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Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (eBook)

Operationalisierung, Messung, Rahmenbedingungen, Befunde

Inka Bormann, Gerhard de Haan (Herausgeber)

eBook Download: PDF
2008
262 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-90832-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung -
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In aktuellen OECD- und UNESCO-Dokumenten sowie dem Nationalen Aktionsplan für die UN-Dekade 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' wird gefordert, Kriterien und Standards zu entwickeln, mit denen die Qualität von nachhaltigkeitsbezogenen Bildungsprozessen weiter konkretisiert und der Kompetenzerwerb in formellen und informellen Kontexten festgestellt werden kann. Um darüber fundierte Aussagen treffen zu können, bedarf es einer angemessenen Operationalisierung und Messung von Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung.

Dr. Inka Bormann ist wissenschaftliche Assistentin am Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin.
Professor Dr. Gerhard de Haan ist Leiter des Arbeitsbereichs Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin.

Dr. Inka Bormann ist wissenschaftliche Assistentin am Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin. Professor Dr. Gerhard de Haan ist Leiter des Arbeitsbereichs Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin.

Inhalt 5
Einleitung 7
Geleitwort 13
OECD Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen – ein Überblick 15
1 Der Kompetenzbegriff 16
2 Grundlage für die Definition von Schlüsselkompetenzen 16
3 Drei Kategorien von Schlüsselkompetenzen 18
4 Bildungspolitische Herausforderung 20
Literatur 21
Gestaltungskompetenz als Kompetenzkonzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung 23
1 Verständnis von Bildung für nachhaltige Entwicklung 25
2 Legitimation von BNE 26
3 BNE als Kompetenzerwerb 29
4 Kritik der Orientierung am Kompetenzkonzept 37
Literatur 42
Zwischen Risikowahrnehmung und Komplexität: Über die Schwierigkeiten und Möglichkeiten kompetenten Handelns im Umweltbereich 45
1 Einleitung: Anforderungen und Kompetenzen im Umweltbereich 45
2 Komplexe Systeme 46
3 Risikowahrnehmung 47
4 Dilemmata 49
5 Konsumgewohnheiten 50
6 Ein kognitives Handlungsmodell 52
7 Ermöglichung kompetenten Handelns: Die Ansatzpunkte 54
Literatur 58
Zur Messung von Kompetenzen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung 61
1 Testaufgaben für die Kompetenzmessung 62
2 Besonderheiten für die Datenerhebung 65
3 Messung von Kompetenzstrukturen 68
4 Fazit 72
Literatur 72
Kompetenzmodelle in Fortbildungen – pragmatische Wege 75
1 Forschungsstand 76
2 Kompetenzmodelle im Diskurs der Erwachsenenbildung 77
3 Die Kompetenzmatrix der Lehrkompetenz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung 81
4 Empirische Anschlussmöglichkeiten: Erfassung von Lehrkompetenz einer Bildung für nachhaltige Entwicklung durch ein qualitatives Forschungsdesign 84
Literatur 85
Operationalisierung und Messung von Bewertungskompetenz 89
1 Einordnung des Konstrukts Bewertungskompetenz 89
2 Das Syndromkonzept 91
3 Die Unterrichtseinheit zum Massentourismus-Syndrom 93
4 Die Operationalisierung von urlaubsbezogenen Werten 94
5 Die Operationalisierung von Reiseentscheidungen 96
6 Zur Konsistenz zwischen Werten und Entscheidungen 98
7 Erklärungen für den Konsistenzrückgang 99
8 Fazit 100
Literatur 101
Wie können Kompetenzen und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften ermittelt und beschrieben werden? 103
1 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften – verschiedene Sichtweisen auf ein Thema 103
