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Alltagsrelevanz (eBook)

Zur Frage nach dem Sinn in der Seelsorge
eBook Download: PDF
2011 | 1. Auflage
352 Seiten
Vandenhoeck und Ruprecht (Verlag)
978-3-647-62413-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Alltagsrelevanz -  Kristin Merle
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Sinn zu deuten und zu »konstruieren« gehört zu den kontinuierlichen alltäglichen Lebensleistungen des Menschen. Dabei muss die Seelsorge Tragweiten differenziert betrachten und kulturell vermittelte Deutungsangebote kritisch sichten. Das Problem des Fremdverstehens ist und bleibt dabei der Gegenstand, mit dem es die Seelsorge wesentlich zu tun hat. Als methodischen Reflex hierauf stellt Kristin Merle Überlegungen zur Arbeit an und mit Relevanzsystemen an und bietet eine Zusammenstellung von Anregungen möglicher Schritte der Interaktion für die seelsorgerliche Begegnung.

Dr. Kristin Merle ist Professorin für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Seelsorgelehre und Predigtlehre an der Universität Hamburg und Pastorin mit KSA-Ausbildung. Sie ist zurzeit geschäftsführende Herausgeberin von 'Wege zum Menschen', der Fachzeitschrift für Seelsorge und Beratung. Besonderes Augenmerk ihrer praktisch-theologischen Arbeiten liegt auf Fragen empirischer Religionsforschung, der Mediatisierung von Religion und des Verhältnisses von Öffentlichem/Politischem und Religion.

Dr. Kristin Merle ist Professorin für Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Seelsorgelehre und Predigtlehre an der Universität Hamburg und Pastorin mit KSA-Ausbildung. Sie ist zurzeit geschäftsführende Herausgeberin von "Wege zum Menschen", der Fachzeitschrift für Seelsorge und Beratung. Besonderes Augenmerk ihrer praktisch-theologischen Arbeiten liegt auf Fragen empirischer Religionsforschung, der Mediatisierung von Religion und des Verhältnisses von Öffentlichem/Politischem und Religion.

