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Im Anfang war die Gebärde

Die Geschichte der evangelischen Gehörlosenseelsorge
Buch | Softcover
395 Seiten
2009 | 1. Auflage
Wichern (Verlag)
978-3-88981-287-2 (ISBN)
CHF 41,70 inkl. MwSt
Der ehemalige Gehörlosenpfarrer Hans Jürgen Stepf gibt einen historischen Überblick über den Aufbau der Gehörlosenseelsorge von den Anfängen in der Preußischen Provinz Brandenburg 1788 in Berlin bis zum Zusammenschluss zur Deutschen Arbeitsgemeinschaft Evangelische Gehörlosenseelsorge 1992. Der Autor macht deutlich: Es ist oft schwer, die seelische Entwicklung von Gehörlosen zu verstehen. Denn ein Gehörloser denkt und reagiert gegenüber einem Hörenden genauso verschieden wie ein Europäer gegenüber einem Angehörigen anderer Kulturen.
Hans Jürgen Stepf gibt einen historischen Überblick über denAufbau der Gehörlosenseelsorge: von den Anfängen in derPreußischen Provinz Brandenburg 1788 in Berlin bis zumZusammenschluss zur Deutschen Arbeitsgemeinschaft für EvangelischeGehörlosenseelsorge 1992. Dabei lässt der Autor, der jahrelang alsGehörlosenseelsorger in verschiedenen Gemeinden gearbeitet hat,seine reiche Erfahrung als Seelsorger einfließen.Schwerpunkte des einzigartigen Werkes: Der Aufbau in den deutschenLändern, die Gründung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft fürevangelische Gehörlosenseelsorge, das "Dritte Reich" mit derZwangsmaßnahme Sterilisierung und der fehlenden Wiedergutmachungin der Nachkriegszeit in Ost und West sowie internationale Kontakte.

Hans Jürgen Stepf, geboren 1935 in Berlin, arbeitete als Gemeindepfarrer und Gehörlosenpfarrer in Frankfurt, Zürich und zuletzt in Berlin. Außerdem war er Schriftführer der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge (DAFEG) und Mitglied des Vorstands und des Joint Committee of deaf mission societies der Gehörlosenmission für Schulen in Eritrea und Tansania.

Dieses Buch will ermutigen, tiefer in die Geschichte der Deutschen evangelischen Gehörlosenseelsorge einzudringen. An vielen Orten ruhen noch Schätze, die gehoben und bewahrt werden müssen. An vielen Stellen schlummern in den Archiven Beispiele für ein besseres Verständnis der Vergangenheit, die ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart haben. Den Schwerpunkt meiner Arbeit bildet Berlin-Brandenburg. Von Berlin gingen wesentliche kirchliche und schulische Impulse aus für die Förderung der Gehörlosen (Taubstummen) in Preußen, seinen Provinzen und dem Deutschen Reich nach 1871. In Berlin liegt auch die einzige Gehörlosengemeinde Deutschlands, die durch die Mauer achtundzwanzig Jahre geteilt war. Beispiele aus den Landeskirchen zeigen die Entwicklung der Gehörlosenseelsorge. Übergreifend wird versucht, die Anstöße und die Aktivitäten der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V. (DAFEG) nicht nur im landeskirchlichen Bereich, sondern auch im ökumenischen Zusammenhang aufzuzeigen. Von den ersten Ansätzen der Seelsorge in der Reformation bis zur Vereinigung der 31 Jahre getrennten Arbeitsgemeinschaft 1992 reicht der Bogen. Einen breiteren Raum nimmt das Dritte Reich mit seinen die Menschenwürde verachtenden Gesetzen ein. Natürlich konnte sich die Gehörlosenseelsorge in den Jahrhunderten der Diskussion nicht entziehen. Ist die orale Methode oder die Gebärde das richtige Mittel, die deutsche Sprache zu erlernen? Für die Gehörlosenseelsorge ist letztlich entscheidend, wie das Evangelium, die frohe Botschaft der Bibel, die jedem Menschen gilt, gehörlosen Kindern und Erwachsenen verständlich und glaubwürdig vermittelt werden kann. Das Buch zeigt: In weiten Teilen besteht auch in kirchlichen Kreisen Unverständnis über die seelische Entwicklung von Gehörlosen. Ein Gehörloser ist von einem Hörenden in seinen Reaktionen, seinem Denken so verschieden wie ein Europäer von Angehörigen anderer Kulturen. Ausgewählte Dokumente befinden sich im Anhang. Bei den Quellen stütze ich mich auf den Bestand im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin (EZA) und dem Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg (ELAB). Beim EZA folge ich den neuen Signaturen der Akten. Die Tätigkeitsberichte der Vorsitzenden der DAFEG bilden eine wichtige Quelle. Als Schriftführer der DAFEG von 1976 bis 1992 hatte ich Einblicke in die verschiedenen Vorhaben und Projekte. Bei den 670 Namen im Register bleiben einige Vornamen zu ergänzen. Für die Jahre von 1971 bis 1975 lag mir kein Material vor, es gab nicht einmal Jahresberichte von Stoevesand. Einige Fragen bleiben: Was haben die evangelischen Kirchen für die Gehörlosenseelsorge bewirkt? Wie ernst nehmen die Kirchenleitungen in den deutschen Landeskirchen die Seelsorge an gehörlosen Mitchristen? Wird diese sprachliche Minderheit, die in der hörenden Kirche wie in einer Personalgemeinde, verteilt über die ganze Kirche Berlin-Brandenburg lebt, als Partner ernst genommen? Vielleicht finden die Leser auf diese Fragen eine Antwort aus der Geschichte für heute. Mein Dank gilt allen, die mich bei diesem Buch unterstützt haben: Herrn Dr. Helmut Sander und Frau Elisabeth Stephanie (†) vom Evangelischen Zentralarchiv in Berlin. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Wolfgang Krogel vom Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg sowie für den Verein für Berlin-Brandenburgische Kirchen Herrn Dr. Peter Johann und Herrn Dr. Lorenz Wilkens. Für das Korrekturlesen danke ich Herrn Dr. Ulrich Schröter, Herrn Pastor Horst Paul, Frau Ingeburg Limpach, für die Hilfe am PC meinem Sohn Jean-Otto. Meiner Frau danke ich für die Geduld, Ermutigung und Mithilfe. von Hans Jürgen Stepf

