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Generation als Grundbegriff einer historischen Geschichtskultur (eBook)

Die Nürnberger Tucher im langen 16. Jahrhundert
eBook Download: PDF
2010 | 1. Auflage
553 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-86234-110-8 (ISBN)

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Generation als Grundbegriff einer historischen Geschichtskultur -  Christian Kuhn
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Verschiedene Generationen schreiben die Geschichte ihrer Familie unterschiedlich. So ließe sich die lebhafte Entwicklung der Nürnberger Familiengeschichtsschreibung seit den Collectaneenbänden des Humanisten Christoph Scheurl aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts resümieren. Neben genealogischen Ausführungen zeigen vor allem die politischen, konfessionell-religiösen und geschichtstheologischen Inhalte die Dynamik im Achtungsmarkt familiärer Vergangenheiten. Die untersuchten Quellen umfassen neben neu erschlossenen Materialien auch kulturhistorisch bedeutsame Werke wie das »Große Tucherbuch«, an dessen Jahrzehnte dauernder Fertigstellung so bedeutende Künstler wie Jost Amman mitwirkten. Das Hauptaugenmerk des Autors richtet sich auf die historische Bedeutung des Begriffs »Generation« in der brieflichen Überlieferung der Familie Tucher und in repräsentativen Geschlechterbüchern: Eine zentrale Sinnkategorie in einer Erinnerungs- und Geschichtskultur des 16. Jahrhunderts. Different generations write history in different ways. As a result of the tremendous changes in the 16th century, Nuremberg family histories were written more frequently and even replaced each other, beginning with data collections in narrative form by the humanist Christoph Scheurl mainly in early 16th century. Genealogical writing, as well as political, confessional and theological accounts are witness to the esteem competition of different family histories in the elites of this major German city. The sources consist of formerly unknown material as well as of works of significant cultural value like the »Great Book of the Tuchers«. This final version of the family histories of the Tucher family was produced in a process that lasted decades, for which some of Central Europe's best artists - like Jost Amman - were consulted. The main focus is on the historical concept of »generation«, as it was implemented in private letters and representative codices of the Tucher family's history: A key concept in this dynamic culture of history and commemoration.

Dr. Christian Kuhn arbeitet seit 2007 als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Bamberg.

Dr. Christian Kuhn arbeitet seit 2007 als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte der Universität Bamberg.

Inhalt 6
1. Einleitung 12
1.1 Zur Fragestellung 12
1.2 Die Nürnberger Geschichtskultur des langen 16. Jahrhunderts: Gattungen, Medien und Werte 17
1.3 Die Nürnberger Tucher: ein sehr kurzes Porträt 37
1.4 »Generation« als Quellenwort 46
1.5 Generationen als Erinnerungsgemeinschaften 57
1.6 Erinnern, Erinnerungskulturen und Gedächtnis 67
1.7 Die Medien der Gedächtnisbildung im systematischen Überblick (ca. 1520–1600) 69
1.8 Landes-, historiographie- und generationengeschichtlicher Forschungsstand 100
2. Generationenbeziehungen in kaufmännischen Erziehungsbriefen in der Spannung von Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft 110
2.1 Erzieherische Generationenbeziehungen im Zeichen von Kontinuitätssicherung 110
2.2 Textnahe Lektüre von Diskurseffekten im brieflichen Kommunikationssystem 125
2.3 Erziehungskonformes Briefeschreiben als ›Scheinkommunikation‹ 167
2.4 Briefliche Sprechweisen im Kontext. Epistemische Grundlagen der Generationenbeziehungen 186
2.5 Kommunikationsmittel im Archiv. Traditionsbildung durch Literarisierung der Familie 222
3. Diskontinuitäten in zeitversetzten Vergangenheitsbildern: Paratexte als Spiegel von Generationenwechseln 238
3.1 Die Tuchersche Geschichtsschreibung in Zeithorizonten und Erinnerungsschichten 1526– 1615 238
3.2 Der Prachtkodex Tucherbuch. Die Form als Teil des historiographischen Inhalts 276
3.3 Historiographie zwischen Beharrung, Neugewichtung und Veränderung 311
4. ›Generation‹ als genealogischer Grundbegriff desTucherbuchs. Begriffsgeschichtliche Erschließung eines hybriden Konzepts 380
4.1 »Ir Generation vnd Glori wird nit verleschen«. Positiv bewertete Übertragungsphänomene in Scheurls Widmung von 1542 380
4.2 Der Bedeutungsbereich Schöpfung, Zeugung und Seligkeit in der »Vorred« 392
4.3 Vererbende Übertragung des Vermächtnisses: Die »Vorred« zu Erziehung und historischer Darstellung 413
4.4 Familiäre, soziale, konfessionelle und regionale Identitätsdarstellung in der »Vorred« 441
5. Zusammenfassung 482
6. Dank 494
7. Quellen- und Literaturverzeichnis 498
7.1 Ungedruckte Quellen 498
7.2 Gedruckte und ediert vorliegende Quellen 503
7.3 Literaturverzeichnis 507
7.4 Abbildungsverzeichnis 539
8. Register 540

Erscheint lt. Verlag 15.9.2010
Reihe/Serie Formen der Erinnerung
Formen der Erinnerung.
Formen der Erinnerung.
Mitarbeit Herausgeber (Serie): Jürgen Reulecke, Birgit Neumann
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geschichte Teilgebiete der Geschichte Kulturgeschichte
Schlagworte Familiengeschichte • Franken • Geschichte /Frühe Neuzeit • Geschichte/Mittelalter • Historiographiegeschichte • Regionalgeschichte • Renaissance
ISBN-10 3-86234-110-0 / 3862341100
ISBN-13 978-3-86234-110-8 / 9783862341108
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