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Zeiterleben und Zeithandeln Erwerbstätiger (eBook)

Eine methodenintegrative Studie
eBook Download: PDF
2010
305 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-91753-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Zeiterleben und Zeithandeln Erwerbstätiger - Nadine M. Schöneck
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Wer sich mit der Zeitthematik im aktuellen Diskurs befasst, könnte meinen, auf eine moderne Diskussion gestoßen zu sein. Dabei hat bereits Seneca (wahrsche- lich 4 vor Christus bis 65 nach Christus) ein Traktat über die Zeit geschrieben, das den bemerkenswerten Titel 'Von der Kürze des Lebens' (im lateinischen Original: 'De brevitate vitae') trägt und erstaunlich viel dessen zum Ausdruck bringt, was auch zum Spektrum gegenwärtiger zeitthematischer Reflexionen zählt. Auszu- weise seien die folgenden Gedanken Senecas angeführt: Seneca war davon überzeugt, dass nicht die Kürze des Lebens Quelle mens- lichen Leidens an der Zeit sei, sondern der Umstand, dass Menschen dazu tendi- ten, verschwenderisch mit der ihnen zur Verfügung stehenden Lebenszeit umzuge- 1 hen; Seneca (1977: 7) schrieb an seinen Adressaten: 'Wenn du das Leben zu - brauchen verstehst, ist es lang. ' An jene Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - allzu lange am Leben vorbei leben, ist folgende Weisheit gerichtet: 'Wie spät ist es doch, dann mit dem Leben zu beginnen, wenn man es beenden muß!' (Seneca 1977: 13) Menschen verkaufen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Zeit, weil Leben Geld kostet und für die meisten Menschen gilt, dass sie dieses für den Lebensunterhalt erforderliche Geld über die Bereitstellung ihrer Arbeitskraft erhalten. Offensichtlich wiesen schon zu Senecas Zeiten manche Menschen eine Neigung dazu auf, dem Geld einen höheren Wert beizumessen als der Zeit: 'Jahresgehalt und Geldspenden nehmen die Menschen recht gern an, und dafür vermieten sie ihre Mühe oder ihre Sorgfalt; niemand schätzt die Zeit.

Dr. Nadine M. Schöneck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Bremen.

Dr. Nadine M. Schöneck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Bremen.

