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Transnationalisierung (eBook)

Theorie und Empirie grenzüberschreitender Vergesellschaftung

(Autor)

eBook Download: PDF
2010
191 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-92595-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Transnationalisierung - Ludger Pries
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Ähnlich wie vor etwas mehr als einem Jahrzehnt die Begriffe 'global' und 'Globalisierung' scheinen heute die Termini 'transnational' und 'Transnationalisierung' zu viel gebrauchten Modebegriffen zu werden. Sollen damit alle grenzüberschreitenden sozialen Beziehungen bezeichnet werden und wird Transnationalisierung damit ein neuer Catch-All-Begriff? Oder ist mit Transnationalismus ein bestimmtes und durchaus seriöses Forschungsprogramm gemeint?
Vor dem Hintergrund eigener langjähriger theoretischer und empirischer Studien zum Thema zeigt Ludger Pries, dass sich die Art und Weise zwischenmenschlichen Zusammenlebens, die Vergesellschaftung der Menschen, immer stärker transnationalisiert. Damit ist Transnationalisierung eine wichtige Form der Internationalisierung von Vergesellschaftung, die unser 21. Jahrhundert sehr stark bestimmen wird. Der Autor zeigt dies anhand konkreter Beispiele auf den Ebenen der alltäglichen Lebenswelten, der Organisationen und gesellschaftlicher Institutionen.



Prof. Dr. Ludger Pries hat den Lehrstuhl Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung an der Ruhr-Universität Bochum inne. Er forscht seit Mitte der 1990er Jahre theoretisch und empirisch zu Fragen der Transnationalisierung.

Prof. Dr. Ludger Pries hat den Lehrstuhl Soziologie/Organisation, Migration, Mitbestimmung an der Ruhr-Universität Bochum inne. Er forscht seit Mitte der 1990er Jahre theoretisch und empirisch zu Fragen der Transnationalisierung.

Inhalt 5
Vorwort 7
A Einführung und Grundlegung 8
1 Transnationalisierung – Modebegriff oder seriöses Forschungsprogramm ? 8
1.1 Begriffsverwirrungen und Definitionsvorschläge 10
1.2 Methodologischer Nationalismus und Internationalisierungstypen 16
1.3 Analyse-, Bezugsund Erhebungseinheiten 23
1.4 Transnationale Beziehungen, Netzwerke und Sozialräume 28
B Alltägliche Lebenswelten 31
2 Transnationale Familien und Migration 33
2.1 Drei notwendige Perspektivenerweiterungen 34
2.2 Familien in Migration – Migration in Familien 37
2.3 Folgewirkungen familiärer Migration 42
3 Altern in transnationalen Netzwerken 46
3.1 Arbeitsmigranten und Altern ‚zwischen den Welten‘ 47
3.2 Altern und Pendeln Deutscher im (Un-)Ruhestand 53
4 Transnationale Zugehörigkeiten und Migrantentypen 55
4.1 Vier Idealtypen grenzüberschreitender Wanderung 56
4.2 Transmigranten und ihre sozial-räumliche Inkorporation 60
4.3 Transmigranten und andere Typen von ‚Fremden‘ 67
C Transnationalisierung und Organisationen 70
5 Euro-Betriebsräte als transnationale Organisationen 71
5.1 EBRs als Ausdruck europäischer Supranationalisierung 72
5.2 EBRs als grenzüberschreiende Organisationen 76
5.3 Der transnationale EBR von General Motors 81
6 Grenzüberschreitende Migrantenorganisationen 89
6.1 Forschung zu Migrantenorganisationen 90
6.2 Migrantenverbände als komplexe Organisationen 92
6.3 Migrantenverbände zwischen Ankunftsund Herkunftsland 96
6.4 Studien zu transnation alen Migrantenorganisationen 98
7 Die Vereinten Nationen als transnationale Organisation ? 106
7.1 Die VN und andere grenzüberschreitende Organisationen 106
7.2 ILO-Mindeststandards und internationale Governance-Textur 110
D Soziale Institutionen 115
8 Transnationalisierung von Arbeitsmärkten 116
8.1 Internationalisierung der Erwerbsmobilitätsmuster 117
8.2 Integration von Arbeitsmarktund Migrationssoziologie 123
9 Transnationalisierung sozialer Ungleichheit 127
9.1 Transnationale Migration und soziale Ungleichheit 130
9.2 Transnationalisierung und Ungleichheitsforschung 139
E Schlussfolgerungen 142
10 Für eine differenzierte Sozialraumtheorie 144
10.1 International vergleichende und Weltgesellschafts-Perspektive 145
10.2 Die Raumbindung des Sozialen: Sozialräume 147
10.3 Mikro-, mesound makroanalytische Sozialraumtypen 155
10.4 Transnationalisierung von Sozialräumen 164
11 Literatur 166

