Im Fadenkreuz (eBook)
517 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-86234-672-1 (ISBN)
Dr. Thomas Riegler, geboren 1977, ist Zeithistoriker in Wien und auf die Erforschung von Terrorismus spezialisiert.
Dr. Thomas Riegler, geboren 1977, ist Zeithistoriker in Wien und auf die Erforschung von Terrorismus spezialisiert.
Inhalt 5
Danksagung 9
Vorwort 11
1. Einführung: Terrorismus und Antiterrorpolitik in Österreich 19
1.1 Terrorismus in Österreich – Ausprägungen und Formen 26
1.2 Gesetzliche Maßnahmen gegen Terrorismus 34
1.3 Polizeiliche Terrorbekämpfung: Organisatorische Grundlagen und Zuständigkeiten 35
1.4 Internationale Zusammenarbeit 38
1.5 Politische Strategie im Umgang mit Terrorismus 40
1.6 Inhaltlicher Ausblick 49
2. Bruno Kreisky und die Nahostpolitik 53
2.1 Voraussetzungen 55
2.2 Der Nahost-Konflikt und der Terrorismus 67
2.3 Die österreichische Nahostpolitik 71
2.4 Anerkennung der PLO 74
2.5 Geheimdiplomatie 77
2.6 Kreiskys schwieriges Verhältnis zu Israel 83
2.7 Kreisky und Arafat 86
2.8 Kreisky und Gaddafi 98
3. Nahostterror in Österreich – Täter und Motive 113
3.1 Schönau – die »Adler der palästinensischen Revolution« und die jüdische Emigration 113
3.2 Der »Arm der arabischen Revolution« und die OPEC-Geiselnahme 125
3.3 Abu Nidal und der Terror in den 1980er Jahren 138
4. Die Ereignisse 155
4.1 Die Geiselnahme von Marchegg/Schwechat 1973 155
Die Geiselnahme im »Chopin Express« 155
Das Nachspiel – die Kontroverse um die Schließung Schönaus 175
4.2 Die OPEC-Geiselnahme 185
»Sie grüßten freundlich« – der Überfall auf die Sitzung 185
Der außerordentliche Ministerrat im Bundeskanzleramt 195
Der weitere Verlauf des Geiseldramas 208
Die juristische Aufarbeitung des OPEC-Attentats 215
»Eiertanz« um Gabriele Kröcher-Tiedemann (»Nada«) 216
Carlos und die österreichische Justiz – »Wir würden die Belastung durch einen Prozess nicht als belastend empfinden« 224
»Die wollten ihn gar nicht« – Hans-Joachim Klein 227
4.3 Die Attentate in den 1980er Jahren 230
4.3.1 Mord an Stadtrat Heinz Nittel 230
4.3.2 Das Synagogenattentat 242
4.3.3 Der »dritte Mann«: Bahij Younis 250
4.3.4 Die Prozesse gegen Rajih, Hasan und Younis 263
5. Hinter den Kulissen – der Konflikt um die Inhaftierten 279
5.1 »Meinungsaustausch« mit der Abu-Nidal-Gruppe 279
5.2 Das Attentat am Flughafen Schwechat 293
5.3 »Waffenstillstand« mit der Abu-Nidal-Gruppe? 307
5.3.1 Die Wiener »Botschafter« der Abu-Nidal-Gruppe 318
5.3.2 Die vorzeitige Entlassung von Bahij Younis 331
5.4 Die Auslieferung von Rajih an Belgien 338
6. Die »Waffenaffäre« 343
7. Die Sponsoren des Terrors 365
7.1 Syrien 365
7.2 Irak 372
7.3 Libyen 380
8. Der Mord an Issam Sartawi 389
9. Kreiskys Antiterrorpolitik im Kontext 403
9.1 »Harte« oder »weiche« Linie – Antiterrorpolitik auf dem Prüfstand 403
9.2 Reaktionen im Inland 434
10. Zusammenfassung und Ausblick 451
Die Kurdenmorde 459
Der Fall Feisal Sammak 464
Der Prozess um die »Terrormillionen« Abu Nidals 468
Conclusio 473
11. Abbildungen 475
12. Quellen- und Literaturverzeichnis 491
12.1 Primärquellen 491
Stiftung Bruno Kreisky Archiv (StBKA): 491
Landesgericht Wien (LG Wien): 491
Oberstaatsanwaltschaft Wien (OStA): 491
Offizielle Dokumentationen: 492
Zentralarchiv der Behörde der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU): 492
Abschriften aus dem Privatarchiv von Tino Teller: 492
Abschriften und Kopien im Besitz des Autors: 493
Zeitzeugen-Interviews: 493
12.2 Monographien 494
12.3 Periodika 499
12.3.1 Nachrichtenmagazine Basta: 499
Focus: 499
News: 499
Profil: 499
Der Spiegel: 501
Stern: 502
Time: 502
Wirtschaftswoche: 502
Wochenpresse: 503
12.3.2 Österreichische Tages- und Wochenzeitungen Arbeiterzeitung: 503
Falter: 504
Kleine Zeitung: 504
Kronen Zeitung: 505
Kurier: 505
Neue Freie Zeitung: 506
Neues Volksblatt: 506
Neue Vorarlberger Tageszeitung: 506
Oberösterreichische Nachrichten: 506
Oberösterreichisches Tagblatt: 507
Die Presse: 507
Salzburger Nachrichten: 508
Der Standard: 508
Tagespost: 508
Tiroler Tageszeitung: 508
Vorarlberger Nachrichten: 508
Wiener Zeitung: 508
