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Staatssicherheit und Gesellschaft (eBook)

Studien zum Herrschaftsalltag in der DDR

(Autor)

Jens Gieseke (Herausgeber)

eBook Download: PDF
2012 | 1. Auflage
391 Seiten
Vandenhoeck und Ruprecht (Verlag)
978-3-647-35083-7 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Staatssicherheit und Gesellschaft -  Jens Gieseke
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Die DDR-Staatssicherheit hat nicht nur die Opposition bekämpft, sie war auch im Alltag der schweigenden Mehrheit präsent: als Überwachungsorgan, als verdeckte Entscheidungsinstanz, als tabuisierter Mythos. Die Beiträge beschreiben und analysieren den Einfluss der Geheimpolizei in Betrieben, Schulen und Dörfern. Sie fragen nach den Erkenntnischancen aus den Stasi-Akten, nach den Erinnerungsspuren im Leben der DDR-Bürger und nach dem Vergleich mit Stalinismus und NS-Diktatur. Quellennah und mit methodischer Sorgfalt werden Tragweite und Grenzen der präventiven Sicherheitsdoktrin eines Regimes ausgelotet, das dem eigenen Bürger niemals über den Weg traute.

Dr. Jens Gieseke ist Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.

Dr. Jens Gieseke ist Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam.

Cover 1
Table of Contents 6
Body 8
Jens Gieseke 8
Staatssicherheit und Gesellschaft – Plädoyer für einen Brückenschlag 8
Zur Quellenproblematik 15
Orientierungspunkt NS-Forschung 18
Zum Aufbau des Bandes 21
Theorie und Methode 22
Thomas Lindenberger 24
SED-Herrschaft als soziale Praxis, Herrschaft und »Eigen-Sinn«: Problemstellung und Begriffe1 24
Diesseits und jenseits des totalitären Herrschaftsanspruchs 27
»Herrschaft als soziale Praxis« 30
»Eigen-Sinn« 33
Der SED-Staat als eine »Diktatur der Grenze(n)« 36
SED-Herrschaft als soziale Praxis: Ein Innen-Außen-Verhältnis 42
Das MfS und die DDR-Gesellschaft: Eine Erklärungslücke 44
Jan C. Behrends 49
Entfernte Verwandte: Stalinismusforschungund DDR-Geschichte 49
Ungleiche »Bruderländer« 49
Historischer Kontext und historiographische Traditionen 50
Forschungsthemen und Interpretationsansätze:Terror, Propaganda und Identität 57
a) Terror und Repression in der kommunistischen Diktatur 57
b) Die Welten der Propaganda: Inszenierung und Öffentlichkeit in der UdSSR und der DDR 62
c) Identitäten, Mentalitäten und Macht: Das sowjetische Subjekt und derostdeutsche Eigen-Sinn 66
Untersuchungsfelder für Vergleich und Transfer: Sowjetisierung und das Ende des Kommunismus 69
a) Die Sowjetisierung der Nachkriegszeit als diachroner Vergleich 70
b) Das Ende des Kommunismus als Laboratorium transnationaler Geschichte 71
Abschließende Bemerkungen 74
Die ZAIG-Berichte 78
Jens Gieseke 80
Annäherungen und Fragen an die» Meldungen aus der Republik« 80
1. Einleitung 80
2. Umrisse der MfS-Berichterstattung 82
3. Die Parteiinformationen in der internen Reflexion 89
4. MfS-Informationen als Informationsressource der Parteiführung 94
5. MfS-Berichte als Quelle über das »wirkliche Leben«? 97
Siegfried Suckut 100
Seismographische Aufzeichnungen. Der Blick des MfSauf Staat und Gesellschaft in der DDR am Beispielder Berichte an die SED-Führung 1976 100
Zum Auftrag des MfS als Berichterstatter an die politische Führung 101
Die Berichtsserie aus dem Jahr 1976 und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund 103
Zum Inhalt der Informationen 107
Die Ausbürgerung Biermanns und ihre Folgen 108
West-Medien als SED-unabhängige Gegenöffentlichkeit 110
Berichte aus der Wirtschaft 113
Problembereich Gesundheitswesen 117
Tabuthemen Flucht und Ausreise 120
MfS-Themen im Politbüro 124
Die Fehlperzeption der Entspannungspolitik und ihre Folgen: Das MfS als unsensibler Seismograph 127
Frank Joestel 130
Die zentralen »Parteiinformationen« der Staatssicherheit im Jahre 1988 130
Ein Beispiel: der Bericht über die Protestegegen die Zensur von Kirchenzeitungen 132
Dokumente zur Situation in den ostdeutschen Kirchen 135
Opposition und Renitenz in den ZAIG-Berichten 138
Nachrichten über Kontakte mit der westlichen Welt 141
Berichte zu Wirtschafts- und Umweltproblemen 144
Statistische Meldungen zu Reiseverkehr und Zwangsumtausch 145
Von den Quellen zu den Meldungen – die Herstellung der Informationen 147
Funktionale Aspekte der MfS-Berichte 151
Berichte und Geschichte – das Auswertungspotenzial der MfS-Informationen 155
Ralph Jessen 158
Staatssicherheit, SED und Öffentlichkeit 158
Überlegungen zum Berichtswesendes Ministeriums für Staatssicherheit 158
Umweltwahrnehmung und Problemperzeption der SED-Parteispitze 159
Die Parteiinformationen und das Verhältniszwischen MfS und SED-Führung 162
