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Fluch und Gebet: Magische Manipulation versus religiöses Flehen?

Religionsgeschichtliche und hermeneutische Betrachtungen über antike Fluchtafeln

(Autor)

Buch | Hardcover
X, 54 Seiten
2009
De Gruyter (Verlag)
978-3-11-022635-5 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Fluch und Gebet: Magische Manipulation versus religiöses Flehen? - H. S. Versnel
CHF 81,90 inkl. MwSt

This public lecture is staged annually in memory of the ecclesiastic historian Hans Lietzmann (1875-1942), Adolf von Harnacks's successor as director of the Academy project The Greek Christian Authors of the First Centuries (GDS) . The invited speaker is an internationally renowned scholar from the field of classical studies. The lectures address central topics of the history of ancient religion that are of relevance to the present day.

Der Leidener Althistoriker Henk Versnel berührt in dieser Studie das komplizierte Verhältnis von Magie und Religion, welches sich trotz aller gegenteiligen Behauptungen hartnäckig einem Bedeutungs- und Interesseschwundes widersetzt. Die genaue Lektüre von antiken griechischen und lateinischen Fluchtafeln macht eine bisher nicht hinreichend erforschte Unterscheidung in zwei Kategorien möglich. Auf der einen Seite finden sich Bindeflüche (defixiones), die durch „Bindung“ Kontrahenten oder Rivalen aller Kraft berauben sollten. In Gräbern, Gruben oder Brunnen versteckt, zeigen sie keinerlei Erwähnung von Rechtfertigung und verwenden Worte und Handlungen manipulativer Art, die moderne Leser als „magisch“ bezeichnen würden. Ihr anonymer Gebrauch machte sie anfällig für Verdächtigungen und soziale Ablehnung. Ein zweiter Typus von Fluchtafeln, der in der wissenschaftlichen Literatur ebenfalls als defixiones bezeichnet wird, scheint von grundlegend anderer Natur zu sein. Meist öffentlich in Tempeln angebracht bitten sie die örtliche Gottheit, eine (meist) unbekannte Person für ein am Verfasser begangenes Unrecht (Diebstahl, Verleumdung oder schlechte Behandlung) zu strafen. Der erkennbar respektvolle Ton, eine demütige Haltung sowie weitere Charakteristika erweisen diese Texte als Gebete für Gerechtigkeit, in unserer Wahrnehmung also Ausdrücke einer frommen Religiosität. Die Tatsache, dass die antiken Menschen zwischen beiden Typen zu unterscheiden wussten und entsprechend handelten, gibt Anlass, die Anwendung der modernen Begriffe „Magie“ und „Religion“ auf die antike griechische und römische Fluchpraxis neu zu überdenken.

H. S. Versnel, Universität Leiden, Niederlande.

Erscheint lt. Verlag 27.11.2009
Reihe/Serie Hans-Lietzmann-Vorlesungen ; 10
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 135 x 205 mm
Gewicht 93 g
Themenwelt Geschichte Teilgebiete der Geschichte Religionsgeschichte
Geisteswissenschaften Religion / Theologie Weitere Religionen
Schlagworte Ancient Magic • Ancient Magic; Ancient Religion; Curse Texts; Defixiones; Prayer • Ancient Religion • Antike Magie • Antike Religion • Antike; Religion • Curse Texts • Defixiones • Fluch • Fluchtexte • Gebet • Prayer • Taschenbuch / Religion/Theologie
ISBN-10 3-11-022635-9 / 3110226359
ISBN-13 978-3-11-022635-5 / 9783110226355
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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