.3.3.3 Konfrontationen – Versuche demonstrativen Protesthandelns und konsequentes Signalisieren von Nonkonformismus 405
7. Erfahrungsmuster – Typisierende Strukturmerkmale,kontrastiver Vergleich und zentrale Charakteristikader Typologie 426
7.1 Typus I – Konsequente Systemablehnung im Familienmodell „Flucht“ und Aussetzung der biographischen Selbstbestimmung durch Inhaftierung 426
7.2 Typus II – Individuelle Resistenz zur Erlangung persönlicher Selbstbehauptung und kollektive Systemopposition im Hinblick auf gesellschaftliche Reform 434
7.3 Typus III, Typus IV und Typus V 438
7.4 Kontrastiver Vergleich der Typen und zentrale Charakteristika der Typologie 442
8. Resümee und Ausblick 450
9. Anhang 460
9.1 Abbildungen 460
9.2 InterviewpartnerInnen – Pseudonyme 460
9.3 Transkriptionsnotation 464
9.4 Unveröffentlichte Quellen 465
9.5 Literatur 467
9.6 Abkürzungen 490

Erscheint lt. Verlag 6.6.2006
Reihe/Serie Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung.
Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung.
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Geisteswissenschaften Religion / Theologie
Schlagworte Deutschland (DDR) /Geschichte • Deutschland (DDR) /Geschichte, Politik 1945 ff. • Erfahrung • Politik 1945 ff.
ISBN-10 3-647-36907-1 / 3647369071
ISBN-13 978-3-647-36907-5 / 9783647369075
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