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Körpersprache - Lüge, Verrat, Macht (eBook)

Im Beruf, vor Gericht, beim Flirt - Gewinnerpose und Demutshaltung - Drohung und Zuneigung
eBook Download: EPUB
2021 | 2. Auflage
440 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-7543-8129-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Körpersprache - Lüge, Verrat, Macht -  Horst Hanisch
Systemvoraussetzungen
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"Dein Gesicht spricht Bände ..." Sie schauen einem Kleinkind in die Augen und stellen sich folgende Frage: "Können diese Augen lügen?" Sie werden sehr wahrscheinlich 'Nein' sagen - die Augen des Kindes blicken offen und unbedarft auf das Geschehen. Erst mit zunehmendem Alter wird es dem Kind möglich sein, lügen zu können. Lügen dann die Augen? Die gesprochene Sprache wird von der nichtgesprochenen unterstützt - und zwar dominierend unterstützt. Die nonverbale Sprache begleitet die verbale - und umgekehrt. Stimmen verbale und nonverbale Aussage überein, wird von einer kongruenten (übereinstimmenden) Aussage gesprochen. Nicht umsonst heißt es, 'mit Händen und Füßen' sprechen. Nach diversen Untersuchungen darf davon ausgegangen werden, dass die nicht gesprochene Kommunikation, hier die Körpersprache, deutlich aussagekräftiger ist als gesprochene Worte. In der Regel lügt sie nicht - es sei denn, sie wird bewusst anders eingesetzt. Wer die Körpersprache gut verstehen, also 'lesen' kann, hat dem anderen gegenüber einen deutlichen Vorteil. Er kann mehr/besser 'verstehen'. Wer die eigene Körpersprache überlegt einsetzt, kann empathischer in Gesprächen vorgehen. Er kann das Gegenüber 'lenken'. Deshalb liegt in diesem Buch der Schwerpunkt auf der Körpersprache. Dabei werden verschiedene berufliche und gesellschaftliche Szenarien gewählt, um unterschiedliche Erkenntnisse aus der eingesetzten (Körper-)Sprache zu erhalten. Begleitet wird der Text durch gezeichnete Figuren, um manche Körperhaltung besser nachvollziehen zu können. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der nicht gesprochenen Kommunikation. Sie können die Wahrheit erkennen und die Lüge entlarven. Ihre Macht über die Deutung der verräterischen Körpersprache steigt.

Horst Hanisch, Bonn, ist selbstständiger Fachbuchautor, Coach und Dozent. Seine Trainingstätigkeit erstreckt sich unter anderem auf die Bereiche Kommunikation, Persönlichkeits-Entfaltung, Soft Skills, Soziale Kompetenz und Knigge/Etikette/Umgangsformen. Seine Seminare finden im In- und Ausland statt. Er ist Autor zahlreicher Fachbücher, die in Deutschland und im Ausland erschienen sind. Horst Hanisch veranstaltet Seminare zu Themen wie Business-Etikette, Das wie ist man/frau was?-Lehrmenü, Rhetorik, Präsentation, Moderation, Outfit, Selbstbewusstes Auftreten, Smalltalk, Interkulturelle Kompetenz und andere.

Kapitel 1 – Mitten im Leben – Die prägenden Eindrücke

Erfolg durch lebhafte Kommunikation

Sozial und kommunikativ


Es ist wichtig, Menschen

in ihrer eigenen Sprache anzusprechen.

Lido ‘Lee’ Anthony Iacocca, US-am. Manager

(1924 - 2019)

„Mit Händen und Füßen sprechen“

Ihnen geht der Spruch ‚mit Händen und Füßen sprechen‘ nicht aus dem Kopf? Bei der Beobachtung guter Redner und Rednerinnen fällt Ihnen auf, dass diese einen guten Blickkontakt zu allen Zuhörenden pflegen und immer wieder gestikulierend das Gesagte passend unterstreichen.

Sie sprechen, argumentieren, kommunizieren sozusagen unter Einsatz ihres kompletten Körpers.

Sie lösen sich aus dem Schutz des Pults, sprechen frei und überzeugend zu den Zuhörerenden. Es ist angenehm, ihnen zu folgen. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, haben anschließend das Gefühl, wichtige und nachvollziehbare Neuigkeiten erfahren zu haben.

Wer auf andere zu-geht und sich bewegt, wird sein Publikum nicht nur mental bewegen, sondern auch mit-gehen lassen.