Wirtschaftsblatt: 508
12.3.3 Internationale Tages- und Wochenzeitungen Bild: 509
Frankfurter Allgemeine Zeitung: 509
Süddeutsche Zeitung: 509
Der Tagesspiegel: 509
Die Welt: 509
Die Zeit: 509
Le Monde Diplomatique: 509
Le Express: 509
The Financial Times: 510
The Los Angeles Times: 510
The New York Times: 510
The Wall Street Journal: 510
The Washington Post: 510
The Guardian: 510
The Independent: 510
The Observer: 511
The Jerusalem Post: 511
Haaretz: 511
12.3.4 Agenturmeldungen – Austria Presse Agentur (APA) 511
12.3.5 Journal-Artikel 511
12.3.6 Internet 512
13. Personenregister 515
Zum Autor 519
Dr. Thomas Riegler 519
8. Der Mord an Issam Sartawi (S. 389-390)
Von Issam Sartawi war bereits mehrfach die Rede – da sein Beitrag zur politischen Normalisierung der PLO bislang relativ unbeachtet blieb, wird im folgenden Abschnitt näher auf seine Person und seine Rolle in der Geheimdiplomatie der PLO gegenüber Westeuropa Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre eingegangen. Von besonderem Interesse ist freilich Sartawis Bezug zu Österreich – insbesonders seine Beraterfunktion für die Behörden im Kampf gegen die Bedrohung durch die Al Assifa.
Es ist nicht auszuschließen, dass diese geheime Funktion mit ein Grund dafür war, dass Saratwi 1983 ermordet wurde. Issam Sartawi (»der Mann aus Sarta«) stammte aus Akko, wo er am 1. Januar 1934 geboren wurde. Nach dem Krieg und der Vertreibung 1948 begann er ein Medizinstudium in Bagdad und ging dann in die Vereinigten Staaten, um es dort abzuschließen und Herzchirurg zu werden. Nach dem Sechs-Tage-Krieg (1967) schaffte er es nicht länger im Exil zu leben und kehrte in den Nahen Osten zurück.
Dort schloss er sich zunächst der Fatah von Jassir Arafat an, gründete aber bald seine eigene Gruppe – die »Al Hajaa Al Amelah Li Tahir Palestin«, die »Aktionsfront für die Befreiung Palästinas«. Im Juni 1970 wurde Sartawi als Vertreter seiner Organisation in den Vorstand der PLO gewählt. Zu diesem Zeitpunkt setzte er noch auf den »bewaffneten Kampf« als Mittel zur Befreiung Palästinas. Seine Gruppe überfiel israelische Armeepatrouillen am Jordan und attackierte im Februar 1970 Transit-Passagiere eines El-Al-Fluges amMünchner Flughafen, weil manunter ihnen den israelischenVerteidigungsministerMosche Dajan vermutet hatte.
In einem Interview, das er dem Beiruter Korrespondenten des Zweiten Deutschen Fernsehen, Heinz Metlitzky, in Amman gab, begründete Sartawi die Aktion folgendermaßen: »Unsere Organisation hatte erfahren, dass ein Mister Dajan mit der El-Al-Maschine 435 von Tel Aviv nachMünchen fliegen würde. Uns war es wichtig, diesen Mister Dajan gefangen zu nehmen von dem wir glaubten, dass es der General persönlichwäre…Unsere Jungs näherten sich den Passagieren mit Handgranaten, bei denen die Federn entfernt waren, während sie dieHebel eng an die Granaten gepresst hielten.
Mit anderenWorten: sie kamen auf die Passagiere mit ziemlich ungefährlichen Handgranaten zu. Die Granaten waren zwar aktiviert, doch sie waren ungefährlich. Nun war offenbar der Pilot des Flugzeugs vorwitzig genug zu versuchen, einen unserer Jungs anzugreifen, der die aktivierte Handgranate im Arm hielt. Im folgenden Handgemenge fiel die Granate auf den Boden. Das bedeutete, dass sie automatisch nach vier Sekunden explodierte. Wir nehmen an, dass die übrigen Mitglieder unserer Einheit nach der ersten Explosion dachten, die ganze Operation sei fehlgeschlagen.
| Erscheint lt. Verlag | 8.12.2010 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Zeitgeschichte im Kontext |
| Zeitgeschichte im Kontext. | Zeitgeschichte im Kontext. |
| Mitarbeit |
Herausgeber (Serie): Oliver Rathkolb |
| Verlagsort | Göttingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Zeitgeschichte |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | Abu Nidal • Arafat • Geschichte /Zeitgeschichte • Naher Osten /Geschichte • OPEC-Geiselnahme • Österreich /Geschichte • Terrorismus |
| ISBN-10 | 3-86234-672-2 / 3862346722 |
| ISBN-13 | 978-3-86234-672-1 / 9783862346721 |
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