Studienarbeit aus dem Jahr 2004 im Fachbereich Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft, Note: 1,3, Freie Universität Berlin (Institut für Turkologie), Sprache: Deutsch, Abstract: Iphigenie war die jüngste Tochter von Agamemnon und Klytaimnestras. Als seine Flotte auf dem Weg nach Troja festsaß, wurde Agamemnon durch einen Wahrsager mitgeteilt, dass nur die Opferung seiner schönsten Tochter zu Ehren der Göttin Artemis ihn retten könne. Agamemnon ist dazu bereit, lockt seine Tochter unter dem Vorwand einer Heirat zu seiner Frau. Doch Iphigenie wird, schon auf dem Opferaltar befindlich, von der Göttin Artemis selbst gerettet, indem sie sie gegen ein Reh eintauscht. Iphigenie wird zur Priesterin von Artemis, man sagt ihr Unsterblichkeit nach. Yakup Kadri Karaosmanoglu sieht Feride der Figur der Iphigenie sehr nahe, 'b eide verkörpern Würde, Tugend, Moral und Charakter. (...) Beide sind in ihrer Makellosigkeit Opfer blinden Aberglaubens, Unwissenheit und herzlosen Egoismus.'1 Durch diese Bewertung ermöglicht Karaosmanoglu einen Blick auf den Roman Çalikusu2, der bisher von den Kritikern eher vernachlässigt wurde, denn 'in der türkischen Literaturkritik wurde dieser Roman gerne als dem leichten Genre zugehörig und als sentimental eingestuft.'3 Vornehmlich wurde die Geschichte als Liebesgeschichte, vielleicht als Abenteuerroman aufgenommen, dessen bemerkenswertestes Merkmal darin besteht, eine Frau als Heldin zu haben. Eine Kritik an der Frauenrolle wird ihm damit zugestanden, doch vielleicht das wichtigste Thema des Roman wurde lange an den Rand gedrängt: Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, denn Feride steht 'von Anfang bis Ende im Mittelpunkt der Handlung und Çalikusu (ist) allein Ferides Roman'4 Überspitzt kann man sagen, dass es scheint, als wäre die Liebesgeschichte nur dekorative Ausschmückung einer weit ausholenden Gesellschaftskritik. Iphigenie wird für die Gesellschaft geopfert, Feride von ihr, Iphigenies Opferung bringt Errettung, Ferides niemandem Nutzen. [...] 1 Beatrix Caner, Türkische Literatur: Klassiker der Moderne, Hildesheim 1998, S. 267 2 da mit dem türkischen Original gearbeitet wurde, wird sich auf das Buch immer mit diesem Titel, nicht mit der Übersetzung als 'Der Zaunkönig' bezogen, d.h. Resat Nuri Güntekin, Çalikusu, Inkilâp Kitabevi Istanbul, 52. Baski 3 Klassiker der Moderne, S. 263 4 Stephan Guth, Brückenschläge, Eine integrierte 'turkoarabische' Romangeschichte, Wiesbaden 2003, S. 52
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