Gemeint ist das Mitgehen entlang des roten Präsentationsfadens, der zum nachvollziehbar gesteckten Ziel führt. Schritt für Schritt, Themenbereich für Themenbereich, wird logisch dem vorbereiteten Weg gefolgt.

Die Bewegung ist förmlich zu hören. Es wird mit dem Körper gesprochen.

Nicht umsonst wird von Körper-Sprache gesprochen – und diese können Trainierte aktiv in ihre Präsentationen, Vorträge, Reden und Gesprächsrunden einfügen.

Durch den wohlüberlegten und damit richtigen Einsatz von Gestik, Mimik und Bewegung des kompletten Körpers können Sie es schaffen, mit allen Mitteln der nicht-gesprochenen Kommunikation Ihr Publikum und Ihre Gesprächspartner lebhaft, kurzweilig und beeindruckend zu überzeugen.

Packen Sie es an! Wie bei so vielem im Leben helfen Beobachtungen und Training dem Aus- und Aufbau dieses Themenbereichs.

Der Körper spricht seit Ewigkeiten

Dass ein Mensch mithilfe seines Körpers handelt, sich von A nach B bewegen kann, dass er etwas erschaffen – im Sinne von erbauen – kann, das ist wohl klar.

Aber wie soll der Körper ‚sprechen‘? Nun, natürlich durch seine körpereigene Sprache. Durch den vielfältigen Einsatz von Mimik, mithilfe unterstreichender Gestik, durch die klare Körperhaltung und passende Körperbewegung, durch das ‚Auftreten‘, durch die Kopfhaltung, den Augenkontakt, das Lächeln und viele andere Verhaltensweisen mehr.

Das sind viele Möglichkeiten, den Körper sprechen zu lassen.

Egal an welchem Ort dieser Erde zwei Menschen aufeinandertreffen, haben sie die Möglichkeit, miteinander durch den Einsatz ihrer Körpersprache zu kommunizieren.

Sie bedürfen dazu nicht zwangsläufig des gesprochenen Wortes.

Das haben bereits die menschlichen Vorfahren erlebt, als sie auf ihren Entdeckungsreisen rund um den Globus neue Welten entdeckten, wobei sie mit Kulturen zusammenkamen, in denen exotische Sprachen gesprochen wurden.

Das gesprochene Wort konnten sie nicht verstehen, wohl aber die eingesetzten Gesten und das Mienenspiel.

Das zeigt, dass die Körpersprache und die vom Körper ausgehenden Signale so feinsinnig eingesetzt werden können, dass auch zwei völlig Fremde – zumindest auf einer einfachen Stufe der Kommunikation – einen Austausch vornehmen können.

Verständigung in der Vorzeit

Gehen Sie gedanklich zeitlich noch weiter zurück, ganz ganz weit ein paar Jahrtausende. Dorthin, als sich die ersten Menschen entwickelten.

Zweifelsohne darf davon ausgegangen werden, dass die Sprache im heutigen Sinn nicht im Geringsten existierte.

Die damaligen Wesen tauschten sich sicherlich auch durch sogenannte paraverbale Kommunikation aus, nämlich durch Geräusche wie Knurren, Pfeifen, Schmatzen und so weiter.

Viel wichtiger war die Verständigung mithilfe des kompletten Körpers. So konnten zum Beispiel Jäger auch auf größere Distanz unmissverständlich miteinander kommunizieren.

So durch Gesten, durch Zeichen, durch Deuten, durch Andeutungen von Bewegungsabläufen. Das funktionierte über Jahrtausende so gut, bis sich die Menschen auf das heutige, viel differenziertere Niveau der Sprache entwickeln konnten.

Die Körpersprache ist demnach nicht zu unterschätzen. Sie drückt Wünsche, Bedürfnisse, Forderungen, Ziele, Status, Macht aus.

Trotz der heutigen Möglichkeit des scheinbar endlosen verbalen Austausches spielt die Körpersprache im direkten zwischenmenschlichen Kontakt nach wie vor eine entscheidende und nicht zu unterschätzende Bedeutung.

Symbole ergänzen die Schriftsprache

Bei geschriebenen Nachrichten oder einer SMS werden unterstützende Emojis eingesetzt. Das gesprochene (gleich geschriebene) Wort wird durch diese Symbole verständlicher gemacht.

Ohne Smileys und vergleichbare Symbole würde viel Geschriebenes missverstanden werden.

Eine besondere Herausforderung die Körpersprache überzeugend zu übermitteln zeigt sich im Online-Austausch.

