Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Konfrontative Pädagogik (eBook)

Konfliktbearbeitung in Sozialer Arbeit und Erziehung

Jens Weidner, Rainer Kilb (Herausgeber)

eBook Download: PDF
2008 | 2.Aufl. 2006
250 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-90242-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Konfrontative Pädagogik -
Systemvoraussetzungen
22,99 inkl. MwSt
(CHF 22,45)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Konfrontative Pädagogik ist ein hoffnungsvoller, neuer Trend in Sozialer Arbeit und Erziehungswissenschaft und er stellt eine Ergänzung zur akzeptierenden Toleranz der 68er-Pädagogik dar. Die konfrontative Pädagogik soll in der Arbeit mit mehrfach auffälligen jungen Menschen helfen.

Professor Dr. Jens Weidner ist an der Fakultät für Soziale Arbeit der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften tätig.
Professor Dr. Rainer Kilb lehrt an der Hochschule Mannheim (Fakultät Sozialwesen).

Professor Dr. Jens Weidner ist an der Fakultät für Soziale Arbeit der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften tätig. Professor Dr. Rainer Kilb lehrt an der Hochschule Mannheim (Fakultät Sozialwesen).

Inhalt 5
Vorwort zur zweiten Auflage 7
Vorwort Was ist „Konfrontative Pädagogik“? 9
Grundsatzartikel 11
Konfrontation mit Herz: Eckpfeiler eines neuen Trends in Sozialer Arbeit und Erziehungswissenschaft 12
Sozialisationstheoretische Bezüge 13
Liebe allein genügt nicht: Grenzen ziehen bei Mehrfachauffälligen 13
Zum Erziehungsstil 17
Im Focus einer Konfrontativen Pädagogik: der Umgang mit aggressivem Verhalten 18
Anti-Aggressivitäts- und Coolness-Training Training zwei Methodiken Konfrontativer Pädagogik 19
Die methodischen Vorbilder: Konfrontative- und provokative Therapie 20
Praxisbeispiele der Konfrontativen Pädagogik 21
Die Rahmenbedingungen von AAT/CT CT 22
Die Forschungsergebnisse 23
Die Perspektive 23
Rainer Kilb 25
„Konfrontative Pädagogik“ – ein Rückfall in die Vormoderne oder vergessene Selbstverständlichkeit zeitgemäßer Pädagogik? 25
Gegenstand und Anlass der Kritik 25
Begriffsverständnis, Zielgruppe und Indikation 26
Methode, Erziehungsstil oder Haltung? 27
Was bedeutet Konfrontation und was legitimiert sie als pädagogischer Handlungsstil? 29
Differenzierte Konfrontationsformen 31
Ethische Aspekte in konfrontativen Trainings 36
Indikation und institutionskulturelle Verträglichkeit 37
Theoretische Dimensionen und Verortungsversuche konfrontativer Ansätze in der Pädagogik 38
Fazit 46
Literaturangaben 47
Wolfgang Tischner 49
Konfrontative Pädagogik – die vergessene „ väterliche“ Seite der Erziehung 49
1. „Feminisierung der Pädagogik“ 50
2. Das mütterliche und das väterliche Prinzip in der Erziehung 52
3. Konfrontationsdefizit in der Sozialen Arbeit 54
4. Erziehungsphilosophische Rechtfertigung der Konfrontation: Gemeinschaft und normative Verbindlichkeit 58
5. Glen Mills Schools – ein Beispiel für eine „ väterlich“ geprägte Sozialpädagogik 62
6. Kritik 67
7. Ist Glen Mills „ pädagogisch“? 68
8. Schlußbetrachtung 70
Philipp Walkenhorst 74
Anmerkungen zu einer „ konfrontativen Pädagogik“ 74
1. Einleitung 74
2. Begriffe, Zielgruppen und Grundorientierungen 77
3. Methoden und Verfahrensweisen „konfrontativer Pädagogik“ 87
Peter Rieker 114
„Akzeptierende“ und „Konfrontative“ Pädagogik: Differenzen – Gemeinsamkeiten – Entwicklungsbedarf1 114
1. Akzeptierende und Konfrontative Pädagogik 115
2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede 119
3 Praxiserfahrungen 122
