Frühes Christentum und Religionsgeschichtliche Schule (eBook)
218 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-647-53977-5 (ISBN)
Dr. theol. Martina Janßen ist Pastorin im Kirchenkreis Stade und Lehrbeauftragte an der Techni-schen Universität Braunschweig.
Dr. theol. Martina Janßen ist Pastorin im Kirchenkreis Stade und Lehrbeauftragte an der Techni-schen Universität Braunschweig.
Front Cover
1
Title Page
4
Copyright
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Inhalt 8
Florian Wilk 2Kor 1,12–14 als propositio des ganzen zweiten Korintherbriefs 12
Rainer Reuter Traveling between Europe and Asia. Paul's Journeys according to His Own Epistles 25
Reinhard von Bendemann Die Latinismen im Markusevangelium 38
F. Stanley Jones An Early Aramaic Account of Jesus’ Crucifixion 54
Reinhard Feldmeier Henoch, Herakles und die Himmelfahrt Jesu 64
Niels Hyldahl Über Abfassungszeit und -ort der Apostelgeschichte 76
Frank Schleritt Der Jüngling im Grab als Epigone des Auferstandenen. Zum Verhältnis der Geschichte vom Grabbesuch der Frauen zur Überlieferung von der Erscheinung Jesu vor Maria Magdalena 84
Martina Janßen „Wider die Antithesen der fälschlich sogenannten Gnosis“. 1Tim 6,20 und Markions Antithesen 97
Frank Kleinschmidt „Einer Frau Mann“/„eines Mannes Frau“. Gemeinderegeln der Pastoralbriefe im Lichte religionsgeschichtlicher Forschung 111
Jürgen Wehnert „Falschbrüder, Schauspieler, Superapostel“. Zur Geschichte der judenchristlichen Heidenmission im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr 125
Matthias Günther Die lebendige Stimme. Papias von Hierapolis und der Presbyter Johannes 138
Jacob Neusner The Rabbis and the Prophets: The Case of Amos 148
Forschungsgeschichtliche Studien Gudrun Beyer „Die Historie [ 2
Bemerkungen zu Wilhelm Boussets Jesusvorlesung aus dem Wintersemester 1918/1919 160
Alf Özen Wilhelm Bousset und Paul Wernle. Eine Freundschaft im Spannungsfeld von Glaube und Wissenschaft 175
Horst Renz Ernst Troeltschs lebenslange Bezugnahme auf die Poesie und die grundlegende Geltung einer poetischen „Glaubenslehre“ 193
Toshimasa Yasukata Ernst Troeltsch und die Konsequenz des historischen Denkens 206
Die Autoren der Festschrift 218
Back Cover
222
"Ernst Troeltsch und die Konsequenz des historischen Denkens (S.205-206)
Toshimasa Yasukata
1. Der Systematiker der „Religionsgeschichtlichen Schule“
Ernst Troeltsch gilt als der Systematiker und Dogmatiker der „Religionsgeschichtlichen Schule“. Die Frage ist noch offen, ob sie eine Schule im strikten Sinn war, und wer zu dieser Schule gehörte. Die Religionsgeschichtliche Schule entstand angeblich aus einer Gruppe junger Göttinger Promovenden, die, in Freundschaft verbunden, sich oft in Mensen oder Kneipen versammelten, um über theologische Themen zu diskutieren.
Nach Troeltschs Erzählung fürchtete einer der alten Professoren den Elan der jungen Gruppe und sprach von einer drohenden ‚kleinen Fakultät‘. Johannes Weiß, Wilhelm Bousset, William Wrede, Alfred Rahlfs, Heinrich Hackmann und er bildeten den Kern dieser „kleinen Göttinger Fakultät“ von 1890.1 Während andere Mitglieder das Alte Testament, das Neue Testament oder die urchristliche Literatur als Hauptfach vertraten, war Troeltsch der einzige Systematiker unter ihnen. Es ist daher verständlich, wenn die Redaktion des „American Journal of Theology“ 1913 an ihn die Bitte richtete, einen Aufsatz über „Die Dogmatik der ‚religionsgeschichtlichen Schule‘“ zu schreiben.2 Aber der Systematiker der Religionsgeschichtlichen Schule gewesen zu sein ist nur ein Aspekt des vielseitigen Denkers Troeltsch – er war ein Mann mit vielen Gesichtern.
Wer Troeltsch im theologischen Bezugssystem einordnen möchte, muss unvermeidlich den Berufswechsel vom Heidelberger Theologen zum Berliner Philosophen im Jahr 1914/15 als einen gründlichen Bruch mit der Theologie berücksichtigen. Darauf bezieht sich die Rede vom „gescheiterten Theologen“ (Walter Bodenstein) und von der „Selbstauflösung der Dogmatik bei Ernst Troeltsch“ (Gotthold Müller) bzw. „the collapse of Troeltsch’s theology“ (Benjamin A. Reist).
Die neuere Troeltsch-Forschung hat diese negativen Urteile jedoch für befangen und unberechtigt erklärt. Die Symbiose von Theologie und Philosophie ist ein Merkmal von Troeltschs Denken von Anfang an. Er selbst weist auf eine Konstante in seinem Denken hin, wenn es in seiner Selbstdarstellung heißt, dass es „einen systematischen Einheitsgedanken“4 in seinem Lebenswerk gebe. Tatsächlich hat Troeltsch ein wissenschaftliches Programm verfolgt, aufgrund dessen seine äußerst verschiedenen wissenschaftlichen Tätigkeiten als zusammenhängendes Ganzes systematisch dargestellt werden können.
Theologie, Religionsphilosophie, Ethik und Geschichtsphilosophie stehen innerhalb dieses enzyklopädischen Gesamtplans in enger Beziehung zueinander.5 Diese Untersuchung wird zeigen, dass ein Leitthema all seiner wissenschaftlichen Arbeit die Frage nach der Möglichkeit der Festigung normativer Werte auf der Basis der grundsätzlichen Anerkennung der Historisierung alles menschlichen Denkens und Wissens ist. Troeltsch hat mit der Spannung zwischen seiner Überzeugung von der höchsten religiösen Wahrheit des Christentums und seiner Anerkennung des modernen kritisch-historischen Denkens gerungen."
| Erscheint lt. Verlag | 16.6.2011 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments |
| Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments | Novum Testamentum et Orbis Antiquus / Studien zur Umwelt des Neuen Testaments. |
| Co-Autor | Florian Wilk, Rainer Reuter, Reinhard von Bendemann, Reinhard Feldmeier, Nils Hyldahl, Frank Schleritt, Jacob Neusner, Gudrun Beyer, Alf Özen, Horst Renz, Toshimasa Yasukata, Frank Kleinschmidt, Matthias Günther |
| Vorwort | Eduard Lohse |
| Verlagsort | Göttingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Christentum |
| Schlagworte | Exegese • Neues Testament • Religionsgeschichtliche Schule • Urchristentum |
| ISBN-10 | 3-647-53977-5 / 3647539775 |
| ISBN-13 | 978-3-647-53977-5 / 9783647539775 |
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