Wissen und Herrschaft in der SED-Diktatur – Überlegungen zur Einordnung der Befunde 163
Mikrostudien – Methodologie 166
Roger Engelmann 168
Eine Regionalstudie zu Herrschaftund Alltag im Staatssozialismus 168
Methodische Fragen, Erkenntnisziele, Quellen 168
Im Kleinen schauen, ohne die Makrostrukturen zu vergessen 169
Soziales Handeln in der Diktatur 172
Institutioneller und gesellschaftlicher Mikrokosmos 175
Der ideologische Zerrspiegel der DDR-Quellenund das besondere Potenzial der MfS-Überlieferung 178
Die ausgewählte Region: der Landkreis Halberstadt als sozialistische Provinz 180
Zur Überlieferungslage 184
Dorothee Wierling 188
Die Stasi in der Erinnerung 188
Relevanzfragen 188
Erinnerung und Erzählung 189
Wer spricht? 190
Erzählungen im Kontext 192
Erzählmuster 194
Die Stasi als nichtthematisierbarer Teil des Alltags 195
Die Stasi als faszinierendes Geheimnis 197
Die Stasi als »normale« Behörde der DDR 199
Die Stasi als Familie 201
Geschichten von der Selbstbehauptung 202
Die Stasi als lebensbedrohlicher Feind 203
Erinnerung und Erzählung in Opfer-Tätergesprächen 205
Die »Staatssicherheit« als Teil der DDR 207
Georg Wagner-Kyora 210
Spione der Arbeit – Zur Methodik der Alltagsgeschichtemit IM-Berichten aus Industriebetrieben 210
I. Alltagsgeschichte – Diskursgeschichte 210
II. »Stasi in die Volkswirtschaft« – die Industriepolitikder Geheimpolizei 216
III. Der inoffizielle Mitarbeiter, ein Spion der Arbeit 220
IV. Betriebsalltag und Mikropolitik aus der Perspektive des Spions der Arbeit 228
V. Sinndeutungen in der hermetischen»Dialogisierung« des Betriebsalltags 236
VI. Identitätskonstruktionen in einer Diskursgeschichte der IM-Berichte 241
VII. Zusammenfassung: Identitätskonstruktionen und Kollektivbiographik 250
Jan Palmowski 254
Staatssicherheit und soziale Praxis1 254
Alltag in der Staatssicherheit – oder Staatssicherheit im Alltag? 258
Die Staatssicherheit und ihre Texte 261
Eigen-Sinn 265
Alltag und DDR-Historiographie 267
Wessen Alltag? 271
Feldstudien 274
Henrik Bispinck 276
Dissens, Widerstand und Repression. Die Schweriner Goethe-Oberschule im Spiegel von IM-Berichten der fünfziger Jahre 276
I.Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), dessen Hauptaufgabe 276
II. Bereits für die Zeit vor der offiziellen Gründung des MfS am 8. Februar1950 279
III. Nach den Verhaftungen und Verurteilungen sowie den bereits zuvor erfolgten Verweisen 282
IV. Neben den Schülern gerieten auch die Lehrer der Goethe-Oberschule in das Visier des Staatssicherheitsdienstes. 287
V. Wirft man einen Blick auf die Situation an der Goethe-Oberschule im Jahr 1954 290
VI. Das Ziel von SED und Volksbildungsverwaltung, die Oberschulen mittels Austausch von Lehrern 292
Renate Hürtgen 296
»Stasi in der Produktion« – Umfang, Ausmaß undWirkung geheimpolizeilicher Kontrolle im DDR-Betrieb 296
Wie präsent war die Staatssicherheit im DDR-Industriebetrieb? 298
Wer unterstützte die »Betriebsarbeit« des MfS und auf welche Weise? 302
Wie sah die »Arbeit« der Staatssicherheit in der Produktion und Verwaltung bzw. unter den Beschäftigten aus, die keine leitendestaatliche oder »gesellschaftliche Funktion« ausübten? 306
Welche direkten und indirekten Folgen hatte die »Arbeit« des MfS auf das Verhalten und Denken der »einfachen« Beschäftigten? 314
Patrice G. Poutrus 319
Alles unter Kontrolle? Zur Bedeutung der BStU-Quellenfür die zeithistorische Migrationsforschung 319
Zeithistorische Forschungen und Migrationsgeschichte 319
Die Politemigranten als Fremde in der DDR-Gesellschaft 324
Nationalismus in den Farben der DDR 331
Alles unter Kontrolle? 334
Sandrine Kott 340
Vom Verhältnis Stasi – Gesellschaftzur Stasi als Teil der Gesellschaft 340
Lokalstudien 346
Agnès Arp, Matthias Braun, Jeannette van Laak 348
»Bühne der Dissidenz und Dramaturgie der Repression« Ein Kulturkonflikt in den achtziger Jahren in der Provinzder DDR – eine Projektskizze 348
Die Akteure 349
Der Konflikt 351
Die »Bühne« 356
Zum Forschungsstand 357
Forschungsziele 361
Methodisches Vorgehen 363
Gary Bruce 366
»Wir haben den Kontakt zu den Massen nie verloren«: Das Verhältnis zwischen Stasi und Gesellschaft am Beispiel der Kreise Perleberg und Gransee1 366
Einführung 366
IM-Arbeit und gesellschaftliche Schwerpunktein den Kreisen Gransee und Perleberg 368
Verschiedene Formen von inoffizieller Zusammenarbeit mit der Stasi 371
Operationen und Sekundärpersonen 376
Schlussfolgerungen 379
Thomas Schaarschmidt 381
Kommentar zu den Beiträgenvon Gary Bruce, Agnès Arp, Matthias Braunund Jeanette van Laak 381
Anhang 386
Abkürzungen 386
Zu den Autorinnen und Autoren 390