Cover 1
Title Page 4
Copyright 5
Table of Contents 6
Body 14
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
1. Einführung: Das Interesse der Poimenik am Alltag – wissenschaftshistorische Voraussetzungen und gegenwärtige Positionen 14
1.1 ›Alltag‹ als Gegenstand wissenschaftlichen Interesses . . . 23
1.1.1 Zur Vielschichtigkeit des Begriffs . . . . . . . . . . . . . . 24
1.1.2 Alltagsforschung als Gegenstand der wissenschaftlichen Untersuchung 27
1.2 Das Interesse der Praktischen Theologie am Alltag 36
1.2.1 Entkirchlichung und Hinwendung zur Empirie . . . . . 37
1.2.2 Praktische Theologie als Hermeneutik der Alltagskultur individuell verfasster Religionspraxis . . . . . . . . . . . . 42
1.2.3 Der Alltag in der poimenischen Diskussion 45
Teil I: Intersubjektivität als Struktur der seelsorglichen Situation 64
2. Joachim Scharfenberg: Seelsorge als symbolische Interaktion . . . . . 66
2.1 Die Zirkelstruktur des Verstehens . . . . . . . . . . . . . . . 66
2.1.1 Seelsorge als Gespräch . . 66
2.1.2 Seelsorge als symbolische Interaktion . . 71
2.1.3 Pastoralpsychologie . . 74
2.2 Identität und der Prozess der Bewusstwerdung . . . . . . . . 77
2.2.1 Anthropologische Basismuster: Grundambivalenzen, Grundstrukturen und Grundkonflikte . . . . . . . 77
2.2.2 Psychoanalytische Anthropologie und die Rede von der Identität . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78
2.2.3 Ankerung und Aufbruch als Aufgaben der Seelsorge . . . . 81
2.3 Religionskritik und Handlungsfreiheit 85
2.3.1 Religion bei Sigmund Freud 85
2.3.2 Das Freudsche Religionsverständnis als »Fremdprophetie« 87
2.3.3 Religion zwischen Symbol und Substanz . . . . . . . 89
3. Isolde Karle: Seelsorge als religiöse Kommunikation . . . . . . . . . . 94
3.1 Seelsorge zwischen Modernekritik und Inklusionsauftrag . . . . 94
3.1.1 Seelsorge als Funktion der Kirche . . . . . . . . . . . . 94
3.1.2 Seelsorge als religiöse Kommunikation . . . . . . . . . 97
3.1.3 Seelsorge als Konstruktionsgeschehen 100
3.2 Individualisierung als Problem der Moderne . . . . . . . . . . . 103
3.2.1 Die funktionale Differenzierung der modernen Gesellschaft und das Problem der Individualität 103
3.2.2 Inklusion und Exklusion – Aufgabe und Problem der Identitätsbildung 105
3.3 Religion als Vollzug der Gesellschaft . . . . . . . . . . . . 108
3.3.1 Die Bedeutung der Interaktion zwischen Anwesenden für die religiöse Kommunikation 108
3.3.2 Zur Physiognomie der Religion 110
4. Henning Luther: Seelsorge im Angesicht des Anderen . . . . . . . . 116
4.1 Das Verwiesensein der Seelsorge auf die konkrete Alltagswelt . . . . . . . . . . . . . 116
4.1.1 Seelsorge als diakonische Seelsorge: grundlegende Aufgabe kirchlicher Praxis 117
4.1.2 Kritik am »Defizitmodell des Helfens« und die Sorge um das Selbst-Sein-Können des Einzelnen . . . . . . . . . 119
4.1.3 Seelsorge und Alltag . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
4.2 Unabschließbare Identität . . . . . . . . . . . . . . . . . 123
4.2.1 Identität als Fragment . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
4.2.2 Ethik als prima philosophia . . . . . . . . . 127
4.3 Religion als Modus der Selbsttranszendenz . . . . . . . . . . . 130
4.3.1 Der Alltag als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Theologie und subjektiver Religiosität 130
4.3.2 Weltabstand und Selbsttranszendenz . . . . . . 132
4.3.3 Eschatologie als Movens der Theologie . . . . . . 133
4.4 Sinn: Möglichkeit oder Unmöglichkeit? . . . . . . . . . . . . . . 136
4.4.1 Die Behauptung von Sinn als Moment der Täuschung . . 136
4.4.2 Die Konstitution von Sinn durch den Anderen 138
4.4.3 Jenseits von Sinn und Affirmation: das Problem 141
Teil II: Die sinnhafte Konstitution der alltäglichen Lebenswelt: Alfred Schütz und die phänomenologisch orientierte Soziologie 148
5. Der Lebenswelt-Begriff bei Edmund Husserl und seine Neu-Akzentuierung bei Alfred Schütz . . . . . . . . . . . . . 152
5.1 Der Begriff der ›Lebenswelt‹ bei Edmund Husserl . . . . . . 153
5.2 Phänomenologie als sozialwissenschaftliches Instrumentarium: die wissenschaftstheoretischen Eckpfeiler der Theorie Alfred Schütz’ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155
5.3 ›Lebenswelt‹ bei Alfred Schütz und Thomas Luckmann – ›natürliche Einstellung‹ und Sinnverstehen . . . . . . . . 157
5.4 Aufschichtung der alltäglichen Lebenswelt . . . . . . . . . . . 160
6. Die Vorgegebenheit des Anderen: Grenze des Verstehens 169
6.1 Sozialität als überindividuelles Faktum . . . . . . . . . 169
6.1.1 Die faktisch vorgegebene Sozialwelt und die Idealisierung der Reziprozität der Perspektiven 169
6.1.2 Mitmenschen, Zeitgenossen, Generationen . . . . . . . . . . 171
6.2 Eigener Sinn und fremder Sinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 174