4 Gemeinsame Herausforderungen und wechselseitige Bereicherungen 125
Streitschrift 130
Konfrontative Pädagogik – oder: Verstehen allein genügt nicht 131
Einleitung: Die Konfrontation der Pädagogenzunft mit der Konfrontativen Pädagogik 131
Standortbestimmung 134
Die pädagogische Haltung 136
Beispiel Konfrontative Jungenarbeit – oder: Die notwendige Konfrontation mit der eigenen Gewalt 140
Fazit 145
Praxiskonzepte 147
Stirn an Stirn – Streiten lernen helfen: Praktische Anmerkungen zu einer fälligen Paradigmenverschiebung 148
Konflikte machen Angst 149
Täter oder „Täter“? 151
Exkurs 1: Traumatisierte Täter 153
Angst vor Affekten? 155
Die Vermeidung von Konflikten hat Folgen 157
Exkurs 2: Das Problem beginnt früh 159
Zwang, Macht und Streit sind notwendig 162
Von Konfliktvermeidung zur Konfliktfähigkeit 163
Prozess der Auseinandersetzung 165
Literatur und Quellen 167
Rainer Kilb 169
Der Einsatz konfrontativer Techniken bei Ablöseprozessen Jugendlicher in pädagogischen Maßnahmen und Einrichtungen 169
Wenn Jugendliche älter, aber nicht erwachsener werden... 169
Gesetzlicher Auftrag und fachliche Interpretationen 171
Veränderte gesellschaftliche und psychosoziale Situationen in dieser Übergangsphase 172
Neue Verläufe des Übergangs: „Zwischenexistenzen“ 173
Komplexe Struktur im Ablösungsprozess zwischen AdressatInnen, Fachkräften und fachlichem Auftrag 173
Was benötigen junge Erwachsene in dieser Phase und was könnten Jugendhilfe und Soziale Arbeit dabei leisten? 175
Welche konzeptionellen, methodischen und professionellen Kompetenzen sind hierbei gefragt? 178
„Temporär-situative Gegnerschaft“ oder: Konfrontative Elemente als pädagogische Sonderkompetenzen 180
Lassen sich Ablöseprozesse überhaupt steuern? 182
Literatur/Quellen 183
Eckart Osborg 184
Der konfrontative Ansatz der subversiven Verunsicherungspädagogik in der Präventionsarbeit mit rechten und rechtsorientierten Jugendlichen 184
Vorbemerkung 184
Verständnis versus Grenzen setzen 184
Das Verhältnis der subversiv-konfrontativen Verunsicherungspädagogik zu anderen Methoden 188
Auseinandersetzen, verunsichern, konfrontieren 190
Rechte Jugendliche – gewöhnliche Kriminelle oder politisch motivierte Täter? 191
Die Bedeutung der Nazi-Ideologie 192
Die Verunsicherungs- und Konfrontationspädagogik 196
Resümee 199
Stefan Schanzenbächer 201
Wider die Resignation! 201
Konfrontative Lösungen für gewalt-besetzte Situationen in der stationären Jugendhilfe – das Konzept K. L. A. R. 1. Vorbemerkung und Vorerfahrungen 201
2. Die pädagogischen Prinzipien von K.L.A.R. 202
3. Ziele 203
4. Zielgruppe 204
5. Kernpunkte des Konzeptes 204
6. Evaluation 212
7. Derzeitige Vorhaben 212
Literatur 213
Bert Reissner 215
Unbeschulbare GrundschülerInnen gibt es nicht. 215
Konfrontative Pädagogik in Kooperation von Schule und Jugendhilfe mit Kindern aus Multiproblemfamilien: Das KoPädiko- Konzept 215
1. Das Praxismodell der KoPädiKo 215
2. Das Theoriemodell der KoPädiKo 220
3. Schlussbemerkungen 226
Monika Jetter-Schröder 228
Eingreifen hilft! Ein Interventionsprogramm für verhaltensauffällige SchülerInnen ( InvaS) 228
Ein Kooperationsprojekt von Jugendamt und Staatlichem Schulamt und Polizeipräsidium Mannheim 228
Rahmenbedingungen 229
Phasen und Bausteine des ersten Trainingsteils 230
Die Bausteine des Wochenprogramms 231
Schlussbemerkung 237
Autorinnen und Autoren 239

Eckart Osborg (S. 192-192)

Der konfrontative Ansatz der subversiven Verunsicherungspädagogik in der Präventionsarbeit mit rechten und rechtsorientierten Jugendlichen