2 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften in lernenden Organisationen 104
3 Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften von Individuen 107
4 Ein integratives Konzept zur Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften 113
Literatur 120
Unsicherheit, Reflexivität und Prozeduralität Zur Empirie und Methodik von Kompetenzkriterien in der Bildung für nachhaltige Entwicklung 123
1 Orientierungsmuster im Biokonsum und ihre Lernpotenziale 124
2 Methodisch-konzeptionelle Zugänge zu Kompetenzen im Umgang mit Unsicherheit 132
3 Lernkompetenzen für nachhaltige Entwicklung 137
Literatur 137
Kompetenzen für Bildung von Lehrpersonen Kompetenzen für Bildung für nachhaltige Entwicklung von Lehrpersonen: Entwurf für ein Rahmenkonzept 141
1 Hintergrund 142
2 Das Projekt KOM-BiNE 142
3 Ausblick 155
Literatur 155
Forschendes und selbstreflexives Lernen im Umgang mit Komplexität 159
1 Handlungsleitende Einstellungen und Überzeugungen im Umgang mit Komplexität 160
2 Wie lehrt und lernt man den Umgang mit Komplexität? 163
3 Design und Fragestellung 168
4 Erste Ergebnisse 170
5 Ausblick 175
Literatur 176
Bildung für nachhaltige Entwicklung und interdisziplinäre Kompetenzen – Zum Profil von Lehrkräften 179
1 Was bedeutet es, interdisziplinär zu arbeiten? 181
2 Welches sind die Herausforderungen interdisziplinären Arbeitens? 183
3 Welches sind die für erfolgreiches interdisziplinäres Arbeiten erforderlichen ( Teil-) Kompetenzen? 188
4 Zum Profil von Lehrkräften der Grundschule – ein Ausblick 193
Literatur 194
Das Lernen mit Neuen Medien als Ansatz zur Vermittlung von Gestaltungskompetenz 199
1 Neue Herausforderungen erfordern neue Wege des Lernens 199
2 Das Konzept der Schlüsselkompetenzen 199
3 Bildung für nachhaltige Entwicklung als didaktischer Orientierungsrahmen 201
4 Lernen mit Neuen Medien und der Erwerb von Schlüsselkompetenzen 203
5 Fragestellung 205
6 Empirisches Design 206
7 Ergebnisse 209
8 Fazit und Ausblick 211
Literatur 212
Entwicklung und erste Validierung eines Fragebogens zur Erfassung des systemischen Denkens in nachhaltigkeitsrelevanten Kontexten 215
1 Einleitung 215
2 Bisherige Forschungsbefunde 217
3 Zielsetzung 223
4 Methodisches Vorgehen 224
5 Ergebnisse 226
6 Zusammenfassung und Diskussion 229
Literatur 230
Indikatoren einer Bildung für nachhaltige Entwicklung 233
1 Hintergrund 234
2 Was ist ein Indikator? 236
3 Indikatoren und Qualität 238
4 Indikatoren einer Bildung für nachhaltige Entwicklung 240
5 Sprachgebrauch in Diskussionen über BNE-Indikatoren 243
6 Schlussfolgerungen 245
7 Perspektiven und Themenfelder der weiteren Forschung 246
8 Abschließende Bemerkung 248
Literatur 249
‚Steuerungswissen’ – Kompetenzen im Spiegel von Indikatoren 253
1 Zwei Seiten der Medaille 254
2 Die ‚Medaille’: Qualität 261
3 Implikationen: (Nicht-)Wissen6 263
4 Resümee 267
Literatur 268
Autorinnen und Autoren 273

OECD Referenzrahmen für Schlüsselkompetenzen – ein Überblick (S. 15)

Dominique Simone Rychen

Die Gesellschaft, insbesondere das Bildungssystem und die Bildungspolitik sind gefordert, so der Grundtenor, vermehrt jene Kompetenzen zu fördern, welche die Menschen befähigen, mit den vielfältigen Herausforderungen verantwortungsbewusst und kompetent umzugehen.

Die EU Kommission (2002: 7) stellt z.B. fest, dass traditionelle Konzepte und Einrichtungen immer weniger die Aufgabe erfüllen, den Menschen einen aktiven Umgang mit den Folgen von Globalisierung, demographischem Wandel, digitaler Technologie und Umweltschäden zu ermöglichen. Dabei seien aber die Menschen mit ihren Kenntnissen und Kompetenzen der Schlüssel für die Zukunft Europas.