D Soziale Institutionen (S. 115-116)

Soziale Institutionen lassen sich allgemein de nieren als kollektiv-kulturell vererbte komplexe ‚Handlungsprogramme‘ von Routinen, Regeln und Normen sowie wechselseitigen Erwartungen, die für große Ver echtungszusammenhänge (z. B. ganze Gesellschaften oder ethnische Gruppen) bestimmte Lebensbereiche strukturieren und soziale Identität, Integration und Stabilität stiften.

Beispiele solcher sozialen Institutionen sind etwa die Ehe, das Erziehungssystem, der Arbeitsmarkt als Mechanismus der Erwerbsstrukturierung, die jeweiligen Sozialtypen des Eigenen und des Fremden oder auch die verfestigten Formen sozialer Ungleichheitsstrukturen. Soziale Institutionen wurden und werden im Allgemeinen im Rahmen von Nationalgesellschaften betrachtet.

So kann man etwa das deutsche System der dualen Berufsausbildung als eine soziale Institution verstehen, die sich in vielfältigen formalen Regelwerken (Gesetzesbestimmungen, Ausbildungsordnungen, Ausbildungsverträgen etc.) und informellen Normen (handlungsleitenden Regeln für Ausbildungsmeister, Eltern, Auszubildende, Politiker, beschäftigende Unternehmen etc.) niederschlagen. Sie konkretisieren sich in den sozialen Praktiken der Menschen (z. B. Entscheidungen für bestimmte Ausbildungsberufe, Ausüben bestimmter Professionen), in spezi schen Symbolsystemen (z. B. dem Gesellen- oder Meisterbrief, sogenannten tari ichen ‚Ecklohngruppen‘ für Beschäftigte mit einer Berufsausbildung) und in materialisierten Artefakten (Schulgebäuden, Ausbildungswerkstätten, Berufskleidungen etc.).

Das Wirken sozialer Institutionen wird in aller Regel auf die sozialräumliche Bezugseinheit der nationalstaatlich verfassten Gesellschaft bezogen. So betonte schon Emil Durkheim (1999: 100): „Tatsächlich kann man, ohne den Sinn dieses Ausdrucks zu entstellen, alle Glaubensvorstellungen und durch die Gesellschaft festgesetzten Verhaltensweisen Institutionen nennen“ (vgl. auch Fuchs et al. 1988: 345; Schelsky (1970); Lepsius (1995).

Im Zuge zunehmender gesellschaftlicher Internationalisierung können sich grenzüberschreitende komplexere Regel- und Normensysteme auch zu transnationalen Institutionen entwickeln, wenn es sich nicht einfach um den ‚Export‘ oder die ächenräumliche Ausdehnung nationalgesellschaftlich eingefasster Institutionen handelt. In den folgenden drei Kapiteln werden Tendenzen einer solchen Emergenz transnationaler sozialer Institutionen im Sinne einer Institutionalisierung grenzüberschreitender pluri-lokaler Handlungsregelmäßigkeiten und Normen behandelt.

Zunächst werden Aspekte der Transnationalisierung von Erwerbsmobilitätsmustern vorgestellt (Kapitel 8). Anschließend werden verfestigte Typen von grenzüberschreitenden Wanderern deren Inkorporationsmuster ausgeführt (Kapitel 9). Schließlich werden Beispiele für die Transnationalisierung der institutionalisierten Muster sozialer Ungleichheit gegeben (Kapitel 10).

Erscheint lt. Verlag 8.9.2010
Zusatzinfo 191 S. 3 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Sozialwissenschaften Soziologie
Schlagworte Altern • Arbeitsmarkt • Familien • Globalisierung • Grenzüberschreitung • Institution • Lebenswelt • Mehrebenensystem • Migration • Nation • Organisation • Soziologie • transnational • Transnationalismus • Ungleichheit
ISBN-10 3-531-92595-4 / 3531925954
ISBN-13 978-3-531-92595-0 / 9783531925950
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