Dieses Buch will ermutigen, tiefer in die Geschichte der Deutschen evangelischenGehörlosenseelsorge einzudringen. An vielen Orten ruhen nochSchätze, die gehoben und bewahrt werden müssen. An vielen Stellenschlummern in den Archiven Beispiele für ein besseres Verständnis der Vergangenheit,die ihre Auswirkungen bis in die Gegenwart haben.Den Schwerpunkt meiner Arbeit bildet Berlin-Brandenburg. Von Berlingingen wesentliche kirchliche und schulische Impulse aus für die Förderungder Gehörlosen (Taubstummen) in Preußen, seinen Provinzen und demDeutschen Reich nach 1871. In Berlin liegt auch die einzige GehörlosengemeindeDeutschlands, die durch die Mauer achtundzwanzig Jahre geteiltwar.Beispiele aus den Landeskirchen zeigen die Entwicklung der Gehörlosenseelsorge.Übergreifend wird versucht, die Anstöße und die Aktivitäten derDeutschen Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V.(DAFEG) nicht nur im landeskirchlichen Bereich, sondern auch im ökumenischenZusammenhang aufzuzeigen. Von den ersten Ansätzen der Seelsorgein der Reformation bis zur Vereinigung der 31 Jahre getrenntenArbeitsgemeinschaft 1992 reicht der Bogen. Einen breiteren Raum nimmtdas Dritte Reich mit seinen die Menschenwürde verachtenden Gesetzen ein.Natürlich konnte sich die Gehörlosenseelsorge in den Jahrhunderten derDiskussion nicht entziehen. Ist die orale Methode oder die Gebärde das richtigeMittel, die deutsche Sprache zu erlernen? Für die Gehörlosenseelsorgeist letztlich entscheidend, wie das Evangelium, die frohe Botschaft der Bibel,die jedem Menschen gilt, gehörlosen Kindern und Erwachsenen verständlichund glaubwürdig vermittelt werden kann.Das Buch zeigt: In weiten Teilen besteht auch in kirchlichen KreisenUnverständnis über die seelische Entwicklung von Gehörlosen. Ein Gehörloserist von einem Hörenden in seinen Reaktionen, seinem Denken so verschiedenwie ein Europäer von Angehörigen anderer Kulturen.Ausgewählte Dokumente befinden sich im Anhang. Bei den Quellen stützeich mich auf den Bestand im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin (EZA)und dem Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg (ELAB). Beim EZAfolge ich den neuen Signaturen der Akten. Die Tätigkeitsberichte der Vorsitzendender DAFEG bilden eine wichtige Quelle. Als Schriftführer der DAFEGvon 1976 bis 1992 hatte ich Einblicke in die verschiedenen Vorhaben undProjekte. Bei den 670 Namen im Register bleiben einige Vornamen zu ergänzen.Für die Jahre von 1971 bis 1975 lag mir kein Material vor, es gab nichteinmal Jahresberichte von Stoevesand.Einige Fragen bleiben: Was haben die evangelischen Kirchen für dieGehörlosenseelsorge bewirkt? Wie ernst nehmen die Kirchenleitungen inden deutschen Landeskirchen die Seelsorge an gehörlosen Mitchristen? Wirddiese sprachliche Minderheit, die in der hörenden Kirche wie in einer Personalgemeinde,verteilt über die ganze Kirche Berlin-Brandenburg lebt, alsPartner ernst genommen?Vielleicht finden die Leser auf diese Fragen eine Antwort aus derGeschichte für heute.Mein Dank gilt allen, die mich bei diesem Buch unterstützt haben: HerrnDr. Helmut Sander und Frau Elisabeth Stephanie ( ) vom Evangelischen Zentralarchivin Berlin. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Wolfgang Krogelvom Landeskirchlichen Archiv Berlin-Brandenburg sowie für den Verein fürBerlin-Brandenburgische Kirchen Herrn Dr. Peter Johann und Herrn Dr.Lorenz Wilkens. Für das Korrekturlesen danke ich Herrn Dr. Ulrich Schröter,Herrn Pastor Horst Paul, Frau Ingeburg Limpach, für die Hilfe am PC meinemSohn Jean-Otto. Meiner Frau danke ich für die Geduld, Ermutigung und Mithilfe.von Hans Jürgen Stepf

Erscheint lt. Verlag 7.12.2009
Sprache deutsch
Maße 140 x 210 mm
Gewicht 690 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Geschichte / Politik
Geschichte Teilgebiete der Geschichte Religionsgeschichte
Schlagworte Drittes Reich • Evangelisch • Gebärden • Gehörlosenseelsorge • Hardcover, Softcover / Sachbücher/Geschichte • Sterilisierung
ISBN-10 3-88981-287-2 / 3889812872
ISBN-13 978-3-88981-287-2 / 9783889812872
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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