Die Investition in Bildung lohne sich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen (OECD 2001a), denn nachhaltige Entwicklung und sozialer Zusammenhalt, so die OECD-Bildungsminister (OECD 2001b:2), hingen entscheidend von den Kompetenzen der gesamten Bevölkerung unserer Länder ab. Aber welche Kompetenzen sind für eine auf die Zukunft ausgerichtete demokratische Gesellschaft wichtig?

Lassen sich einige wenige Kompetenzen definieren, die zum persönlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlergehen beitragen? Diese und ähnliche Fragen standen im Zentrum des OECDProjektes DeSeCo – das Akronym von Definition and Selection of Competencies: Theoretical and Conceptual Foundations.

In diesem Projekt ging es nicht einfach darum, eine neue Liste von Schlüsselkompetenzen zu erstellen. Ziel war es vielmehr, konzeptuelle und theoretische Grundlagen für die Bestimmung von wichtigen Kompetenzen zu erarbeiten. Die Auseinandersetzung mit der Frage der Schlüsselkompetenzen bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis.

Das Thema wurde nicht nur aus verschiedenen akademischen, sondern auch aus sektor- und länderspezifischen Perspektiven beleuchtet. Expertinnen und Experten, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, Vertreterinnen und Vertreter aus dem Wirtschafts- und Bildungssektor und aus verschiedenen internationalen Organisationen haben sich an diesem internationalen Projekt beteiligt (vgl. Rychen/Salganik 2001, Rychen/Salganik/McLaughlin 2003).

Der mehrjährige, interdisziplinäre Forschungsprozess resultierte in einem breit abgestützten konzeptuellen Referenzrahmen für die Bestimmung und Messung von Schlüsselkompetenzen. Für eine ausführliche Darstellung des Kompetenzrahmens und die Beschreibung der einzelnen Schlüsselkompetenzen wird auf den Schlussbericht Key Competencies for a Successful Life and a Well-Functioning Society (Rychen/ Salganik 2003, Hrsg.) bzw. auf die Zusammenfassung Definition und Auswahl von Schlüsselkompetenzen (OECD 2005) verwiesen.

1 Der Kompetenzbegriff

In Anbetracht der unterschiedlichen, zum Teil vagen Verwendung des Kompetenzbegriffs sowohl in der Alltagssprache wie auch in der Wissenschaft war die begriffliche Klärung ein erster unerlässlicher Schritt im Forschungsprozess. Weinert (2001) hat mit seinem Beitrag zum DeSeCo Projekt den Kompetenzbegriff massgeblich geprägt.

Die Definition, auf die sich DeSeCo bezieht, basiert auf einem funktionalen Ansatz: Ausgangspunkt sind die Anforderungen. Eine Kompetenz ist demnach die Fähigkeit, (komplexe) Anforderungen in einem bestimmten Kontext erfolgreich zu erfüllen. Eine Kompetenz ist nicht auf kognitive Fähigkeiten reduzierbar.

Vielmehr beinhaltet der Kompetenzbegriff auch ethische, soziale, emotionale, motivationale und verhaltensbezogene Komponenten, die zusammen als System effektives Handeln in konkreten Situationen ermöglichen bzw. über die ein Individuum verfügt (oder durch Lernen verfügen kann), um Anforderungen erfolgreich zu meistern.

Das Modell, das dem Kompetenzbegriff zugrunde liegt, ist holistisch und dynamisch in dem Sinne, dass Anforderungen, psychosoziale Ressourcen (kognitive, praktische, motivationale, emotionale, soziale Komponenten) und Kontexte integrale Teile von Kompetenz darstellen (vgl. Weinert 2001, Rychen/Salganik 2003, Gonzci 2003).

Erscheint lt. Verlag 8.2.2008
Zusatzinfo 276 S. 10 Abb.
Verlagsort Wiesbaden
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften
Sozialwissenschaften Pädagogik Allgemeines / Lexika
Sozialwissenschaften Pädagogik Bildungstheorie
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Bildung • Bildungsforschung • Bildungsstandards • Bildungssystem • Bildungswissenschaft • Erziehung • Erziehungswissenschaft • Kompetenz • Kompetenzen • Nachhaltige Entwicklung
ISBN-10 3-531-90832-4 / 3531908324
ISBN-13 978-3-531-90832-8 / 9783531908328
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