Danksagung 5
Inhaltsverzeichnis 6
Einleitung 9
Vorbemerkungen 13
Teil I Theoretischer Rahmen 14
1 Grundlegendes zur Zeitthematik 15
1.1 Was ist Zeit? 15
1.1.1 Zeitdimensionen 17
1.1.2 Weitere soziologisch bedeutsame Differenzierungsformen der Zeit 19
1.2 Stand der soziologischen Zeitforschung 22
2 Die Zeit der Gesellschaft 26
2.1 Die Zeitordnung der Gegenwartsgesellschaft 26
2.1.1 Standardisierung von Zeit 28
2.1.2 Zeitinstitutionen 30
2.1.3 Zeitnormen 34
2.2 Globalisierung, Vernetzung und Virtualisierung als Herausforderungen der Zeit der Gegenwartsgesellschaft 36
2.3 Die Zeit der Gesellschaft in der Kritik 39
2.3.1 Kollektive Sensibilisierung für die Zeitthematik 40
2.3.2 Zukunftsvisionen und Gegenbewegungen 42
3 Die Zeit des Individuums 49
3.1 Das Zeiterleben des Individuums 50
3.1.1 Die drei Zeiträume Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft 51
3.1.2 Formen positiven Zeiterlebens 54
3.1.3 Formen negativen Zeiterlebens 55
3.2 Das Zeitdenken des Individuums 59
3.2.1 Zeitbewusstsein 60
3.2.2 Individuelle Sensibilisierung für die Zeitthematik 61
3.3 Das Zeithandeln des Individuums 62
3.3.1 Primäre Handlungsorientierung an den drei Zeiträumen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft 62
Carpe diem 63
Pflücke den Tag). 63
instant gratification 64
3.3.2 Das Verhältnis von Zeit zu Geld, Gütern und Dienstleistungen 66
Das Verhältnis von Zeit zu Geld 66
Zeit ist Geld 66
Das Verhältnis von Zeit zu Gütern 68
Das Verhältnis von Zeit zu Dienstleistungen 69
3.3.3 Zeitselbstdisziplin 69
3.4 Die Genese von Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln 70
3.5 Ungleichheitstheoretische Aspekte der Zeit 73
Geschlecht 75
Alter 77
Bildung und Einkommen 79
Gesellschaftlicher Status 79
4 Die Zeit des Individuums in der Gesellschaft 82
4.1 Segmentierung der individuellen Zeit 82
4.1.1 Die Zeit des Individuums in der Arbeitswelt 82
Aufgabe 88
(Neu-)Formierung 88
4.1.2 Die Zeit des Individuums in der Lebenswelt 90
4.1.3 Das Spannungsverhältnis von Arbeit und Leben 93
Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps 93
4.2 Temporalisierung der modernen Alltagszeit 95
4.3 Ökonomisierung der modernen Alltagszeit 98
Teil II Methodik der Arbeit 103
5 Methodische Grundlagen dieser Arbeit 104
5.1 Zusammenhang zwischen Theorie und Empirie 104
5.2 Integration quantitativer und qualitativer Methoden 111
6 Datenerhebungsinstrumente 116
6.1 Telefonbefragung des DFG-Projekts Inklusionsprofile 116
6.2 Kurzfragebogen zum Umgang mit der Zeit 117
6.3 Interviewleitfaden zum Zeiterleben und Zeithandeln 119
7 Sampling der leitfadengestützten Interviews 128
7.1 Theoretisch begründete ex ante Zeittypenbildung 128
7.2 Auswahl interessierender ex ante Zeittypen für die Interviews 132
7.3 Weitere Kriterien der Interviewpartnerauswahl 134
7.4 Die Interviewpartner im Überblick 135
8 Datenanalyseverfahren 138
8.1 Quantitative Daten 138
8.2 Qualitative Daten 139
8.2.1 Transkription und Transkriptionssystem 140
8.2.2 Kuckartz’ Ansatz der Typologischen Analyse 141
8.2.3 Softwareeinsatz 144
8.2.4 Entwicklung eines Kategoriensystems 146
Teil III Empirische Befunde 151
9 Quantitative Auswertungsergebnisse 152
9.1 Auswertung der Daten des DFG-Projekts Inklusionsprofile unter zeitthematischen Aspekten 152
9.2 Konstruktion eines aggregierten Zeitindexes 157
Bivariate Auswertung 160
9.3 Auswertung des Kurzfragebogens zum Umgang mit der Zeit 160
10 Empirisch begründete ex post Zeittypenbildung mittels Clusteranalyse 166
10.1 Von Kategorien zu Variablen 166
10.2 Vorbereitung der ex post Zeittypenbildung 169
10.3 Zuordnung der Interviewpartner zu ex post Zeittypen 176
10.4 Quantitative Beschreibung der ex post Zeittypen 179
11 Qualitative Vertiefung der ex post Zeittypenbildung 185
11.1 Äußerungen ausgewählter Interviewpartner zu ihrem Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln 185
11.1.1 Ex post Zeittypus 1: Der robuste Zeitpragmatiker 188
11.1.2 Ex post Zeittypus 2: Der zufriedene Zeitstrategielose 202
11.1.3 Ex post Zeittypus 3: Der reflektierende Zeitgestresste 215
11.1.4 Ex post Zeittypus 4: Der egozentrische Zeitsensible 228
11.1.5 Weitere Äußerungen zu Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln 242
11.2 Typologie des Zeiterlebens, Zeitdenkens und Zeithandelns 252
Resümee und Ausblick 260
Literaturverzeichnis 269
Tabellenverzeichnis 288
Abbildungsverzeichnis 289

Erscheint lt. Verlag 19.11.2010
Zusatzinfo 305 S. 14 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Naturwissenschaften
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Sozialwissenschaften Soziologie
Technik
Schlagworte Arbeit • Berufssoziologie • Clusteranalyse • Erwerbstätige • Lebensführung • Zeit • Zeitsoziologie
ISBN-10 3-531-91753-6 / 3531917536
ISBN-13 978-3-531-91753-5 / 9783531917535
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