6.2.1 Das Problem des Fremdverstehens: subjektiver und objektiver Sinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175
6.2.2 Die Erfahrung des Anderen als Ort der Selbsttranszendenz 178
6.3 Sozialität und Normativität: die ethnomethodologische Studie »Agnes« von Harold Garfinkel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 180
6.3.1 Ethnomethodologie . . . . . . . . . . . 181
6.3.2 Die Studie »Agnes« 183
7. Relevanz und Sinnkonstitution 189
7.1 Die passive Synthesis als Grundlage höherstufiger Akte des Bewusstseins . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190
7.2 Relevanz und Relevanzgenese . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194
7.2.1 Die verschiedenen Strukturen der Relevanz . . . . 195
7.2.2 Typisierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198
7.3 Handeln in der alltäglichen Lebenswelt . . . . . . . . . . . . . . . 200
7.3.1 Die Sinnbezogenheit von Erlebnis, Erfahrung und Handlung 201
7.3.2 Handeln als soziale Interaktion 202
7.3.3 Handeln – vom Entwurf zum Resultat 205
8. Intersubjektivität und Institutionalisierung: Konventionalisierung des Fremdverstehens . . . . . . . . . . . . 209
8.1 Der Wissensvorrat und sein Erwerb . . . . . . . 209
8.1.1 Elemente des subjektiven Wissensvorrats . . . . . . . . 210
8.1.2 Der gesellschaftliche Wissensvorrat . . . . . . . . . . . 213
8.1.3 Die soziale Verteilung des Wissens 215
8.2 Zeichen, Symbol, Sprache: intersubjektive Bedeutungskonstitution . . . . . . . . . . . . . . . 217
8.2.1 Das Zeichen als wesentliches Element intersubjektiver Kommunikation . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219
8.2.2 Symbolisierung als Appräsentation des Transzendenten . . 223
8.2.3 Sprache 224
8.3 Institutionalisierung und Institutionen . . . . . . . . 228
8.3.1 Externalisierung, Objektivation, Internalisierung . . . 229
8.3.2 Intermediäre Institutionen als Vermittlungsinstanzen . . 232
9. Religion und Transzendenzweite 235
9.1 Der Alltag und seine Transzendenzen . . . . . . . . . . . 235
9.1.1 Die phänomenologischen Transzendenzen . . . . . . 236
9.1.2 Bereiche geschlossener Sinnstruktur 240
9.2 Die kommunikative Qualifizierung religiöser Erfahrung . . . . . 244
Exkurs: Die transzendenzoffene Disposition des Menschen (William James) . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
9.2.1 Die Sinnprovinz der Religion . . . . . . . . . . . . 248
9.2.2 Die kommunikative Konstitution symbolischer Ordnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251
9.3 Erscheinungsformen des Religiösen: die religiöse Grundierung des Alltags . . . . . . . . 253
9.3.1 Individuelle Verfasstheit von Religion: die Verflüssigung des Institutionellen (Privatisierung) . . . . . . . . . 255
9.3.2 Religiöse Sozialformen 258
9.3.3 Zivilreligion 260
Teil III: Poimenische Überlegungen zum Problem des Fremdverstehens 266
10. Seelsorge und Alltag . . . . . . . . . . . . . . . . 269
10.1 Der lebensweltliche Zusammenhang der seelsorglichen Situation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 269
10.1.1 Raum und Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 270
10.1.2 Sozialität . . . . . . . . . . . 271
10.1.3 Seelsorge und Institution . . . . . . . . . . . . 275
10.2 Religion und alltägliche Lebenswelt . . . . . . . . 280
10.2.1 Der Ort der Religion in der alltäglichen Lebenswelt . . . 281
10.2.2 Religiöse Kommunikation . . . . . . . . . . . 284
10.2.3 Gestalten der seelsorglichen Praxis in der Lebenswelt des Alltags 287
10.3 Eine theologische Leitvorstellung: Geselligkeit als hermeneutische Praxis des Religiösen . . . . 293
10.3.1 Schleiermachers Theorie des geselligen Betragens – Sozialität und Individualität 294
10.3.2 Versuch einer semantischen Verknüpfung: der Gedanke der koinonia bei Paulus . . . . . . . . . . . . 300
10.4 Alltagsrelevanz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304
10.4.1 Relevanzerhellung als Reflex auf das Problem des Fremdverstehens . . . . . 304
10.4.2 (Para-) Soziale Faktoren der Relevanzgenese 307
10.4.3 Mögliche Schritte der Interaktion 314
Schluss/Ausblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 320
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 323
Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345
Unbenannt 345
Unbenannt 345
Back Cover 354

Erscheint lt. Verlag 20.4.2011
Reihe/Serie Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie
Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Religion / Theologie Christentum
Schlagworte Analytische Seelsorge • Pastoralpsychologie • Seelsorge
ISBN-10 3-647-62413-6 / 3647624136
ISBN-13 978-3-647-62413-6 / 9783647624136
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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