Vorbemerkung


Verunsichern und Konfrontieren sind keine Neuerfindungen in der Pädagogik. Sie waren schon immer Bestandteil pädagogischer Praxis, unabhängig davon, wieweit sie tatsächlich verbreitet waren oder sind. In der Theorie- und Methodendiskussion der Sozialpädagogik sind sie allerdings erst mit den Kontroversen um das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) und das Coolness- Training (CT) wieder stärker ins Bewusstsein der Fachöffentlichkeit gelangt. Wenn beide Elemente schon immer Bestandteil gerade erfolgreicher (sozial) pädagogischer Arbeit waren, so ist die Benennung einer pädagogischen Richtung mit diesen Attributen im „Firmenschild" nur gerechtfertigt, wenn sie den Kern oder das Wesenselement des Ansatzes ausmachen. Gibt es eine solche Rechtfertigung?

Verständnis versus Grenzen setzen


Ob die vorherrschenden Paradigmen von Hilfe, Unterstützung und Verständnis noch als geeignetes (oder gar sozialpädagogisches) „Allheilmittel" für Formen der schweren Jugenddelinquenz gelten können, die nicht (nur) durch ein passageres jugendtypisches Verhalten gekennzeichnet sind, wird z.Zt. in der fachlichen Auseinandersetzung heftig diskutiert2. Während die beiden erstgenannten Aspekte Hilfe und Unterstützung weiterhin in der Fachöffentlichkeit unumstritten sind (in der politischen Debatte mag das anders sein), kann dies nicht für das Verständnis gelten. So kann die eigene schwere Kind- heit, können traumatische Erlebnisse, etc. (also die „Sozialisation"), keine Tat entschuldigen.

Selbst erlittenes Leid und Unrecht berechtigt nicht dazu, es anderen anzutun. Der in der Rezeption therapeutischer Modelle durch die Sozialpädagogik entstandene Begriff des „Verständnisses" ist in diesem Zusammenhang problematisch. Im umgangssprachlichen Verkehr bedeutet „Ich habe Verständnis dafür.", dass ich selbst in der gleichen Situation so oder ähnlich handeln könnte. Und weil man mir dies doch bitte nicht übel nehmen soll, tue ich dies auch nicht. Dies ist eine klare (jedenfalls Teil-) Entschuld( ig)ung, die Schuld des anderen wiegt nicht so schwer, als dass daraus eine ernsthafte Verstimmung oder Beziehungsstörung resultieren würde.

Das „Verständnis" beruht auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit und der Vorwegnahme der Umkehr der Rollen: Auch mir könnte es ja passieren. Damit wird deutlich, wozu im mitmenschlichen Verkehr das Verständnis gut ist: Für das Verzeihen von Fahrlässigkeit, von Beziehungs- und anderen Unfällen. Es ist aber fraglich, bei welchen Gruppen von Jugendlichen wir bei aggressiv-sozialdestruktivem Verhalten von einem „Unfall" sprechen können, unabhängig davon, dass alle Jugendlichen ihr Verhalten so darstellen möchten.

Verständnis hilft auch nur sehr begrenzt. Wegen der Abwehr ihrer Kindheitserlebnisse missverstehen diese Jugendlichen das ihnen entgegengebrachte Verständnis jedenfalls als Entschuldigung (= Entschuldung). Verantwortung übernehmen zu lernen, also auch für das eigene Tun, (reale) Schuld zu tragen, muss zu den pädagogischen Lernzielen gehören. Allenfalls in Situationen, in denen es vor allem bei „ertappten Jugendlichen" zu starken Selbstanklagen, -bezichtigungen und -entwertungen kommt, kann das von PädagogInnen entgegengebrachte Verständnis entlastend wirken.

Erscheint lt. Verlag 31.8.2008
Zusatzinfo 250 S. 12 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften Pädagogik Sozialpädagogik
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Abweichendes Verhalten • Erziehungswissenschaft • Jugendliche Straftäter • Konfrontative Pädagogik • Mehrfachauffällige • Sozialarbeit • Sozialpädagogik
ISBN-10 3-531-90242-3 / 3531902423
ISBN-13 978-3-531-90242-5 / 9783531902425
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
PDFPDF (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seiten­layout eignet sich die PDF besonders für Fach­bücher mit Spalten, Tabellen und Abbild­ungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten ange­zeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smart­phone, eReader) nur einge­schränkt geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Orientierungswissen für die Soziale Arbeit

von Nausikaa Schirilla

eBook Download (2024)
Kohlhammer Verlag
CHF 31,25