Sehr häufig scheint das für die Teilnehmenden außerordentlich schwierig, sodass es nicht wundern sollte, wenn diese Art der Kommunikation bei weitem nicht die Erfolge bringt wie das direkte Gespräch.

Trotzdem – oder gerade deswegen – ist es fast zwingend notwendig, ein deutliches Augenmerk auf die Körpersprache im digitalen Austausch zu richten.

Schließlich sollen auch dort alle Bereiche der Kommunikationen möglichst optimal übertragen werden.

Rituale, Status und Gemeinschaft

Bleiben Sie einen Augenblick bei den menschlichen Vorfahren. Solange ein Mensch allein lebt, kann er tun und lassen was er will. Mit seinem Tod wäre seine ‚Ära‘ zu Ende. Es gäbe keine Nachfahren. Die aktuelle Gesellschaft wäre heute nicht hier.

Offensichtlich liegt es in der Natur der Lebewesen, sich fortzupflanzen und für Nachwuchs und damit für Nachfahren zu sorgen.

Zwangsläufig funktioniert das nicht, solange einer allein bleibt. Es bedarf einer weiteren Person.

Sobald zwei Menschen miteinander leben, benötigen sie bestimmte und abgestimmte Verhaltensmuster, um einander zu verstehen und nicht zu verletzen.

Hierbei zeigt sich die Bedeutung der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Sobald sich Nachwuchs einstellt, wird aus der Partnerschaft eine Familie. Bald bildet sich eine Gruppe. Auch die muss sich abstimmen und Regeln erstellen.

Die Kommunikation untereinander erzielt täglich eine sehr hohe Priorität.

Dabei helfen Gesten, die von allen verstanden werden. Gestikulieren heißt bewegen. Schon ist der Mensch in Bewegung.

Der Mensch kommuniziert mit seinem Körper, mit Körpersignalen. Um Rituale zur Steigerung des Sicherheitsgefühls und der Zusammengehörigkeit umsetzen zu können, bedarf es einer aufeinander abgestimmten Reihenfolge von Bewegungen.

Jeder, der einbezogen ist, weiß genau, wie er sich zu bewegen hat.

Als Beispiel soll der traditionelle Rundtanz der Urbevölkerung dienen.

Die Tänzer bewegen sich im gleichen Abstand zueinander.

Verlässt jemand den Kreis oder kommt jemand dazu, passt sich der Kreisumfang scheinbar automatisch an.

Die Tanzenden sind optimal aufeinander abgestimmt.

Alle sind gleich im Kreis und im Verhalten. Aber halt! Alle? – Nein nicht alle.

Der Häuptling, der die Gruppe anführt, muss von allen deutlich erkannt werden. Er muss – für alle – erkennbar ‚herausragen‘. Deshalb erlaubt es, ja verlangt es regelrecht, diese Rolle sichtbar zu machen, sich beispielsweise anders zu kleiden.

Die Vorfahren, die solch eine Rolle einnahmen, trugen beispielsweise einen anderen, größeren und demnach ausgefalleneren Kopfschmuck. Das Statusdenken war geboren. Die Regie war erkennbar.

Alle, die derselben Gruppe angehörten, kannten die einzelnen Schritte und die Bedeutungen des Auftretens.

Sie konnten gut miteinander leben und wurden stärker. Durch das Miteinander erhielten sie einen Vorteil anderen Gruppen gegenüber.

Machtkampf

Innerhalb einer Gruppe kann es schon einmal passieren, dass einer gerne die führende Rolle übernehmen will.

Dummerweise ist sie schon von einer anderen Person eingenommen. Fühlt sich der Betreffende stark genug, wird er versuchen, den Häuptling zu stürzen. Natürlich ist sich der Häuptling dieses Risikos bewusst.

Er wird Tag und Nacht darauf achten, seine Stellung zu bewahren. Bemerkt er, dass ihm ein Anwärter seine Position streitig machen will, wird er durch Drohgebärden und entsprechend eingesetzter Körpersprache warnen.

Akzeptiert der...

Erscheint lt. Verlag 24.8.2021
Reihe/Serie Soft Skills, Rhetorik, Kommunikation
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Bewerbung / Karriere
Geisteswissenschaften Psychologie
Schlagworte Geste • Kommunikation • Präsentieren • Presse • Vortrag
ISBN-10 3-7543-8129-6 / 3754381296
ISBN-13 978-3-7543-8129-8 / 9783754381298
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