Erscheint lt. Verlag 12.1.2012
Reihe/Serie Analysen und Dokumente
Analysen und Dokumente
Analysen und Dokumente des BStU.
Analysen und Dokumente. Wissenschaftl. Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes d. ehemaligen DDR (BStU)
Co-Autor Jan Claas Behrends, Henrik Bispinck, Matthias Braun, Gary Bruce, Roger Engelmann, Renate Hürtgen, Ralph Jessen, Frank Joestel, Sandrine Kott, Jeannette van Laak, Jan Palmowski, Agnès Pilleul-Arp, Patrice Poutrus, Thomas Schaarschmidt, Siegfried Suckut, Georg Wagner-Kyora, Dorothee Wierling, Thomas Lindenberger
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Geisteswissenschaften Geschichte Regional- / Ländergeschichte
Schlagworte Deutschland (DDR) /Geschichte • Deutschland (DDR) /Geschichte, Politik 1945 ff. • Deutschland (DDR) /Gesellschaft • Deutschland (DDR) /Gesellschaft, Sozialwissenschaf • Ministerium für Staatssicherheit (DDR) • Politik 1945 ff. • Sozialwissenschaf
ISBN-10 3-647-35083-4 / 3647350834
ISBN-13 978-3-647-35083-7 / 9783647350837
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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